"I've never seen anything like this in all my years!"
"He's from Ohio. My cousin."
"Well, them Ohio-Amish must be... different"
John Book ist ein rauhbeiniger Detektiv in Philadelphia, immer loyal und dienstbeflissen, aber auch abgehärtet durch den täglichen Wahnsinn durch den Dienst in einer amerikanischen Großstadt. Als er eines Tages zu einem Mordfall gerufen wird, dessen einziger Zeuge ein 8jähriger Junge aus der Religionsgemeinschaft der Amish ist, deckt er schnell einen Korruptionsfall innerhalb der Polizei auf. Er wird verletzt, und um das Leben des Jungen zu schützen, flieht er mit ihm und dessen Mutter Rachel in das Lancaster-Country, der größten Amish-Gemeinde des Staates. Während Book dort seine Verletzung auskuriert und eine Möglichkeit sucht, den internen Skandal öffentlich zu machen, lernt er eine grundlegend andere Lebensweise kennen.... und schätzen.
WITNESS, so der Originaltitel, wurde 1986 gleich für 8 Oscars nominiert, wobei der Film schließlich für das Beste Drehbuch sowie den Besten Schnitt diesen auch gewann. Leider mußte er sich dem damaligen Abräumer, JENSEITS VON AFRIKA, mehrfach geschlagen geben, u.a. in den Kategorien Bester Film, Beste Regie und Bester Hauptdarsteller. Peter Weir und seinem Drehbuchteam gelang ein interessanter Einblick in das Leben der Amish, einer deutschstämmigen Religionsgemeinschaft, die mit einem strengen Regelwerk technische Neuerungen wie Elektrizität oder Automobile ablehnend gegenübersteht sowie Gewalt im Allgemeinen absagt. Im Gewand eines massentauglichen Kinorahmens (auf 2 Stunden begrenzt, mit einer Thrillerhandlung umgeben) schafften es die Produzenten, das Leben der Gemeinschaft authentisch, aber niemals aufdringlich wiederzugeben. So wird auch im Film von den Amish der eigene Dialekt im sogenannten Pennsylvaniadeutsch gesprochen, die Sitten und Gebräuche beiläufig den Massen nahegebracht - hier sei exemplarisch die schlichte Kleidung, in der sogar Knöpfe verpönt sind, sowie die strikte Ablehnung aller Gewalt erwähnt - und die Nachnamen der Hauptfiguren, Stolzfus und Lapp, gehören zu den größten Sippen innerhalb der Gemeinschaft. Durch die Augen des "Englishman" (alle Menschen außer den Amish) John Book sehend - mit tatkräftiger Unterstützung der unglaublichen Bilder von Kameramann John Seale -, erliegt auch der Zuschauer bald der Faszination des einfachen, glaubensstarken Lebens der Amish. Die Darsteller sind allesamt typgerecht besetzt, wobei Harrison Ford hier seine bislang einzige Oscarnominierung bekam und Kelly McGillis im gleichen Jahr mit TOP GUN Weltruhm erlang. Hervorzuheben ist allerdings vor allem der damals 11jährige Lukas Haas, der mit neugierigen Blicken die ihm fremde Welt erforscht und eine beeindruckende Leistung abliefert, sowie Jan Rubes als Sippenoberhaupt Eli Lapp. Alles in allem ein sehenswerter Film, bei dem die Thrillerelemente einzig das Handlungsgerüst darstellen.
Dies sollte aber den deutschen Verleiher nicht davon abhalten, für die deutsche Videoauswertung einige Schnitte vorzunehmen, damit eine FSK 12 gewährleistet wurde. Im Jahr 2000 kam dann die erste DVD-Veröffentlichung auf den Markt, die mit der gleichen Freigabe dann völlig unzensiert erschien. Im Vergleich lagen vor die gekürzte VHS (CIC, FSK 12) sowie die ungeschnittene DVD (Paramount, FSK 12), die folgende Unterschiede aufwiesen.
13:10 Min. Es fehlt eine kurze Nahaufnahme des Kehlenschnittes.
( 21 EB )
82:41 Min. Book mischt die jugendlichen Rowdys auf. Es fehlt eine nähere Einstellung von einem Kerl, der ein blutiges Gesicht hat und von seinen Freunden behandelt wird sowie ein Gegenschnitt auf Book.
( 8,5 Sek. )
97:54 Min. Der sterbende McFee rutscht in einer weiteren Einstellung die Wand hinab, hinterläßt einen Blutfleck und drückt noch einmal ab. Außerdem ein Gegenschnitt auf Book.
( 7 Sek. )
98:07 Min. Die Einstellung, in der Schaeffer Rachel mit der Waffe an der Schläfe durch den Gang schiebt, läuft im Original wesentlich länger.
( 4,5 Sek. )
98:23 Min. Und noch einmal drei zusätzliche Einstellungen, in denen Schaeffer hysterisch verlangt, dass Book die Waffe wegwirft und dieser ihn beschwichtigt ("Sie ist doch schon längst weg, siehst du das nicht?")
( 9,5 Sek. )
Cover der deutschen VHS:
Cover der deutschen DVD:
Der folgende Schnittbericht wurde ausschließlich für die Präsentation auf www.schnittberichte.com hergestellt.
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Copyright 2011, Matthias Mathiak
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Gerade die Szene auf der toilete ist schon echt derbe. Saß da evtl ein aimisch mit im Gremium? Irgendwie kann ich mich des Gefühls nicht erwähren, daß sobald der film religiöse Themen aufgreift milder abgehandelt wird. Königreich der Himmel ist auch so ein Kandidat.
Der Film ist auf jeden Fall einer der Filme die man gesehen haben muss als Fan. Sehr, sehr gute Schauspilerische Leistung von allen Beteidigten. Dazu ist die Handlung echt interessant verpackt. Ein Klassiker
16.10.2011 - 10:00 Uhr schrieb Frank666
Schöner SB... was man in den guten, alten VHS-Tagen doch alles so "verpaßt" hat... tss...
Ja da hast du Recht aber ist das heute anders? Bei DVD und BR verpasst man leider immer noch sehr sehr viel (Es sei denn man Importiert und hat nichts gegen O-Ton-Only aber das war damals ja auch schon so).