Bei dem französischen Spielfilm Ich, Caesar. 10 1/2 Jahre alt, 1,39 Meter groß aus dem Jahr 2003 handelt es sich um eine stellenweise recht groteske Mischung aus Familienkomödie und Coming of age-Drama. Der Film ergründet dabei recht einfühlsam das Gefühlsleben des kleinen Ceasar, der während des Films immer wieder als Ich-Erzähler auftritt.
Inhalt
Ceasar und Morgan sind beste Freunde und eigentlich total unterschiedlich. Ceasar ist für sein Alter recht klein, schüchtern und etwas Übergewicht. In der Schule wird er oft nicht ernst genommen. Morgan hingegen ist groß, mutig und ein guter Sportler. Beide sind jedoch in Sarah verknallt, dass nach ihrer Meinung hübscheste Mädchen der Schule. Sarah merkt das und nutzt die Zuneigung zunächst etwas aus, wobei sie Morgan bevorzugt. Als die Polizei Ceasars Eltern wegen der Geschäfte des verstorbenen Partners von Ceasars Vater befragt und der Vater wenige Tage später gemeinsam mit einem anderen, sehr schweigsamen Mann verreist, bildet sich Ceasar ein, dass sein Vater ins Gefängnis muss. Morgan erzählt die Geschichte versehentlich in der Schule und alle Mitschüler halten Ceasar plötzlich für "cool". Eines Tages taucht der Vater wieder auf und die Geschichte stellt sich als falsch heraus, worauf hin seine Mitschüler Ceasar noch mehr meiden als zuvor. Da Morgan leider seinen Vater nicht kennt und nur weiß, dass dieser in London leben soll, beschließen die drei Freunde eines Tages, nach einem Streit mit den Eltern von zu Hause abzuhauen, nach London zu fahren und Morgans Vater zu suchen. Neben den finanziellen Problemen erweist sich auch die Sprachbarriere als äußerst hinderlich bei der Suchaktion. Schließlich jedoch hilft den dreien die schräge, aus Frankreich stammende Restaurantbesitzerin Gloria und so können sie es tatsächlich schaffen, an einem einzigen Wochenende den Vater Morgans zu finden. Bei diesem Abenteuer kann Ceasar auch beweisen, dass er mutig sein kann und so verliebt sich Sarah schließlich in ihn.
Die Zensur
Auf seiner Internetseite fasst der Bayrische Rundfunk in einer Kurzkritik den Film folgendermaßen zusammen:
"Ich, Caesar 10 ½ Jahre, 1,39 Meter groß" ist eine phantasievolle, schräge und durch und durch französische Komödie für die ganze Familie.
Vielleicht hätten sie hier noch das Adjektiv zensiert hinzufügen sollen. Der Film lief vereinzelt im Kino und zwar in der Regel als OmU-Version und dürfte hier noch ungekürzt gewesen sein. Ob es auch Kinovorstellungen in synchronisierter Fassung gab und ob diese ebefalls ungekürzt waren, konnte ich nicht in Erfahrung bringen. Im deutschen Fernsehen lief der Film schon einige Male, aber jedes mal in einer zensierten Fassung. Wer diese Kürzungen vorgenommen hat, ist ebenfalls unbekannt. Es ist jedoch gut möglich, dass die Szenen bereits vor der Synchronisation entfernt wurden und es somit keinen deutschen Ton für die Kürzungen gibt. Herausgenommen wurde zwei Szenen, die für Kinder nicht unbedingt geeignet erscheinen. Näheres dazu im Schnittbericht. Wird im Film englisch gesprochen, dann wird dies in der Regel durch Untertitel übersetzt. Auffällig ist jedoch, dass die deutschen Untertitel gerade an den Stellen fehlen, an denen Kraftausdrücke benutzt werden. So wurden kurze und lange Passagen nicht übersetzt, in denen Worte wie Son of a bitch, Motherfucker oder Dickhead benutzt werden. Zugegeben, eine passende Freigabe für diesen Film zu finden, ist nicht leicht und nur eine einzige Internetseite gibt eine FSK 6 als Freigabe an (wobei jedoch nicht klar ist, ob diese für die gekürzte oder ungekürzte Fassung gilt). Für sechsjährige ist er noch nicht geeignet und eine FSK 12 ist etwas zu hoch gegriffen. Als Altersempfehlung findet man auf manchen Internetseiten die Angabe 10-12, was man auch so stehen lassen kann.
Dieser Vergleich
Für diesen Vergleich wurde die gekürzte deutsche Version (vermutlich FSK 6) des BR vom 13.04.2009 um 10:30 Uhr und die ungekürzte Originalversion, hier vertreten durch eine TV-Aufzeichnung aus dem polnischen Free-TV, verwendet. Leider ist der Film in Deutschland nicht auf DVD erschienen und die französische DVD hat natürlich nur den Originalton an Bord. Bei 2 Schnitten wurden knapp 2:31 Minuten gekürzt (Logos zu Beginn nicht mit gerechnet). Die Laufzeitangaben stammen aus der ungekürzten Fassung.
Bildvergleich
Leider zeigte der polnische Sender den Film nicht im Breitbild-Format 1,78:1, sondern zoomte ihn auf Vollbild. So fallen links und rechts große Teile des Bildes weg und auch die Bildqualität leidet etwas, wie der folgende Bildvergleich zeigt:
Ein besonderer Dank geht an sat-freak, der die Schnitte entdeckt und mir das Vergleichsmaterial zur Verfügung gestellt hat. Außerdem hat er die Dialoge aus dem Polnischen übersetzt.
0:00 Vor Beginn des Films gibt es im polnischen TV noch zwei (animierte) Logos zu sehen.
31 Sek.
1:09 Der Titel und sämtliche Credits sind im polnischen TV natürlich in der Originalsprache zu sehen. Für die deutsche Fassung wurden sie - wenig professionell - eingedeutscht.
kein Zeitunterschied
20:30 Ceasar hat einen abgefahrenen Traum. Darin versuchen er und seine Freunde Morgan und Sarah seinen Vater aus dem Gefängnis zu befreien. Das ganze ist in der Optik eines Videospiels aufgemacht und außerdem ist die ganze Szene eine Anspielung auf den Film Pulp Fiction, von dem vorher schon zwei kurze Ausschnitte zu sehen waren. So ist Ceasar als Vincent und Sarah als Mia zu sehen; zudem ist die Szene mit der Titelmusik aus Pulp Fiction unterlegt. Die drei ballern sich munter, wenn auch blutleer, durch die Knastanlage, wobei einige Vollzugsbeamte ihr Leben lassen und man immer wieder Klickgeräusche wie bei einem Punktezähler hört. Die Kinder öffnen mehrere Türen, hinter denen sich jedoch die falschen Personen befinden. Schließlich finden sie die richtige Tür, hinter der Ceasars Vater sitzt. Als die Kamera heranzoomt, verschwindet dieser jedoch, während Ceasar verzweifelt "Papa" ruft. Nach einer Weißblende setzt nun auch die deutsche Fassung wieder ein.
46 Sek.
36:47 Hier wurden zwei aufeinander folgende Szenen geschnitten.
Anmerkung: Da die Dialoge von einer polnischen Voice-over Tonspur übersetzt wurden, die wiederum eine Übersetzung des französischen O-Tons war, ist es möglich, dass der Wortlaut nicht ganz korrekt ist.
1:46 Min. Während des Unterrichts erklärt Morgan seinem Freund Ceasar die weibliche Anatomie im Genitalbereich. Als Hilfsmittel hat er dazu eine entsprechende Skizze angefertigt. Es entspinnt sich der folgende (geflüsterte) Dialog:
Morgan: "Du kannst da rein, da rein oder hier rein".
Ceasar (verwundert): "Es gibt drei Löcher?" Morgan: "Vier. Den Mund mit gerechnet".
Ceasar: "Mit dem Mund küsst man".
Morgan: "Nicht nur!" Ceasar: "Ekelhaft!" (dabei verzieht er das Gesicht)
Morgan (auf die Zeichnung deutend): "Das nennt man Flöte".
Ceasar: "Warum?" Morgan: "Weil das so ist, als wenn du eine Flöte spielst. Mit einem Loch macht man Pipi, aber ich weiß nicht, mit welchem".
Ceasar: "Das ist bestimmt die Klitoris".
Morgan: "Nein, Klitoris ist der Pimmel bei den Mädchen".
Ceasar: "Mädchen haben keinen Pimmel!" Morgan: "Doch. Nur ist der so klein, dass man ihn nicht sieht".
Ceasar: "Welches Loch ist das beste?" Morgan: "Kommt drauf an. Das größte Loch ist das mittlere. Da sind wir raus gekommen".
Ceasar: "Das muss riesig sein".
Morgan: "Gar nicht. Es kann sich öffnen und schließen".
Nun kommt der Lehrer vorbei, der sich für die Zeichnung der beiden interessiert. Er nimmt den Block vom Tisch und betrachtet das Bild.
Lehrer: "Jungs was zeichnet ihr da? Sieht aus wie 'ne kleine Maus".
Die beiden nicken und lächeln tapfer.
Morgan: "Das ist eine Maus".
Lehrer: "Eine Maus, die eine Flöte spielt".
Der Lehrer entfernt sich wieder und Morgan flüstert seinem Freund noch etwas ins Ohr:
Morgan: "Heut Abend zeig ich dir was".
Szenenwechsel. Ceasar und Morgan sind vor dem Fernseher eingeschlafen. Während die Kamera über den noch laufenden Fernseher hinweg auf die beiden zoomt, hört man noch kurz eine Frau stöhnen. Es ist offensichtlich, dass sich die Jungs einen Pornofilm oder zumindest einen Erotikfilm angesehen haben. Langsam erwachen sie und strecken sich. Morgan drückt auf die Fernbedienung und schaltet den Fernseher aus.
Morgan: "Hat's dir gefallen?" Ceasar: "Ja. Schreien Mädchen mit Absicht so?" Morgan: "Ja, das bedeutet, dass sie zufrieden sind".
Ceasar: "Es sieht aus, als würde es ihnen wehtun. Ich würde wollen, dass sie bei mir nicht schreien".
Morgan: "Wenn sie nicht schreien, ist es ein Flop! Hast du nie deine Mutter schreien gehört?" Ceasar: "Bei uns schreit immer Papa!"
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Ich frag mich warum derleih unnötige Dialoge immer als Stilmittel, Pseudotiefsinnigkeit oder irgendeine Symbolik in Filme gepackt werden.
Wenn in ner deutschen Komödie sowas fällt wie: "Alta das is die Fotze do, da steckste allet rein wat geht und so." beschweren sich alle.
Wenn in nem französischen Film praktisch so n Dialog kommt aber weniger asozial ausgedrückt mit netten kleinen Kindern die uns erklären was wir eh schon wissen, schreit Arte: "GEIL! TIEFSINNIG! FILMPREIS!"
Glaub kaum das sich da ein 8jähriger Pimpf beschwert weil irgendein derber Dialog oder ne Szene fehlt
Die Kinder sind eben noch zu unbedarft , und das ist auch gut so ^^
Das bei FSK 6 einiges raus musste ist klar, wobei der Film eher was für 12jährige ist
"Bei uns schreit immer Papa." XDD
Ich hab mich so weggeschmissen. Wenn die Dialoge im ganzen Film so urkomisch sind, muss ich mir den wirklich mal ansehen.
Wirklich ein sehr starker Film, der jedem zu empfehlen ist der nicht nur auf Splatter aus ist! Die Kiddies verstehen den Humor des Films eh nicht, daher sollten sie schon mindestens 12 sein um dem Film was abgewinnen zu können. Hab leider auch nur die TV-Version gesehen, wird Zeit dass der mal auf DVD/BD erscheint.