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Eden und danach

zur OFDb   OT: L'Éden et après

Herstellungsland:Frankreich, Tschechoslowakei, Tunesien (1970)
Genre:Horror, Drama, Erotik/Sex, Mystery
Bewertung unserer Besucher:
Note: 9,50 (2 Stimmen) Details
30.10.2015
brainbug1602
Level 21
XP 9.505
Vergleichsfassungen
Kinofassung ofdb
Label donau film / AL!VE, DVD
Land Deutschland
Freigabe FSK keine Jugendfreigabe
Laufzeit 94:05 Min. (94:05 Min.) PAL
TV-Fassung ofdb
Label donau film / AL!VE, DVD
Land Deutschland
Freigabe FSK keine Jugendfreigabe
Laufzeit 75:39 Min. (75:39 Min.) PAL
Verglichen wurde "L'Éden et après" (Kinofassung) mit der "N. a pris les dés..." (TV-Fassung). Beide Fassungen wurden von Donau Film in einem zweier DVD Set als #1 der Alain Robbe-Grillet Collection veröffentlicht.

In " L'Éden et après" (dt. Titel: "Eden und danach") erzählt Alain Robbe-Grillet die Geschichte von einer Gruppe Studenten, die aus der Langeweile in dem Cafe Eden der Realität durch Rollenspiele entfliehen. Eines Tages taucht ein mysteriöser Fremder mit einem magischen Pulver auf und sorgt dafür, dass sich die Gruppe in einer ganz anderen Welt wiederfindet. Der Film ist sehr surreal und stellenweise kryptisch, überzeugt aber vor allem durch eine traumhafte Atmosphäre, ungewöhnlichem Schnitt und mitunter recht schockierenden Bildern.

Ein Jahr später erstellte Robbe-Grillet für das französische Fernsehen eine alternative Schnittfassung mit dem Titel "N. a pris les dés..." (Übersetzt: N. nahm den Würfel). Diese Fassung wurde komplett neu geschnitten und bietet sehr viele neue Szenen und auch Alternativmaterial, so dass die Szenen aus "Eden und danach" nur noch einen Bruchteil ausmachen. Die Geschichte wurde abgewandelt und so gut wie alle Szenen in einen neuen Kontext gestellt, so dass der Film mit seiner Originalfassung nur noch sehr wenig zu tun hat. Das große Glanzstück ist allerdings, dass Robbe-Grillet mit dieser neuen Schnittfassung eine Art Neuinterpretation geschaffen hat, die dank Schnitttechnik und Neusynchronisation zu einem Wiederentdecken einlädt. Das gelingt nicht immer ganz perfekt, wenn z.B. Dialoge zu hören sind wenn sich die Personen gerade nicht im Bild befinden oder eine Szene aufgrund der Synchronisation emotional geladen erscheint, die Darsteller aber völlig ruhig agieren. Dennoch ist es interessant zu sehen wie aus dem gleichen Grundmaterial etwas völlig neues entstehen kann.

Es sei auch empfohlen sich zuerst "L'Éden et après" und danach "N. a pris les dés..." anzuschauen. So fällt es zum einen deutlich leichter manche Szenen zu verstehen, die unter Umständen erst später oder gar nicht entschlüsselt werden und zum anderen ist es recht spannend zu sehen wie durch die Kunst der Schnitttechnik ein völlig neuer Film entstehen kann.

Da die Filme grundsätzlich sehr unterschiedlich sind, macht ein Schnittbericht, der die Fassungen direkt gegenüberstellt, hier keinen Sinn. Vielmehr werden zuerst inhaltlich die beiden Schnittfassungen vorgestellt und danach die wichtigsten Unterschiede aufgezeigt.

Laufzeiten:
L'Éden et après: 94:05 Min. (PAL)
N. a pris les dés...: 75:39 Min. (PAL)

Beide Fassungen haben keinen Abspann.

Die DVD wurde freundlicherweise von Donau Film zur Verfügung gestellt! Danke Leute!
L'Éden et après

Eine Gruppe gelangweilter Studenten trifft sich regelmäßig im Eden, einem Café direkt gegenüber der Universität, um dort dem tristen Alltag zu entfliehen. Die Gruppe denkt sich unter dem Einfluss von bewusstseinserweiternden Drogen Spiele und Theaterstücke aus. So wird die Wahrscheinlichkeitstheorie in einem Spiel von russisch Roulette veranschaulicht, aber auch eine Vergewaltigung oder Giftmord als Theaterstück inszeniert. Eines Tages taucht ein mysteriöser Fremder namens Duchemin in dem Café auf. Er begeistert die Gruppe mit Zaubertricks und hat ein angst einflößendes Pulver mit dabei, das die Hauptprotagonistin Violette bedingungslos konsumiert. Sie beginnt zu halluzinieren doch von Duchemin wieder zurück ins Café geholt. Die beiden verabreden sich für den Abend an einer alten Fabrik, doch Violette findet dort zum einen die Studenten, die vermeintlich wieder ein Spielchen treiben und zum anderen den toten Duchemin im Wasser treiben. Als die Gruppe einen Kinofilm über Tunesien sehen, befindet sich Violette mit der Gruppe selbst in diesem Land. Duchemin ist dort ein Künstler, der Aktmodelle porträtiert und Violette in seinen Bann zieht. Die Studentengruppe scheint hinter einem Gemälde her zu sein, das ursprünglich in Violettes Wohnung zu finden war und schrecken vor gegenseitigen Intrigen und Mord nicht zurück.

N. a pris les dés...

Ein Student, der sich als N.K. vorstellt, ist beim Würfelspiel zu sehen und fungiert als Erzähler. In Tunesien entwickelt sich ein bizarres Geflecht in dessen Mittelpunkt die schöne Eve steht. Sie ist mit einem der Cortez Brüder verlobt, doch ein mysteriöser Fremder plant sie zu entführen. Handlungswechsel: In einem Studentencafé taucht der Fremde plötzlich auf und zeigt einer Gruppe von Studenten ein Erlösungsspiel durch das Eve völlig abdreht und in die Parallelwelt in Tunesien versetzt wird. Von dort versucht sie wieder zu entfliehen.

Die wichtigsten Unterschiede

- In "N. a pris les dés..." wird die Geschichte aus der Perspektive von N.K. erzählt. Die Rolle der Violette, die hier als Eve bezeichnet wird, ist so nicht weiter das Zentrum der Handlung.



- Charaktere wurden verändert. So tauchen in der "N. a pris les dés..." die Cortez Brüder (einer mit, der andere ohne Bart) auf. Mit einem von ihnen ist Eve sogar verlobt.



- Die neue Fassung beginnt mit den Tunesien-Szenen und zeigt erst später das Studentencafé, das auch nicht länger als Eden bezeichnet wird. Der mysteriöse Kellner ist zwar zu sehen, hat aber keine Bedeutung mehr.



- In den Tunesien-Szenen von L'Éden et après ist Violette auf der Suche nach dem Haus, das sie von dem Bild her kennt und in einer Postkarte wiederfindet. Dies ist quasi der Einstieg. In "N. a pris les dés..." kommt die Szene mit der Postkarte ziemlich am Schluss und durch sie versucht Eve aus ihrer Traumwelt zu entkommen. Diese Szenen wurden also in einen komplett gegensätzlichen Kontext gestellt.



- Der Fremde (Duchemin) plant Eve zu entführen. Eve ist hier ein Entführungsopfer anstelle der Liebhaberin von Duchemin. N.K. heftet sich an die Fersen von dem Fremden.



- Die Modelle im Käfig werden als Entführungsopfer von Piraten vorgestellt.



- In der Originalfassung intrigieren die Studenten um an das Bild zu bekommen, in der neuen Schnittfassung sind sie aber daran interessierte Eve, nachdem sie entführt wurde, zu befreien. Das Bild hat hier keine große Bedeutung mehr.



- In ihrer Zelle bekommt Eve ein magisches Pulver, das ihr übermenschliche Kräfte verleihen soll. Als einer der Studenten das Pulver trinkt wird er dadurch zurück in die Realität (Studentencafé) geholt.



- Der Laster tötet den Fremden in der "N. a pris les dés..." Fassung nicht, sondern er verschwindet im Meer. Eve findet ihn erst gegen Ende des Films tot im Fluss wieder.



- Duchmin hat in der neuen Fassung kein Pulver dabei was für die Halluzinationen sorgt, sondern zeigt der Gruppe ein Erlösungsspiel. Dafür wurde ein Teil der russisch Roulette Szenen verwendet.



- Durch die Handlungsänderungen fehlen einige etwas brutale Einstellungen in der "N. a pris les dés..." Fassung.


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