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Terror in der Oper
OT: Opera
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Note: 8,54 (21 Stimmen) Details
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Inhalt:
Nachdem eine Operndiva bei einem Autounfall schwer verletzt wird und das Krankenbett hüten muss schlägt plötzlich für die junge Sopranistin Betty die Stunde: der junge Regisseur Marco gibt ihr die weibliche Hauptrolle ... [mehr]
Inhalt:
Nachdem eine Operndiva bei einem Autounfall schwer verletzt wird und das Krankenbett hüten muss schlägt plötzlich für die junge Sopranistin Betty die Stunde: der junge Regisseur Marco gibt ihr die weibliche Hauptrolle in seiner Neuinszenierung von "MacBeth". Nach dem gefeierten Einstand geschehen aber plötzliche unerklärliche Dinge. Scheinwerfer zerbersten auf der Bühne-ein Mord ist geschehen! Hat der Killer ein grausiges Auge auf die schöne neue Operndiva geworfen oder steckt etwas anderes hinter seinen Morden? (17.10.2011, Block) [einklappen]
Reviews
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1.
10.06.2012 21:46 Uhr -
cecil b
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Mitarbeiter
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ES IST SCHWER ARGENTO ZU KRITISIEREN !
Seine Filme gehören zusammen mit David Lynchs Machwerken wohl zu den ungewöhnlichsten Streifen der bekannteren Filmwelt. Auch bei OPERA scheiden sich die Geister ! Hier meine Kritik :
Eine junge Frau soll die Hauptrolle in der Opernaufführung von MacBeth spielen. Wie man weiß, ist dieses Stück ja nun immer verflucht. So wird die Oper zu einem gefährlichem Ort an dem bestialische Morde geschehen. Die junge Sängerin wird vom Mörder dazu gezwungen, sich dieses Grauen meist anzusehen.
Argento baut hier eine GIALLOTYPISCHE Psychologie ein. Der Mörder tötet also wegen eines Traumas, das er nicht verarbeitet hat. Dies ist allerdings nicht das eigentliche Thema. Die Persönlichkeit der Sängerin, aber auch die des Opernregisseurs wird auf deren Kunst reduziert. Die junge Sängerin kann ihr Leben nur noch durch die Kunst wahrnehmen. Ihre Rolle als Sängerin wird zwar zu ihrem Leiden, aber ihre Eigenart ihr Leben nur über Kunst wahrzunehmen ist dann auch ihr Schutz. Argento lässt die Protagonistin immer überzogen und unrealistisch agieren. Dadurch wird klar dass sie aus ihren Leben ein Theater macht, da sie es in der Realität nicht begreifen kann. Dass ist für den Zuschauer natürlich nur schwer zugänglich. So gibt es kaum eine Szene die nicht eher ins Theater gehören würde, als in einen Film. Schwere Kost also. Aber Argento nutzt seinen genialen Stil um den Film bekömmlich zu machen. Die Kamera gibt uns das Gefühl durch die Augen des Mörders zu sehen. Mehr noch, wir verschmelzen geradezu mit der Oper.
Kunstinteressierte werden zumindest den ungwöhnlichen Stil Dario Argentos genießen. Auch wenn Horrorfans recht heftiger Gore geboten wird, können die Freunde des Splatters durch die seltsame Dramaturgie des Films irritiert werden. Wie bei jedem Argento, muss man sich auf den Film einlassen. Mutig, kunstvoll und oft unterschätzt. Der ungewöhnliche Stil OPERAS, führt allerdings dazu dass der Film zu wenig greifbare Charakteren zur Identifikation hat. Somit kann er einen niemals so packen ,wie ein Film, der eine gewohnte Dramaturgie hat.
Trotzdem :Ein toller Film. Einfach anders. Ein muss für ArgentoFans !
Demented Foreeeeever ! 8 von 10 Punkten !
Bewertung: 8/10
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2.
14.04.2013 01:38 Uhr -
Dissection78
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Als eine Opernsängerin von einem Auto angefahren wird, übernimmt die junge Betty für sie die Hauptrolle in einer "Macbeth"-Inszenierung. Doch fortan wird sie von einem grausamen Psychopathen verfolgt, der mehrere ihrer Bekannten auf brutalste Weise umbringt. Bei jedem Mord zwingt er die gefesselte Betty zum Zusehen... (Quelle: Dennis O.)
Wie formulierte Christian Keßler mal so schön: "Wahnsinnige Mörder mit einem schweren sexuellen Knacks wühlen sich mit phallischen Mordwerkzeugen quer durch die weibliche Bevölkerung von Roma, Milano, Genova, oder wo auch immer der Blitz gerade einschlägt". Im Vordergrund steht dabei - im Gegensatz zu den eher auf Logik beruhenden Mordgeschichten angelsächsischer Prägung - nicht die Handlung, sondern die visuell mehr oder weniger beeindruckende Gestaltung der Spannungsequenzen.
Also - und das entspricht tatsächlich meiner Einstellung: Richtige Gialli DÜRFEN gar nicht richtig logisch sein, sonst geht ja die (alp)traumhafte, obskur-bizarre Stimmung flöten... und ich dürfte mir nur noch Dokus anschauen!
Man kann auch sagen: Der Unterschied zwischen Wirklichkeit und Fiktion ist, Fiktion muss für einige Zuschauer einen Sinn ergeben, während Wirklichkeit einfach nur Wirklichkeit ist, die tatsächlich keinen Sinn ergeben muss :)
Nach seinem Ausflug mit "Phenomena" in wieder etwas fantastischere Gefilde, kehrt Dario Argento, wie zuvor mit "Tenebrae" schon einmal, zu traditionelleren Giallokoventionen zurück. Und trotz der banalen Story ist das Endergebnis wieder klasse. Die Kunst liegt ja nicht darin, WAS hier erzählt wird, sondern WIE es getan wird, denn, wie gesagt, die Geschichte ist nicht sonderlich originell. Sie läuft nach einem schon oft aufgegriffenen Schema ab.
"Opera" ist eine Vision psychosexuell motivierter Gewalt und in meinen Augen sogar (knapp vor "Tenebrae") das härteste Werk Argentos vor 1990.
"Opera" thematisiert den privaten Horror, der in eine Betriebsatmosphäre von Eitel- und Gehässigkeiten unter einem Team hereinbricht, dass an einer Operninszenierung arbeitet. Doch die an sich banale Geschichte um einen blutrünstigen Psychopathen wurde unter der Regie von Dario Argento zu einem handwerklich grandios inszenierten Film. Konsequent mit seinen filmischen Mitteln erzählt Argento eine Story, deren Vordergründigkeit durch den unkonventionellen Schluss beinahe ad absurdum geführt wird. Dieses Ende wurde sehr oft kritisiert, ich persönlich finde es absolut in Ordnung. Argento bietet den gesamten Katalog an üblichen Motiven, Elementen und ästhetischen Strategien, lässt den Zuschauer jedoch auf seine eigene subtile Art und Weise im Unklaren.
Wie Argentos andere Werke ist auch "Opera" visuell sehr reizvoll und effizient sowie spektakulär inszeniert (siehe z.B. den Rabenflug durch das Opernhaus im Finale). Die Art Direction (also Setdekoration und Ausstattung) ist formidabel. Die Fotografie von Kamera-Veteran Ronnie Taylor - immerhin seit 1943 im Geschäft, drehte er später zusammen mit Argento noch "Sleepless" - gehört zu den besten, die ich je in einem Argento-Film gesehen habe. Einigen mag sie vielleicht ZU verspielt sein, doch gerade das gehört in einen artifiziellen Film wie "Opera".
Die tolle Filmmusik stammt von Claudio Simonetti, dazu kommen noch Auszüge aus klassischen Werken von Puccini, Verdi und Bellini, Ambientsachen von Brian und Roger Eno sowie Bill Wyman und Metalstücke von "Steel Grave".
Als Darsteller zu sehen sind u.a.: die damals relativ unbekannte Spanierin Cristina Marsillach, die in eine Schauspielerfamilie hineingeboren und später Schauspiellehrerin wurde; der Shakespeare-Mime Ian Charleson ("Gandhi", "Die Stunde des Siegers", "Greystoke"); Urbano Barberini ("Demoni", "James Bond 007 - Casino Royale"); die Ex-Lebensgeährtin von Argento, Daria Nicolodi; Coralina Cataldi-Tassoni ("Demoni 2", "Evil Clutch"); William McNamara (spielte in "Copykill" den Serienkiller); und Barbara Cupisti ("Aquarius - Theater des Todes", "The Church", "Dellamorte Dellamore")...
Cristina Marsillachs Darstellung wurde desöfteren bemängelt, weil angeblich zu blass usw. Ich hingegen finde jedoch, dass die Darstellung recht gut zum Charakter der jungen Opernsängerin Betty passt, die distanziert ist, verunsichert und die nicht weiß, was vor sich geht.
Alle anderen Darsteller finde ich übrigens ebenfalls überzeugend. Aber das hängt wohl allein vom Betrachter ab.
In Deutschland ist die alte deutsche VHS-Fassung (wie immer!... gähn!!) stark gekürzt (ca. 17 Minuten), aber trotzdem indiziert. Die TV-Fassung namens "Im Zeichen des Raben" ist noch stärker geschnitten?! (Ich bin froh, dass es hier nicht so ein Fassungskuddelmuddel wie mit anderen Argento-Streifen gibt)
Alternativtitel: "Im Zeichen des Raben", "Terror at the Opera"
Artifizieller und zugleich grandioser Argento-Giallo, der oft im Schatten anderer Werke des Meisters steht. Zu Unrecht!
Bewertung: 8/10
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