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Leichen pflastern seinen Weg

(Il grande Silenzio)
Herstellungsland:Italien, Frankreich (1968)
Kinostart:21.02.1969
DVD-Premiere:25.09.2001
Standard-Freigabe:FSK 18
Genre:Western
Alternativtitel:The Big Silence
Le Grand silence
The Great Silence

Bewertung unserer Besucher:
Note: 8,73 (29 Stimmen) Details
Utah 1898: In den verschneiten Bergen an der mexikanischen Grenze übt Loco (Klaus Kinski), ein kaltblütiger und gefürchteter Kopfgeldjäger, gnadenlos seine Terrorherrschaft aus. Von den Angehörigen und Freunden der hingerichteten Outlaws wird der stumme Revolverheld Silenzio (Jean-Louis Trintignant) engagiert, um Loco zu töten. Doch dieser ist zu clever und lockt seinen Gegenspieler in eine Falle, aus der er sich nicht mehr befreien kann. (Kinowelt)

Schnittbericht

Fassungen / Cover-Galerie

Deutschland
DVD: Kinowelt (Verleih/Verkauf) (FSK 18)
DVD: Studiocanal - Sergio Corbucci Western Edition (Verkauf) (FSK keine Jugendfreigabe)
Free-TV: Das Erste (22.03.2012 - 01:05 Uhr) (FSK keine Jugendfreigabe)
Pay-TV: Sky Nostalgie (01.02.2013 - 15:20 Uhr) (FSK keine Jugendfreigabe)
VHS: Taurus Video (Verkauf) (Ungeprüft)
Blu-ray: Filmjuwelen (FSK keine Jugendfreigabe)
Blu-ray + DVD: Filmjuwelen - Mediabook (FSK keine Jugendfreigabe)

News

11.03.2017
Sergio Corbuccis Italo-Western könnte bald auf Blu-ray kommen

Reviews

Kommentare

01.04.2015 15:50 Uhr - Q. Tarantino
User-Level von Q. Tarantino 12
Erfahrungspunkte von Q. Tarantino 2.218
SPOILER!
2 Jahre nach „Django“ drehte Sergio Corbucci dieses brillante Western-Meisterwerk, das sich trotz des Status „Kultfilm“ nicht der Bekanntheit des eingangs erwähnten Werkes erfreut (was zugegebenermaßen nicht zuletzt an Tarantinos „Django Unchained“ liegen dürfte). Eventuell liegt es aber auch an den radikalen Bruch des klassischen Westerns den Corbucci hier vornahm - worin sich „Django“ aufgrund seines Zynismus’ und der von einigen nicht zu Unrecht „endzeitlich“ genannten Kulisse aber auch nicht ungut tat – aber mit „Leichen pflastern seinen Weg“ geht Corbucci noch einen entscheidenden Schritt weiter: Statt eine einigermaßen Westernähnliche Szenerie zu verwenden lässt er diesen Film im verschneiten Winter spielen. Wahrlich ungewohnt für das ansonsten sonnig-staubige Westerngenre. Und ein gekonntes inszenatorisches, ja schon stilistisches Mittel dazu, denn damit gestaltet sich der Film schon auf der visuellen Ebene trostlos, da man sich nicht mit den edel-schwelgerischen Weitwinkelpanoramen eines Leone beglücken darf oder man sonst nichts schönes im Film zu sehen bekommt – noch nicht mal die Sonne. Das soll aber nicht bedeuten dass der Film Stilismus anbelangend vollkommen ohne Belang ist, denn die zweifelsohne erhabene Musik von – wem sonst als – Ennio Morricone intensiviert einige Szenen in ihrer Nachhaltigkeit noch besonders nicht zuletzt das Ende. Diese eindrucksvolle Schnee-Atmosphäre ist schwer zu überbieten, kaum ein zweiter Film schafft es so das Gefühl zu erzeugen wirklich im Winter zu sein (natürlich könnte ich übertreiben da ich kein Experte bin was „Winter-Filme“ angeht aber von denen – wohlgemerkt auch nicht allzu wenigen – die ich kenne würde ich diesem doch die „Ehre“ am Meisten zuteilkommen lassen), was auch zum Teil der Musik Morricones zu verdanken ist die mit den meisten Szenen perfekt harmoniert und immer die richtigen Akzente zu setzen weiß. Oberflächlich wurde also schon mal Alles richtig doch wenn man „tiefer schürft“ Alles auch?
Schaut man sich mal die Story genauer an scheint diese nicht von ausgefeilter Komplexität zu leben (von Wendungen ganz zu schweigen):
Eine Frau deren Mann vom eiskalten Kopfgeldjäger Loco der Prämie wegen erschossen wurde sinnt auf Rache und engagiert den aufgrund einer Erfahrung in seiner Kindheit stummen und ausschließlich auf – zur damaligen Zeit zumindest seinem „Beruf“ zur Gute kommender Weise nicht Mangelware darstellende - Kopfgeldjäger zielenden Auftragskiller Silenzio der sich ihrer Sache annehmen soll. Dieser zieht bekanntlich immer am schnellsten. Was er auch sollte verübt er doch alle Morde ebenso wie sein Gegenspieler Loco unter dem Deckmantel der Legalität, wobei er immer auf Notwehr plädieren darf, welche er meistens einsetzt wenn seine Opfer durch von Silenzio durch Provokation absichtlich herbeigeführter Wut ihre Pistole zücken – und zwar immer wieder zu langsam. Doch Loco, der auch nie illegal zu morden wagt (von einer Ausnahme mal abgesehen) ist sich über Silenzios Schnelligkeit und Treffsicherheit durchaus bewusst und ist so schlau ihn zu keinem Moment zu unter- und sich keinem Moment zu überschätzen, weshalb keinerlei Provokation Seitens Silenzios ihn dazu bringt seine Pistole zu zücken und er höchstens seine Fäuste sprechen lässt. Bis Loco eine endgültige Falle stellt…
Der Inhalt in dieser (hoffentlich) halbwegs akzeptabel wiedergegebenen Form klingt wie schon erwähnt nicht überaus komplex, aber ist weitaus mehr als ein bloßes und damit dürftiges Alibi für Schießereien, blutgetränktem Zynismus oder irgendwelchem Kitsch sondern als durchaus sozialkritisch anzusehen. Die Kritik bezieht sich hier vor allem (wenn nicht gar ausschließlich) auf die (im Film) damalige Gesetzeslage, welche das Töten für Kopfgeld gestattet. Die Konsequenzen einer solchen Genehmigung zum Töten werden hier in all ihrer Drastik vorgeführt, wenn zum Beispiel am Ende ein Haufen Leute über den Haufen geknallt wird und daraufhin Locos Kommentar folgt dass nichts Ungesetzliches getan wurde. Das Töten aus Notwehr wird hier auch kritisiert, allerdings ist es auch gerechtfertigt (wenn auch in böser Absicht) wenn bei Provokation sofort zur Pistole gegriffen wird (was bei Silenzio der Fall ist). Wenn Loco aus Notwehr tötet ist das denn subjektiv gesehen deutlich weniger unterstützenswert, obwohl er dies auch nicht aus niedereren Beweggründen als Silenzio vollbringt. Sind doch seine Opfer die Guten/Unschuldigen (oder sagen wir mal „am wenigsten Bösen“) die unter anderem als Drohung auf ihn feuern. Aber aus Notwehr tötet Loco eh selten.
Sozialkritik schön und gut aber hat der Film auch Spannungspotential oder sieht man sich hier mit einem reinen Sozialdrama konfrontiert? Gott sei Dank nicht (letzteres!)! Denn der Film vermag durchgängig zu fesseln, der Film der vor allem wegen seinem Ende ein Kultfilm ist wäre auch ohne jenes ein erstklassiger Western, wurde hier doch alles makellos inszeniert und in Kombination mit der Musik ist das Unterhaltung vom Feinsten.

30.07.2015 21:21 Uhr - Q. Tarantino
User-Level von Q. Tarantino 12
Erfahrungspunkte von Q. Tarantino 2.218
Kommentar, Teil 2
Gerade gegen Ende wird die Spannung noch einmal extrem hochgeschraubt. Also durchgängig mit Spannung, die sich am Ende noch mal auf gehobensten Nägelbeisser-Niveau erhebt. Aber zugegeben: Der Mittelteil ist ein klitzekleines bisschen zu zäh, aber nicht falsch verstehen, ist er trotzdem sehr gut und wohl eher deswegen leicht langatmig weil er einfach gegen den Anfang und das Ende verblasst die ja so genial sind. Das wäre auch der einzige Kritikpunkt und zudem jammern auf hohem Niveau, ein verzweifelter Versuch einen Grund zu finden an dem Werk zu meckern aber das kommt halt bei solchen tollen Filmen vor. Aber genug davon, jedenfalls besitzt der Film so einen hohen Unterhaltungswert wohl auch wegen seiner Kompromisslosigkeit und der konsequenterweise daraus resultierenden Ansammlung von Gewaltszenen, welche übrigens für das Entstehungsjahr alles andere als ohne waren weswegen die FSK 18 Freigabe durchaus gerechtfertigt ist. Kompromisslos ist der Film auch in seiner konsequenten Entwicklung der Geschehnisse was sich natürlich gegen Ende bemerkbar macht (nicht nur bemerkbar sondern regelrecht spürbar).
Konsequent und kompromisslos, also auch realistisch? Durchaus. Auch wenn der Gute ein erstklassiger Schütze ist wird er zu keinem Zeitpunkt als Überheld glorifiziert. Die Konsequenz tut ihr Übriges.
Humor ist wenig vorhanden, wenn denn nie zum Selbstzweck sondern ist in einigen zynischen Sprüchen seitens Locos wiederzufinden oder ergibt einfach aus der Situation heraus, auf jeden Fall dient er nie zur Auflockerung.
Die Figuren sind allesamt auch gut herausgearbeitet (auch wenn es sich hier natürlich auch nicht um ein Meisterstück der Charakterzeichnung handelt): Der Killer Loco, der mit seinen Opfern kurzen Prozess macht, auch wenn er ihnen Gnade verspricht wird überzeugend gespielt von Klaus Kinski der in dieser Rolle voll aufgeht. Seine Figur ist die gnadenloseste, nie werden seine Entscheidungen von Emotionen beeinflusst, weshalb er am Ende triumphiert. Er gehört zu den skrupellosesten Bösewichten der Filmgeschichte die kein unnötiges Risiko eingehen. Also ist er zwar der böseste aber dafür halt auch der schlauste und mit seiner Unkenntnis der Worte „Ehre“ oder „Fairness“ insgesamt eine angenehme Abwechslung von den ganzen anderen Filmbösewichten, die lieber labern statt zu schießen.
Die einzige Gemeinsamkeit die er mit seinem Gegenspieler Silenzio har ist dass er für Geld tötet und beim Verdienen seiner Brötchen penibel darauf achtet ja nicht das Gesetz zu brechen.
Silenzio, der wie gesagt ähnlich verfährt ist jedoch auf Kopfgeldjäger spezialisiert. Doch auch er tötet nur des Geldes wegen, auch wenn man ein traumatisches Erlebnis in seiner Kindheit verantwortlich machen könnte. Garantiert verantwortlich ist es für seine Stummheit. Ja, Jean-Louis Trintignant hat in seiner Rolle kein Wörtchen zu sagen. Das grenzt seine darstellerischen Möglichkeiten natürlich extrem ein, hier muss er mit Mimik überzeugen. Und das schafft er ohne zu übertreiben also füllt er die Rolle perfekt aus. Das er stumm ist, fällt amüsanterweise herzlich wenig ins Gewicht, sind die meisten Westernhelden ohnehin schon wortkarg. Sozusagen: Westernheld – zynische Sprüche = Silenzio. Obwohl er kein typischer Held ist da sein Handeln nicht immer von jeglichem Einwand befreit ist. Am Ende werden ihm seine Emotionen zum Verhängnis, ist sein Handeln doch emotional beeinflusst und hätte er die Fakten und die tödlichen Folgen dieses emotional beeinflussten Handelns objektiv betrachtet hätte er anders gehandelt und damit überlebt.
Insgesamt sind Emotionen in diesem Film oftmals mit tödlichen Folgen verbunden zum Beispiel: Die Kopfgeldjäger die sich von Silenzio provozieren lassen, die Rachsüchtige Ehefrau die ihren Mann und später Silenzio vergeblich retten will und natürlich Silenzio selber. All sie handeln nach Emotionen (wenn auch nicht immer von positiver Natur) und nicht nach Verstand und müssen sterben. Ein Fehler den Loco nicht begeht, weshalb er überlebt. Und das ist ein Teil der Botschaft des Films: Überleben tun in dieser Welt nur die kaltblütigen, gefühllosen. Das Böse gewinnt am Ende das schlicht ausgedrückt zum Feiern ist. Es werden keine Kompromisse eingegangen nach dem Motto „Okay, unser Held stirbt dafür schafft er es die Geiseln zu retten“ nein der „Held“ stirbt und alle anderen Guten auch Punkt. Grandios und vielleicht eines der fiesesten Enden der Filmgeschichte.
Trotz seiner konsequenten Erzählweise läuft der Film nie Gefahr vorhersehbar zu werden, vielleicht liegt es ja gerade an dieser Konsequenz, da man eine ebensolche in Anbetracht dessen was man sonst alles so an Unglaubwürdigkeit zugunsten Happy-Endings zugunsten Massenkompatibilität im Kino geboten bekommt trotz aller im Film vorangegangener Kompromisslosigkeit nicht erwartet hätte.

11.09.2015 19:05 Uhr - Q. Tarantino
1x
User-Level von Q. Tarantino 12
Erfahrungspunkte von Q. Tarantino 2.218
Kommentar, Teil 3:
Amüsant ist übrigens das wohl nicht ganz ernst gemeinte alternative Ende anzusehen, welches Corbucci auf Drängen des Produzenten gedreht haben soll.

Fazit: Konsequent, kompromisslos, meisterhaft. Eines der besten Western der Filmgeschichte. Auf jeden Fall der konsequenteste. Und genau das macht ihn so wirkungsvoll.
10/10

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