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Veröffentlicht am von Muck47

Bruce Lee: Die Todesfaust des Cheng Li - Eine Retrospektive

Neue Blu-ray aus Hongkong hat wieder nur die gängige Schnittfassung

Seit Anfang September 2016 ist in Hongkong eine Blu-ray Neuauflage von Bruce Lees Klassiker Todesfaust des Cheng Li (OT: The Big Boss) erhältlich und wegen der chaotischen Fassungs-Geschichte (siehe angehängte Retrospektive) haben wir diese genauer geprüft. Tatsächlich bietet die angeblich neu in 4K restaurierte Fassung ein paar Mini-Abweichungen im Einzelbilder-Bereich, allerdings deutlich unspektakulärer als bei alten DVDs oder VHS-Auflagen, sodass auf einen vollständigen Schnittbericht verzichtet wurde. Die Filmversion ist als das in diesem Schnittbericht als "gängige Schnittfassung" bezeichnete Master von Fortune Star einzustufen, welches auf etlichen weltweiten DVDs/BDs (auch der deutschen Blu-ray) erhältlich ist.

EINE KLEINE RETROSPEKTIVE

Von den nur gerade mal 4 Filmen, die Bruce Lee Anfang der 70er vollendete, ist seine erste Hauptrolle in Die Todesfaust des Cheng Li (OT: The Big Boss) zweifellos der fassungstechnisch interessanteste Fall. Berühmt-berüchtigt ist die "Säge-Szene": Während einer längeren Kampfszene gegen Ende greift Lee in allen bekannten Fassungen zu einer Säge am Boden und es ist offensichtlich, dass eine entsprechende Gewaltspitze kurz darauf zensiert wurde. Es gibt aber auch noch ein paar weitere Szenen wie einen Bordellbesuch von Bruce, der nie im Film zu sehen war. Davon zeugen jedenfalls bis heute nur ein paar erhalten geblieben Set-Fotos in S/W:

Während mittlerweile seit Jahren weltweit in zig Auflagen nur noch das gleiche Master von Fortune Star aufgelegt wurde, fand man kurioserweise sowohl auf einer alten US-DVD als auch auf der (zusätzlich allerdings umfangreich an Gewalt gekürzten) deutschen VHS sowie der (wiederum um Handlungsblöcke gekürzten) französischen VHS jeweils unterschiedliche kleine Erweiterungen bei verschiedenen Szenen wie dem "fabric run" oder dem Endkampf. All dies wurde umfassend im folgenden Schnittbericht zusammengefasst sowie auch weitere Deleted Scenes beschrieben und die weltweiten VÖs zugeordnet:

Nun gab es in Hongkong zuerst im August 2016 eine Blu-ray-Neuauflage von dem Nachfolger-Film Todesgrüße aus Shanghai (OT: Fist of Fury) und im September folgte Die Todesfaust des Cheng Li. Besonders daran ist, dass hier eine neue angebliche 4K-Restauration zugrunde lag (wie auch schon kurz zuvor bei dem John Woo-Klassiker City Wolf - A Better Tomorrow, der nun bei der Hongkong-Neuauflage erstmals ein brauchbares HD-Bild aufweist). Ein klein wenig Hoffnung erregte das natürlich bei dem vorliegenden Film mit seinen im Detail doch öfter mal abweichenden VÖs in den letzten Jahrzehnten: Könnte man vielleicht auf Quellmaterial gestoßen sein, welches ein paar der bekannten Zusatzstellen oder doch noch ein paar Schnipsel mehr (oder auch weniger) enthält?

Die Antwort ist nun ein klares NEIN. Sowohl der separat überprüfte Todesgrüße aus Shanghai als auch Die Todesfaust des Cheng Li sind fassungstechnisch im Grunde identisch zu den bekannten Fortune Star-Mastern von u.a. den vorigen Blu-ray-Veröffentlichungen. Die unterschiedliche Codierung in 24fps (statt 23,976fps wie die alten BDs) sorgt für einen trügerischen kleinen Laufzeitunterschied von ein paar Sekunden, der beim Bildmaterial selbst aber eben nicht vorhanden ist.

Die Todesgrüße sind sogar wirklich auf den Frame genau 1:1 identisch und hier ist zumindest eine doch erstaunlich große Qualitätssteigerung zu bemerken. Bei der Todesfaust hingegen ist die Bildqualität auf gleichem Niveau (der Gelbstich der Neuauflage mag so manchen sogar stören), aber es gibt tatsächlich zumindest ein paar kleine Abweichungen im Framebereich. So unspektakulär, dass es uns keinen vollständigen Schnittbericht wert war, aber der Vollständigkeit halber bei diesem besonderen Fall hier nochmal dokumentiert, an welchen Stellen etwas im Vergleich mit der deutschen Blu-ray abweicht:

1. Interessanterweise gibt es bei 25:28 genau beim "fabric run" 3 Einzelbilder (0,1 sec) mehr als beim alten Master. Natürlich ein Witz im Vergleich zu der auf der deutschen VHS sogar 9 Sekunden langen ganz zusätzlichen Einstellung unmittelbar vor diesem Moment. Aber schon bemerkenswert, dass so eine absolute Mini-Abweichung wieder bei einer schon früher auffälligen Stelle zu finden ist. Im Einzelbild-Vergleich erkennbar an der Position des hinten links durchs Bild fahrenden Lasters:

2. Bei 37:54 ist wiederum eine unwichtige Einstellung des leeren Zimmers sogar 5 Einzelbilder (0,2 sec) kürzer als beim vorigen Master. Das wird knapp 2 Minuten später mit einer ebenso unwichtigen Stelle aber auch wieder ausgeglichen.

3. Als bei 43:00 einer von den Jungs festgehalten wird und Schläge in den Bauch bekommt, ist die neue HK-BD 3 Einzelbilder (0,1 sec) länger. Weit entfernt davon, als Gewaltzensur eingestuft zu werden, aber wegen der markanten Stelle auch mal bebildert:

Eine abschließende Bemerkung noch: Nicht von der Erwähnung in der News oder dem nochmal absurd gesteigerten Schriftzug "4K Ultra-HD Remastered" auf der Hongkong-Blu-ray in die Irre führen lassen. Es handelt es sich hier NICHT um eine 4K-Blu-ray, sondern lediglich die Materialquelle war wohl ursprünglich angeblich mal in 4K - die VÖ selbst ist eine ganz normale Blu-ray in der niedrigeren "Standard"-Full-HD-Auflösung.

Zu guter Letzt soll natürlich nicht unerwähnt bleiben, dass es für Deutschland bislang leider noch keine Anzeichen gibt, dass Universum die Filme nochmal auf Blu-ray mit dem neueren Master auswertet. Insbesondere Todesgrüße aus Shanghai würde davon wie gesagt qualitativ profitieren. Immerhin sind die Filme in den USA bereits für Dezember 2016 mit entsprechenden Neuauflagen angekündigt. Vielleicht für so manchen Importfreund die angenehmere Alternative. Jeweils käuflich zu erwerben mit einem Klick auf die beiden Cover (und wer doch deutschen Ton braucht und auch mit der alten Auflage zufrieden ist, findet darunter noch einen Amazon.de-Link):

Inhaltsangabe / Synopsis:

Cheng (Bruce Lee) findet heraus, dass sein Boss bei dubiosen Geschäften mitmischt und nimmt den Kampf gegen die Drogenmafia auf. Cheng zieht zurück in seine Heimat, um mit seinem Cousin in einer Eisfabrik zu arbeiten. Durch einen Zufall entdecken zwei von Chengs Cousins Rauschgift auf dem Fabrikgelände und ... [mehr]

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Die Todesfaust des Cheng Li

(OT: Tang Shan Da Xiong, 1971)
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Kommentare

28.09.2016 00:14 Uhr - Jerry Dandridge
1x
Echt schade. Ich muss mir jetzt endlich mal due Blu Ray Box von Universum Film kaufen.

28.09.2016 01:15 Uhr - Hellspawn666
2x
Raymond Chow hat doch bestimmt ein ungeschnittenes Master in seinem Archiv rumliegen.. Vllt gibt's ja 2023 oder 2040 ein Release^^

Trotzdem vielen Dank für die Newsmeldung.

Die Universum Blu Box reicht mir momentan vollkommen aus.

28.09.2016 07:47 Uhr - TonyJaa
3x
SB.com-Autor
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Man dankt für diese umfangreiche Aufklärung...TOP!

28.09.2016 12:17 Uhr - Fu_Sheng2007
Leider haben einige Blu-ray's (und DVDs) keinen Originalton, sondern nur blöde neue Abmischungen mit grausamen neuen Sound-Effekten.

01.10.2016 01:29 Uhr - DrunkenMaster88
User-Level von DrunkenMaster88 1
Erfahrungspunkte von DrunkenMaster88 17
Schöne Retrospektive.
Danke für die Mühe!

Und die "Säge-Szene" ist auch wirklich legendär.

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