SCHNITTBERICHTE | # | A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z
Titel suchen:
Borderlands 3 · Eine Achterbahnfahrt voller Wahnsinn! · ab 59,99 € bei gameware Wolfenstein Youngblood · Internationale Version mit Symbolik · ab 39,99 € bei gameware
Veröffentlicht am von Mike Lowrey

Call of Duty: Modern Warfare (2019) - Fans fürchten Zensur, Studio spricht von Vision

Kontroverses Schock-Marketing oder realistische Erzählweise? Der neueste Teil der Kriegs-Shooter-Reihe im Balanceakt

2019 steht mit Call of Duty: Modern Warfare ein Soft-Reboot der Call of Duty: Modern Warfare-Reihe an. Das Franchise hatte mit seinen letzten Teilen immer mehr die Grenzen des Realismus verlassen und damit auch an Beliebtheit bei der großen Fangemeinde  verloren. Nun also wieder zurück zum dreckigen Realismus. Diesem Motto will man sich nicht nur beim Gameplay widmen, sondern auch bei der Darstellung von Gewalt und bei der Story. Man wolle erzählen, mit welchen komplexen Kriegssituationen sich der moderne Soldat heutzutage konfrontiert sieht. Dazu gehört auch, dass die Dinge, die passieren und die Dinge, die gesagt werden, nicht unbedingt dem Hollywood-Mainstream entsprechen.

Das kennt man in Teilen schon von der Game-Reihe, die schon viele harte Kerle in die Gefechte geschickt hat, die auch von dem Szenario, in das man als Spieler geworfen wird, bewusst polarisieren wollten. Wohl am berüchtigtsen ist hier die Flughafen-Mission "No Russian" aus Call of Duty: Modern Warfare 2, in der der Spieler als Teil einer amoklaufenden Soldatentruppe durch einen Airport läuft und selbst entscheiden kann / muss, ob er auch unschuldige Zivilisten tötet oder "nur" Mitläufer ist, um seine Tarnidentität nicht zu verraten. Eingreifen und den Helden spielen war hier damals nicht vorgesehen. Das löste Kontroversen aus, das Spiel war in diesem Level in Deutschland um die Möglichkeit des ungestraften Abfeuerns der Waffe zensiert (siehe Schnittbericht). Der unzensierten Variante drohte eine Zeit lang in Deutschland gar die Beschlagnahme (zu der es dann nicht kam, stattdessen die Umtragung auf Indizierungs-Liste A).

Bei der E3, einer der größten Spielemessen weltweit, wollte also auch das Team rund um Call of Duty: Modern Warfare nicht fehlen, um Presse und potentielle Käufer heiß zu machen auf ihr neuestes Produkt. Und da eignet sich auch reißerische PR ganz hervorragend, um im Gespräch zu sein und zu bleiben. Mit Gewaltdarstellung kann man mittlerweile nur noch kurzfristig schocken, bis der nächste Game-Konkurrent noch einen draufsetzt, also muss es anders gehen. Kontroverse und moralisch fragwürdige Elemente haben da eine längere Halbwertszeit. Diese bekam man bei der E3 2019 in Form eines Satzes präsentiert, den ein russischer Soldat von sich gibt. Er hat gerade ein junges Mädchen, eine arglose Zivilistin, als Geisel genommen und redet davon, sie seinem Kommandanten zu übergeben, denn "der mag die jungen Dinger". Pädophilie, Missbrauch und Kriegsverbrechen in einem Halbsatz.

Ein anderes Element rechnen die Macher dem angepeilten Realismus zu. In vielen Shootern ist das Töten von Zivilisten verpönt und wird nicht selten mit dem Abbruch der Mission bestraft. Doch was ist, wenn das im realen Kampf passiert? Sicherlich, wenn es Absicht war, hat der betreffende Soldat gute Chancen auf das Militärgericht. Aber dass die Mission endet? Eher unwahrscheinlich. In Modern Warfare wird das Spiel also auch genau hinschauen, ob man im Eifer des Gefechts einen Zivilisten tötet (und sei es ein Baby). Hat der Algorithmus das Ganze als Unfall bewertet, geht es weiter. Die Pixel-Kollegen könnten einen aber verbal tadeln, etwa mit Äußerungen wie "Dude, what did you just do? God damn it. I hope nobody hears about this."

Activision hat gegenüber Kotaku schon bekanntgegeben, dass die Referenz zu dem pädophilen Kommandanten aus dem fertigen Spiel entfernt werden würde. Manche Fans wandten sich in Sorge um ein zensiertes Spiel an Infinity Wards Story-Chef Taylor Kurosaki, der lediglich sagte, dass das Spiel wie jede andere Serie oder jeder andere Film auch eine Verfeinerung der Vision durchläuft. Wie ein Dementi klingt das nicht.

Call of Duty: Modern Warfare erscheint am 25. Oktober 2019 in Deutschland.

Shoppinglinks

Um Material und Serverkosten zu bezahlen, hilft es uns, wenn Bestellungen bei den Partner-Shops über unsere Links erfolgen.

Kaufen Sie diesen Titel bei Amazon.de:
Quelle: Kotaku Charlieintel.com
Mehr zu:

Call of Duty: Modern Warfare

(OT: Call of Duty: Modern Warfare, 2019)

Aktuelle Meldungen

The Punisher (2004) - Nach Indexstreichung im Oktober 2019 im Handel
John Wick: Kapitel 3 - FSK-Prüfung für 4K UHD / Blu-ray / DVD uncut geschafft
Scarface mit Al Pacino: Ungeschnittene 4K-Blu-ray im Oktober 2019
The Punisher (2004) - Indizierung aufgehoben
Gesetz der Rache: Unrated Director
Once Upon a Time in Hollywood wohl verlängert als Mini-Serie
Alle Neuheiten hier

Kommentare

23.06.2019 00:31 Uhr - Knochentrocken
2x
User-Level von Knochentrocken 5
Erfahrungspunkte von Knochentrocken 413
Wird nach dem ganzen Zukunfts-Schmutz mal wieder nen richtig gutes CoD.

Und (ich schreibs mal so, dass SB meinen Kommentar nicht löscht)
ich denke mal, dass man in einer Mission diesen russischen (Schweine-)Kommandanten umbringen wird, das Mädchen oder mehrere Gefangene retten muss. Das kann ich mir nur schwer so vorstellen und gehört auch zum Krieg LEIDER dazu...

Natürlich vorrausgesetzt, die Gerüchte sind wahr. Abwarten und Tee trinken.

23.06.2019 01:49 Uhr - N8tro
5x
Es ist so schade dass die Macher keine freie Hand haben wenns eben um sowas geht. Jeden Tag bekommt man was von Vergewaltigungen etc in den Nachrichten mit, es passiert also tagtäglich, und da juckt es niemanden. Aber wehe es kommt mal ein böses Videospiel um die Ecke, das die Themen aufarbeitet, dich damit konfrontiert, dann läuten bei sämtlichen Leuten die Alarmglocken. Echt traurig. Es ist immernoch ein Unterhaltungsmedium, und als jenes sollte es auch gesehen werden. Nicht mehr, nicht weniger.

23.06.2019 02:21 Uhr - RedArrow
5x
User-Level von RedArrow 2
Erfahrungspunkte von RedArrow 63
Bei allem Realismus darf nicht vergessen werden, dass man es hier "nur" mit einem Videospiel zur Unterhaltung zu tun hat und kein Spiel (und kein Film) es in puncto Grausamkeit mit der Realität aufnehmen kann.
Man wird natürlich noch abwarten müssen was schlussendlich im fertigen Produkt wie enthalten sein wird aber ich sehe eine Ähnlichkeit zum kommenden
"Dying Light 2", sprich, auch hier kann die USK ihren Positivtrend beweisen indem sie reif, überlegt und besonnen das Spiel ungekürzt für eine erwachsene Klientel freigibt.

23.06.2019 06:52 Uhr - KKinski
1x
User-Level von KKinski 1
Erfahrungspunkte von KKinski 24
Sam Füller (Regie bei u.a. The Big Red One und an der Befreiung von einem KZ beteiligt) hat Mal gesagt, man kann keinen Anti-Kriegsfilm drehen. Man müsste für eine realistische Erfahrung von der Leinwand über die Köpfe der Zuschauer schießen.

23.06.2019 08:43 Uhr - Batmobil
23.06.2019 06:52 Uhr schrieb KKinski
Sam Füller (Regie bei u.a. The Big Red One und an der Befreiung von einem KZ beteiligt) hat Mal gesagt, man kann keinen Anti-Kriegsfilm drehen. Man müsste für eine realistische Erfahrung von der Leinwand über die Köpfe der Zuschauer schießen.


Die privaten Hintergründe spielen keine Rolle.
Auch übelste faschistische Konservative waren gegen Adolf für ihr Land an der Front.
Das ist nicht gegen den Regisseur _Sam Fuller_ gemeint, aber es ist falsch, sämtliche Nicht-Adolf-Seite Leute permanent als Heilige zu bezeichnen.
Meiner Meinung nach befindet sich CoD nicht im Bereich bekannter Filme wie Big Red One, Platoon ,Full Metal Jacket.....oder Die Brücke ( Bernhard Wicki).
CoD fischt im Voyeurismus.

23.06.2019 09:28 Uhr - Fliegenklatsche
3x
Ich finde ja die extreme Soldatenverehrung in den USA und passend dazu in den CoD Spielen viel bedenklicher als irgendwelche Pädophilen- oder Zivilistenmorde.

Wenn das ganze Marketing-Bla jetzt darauf hinausläuft, dass sich das Reboot an "Spec Ops: The Line" orientiert, würde ich das ja echt begrüßen, aber bei der bisherigen Geschichte der Reihe wage ich daran zu zweifeln.

23.06.2019 10:53 Uhr - rumbalottep
1x
In was für einer Zeit leben wir eigentlich, wo Pädophilie, Kriegsverbrechen, Folter, Tod und Krieg Bestandteile eines "nur" VideoSPIELS für UNTERHALTUNGSzwecke sind?!??

Mit freundlichen Grüßen
der Spielverderber

23.06.2019 11:15 Uhr - redvega389
Pfuscher Studio Activision das die Call of Duty Games immer Roh auf den Markt wirft wo dann alleine die Patches grösser als das Haupt Game ist,all das kennt man ja von diesem Studio viel zu gut,nein danke ich habe mir einen Call of Duty Teil gekauft,auf die anderen kann ich verzichten da ihre Veröffentlichungs Politik sehr misserabel ist.

23.06.2019 11:24 Uhr - Trollhunter
DB-Helfer
User-Level von Trollhunter 5
Erfahrungspunkte von Trollhunter 434
23.06.2019 10:53 Uhr schrieb rumbalottep
In was für einer Zeit leben wir eigentlich, wo Pädophilie, Kriegsverbrechen, Folter, Tod und Krieg Bestandteile eines "nur" VideoSPIELS für UNTERHALTUNGSzwecke sind?!??

Mit freundlichen Grüßen
der Spielverderber



"und was ist mit den Kindern? Denke doch mal jemand an die Kinder!"


btT: eine bessere Werbung für eine (relativ) ausgelutschte Spielereihe mit jährlichem Neuaufguss kann sich der Publisher doch gar nicht wünschen... allerorten wird gestritten, diskutiert und der Titel ist in aller Munde... Mission accomplished, würde ich sagen.
So ein beiläufiger Kommentar in so einem Setting wäre früher eher positiv, weil realistisch, aufgefallen... ich werde einfach zu alt für diesen Sch***

23.06.2019 12:23 Uhr - Boffler
Jaja, Military Shooter eben. Das "realistische" Setting steht eben im krassen Gegensatz zum Gameplay.

23.06.2019 14:51 Uhr - Baysongor
1x
die diskussion geht doch am kern vorbei. das problem ist doch nicht dass kriegsverbrechen in videospielen thematisiert werden, was z.b. spec ops: the line schon vor jahren mit sehr drastischen bildern und handlungen getan hat. hier geht's darum, dass CoD mal wieder(!) den bösen russen den schwarzen kater in die schuhe schiebt.

anstelle sich über zensur von kunst zu echauffieren, sollte man sich lieber die frage stellen ob künstlerische freiheit auch politische propaganda abdeckt.

warum kann denn der kriegsverbrecher nicht mal in den eigenen reihen zu finden sein? bei solchen zwischensequenzen wie in der mitteilung beschrieben geht's doch am ende nur darum die reale politische meinungsbildung der jüngeren generation zu beeinflussen.

23.06.2019 18:37 Uhr - KKinski
1x
User-Level von KKinski 1
Erfahrungspunkte von KKinski 24
23.06.2019 08:43 Uhr schrieb Batmobil
23.06.2019 06:52 Uhr schrieb KKinski
Sam Füller (Regie bei u.a. The Big Red One und an der Befreiung von einem KZ beteiligt) hat Mal gesagt, man kann keinen Anti-Kriegsfilm drehen. Man müsste für eine realistische Erfahrung von der Leinwand über die Köpfe der Zuschauer schießen.


Die privaten Hintergründe spielen keine Rolle.
Auch übelste faschistische Konservative waren gegen Adolf für ihr Land an der Front.
Das ist nicht gegen den Regisseur _Sam Fuller_ gemeint, aber es ist falsch, sämtliche Nicht-Adolf-Seite Leute permanent als Heilige zu bezeichnen.
Meiner Meinung nach befindet sich CoD nicht im Bereich bekannter Filme wie Big Red One, Platoon ,Full Metal Jacket.....oder Die Brücke ( Bernhard Wicki).
CoD fischt im Voyeurismus.

Ich wollte damit sagen, dass jemand wie Fuller das vermutlich beurteilen kann. Realismus kann es nicht geben, weder als Spiel,noch als Film. Seinen Hintergrund habe ich genau deshalb aufgeführt.

24.06.2019 12:16 Uhr - Laughing Vampire
3x
DB-Helfer
User-Level von Laughing Vampire 5
Erfahrungspunkte von Laughing Vampire 339
23.06.2019 00:31 Uhr schrieb Knochentrocken
Das kann ich mir nur schwer so vorstellen und gehört auch zum Krieg LEIDER dazu...

Nur, um diese Aussage mal kurz zu kontextualisieren, ohne gleich wie ein glühender Pazifist klingen zu wollen: Zum Krieg, der per se aus Töten und Zerstören besteht, gehört LEIDER auch sexueller Mißbrauch dazu? Ehrlich, als Elternteil in einem Kriegsgebiet wäre es mir vermutlich lieber, wenn meine Tochter von einem Soldaten vergewaltigt wird und dadurch vielleicht Überlebenschancen hat, als wenn sie in einem Massaker an der gesamten Familie gleich kommentarlos abgeschlachtet wird. Ausnahmslos ALLES an Krieg ist Scheiße.

...und solange in der echten Welt immer noch Krieg betrieben wird, können die Spiele meinetwegen so realistisch werden, wie sie es wollen.

21.08.2019 21:42 Uhr - deadmen1988
Bin mal gespannt wann die usk des endlich prüft damit ich weiß wo ich vorbestellen kann falls zensiert wird

kommentar schreiben

Um Kommentare auf Schnittberichte.com veröffentlichen zu können, müssen Sie sich bei uns registrieren.

Registrieren (wenn Sie noch keinen Account hier haben)
Login (wenn Sie bereits einen Account haben)
Impressum Datenschutz Nutzungsbedingungen Team Kontakt / Werben Mithelfen
© Schnittberichte.com (2019)