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Veröffentlicht am von Kaiser Soze

Casino-App Coin Master: Indizierungsantrag von der BPjM abgelehnt

Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien sieht keine Verharmlosung von Glücksspiel

Die App Coin Master, in welcher der Spieler in über 200 Levels in Spielhallen am Einarmigen Banditen Geldmünzen (Coins) gewinnen kann, um ein virtuelles Dorf aufzubauen, steht seit längerem in der Kritik, Kinder und Jugendliche ans Glücksspiel heranzuführen. Mit über 50 Millionen Downloads ist Coin Master ein sehr verbreitetes Spiel.

Nachdem Jan Böhmermann Zuschauer dazu aufgefordert hatte, einen Indizierungsantrag bei der BPjM zu stellen, leitete diese im Oktober 2019 ein Prüfverfahren ein. Nun entschied die Bundesprüfstelle, dass bei der App aufgrund des virtuellen Designs keine Verharmlosung von Glücksspiel und Jugendgefährdung vorliegt; die Tatsache, dass man sich Gewinne nicht real auszahlen lassen kann, dürfte auch nicht unerheblich gewesen sein.

Die Apps Coin Kingdom und Coin Trip mit ähnlichem Inhalt wurde ebenfalls geprüft und als nicht jugendgefährdend eingestuft.

Quelle: Spiegel.de
Mehr zu:

Coin Master

(OT: Coin Master, 2015)

Kommentare

06.03.2020 09:11 Uhr - Kerry
4x
Auch hier sollte wohl mal wieder der Jugendschutz bzw. die BPJM mißbraucht werden, unliebsame Inhalte vom Markt zu bekommen.
Es ist ja auch einfach: wenn eine Verfolgung beispielsweise gegen Volksverhetzung oder verbotenen Glücksspiels (aus unterschiedlichen Gründen) nicht möglich ist, so kommt die BPJM als eine Art oberste Zensurbehörde ins Spiel.
Wenn der Gesetzgeber wirksam gegen solche Dinge vorgehen möchte, so soll er die entsprechenden Gesetze schaffen. In diesem Fall wäre dies beispielsweise ein schärferes Gesetz gegen Werbung für Glücksspiel. Dies wird jedoch nicht kommen, da Glücksspiele durchaus eine sprudelnden Einnahmequelle sind.

06.03.2020 11:23 Uhr - Roughale
2x
Dass da eine Aktion hintersteckt, die von Böhmermann ausging, hast du schon mitbekommen, oder? Wozu dann der wirklich unpassende Pauschalhieb gegen die BPJM? Ich tippe auf Automatismus ;-)

06.03.2020 11:27 Uhr - alex_wintermute
Unsere Kinder und Jugendlichen müssen vor diesem Teufelswerk geschützt werden.

06.03.2020 11:37 Uhr - brainbug1602
11x
SB.com-Autor
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06.03.2020 09:11 Uhr schrieb Kerry
Auch hier sollte wohl mal wieder der Jugendschutz bzw. die BPJM mißbraucht werden, unliebsame Inhalte vom Markt zu bekommen.
Es ist ja auch einfach: wenn eine Verfolgung beispielsweise gegen Volksverhetzung oder verbotenen Glücksspiels (aus unterschiedlichen Gründen) nicht möglich ist, so kommt die BPJM als eine Art oberste Zensurbehörde ins Spiel.
Wenn der Gesetzgeber wirksam gegen solche Dinge vorgehen möchte, so soll er die entsprechenden Gesetze schaffen. In diesem Fall wäre dies beispielsweise ein schärferes Gesetz gegen Werbung für Glücksspiel. Dies wird jedoch nicht kommen, da Glücksspiele durchaus eine sprudelnden Einnahmequelle sind.


Durch einen Antrag und Prüfung wird erstmal niemand missbraucht. Die Ansicht, dass die App Spieler an das Glücksspiel heranführt ist durchaus nachvollziehbar, wenn man sich einmal das zugrunde liegende Spielprinzip (Einarmiger Bandit) anschaut.

Dass hinter der App ehemalige Online-Casino Betreiber stecken und durch die Werbung mit bekannten Influencer vor allem Jugendliche angesprochen werden sollen, halte ich für bedenklich.

06.03.2020 12:14 Uhr - Eh Malla
Schade

06.03.2020 13:21 Uhr - Midnight Meat Man
2x
Die sind doch net ganz dicht......ich spiel es selber und meine Tochter auch jedoch auf meinem Handy und kann nicht einen einzigen Grund erkennen warum ein Vollpfosten wie Böhmermann so ein Schmutz von sich gibt.
Den sollte man indizieren 🤦‍♂️🤦‍♂️🤦‍♂️🤦‍♂️
Wer Geld ausgibt ist selbst schuld ....jeder is für dich selbst verantwortlich

06.03.2020 13:39 Uhr - Roderich
15x
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06.03.2020 13:21 Uhr schrieb Midnight Meat Man
Die sind doch net ganz dicht......ich spiel es selber und meine Tochter auch jedoch auf meinem Handy und kann nicht einen einzigen Grund erkennen warum ein Vollpfosten wie Böhmermann so ein Schmutz von sich gibt.
Den sollte man indizieren 🤦‍♂️🤦‍♂️🤦‍♂️🤦‍♂️
Wer Geld ausgibt ist selbst schuld ....jeder is für dich selbst verantwortlich


Solange sie nicht erwachsen ist bist Du für Deine Tochter verantwortlich, ob es dir passt oder nicht.

06.03.2020 13:39 Uhr - Anti-Pirat
3x
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Erfahrungspunkte von Anti-Pirat 79
Ich bin Kontinente davon entfernt, Böhmermann-Sympathisant zu sein, die Aktion war dennoch richtig. Die Kritik richtet sich daran, dass Kinder durch derartige Angebote an Glücksspiel gewöhnt werden und zur Geldausgabe verleitet werden. Dass ein Eingreifen der Allgemeinheit bei der Regulierung notwendig ist/sein könnte, mag zwar mit Blick auf die elterliche Verantwortung schade sein, bildet jedoch eine Reaktion auf die Realität.

Auch die Entscheidung der BPJM erscheint durchaus nachvollziehbar, zumal man zwar gegen einen Platzhirsch vorgehen würde, aber sofort zig Klone auf der Rampe stünden. Ob die Indizierung hier nicht noch fraglicher ist, als bei Inhalten gegenwärtiger Praxis, steht da genauso im Raum.

Eine Paradelösung gegen die aktuellen Problemfälle gibt es halt auch nicht. Allenfals kann man den Kalauer bringen, Google und insbesondere YouTube (Stichwort Raid!) müssen mehr in die Pflicht genommen werden. Ja, müssen Sie, aber ahlt wie.

06.03.2020 13:53 Uhr - marx1201
10x
06.03.2020 13:21 Uhr schrieb Midnight Meat Man
Die sind doch net ganz dicht......ich spiel es selber und meine Tochter auch jedoch auf meinem Handy und kann nicht einen einzigen Grund erkennen warum ein Vollpfosten wie Böhmermann so ein Schmutz von sich gibt.


Was der "Vollpfosten" Böhmermann von sich gelassen hat ist durchaus berechtigt und die App gehört nicht in Kinderhände. Man kann halt mit Plattitüden, wie Midnight Fuchsfutter Man, um sich schmeißen oder sich erstmal mit der Aussage von Ihm beschäftigen, vielleicht sieht man Dinge auch mal in einem anderen Licht. Wer also Interesse an der ganze Aktion hat, hier der Youtube Link:
https://www.youtube.com/watch?v=hTeTjx4k9jQ

06.03.2020 13:54 Uhr - Maschine des Zorns
7x
06.03.2020 13:21 Uhr schrieb Midnight Meat Man
Die sind doch net ganz dicht......ich spiel es selber und meine Tochter auch jedoch auf meinem Handy und kann nicht einen einzigen Grund erkennen warum ein Vollpfosten wie Böhmermann so ein Schmutz von sich gibt.
Den sollte man indizieren 🤦‍♂️🤦‍♂️🤦‍♂️🤦‍♂️
Wer Geld ausgibt ist selbst schuld ....jeder is für dich selbst verantwortlich


Au Backe!
Da mir zu diesem Erguss gerade nichts passendes einfällt, zitiere ich Marge Simpson:

"Homer, selbst für deine Verhältnisse ist das ein neuer Tiefpunkt."

06.03.2020 14:35 Uhr - Kaiser Soze
4x
DB-Co-Admin
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Schon sehr interessant, was solch eine Meldung (hier) für Reaktionen und Kommentare auslöst^^ jetzt packt aber bitte nicht wieder die sinnlosen Endlosdiskussionen aus, bei denen das Ende dann sonstwo liegen wird :-D

Also: Ich persönlich hatte mich gestern direkt ran gesetzt und die News geschrieben, als ich das gelesen hatte, da ich die Tatsache, dass die BPjM im Wandel der Zeit eben nicht mehr "einfach alles" indiziert, sehr schätze!

Klar, wir reden immer noch über die BPjM, die über 150 Titel indiziert hatte, die heute ab 16 Jahren freigegeben sind, die ist für viele (immer noch) ein rotes Tuch, aber es wird doch besser, immer weniger Neu-Indizierungen, kaum noch Beschlagnahmen usw. Schade natürlich, dass das überhaupt erwähnenswert ist, aber naja.

Und ich weiß nicht, ob ich das jetzt zu naiv sehe, aber Smartphones und unkontrollierter Internetzugang in Kinderhänden? Ob da ausgerechnet die Coin Master-App das schlimmste ist, das passieren kann und deshalb zu Indizierungsanträgen aufgerufen werden muss, statt zu kontrollierten Freigaben ab 18 - gibt es sowas überhaupt im App Store? - ich bin mir da nicht sicher...

06.03.2020 16:48 Uhr - FordFairlane
2x
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Was natürlich hier nicht steht, ist das viele minderjägrige Echtgeld in dieses Casino-Spiel investieren, was natürlich nicht sein darf.
Richtige Casino-Spiele in der Spielhalle sind auch erst für Erwachsene!!!
Also sollte man so etwas ebenso handhaben. Jeder der anders denkt, hat ziemliche Probleme.

Eine Indizierung ist aber schwachsinnig. Eher ein strafer Jugendschutz. Zum Beispiel ein Download erst ab 18 Jahre. Sowas sollte reichen

06.03.2020 21:52 Uhr - Darth Avasarala
06.03.2020 16:48 Uhr schrieb FordFairlane

Richtige Casino-Spiele in der Spielhalle sind auch erst für Erwachsene!!!
Also sollte man so etwas ebenso handhaben. Jeder der anders denkt, hat ziemliche Probleme.


Spiele sind mir eigentlich als reiner Filmfan wurst, aber auch hier muss ich mal ganz deutlich widersprechen! Wie so ziemlich bei allem, was mit diesem unsäglichen Jugendschutz in seiner heutigen Form und Denkweise zu tun hat, ist auch beim Thema Glücksspiel ein Totalverbot bis 18 total untauglich. Selbstverständlich muss man verhindern, dass sie Jugendliche haushoch verschulden, aber man kann den Umgang mit etwas eben nur lernen, wenn man Erfahrungen sammelt.

Deshalb fordere ich bei sämtliche Glücksspielen die Jugendkarte im Rahmen des Taschengeldparagrafen ab 14 Jahren... Egal ob Oddset, Lotto oder sowas hier... 50 Euro pro Monat maximum sollten verspielt werden dürfen.

Etwas unter 18 strikt zu verbieten und dann ab 18 völlig ohne Beschränkungen zu erlauben ist grenzdebiler Unfug und reiner Formalismus. Leider denken viel zu viele Leute in solchen sinnfreien Schablonen. Es braucht viel mehr Übergangsbereiche, klare sinnvolle Abstufungen und auch individuelle Erlaubnismöglichkeiten für die Eltern... Lottokarte eben nur mit Antrag der Eltern...

Dieses "unter 18 verboten"-Denken ist sowas von 20. Jahrhundert, dass einem schlecht wird. Sorry... aber Leute die so denken, haben die wirklichen Probleme, wenn du es schon so ausdrückst. Etwas dass so schlimm wäre, dass es erst ab 18 erlaubt ist, ist auch ab 18 bedenklich. Und nur was sozial geächtet ist, sollte auch ab 18 sein. Für Lotto oder Einarmige Banditen gilt das wohl nicht...

06.03.2020 21:56 Uhr - Darth Avasarala
2x
06.03.2020 13:39 Uhr schrieb Roderich

Solange sie nicht erwachsen ist bist Du für Deine Tochter verantwortlich, ob es dir passt oder nicht.


Genau so ist es! Und deshalb entscheidet ER und nicht DU, was SEINE Tochter darf oder nicht darf. Damit wird er seiner Verantwortung sehr wohl gerecht, auch wenn es dem Geiste des deutschen Bewahr-Prohibitionismus widersprechen mag.

07.03.2020 00:05 Uhr - Rigolax
In Bayern und Baden-Württemberg ist der Zutritt zu Spielbanken rechtlich offensichtlich sogar erst ab 21 Jahren erlaubt, übrigens. Siehe die hier verlinkten Gesetze: https://de.wikipedia.org/wiki/Spielbank#Allgemeines

07.03.2020 02:09 Uhr - Roderich
5x
User-Level von Roderich 2
Erfahrungspunkte von Roderich 42
06.03.2020 21:56 Uhr schrieb Darth Avasarala
06.03.2020 13:39 Uhr schrieb Roderich

Solange sie nicht erwachsen ist bist Du für Deine Tochter verantwortlich, ob es dir passt oder nicht.


Genau so ist es! Und deshalb entscheidet ER und nicht DU, was SEINE Tochter darf oder nicht darf. Damit wird er seiner Verantwortung sehr wohl gerecht, auch wenn es dem Geiste des deutschen Bewahr-Prohibitionismus widersprechen mag.


Keine Ahnung wo ich etwas anders gesagt haben soll, aber der Ansatz, dass es nicht nötig sei, objektiv messbare Grenzen (zB Altersgrenzen) zu ziehen, weil ja bekanntlich jeder Mensch in der Lage sei, zu wissen, was gut für seine Kinder ist, also auch der grenzdebilste Vollsäufer und nebenberufliche Kinderschänder, ist halt auch reichlich lebensfremd.

07.03.2020 10:02 Uhr - BroncoKane
1x
Hier wird ja wieder toll mit Verantwortung gespielt, die Eltern wollen die Verantwortung zum Staat schieben und der Staat zu den Eltern, leider sind beide nicht bereit sie zu tragen. Diese App als Spiel zu bezeichen finde alleine schon der Hammer. Der Spielfaktor der App ist so gering, dass er ungefähr die Komplexität von Mensch-Ärger-Dich-Nicht hat und damit wohl hauptsächlich KINDER und Jugendliche anzieht. Es ist ja nichtmal ein Glücksspiel, da die Algorithmen nicht zufällig sind, es ist reine Abzocke...Und dass das Eltern nicht erkennen und wir leider noch Gremien brauchen, die Gesetze für uns machen wird offensichtlicch deutlich.

Glücksspiel ist gefährlich, wer das nicht glaubt oder Glücksspiel ab 14 fordert, hat sich die Zahlen von bereits verschuldeten Jugendlichen der letzten Jahre wohl nicht angesehen, bzw weiß nicht wieviel Einfluss diese Apps auf Kinder haben. AUGEN AUF! Das zeigt auch nur, dass die Eltern in Deutschland nicht in der Lage sind vernünftig mit Verantwortung umzugehen.
Ich bin grundsätzlich gegen Zensur aller Art und finde man sollte einen Verantwortungsbewussten Umgang vorziehen, glaube aber nicht, dass wir dazu bereit sind und die Filmfans hier, die sich wohl überlegen, was man mit seinen Kindern schaut und die FSK belächeln sind leider nicht die Norm. Es wird sich doch Credoartig an die FSK gehalten (ich handel mit Filmen und sehe dass 99% der Eltern der FSK blind vertrauen) und die Leute sind froh drüber sich nicht noch Gedanken machen zu müssen, ob der Film/das Spiel/die Zigarette denn nun für den Sprößling geeignet ist.
Davon müssten wir erstmal weg kommen und das geht nur mit Bildung, bzw mit dem Besetzen der Prüfgremien mit kompetenten Soziologen und Pädagogen, die die nötigen Bezüge herstellen können.


07.03.2020 18:08 Uhr - Rigolax
2x
07.03.2020 10:02 Uhr schrieb BroncoKane
(...) Es wird sich doch Credoartig an die FSK gehalten (ich handel mit Filmen und sehe dass 99% der Eltern der FSK blind vertrauen) und die Leute sind froh drüber sich nicht noch Gedanken machen zu müssen, ob der Film/das Spiel/die Zigarette denn nun für den Sprößling geeignet ist.
Davon müssten wir erstmal weg kommen und das geht nur mit Bildung, bzw mit dem Besetzen der Prüfgremien mit kompetenten Soziologen und Pädagogen, die die nötigen Bezüge herstellen können.


Richtig. Das ist imho ein Riesenproblem. Das ist Jugendschutz in die komplett falsche Richtung, als Dogma verstanden.

Ich zitier mal einen Post von mir selbst aus dem Forum auf der Seite hier:

Das sind z.B. Filme, bei denen selbst die FSK-Gremien meinen dürften, dass ein durchschnittlicher 14-Jähriger sie problemlos konsumieren könnte, man aber bei 12-Jährigen Bedenken hat, weshalb quasi zwangsläufig die 16er-Kennzeichnung vergeben werden muss. Der 14-Jährige ist nun der Gelackmeierte, dürfte entsprechenden Film nicht mal mit Erlaubnis der Eltern im Kino schauen und ist später im Heimkinobereich (im aus Jugendschützersicht Idealfall) auf das Wohlwollen der Eltern angewiesen. Diese haben als Information natürlich aber per se nur das blaue Logo vor sich, ggf. die Freigabebegründung der FSK auf der Website, wenn sie Eigeninitiative zeigen. Die FSK argumentiert dort afaik aber in aller Regel nur, dass der Film Jugendliche/Kinder unter 16 "überfordern" (etc) könnte und 16-Jährige ihn vertragen könnten, was unter der allgemeinen Prämisse an sich korrekt wäre, aber jüngere Jugendliche dennoch kategorisch und unverhältnismäßig ausschließt. Man kann auch nicht von Eltern unbedingt erwarten, dass sie diesen Aspekt des übermäßig komplexen deutschen Jugendmedienschutzsystems verstehen, gerade wenn die FSK das tendenziell nicht mal zugesteht. Hinzu kommt natürlich aber noch, dass die FSK (und USK) ohnehin nie den durchschnittlichen Minderjährigen vor Augen hat, sondern den sog. Gefährdungsgeneigten, der die große Minderheit darstellt; der Aspekt wird quasi immer vergessen.

Zum (simulierten) Glücksspiel: Das ist natürlich nicht ohne und es ist aufzupassen. Wenn es mir erlaubt ist, zur Verteidung von Darth: Er meinte ja eine stark regulierte Erlaubnis von Glücksspiel für Jugendliche (ab 14). Ich finde den Gedanken nicht komplett verkehrt eigentlich, aber man muss sich das sicher überlegen. Vergleiche mit Alkohol (Bier erlaubt mit Eltern ab 14, dann ab 16, dann harter Alkohol) verbieten sich zwar an sich schon, da anderes Thema, aber ich begrüße an sich die Idee, Jugendliche da ranzuführen. Von heute auf morgen, 17 zu 18, die "Zockerlizenz" zu geben, ist halt auch recht albern eigentlich.

Zu Coin Master an sich: Dürfte niemanden überraschen hier, dass ich gegen die Indizierung war. Ich bin etwas erschrocken ohnehin, wie viele "Gamer" die begrüßt hätten, offensichtlich vor allem, weil ihnen der Inhalt selbst missfällt. Das ist vom Mindset nicht viel anders als bei den "Killerspiel"-Verbote/Verbotsforderungen damals. Nein, Indizierung ist der völlig falsche Ansatz für etwas wie CM, unverhältnismäßig und nicht zielführend. Da müssen andere regulatorische Ansätze greifen, sei es Warnhinweise, stärkere Werbeeinschränkung (Stichwort kinderaffin; vielleicht dort nur "neutrale" Werbung erlauben), Aufklärung, Selbstkontrolle etc.

07.03.2020 23:08 Uhr - Seán
„Coin Master. Das wohl schlechteste Spiel für deine Beziehung. Jetzt spielen!“ xD
Also die Werbung fand ich so bescheuert, die ist echt hängengeblieben. Selbst Dieter Bohlen konnten die für den Quatsch gewinnen.

Laut Google Play ist das Spiel von der USK ab 16 Jahren freigegeben worden. Also kann hier nicht von Kindern werden zum Glücksspiel verführt die Rede sein.
Hat Böhmermann das auch bei seiner Forderung berücksichtigt?
Ob ab 16 oder 18, das halte ich für diskutabel, aber Indizierung? Würde wahrscheinlich nur dazu führen, dass die Anwendung nicht mehr verfügbar ist, oder wie regeln Google, Apple & Co so einen Fall? Zumindest Halloween 2 soll ja angeblich in der beschlagnahmten Fassung bei iTunes verfügbar sein.

Interessant, ich wusste noch gar nicht, dass im Gegensatz zu FSK-Freigaben USK-Freigaben anscheinend nicht vor einer Indizierung schützen.

08.03.2020 00:22 Uhr - Rigolax
Als Böhmermann das Segment aufgenommen hatte, waren die Titel im Google Play Store offenbar noch "ab 0". Einen Tag nach Ausstrahlung der Sendung updatete die USK eine Meldung und wies darauf hin, dass Coin Master ab 16 ist. Ich schätze, die haben das hochgestuft: https://usk.de/simuliertes-gluecksspiel-und-jugendschutz/

USK-Freigaben schützen auch vor Indizierung, genau wie die der FSK gemäß § 18 Abs. 8 JuSchG. Im vorliegenden Fall waren das aber Kennzeichnungen mittels IARC, der international age rating association, die nicht direkt gesetzlich anerkennt sind und auch keinen Indizierungsschutz generieren. IARC-Ratings entstehen durch einen Algorithmus auf Basis von Selbstauskunft des Spielinhalts des Anbieters in an IARC-teilnehmenden Stores (wie Google Play aber nicht Apples Store, zB).

08.03.2020 00:59 Uhr - Kaiser Soze
DB-Co-Admin
User-Level von Kaiser Soze 18
Erfahrungspunkte von Kaiser Soze 6.929
Siehe dazu aich die Zusatzinfo

https://www.schnittberichte.com/svds.php?Page=Info&ID=76988

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