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Veröffentlicht am von The Undertaker

Die Rückkehr der Untoten ist vom Index

Night of the living Dead-Remake von Tom Savini rehabilitiert

Tom Savinis Die Rückkehr der Untoten (Original: Night of the Living Dead, 1990) mit Tony Todd und Patricia Tallman ist ein Remake von George A. Romeros Horrorklassiker Die Nacht der lebenden Toten (1968) und erschien in Deutschland ungekürzt auf VHS und Laser-Disc.

Nach der Indizierung 1992 erfolgte vier Jahre später die erste Beschlagnahme des Titels, von der es noch ein paar weitere gab. Auf DVD oder Blu-ray wurde der Film daher auf Deutsch bisher nicht offiziell ausgewertet. In den USA erschien im Oktober 2012 vom Label Twilight Time eine limitierte Blu-ray-Auflage, die relativ zügig vergriffen war und in der allerdings ein bläulicher Farbfilter über das Bild gelegt wurde. 2016 gab es dann eine neue HD-Version in Australien, ohne Farbfilter (wir berichteten).

Bald wird es den Horrorfilm erstmals seit vielen Jahren wieder legal in Deutschland geben. Die Beschlagnahmen vom AG Tiergarten wurden im Februar 2020 aufgehoben, da der Film nach heutigen Maßstäben keinen im Sinne von § 131 StGB gewaltverherrlichenden Inhalt hat. Nun gab die BPjM auch die Listenstreichung nach über 28 Jahren bekannt.

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Die Rückkehr der Untoten

(OT: Night of the living Dead, 1990)
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Kommentare

29.06.2020 13:37 Uhr - Cryptkeeper78
1x
Sehr schön! Dann müsste auch hoffentlich bald die 30th Anniversary vom Original vom Index fliegen.

29.06.2020 14:13 Uhr - great owl
2x
Empfinde das Remake nicht schlecht, für eine Savini Version wiederum schwach. Wer seine Special Effecte kennt weiß was ich meine. Die Workprint Bilder im Netz würden mir da niicht wiedersprechen. Schön wäre es wenn es von diesem gut gelungenen Film eine neues Mastering geben würde mit beiden Fassungen. Denn schade war es das Savini wohl wegen der Zensurgeschichte eine harmlosere Fassung seines Klassikers Veröffentlicht hat. Das müsste wieder Rückgängig gemacht werden.
An das düstere Original von 1968 kommt dieser nicht heran. Finde dass muss es nicht :)


29.06.2020 14:32 Uhr - BigPokerKing
2x
Bin auf die neue Freigabe gespannt!

29.06.2020 17:03 Uhr - Roland67
3x
Sehr schöne Nachricht, mir gefällt der echt gut, bei einer adäquaten VÖ werde ich zuschlagen; wenn der Preis passt.

29.06.2020 17:08 Uhr - Knochentrocken
2x
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Jau, na dann haut mal bitte die Unrated raus, die etwas blutiger ist.
Bisher musste man sich ja entweder mit englischsprachigen VÖ‘s oder mit dem LaserParadise Mediabook zufrieden geben... über letzteres kann man sich streiten ob es sich um ein bootleg handelt. *hust*

29.06.2020 17:22 Uhr - dicker Hund
1x
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War ja auch überfällig: Im Vergleich zu "Dawn" sieht der regelrecht blutleer aus...

29.06.2020 18:10 Uhr - Thrax
3x
29.06.2020 14:32 Uhr schrieb BigPokerKing
Bin auf die neue Freigabe gespannt!


Ich wäre über eine 16er nicht überrascht. Als ich den mal auf Netflix gesehen habe empfand ich ihn zwar als ok, aber durch die damals erzwungenen Zensuren auch recht harmlos.
Könnte man daher die Unrated wieder rekonstruieren, wäre das eine feine Sache.

29.06.2020 22:49 Uhr - Cocoloco
1x
Also eine ab 16 Freigabe müsste definitiv kein Problem sein. Passiert ja so ziemlich alles im off.
Finde den Film klasse, so sehen für mich perfekte Zombies aus. Nur das Ende im Original ist deutlich besser.

Hoffe da kommt bald eine BluRay raus...und zwar mit gutem Master. Abgesehen von der australischen Fassung haben alle HD-Versionen so einen dämlichen dunkel-blau Filter.

30.06.2020 00:28 Uhr - Oberstarzt
1x
Nur ist der Vorgänger Day of the Dead immer noch nicht rehabilitiert. Hat wohl keiner Lust, das bisschen Taschengeld dafür in die Hand zu nehmen, lohnt wohl nicht mehr.

30.06.2020 07:29 Uhr - Cryptkeeper78
2x
30.06.2020 00:28 Uhr schrieb Oberstarzt
Nur ist der Vorgänger Day of the Dead immer noch nicht rehabilitiert. Hat wohl keiner Lust, das bisschen Taschengeld dafür in die Hand zu nehmen, lohnt wohl nicht mehr.


Ich hörte von Summen bis zu 40.000 Euro für komplette Rehabilitierung. Siehe Turbine. Fraglich, ob ein Label dieses Taschengeld hat.

01.07.2020 13:42 Uhr - alex_wintermute
1x
40.000 EUR? Wo haste das denn her?

01.07.2020 14:15 Uhr - Man Behind The Sun
1x
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Guter Film, würde den aber auch nur kaufen, sofern es eine gute BD mit der Rohfassung bzw. der Unrated gibt. So ist der Film nicht unbedingt was Wert für die Sammlung, was nicht heißen soll, dass er schlecht ist. Fand ihn sehr unterhaltsam, aber dann war es doch irgendwie "nur" fast eine 1 zu 1 Umsetzung des Originals. Und der ist durch das s/w weitaus atmosphärischer.

01.07.2020 20:05 Uhr - Humanum
Sehr gut, bitte "out of blue" herausbringen!

02.07.2020 09:01 Uhr - Cryptkeeper78
2x
01.07.2020 13:42 Uhr schrieb alex_wintermute
40.000 EUR? Wo haste das denn her?


Sind Internas. Quelle darf ich nicht nennen. Allerdings solltest Du wissen, dass allein Befreiung vom Index inkl. FSK-Neuprüfung schon 4.500 E ausmacht. Turbine sagte damals, dass die Gerichtsgänge wegen TCM die Summe eines Neuwagens ausmachten. Also kannst Du es Dir auch so zusammenrechnen. Manche Filme musst Du vor verschiedenen Gerichten freisprechen lassen. Sicherlich geht es von Fall zu Fall auch billiger (z. B. Freitag der 13. Teil 3 wegen weniger Gerichtsgängen) aber das ist schon ne Hausnummer, die man stemmen können muss.

02.07.2020 09:48 Uhr - The Undertaker
1x
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Ich hatte auch einige Male was von 5-stelligen Summen gehört, aber von so hohen wie 40.000€ noch nie. Könnte ich mir bei solchen Aktionen wie von Sony bei Tanz der Teufel oder Maniac (1980) vorstellen, wo man wirklich vor 3-5 verschiedenen Gerichten geht, weil Sony "reine Akten" haben will.

Aber ausreichend ist völlig, wenn EIN Gericht sagt, dass der Film keinen Inhalt im Sinne des §131 StGB hat. Reicht der BPjM für eine Listenstreichung und späteren FSK-Prüfung, warum also vor diversen Gerichten ziehen und alles extra aufheben lassen bei solchen Kosten? Ist doch unnötig.

02.07.2020 13:58 Uhr - Cryptkeeper78
02.07.2020 09:48 Uhr schrieb The Undertaker
Ich hatte auch einige Male was von 5-stelligen Summen gehört, aber von so hohen wie 40.000€ noch nie. Könnte ich mir bei solchen Aktionen wie von Sony bei Tanz der Teufel oder Maniac (1980) vorstellen, wo man wirklich vor 3-5 verschiedenen Gerichten geht, weil Sony "reine Akten" haben will.


Ja, das geht sehr schnell mit diesen Summen. Mein Kumpel ist Anwalt und kennt sich aus. Und je länger sich das Ganze zieht und je mehr Gerichte man ansteuern muss, desto teurer wird es. Und mal ganz ehrlich: Wenn es deutlich billiger wäre, hätten dies ja auch schon andere Labels versucht. Fünstellige Summen bedeuteten auch bei Turbine nicht nur 10.000 Euro. Leider ist es so und deswegen werden sicher auch viele Filme nie rehabilitiert.

Aber ausreichend ist völlig, wenn EIN Gericht sagt, dass der Film keinen Inhalt im Sinne des §131 StGB hat. Reicht der BPjM für eine Listenstreichung und späteren FSK-Prüfung, warum also vor diversen Gerichten ziehen und alles extra aufheben lassen bei solchen Kosten? Ist doch unnötig.


Hmm, das ist aber meine ich Spekulation. Soweit ich von meinem Bekannten weiß, hat jedes Gericht seine eigene Akte. Sprich, um strafrechtliche Relevanz nach §131 auszumerzen, müssen alle Gerichte angegangen werden. Speziell in Deutschland halte ich das auch für notwendig, da man ja immer wieder überrascht werden kann. Das hat meiner Meinung nach auch nichts mit "auf der sicheren Seite zu sein" zu tun, sondern ist einfach ein "Muss".

Ich würde es auch schöner finden, wenn es einfacher wäre, aber den Wahnsinn von über 20 Jahren fangen wir ja jetzt erst an auszubaden.

02.07.2020 14:21 Uhr - The Undertaker
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02.07.2020 13:58 Uhr schrieb Cryptkeeper78
02.07.2020 09:48 Uhr schrieb The Undertaker
Aber ausreichend ist völlig, wenn EIN Gericht sagt, dass der Film keinen Inhalt im Sinne des §131 StGB hat. Reicht der BPjM für eine Listenstreichung und späteren FSK-Prüfung, warum also vor diversen Gerichten ziehen und alles extra aufheben lassen bei solchen Kosten? Ist doch unnötig.


Hmm, das ist aber meine ich Spekulation.

Nein ist keine Spekulation, sondern wurde von der BPjM selbst und Turbine einige Male damals bei Cinefacts (es ging damals um deren Fall Hexen bis aufs Blut gequält) erläutert. Hier gibt es auch einige News dazu. Bei TCM damals hat auch nur das LG Frankfurt geurteilt, obwohl es von drei Gerichten eine Beschlagnahme gab.

Gibt es mehrere Beschlagnahmebeschlüsse, reicht es, wenn ein Gericht zu dem Schluss kommt, das der Inhalt des betroffenen Titels nach heutigen Maßstäben nicht gegen § 131 StGB verstößt. Dann müssen die anderen nicht angegangen werden, damit die BPjM die Listenstreichung annimmt. Und das ist ja das alleinige Ziel, man will den Titel auch vom Index bekommen und uncut eine FSK-Freigabe erhalten. Die BPjM prüft die Aufhebungen auch vorher bevor die einer Streichung zustimmen, also ich denke da wird ihre eigene Rechtsabteilung drübergucken, damit da alles korrekt abläuft.

02.07.2020 16:15 Uhr - Cryptkeeper78
02.07.2020 14:21 Uhr schrieb The Undertaker
02.07.2020 13:58 Uhr schrieb Cryptkeeper78
02.07.2020 09:48 Uhr schrieb The Undertaker
Aber ausreichend ist völlig, wenn EIN Gericht sagt, dass der Film keinen Inhalt im Sinne des §131 StGB hat. Reicht der BPjM für eine Listenstreichung und späteren FSK-Prüfung, warum also vor diversen Gerichten ziehen und alles extra aufheben lassen bei solchen Kosten? Ist doch unnötig.


Hmm, das ist aber meine ich Spekulation.

Nein ist keine Spekulation, sondern wurde von der BPjM selbst und Turbine einige Male damals bei Cinefacts (es ging damals um deren Fall Hexen bis aufs Blut gequält) erläutert. Hier gibt es auch einige News dazu. Bei TCM damals hat auch nur das LG Frankfurt geurteilt, obwohl es von drei Gerichten eine Beschlagnahme gab.

Gibt es mehrere Beschlagnahmebeschlüsse, reicht es, wenn ein Gericht zu dem Schluss kommt, das der Inhalt des betroffenen Titels nach heutigen Maßstäben nicht gegen § 131 StGB verstößt. Dann müssen die anderen nicht angegangen werden, damit die BPjM die Listenstreichung annimmt. Und das ist ja das alleinige Ziel, man will den Titel auch vom Index bekommen und uncut eine FSK-Freigabe erhalten. Die BPjM prüft die Aufhebungen auch vorher bevor die einer Streichung zustimmen, also ich denke da wird ihre eigene Rechtsabteilung drübergucken, damit da alles korrekt abläuft.


OK, ich wusste nicht, dass es dazu ein Statement von Turbine gab. Allerdings wird es sicher seitens des Anwaltsbüros irgendeine Art von Kontakt zu den anderen Gerichten gegeben haben (zumindest schriftlich), denn sonst wären die Beschlüsse nicht komplett aufgehoben wurden. Oder es war wie Du sagst die BPjM selbst. Denn letztendlich muss das Gericht der Aufhebung des Beschlusses auch zustimmen. Es kann natürlich auch von Fall zu Fall anders sein. "Freitag der 13. Teil 3" war ja z. B. auch ein Kuriosum.

Übrigens meinte ich auch nicht, dass die hohe Summe zustande kommt, weil man vor jedem Gericht vorstellig sein muss. Das geht auch mit entsprechendem Schriftverkehr. Ist ein Film dann aber von 7 Gerichten beschlagnahmt worden, dürfte das auch der Kanzlei einiges an Aufwand kosten, was die natürlich weiterberechnen.

Ich glaube kaum, dass die Labels bislang unnötige Wege gegangen sind. Denn die Rechtsberater, die zum Teil auch namentlich bekannt sind, werden schon wissen was sie tun müssen bzw. getan haben.


02.07.2020 18:34 Uhr - The Undertaker
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02.07.2020 16:15 Uhr schrieb Cryptkeeper78
OK, ich wusste nicht, dass es dazu ein Statement von Turbine gab. Allerdings wird es sicher seitens des Anwaltsbüros irgendeine Art von Kontakt zu den anderen Gerichten gegeben haben (zumindest schriftlich), denn sonst wären die Beschlüsse nicht komplett aufgehoben wurden. Oder es war wie Du sagst die BPjM selbst. Denn letztendlich muss das Gericht der Aufhebung des Beschlusses auch zustimmen.

Um die anderen Beschlüsse geht es dabei nicht, nur um den vom jeweiligen Gericht, wo man die Beschwerde einreicht. Also zB wenn das AG Tiergarten beschlagnahmt hat, geht man zu diesem oder zum zuständigen LG und reicht Beschwerde dagegen ein. Kann formal aufgehoben werden (reicht der BPjM aber nicht bei mehreren Beschlüssen) oder materiell (also mit Grund=Verneinung des 131ers, reicht der BPjM bei mehreren Beschlüssen).

Beschlüsse von anderen Gerichten werden afaik nicht aufgehoben, aber es gibt ein aktuelles Urteil mit Verneinung des Straftatbestands. Das überwiegt gegen andere, meist ja (längst) verjährte Beschlüsse. Wenn dann wieder irgendwo beschlagnahmt werden will, muss ein Richter neue Vorwürfe vorbringen als bisher, was ja auch passieren kann selbst wenn alle Beschlüsse vor den jeweiligen Gerichten aufgehoben wären. Würde daher sagen, beides ist etwa gleich "sicher" fürs Label was zukünftige neue Beschlagnahmen angeht, die wird es dann wahrscheinlich eher nicht mehr geben. Gerade wenn es zeitnah dann auch die Umtragung in Liste A oder noch besser die Listenstreichung und FSK/USK-Prüfung gibt.

02.07.2020 21:55 Uhr - Rigolax
02.07.2020 14:21 Uhr schrieb The Undertaker
02.07.2020 13:58 Uhr schrieb Cryptkeeper78
02.07.2020 09:48 Uhr schrieb The Undertaker
Aber ausreichend ist völlig, wenn EIN Gericht sagt, dass der Film keinen Inhalt im Sinne des §131 StGB hat. Reicht der BPjM für eine Listenstreichung und späteren FSK-Prüfung, warum also vor diversen Gerichten ziehen und alles extra aufheben lassen bei solchen Kosten? Ist doch unnötig.


Hmm, das ist aber meine ich Spekulation.

Nein ist keine Spekulation, sondern wurde von der BPjM selbst und Turbine einige Male damals bei Cinefacts (es ging damals um deren Fall Hexen bis aufs Blut gequält) erläutert. Hier gibt es auch einige News dazu. Bei TCM damals hat auch nur das LG Frankfurt geurteilt, obwohl es von drei Gerichten eine Beschlagnahme gab.

(...)


Siehe sonst auch dieser Aufsatz, "Rechtliche Fragestellungen der Listenführung", aus einer BPjM-Aktuell von 2008, verfasst von der damaligen Vorsitzenden Monssen-Engberding und dem Juristen Marc Liesching: https://www.bundespruefstelle.de/blob/132946/82e55002b948686a8a5089c1c41e70a7/2008-04-rechtliche-fragestellungen-der-listenfuehrung-data.pdf Das ist sicherlich noch -- zumindest im Wesentlichen -- die aktuelle Rechtsansicht der Behörde.

Vielleicht hilft beim Verständnis die Vorstellung, dass es aus Sicht der Rechteinhaber in aller Regel nur darauf ankommt, die Titel aus dem Index zu schaffen und damit FSK/USK-kennzeichnungsfähig zu machen. Die Gerichtsbeschlüsse sind eher nebensächlich: sie sind nur insofern relevant, als sie die Handlungsfähigkeit der BPjM (aus der Sicht der Behörde) einschränken. Daher ist es auch ziemlich egal, ob nun ein Beschluss noch formell besteht bzw. Rechtskraft besitzt, wenn er inhaltlich hinreichend (aus Sicht der BPjM) erschüttert wurde. Nach offenbar herrschender (juristischer) Meinung unterliegen die Beschlüsse ohnehin einer Verjährungsfrist -- bei Beschlagnahme 3, bei Einziehung 10 Jahre (siehe verlinkter Aufsatz); ändert ggf. nichts daran, dass die BPjM sich an eigentlich "verjährte" Beschlüsse gebunden sieht (Stichwort "Rechtskraft" und § 18 Abs. 5 JuSchG), aber ist vielleicht nicht ganz irrelevant für die Rechteinhaber.

Das mit den Kosten ist eine recht interessante Diskussion, zu der ich aber nichts wirklich beitragen kann. Ich würde aber spekulieren wollen, dass das Verfahren zur Aufhebung von derartigen Beschlüsse mittlerweile in Juristenkreisen recht bekannt sein dürfte und damit tendenziell weniger aufwändig/kostenintensiv. So dürften sich die Fälle auch argumentativ ähneln, insbesondere wenn es darum geht, gegen das Vorhandensein von § 131 StGB zu argumentieren. Bei Turbine musste man damals, bezogen auf TCM, auch erstmal klären, inwiefern man die Beschlüsse verfahrensrechtlich überhaupt noch angreifen kann, daher vermutlich entsprechend teuer.

03.07.2020 09:41 Uhr - Cryptkeeper78
Das mit den Kosten ist eine recht interessante Diskussion, zu der ich aber nichts wirklich beitragen kann. Ich würde aber spekulieren wollen, dass das Verfahren zur Aufhebung von derartigen Beschlüsse mittlerweile in Juristenkreisen recht bekannt sein dürfte und damit tendenziell weniger aufwändig/kostenintensiv. So dürften sich die Fälle auch argumentativ ähneln, insbesondere wenn es darum geht, gegen das Vorhandensein von § 131 StGB zu argumentieren. Bei Turbine musste man damals, bezogen auf TCM, auch erstmal klären, inwiefern man die Beschlüsse verfahrensrechtlich überhaupt noch angreifen kann, daher vermutlich entsprechend teuer.


Das sind interessante Details. Danke schon mal an @Undertaker und @Rigolax. Wie gesagt kenne ich mich in der Materie nicht ganz so gut aus wie ihr. Ich habe nur privaten Kontakt zu Juristen, die ich bei sowas mal fragen kann.

Zu den Kosten: Leider war das auch bei den neueren Fällen extrem kostspielig. Diese Infos bekam ich von jemand, der eben mit den besagten Anwaltskanzleien in Kontakt stand. Das Anfechten der verschiedenen Beschlüsse geht wohl extrem ins Eingemachte. Die Details kenne ich jetzt aber nicht. Auch nicht, ob es mit dem aktuellen Urteil zusammen kommt, was Undertaker erwähnte.

Fakt bleibt: Es wird einfach sehr sehr teuer und auf jeden Fall fünfstellig, wenn ein 131er freikommen soll. Daher weiß ich nicht, inwiefern dies in Zukunft weiterhin passieren wird. Vor allem geht einiges schnell, manches dauert ewig. Kommt immer auf den Film an sich drauf an. Ich meine auch, dass Turbine immer noch an "The Burning" dran ist. Ist ja auch schon lange her die Ankündigung.

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