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Veröffentlicht am von Kaiser Soze

Michael Verhoevens Kriegsdrama O.k. erhält deutsche DVD-Premiere im März 2021

Skandalfilm, der zum Abbruch der Berlinale führte, uncut ab 18 als Amaray

Der deutsche Regisseur & Schauspieler Michael Verhoeven (*13.07.1938), nicht zu verwechseln mit seinem niederländischen Kollegen Paul Verhoeven (RoboCopDie totale Erinnerung & Starship Troopers) ist seit über sechs Dekaden im Filmgeschäft tätig, seit einem halben Jahrhundert hinter der Kamera. Zu seinen bekanntesten Werken zählt das auf einer wahren Begebenheit basierende Schwarz-Weiß-Kriegsdrama O.K. (Deutschland, 1970) um einen US-Soldaten, der sich im Vietnamkrieg gegen seine Einheit stellt, die eine Einheimische vergewaltigt und ermordet hat.

Der Film wurde seinerzeit an die Berlinale 1970 weitergegeben. Doch der Präsident der Festivaljury, der Amerikaner George Stevens, wies den Film nach der Vorführung als zu kontrovers & antiamerikanisch zurück. Hiergegen formierte sich so gewaltiger Widerstand auf Seiten der Jury sowie anderer Filmemacher, dass die Berlinale abgebrochen wurde / werden musste - zum bislang ersten & einzigen Mal. Dies war der Anstoß zu einer Reform der Berlinale an sich mit dem Skandalfilm O.k. als Anlass.

Brian De Palma verfilmte die Geschichte mit Michael J. Fox & Sean Penn als Die Verdammten des Krieges (USA, 1989 - OT: Casualties of War). Der Film existiert in zwei Fassungen, die je die FSK 16-Freigabe erhielten (wir berichteten hier & hier).

Anlässlich der 70. Berlinale wurde O.k. anno 2020 erneut auf dem deutschen Filmfest aufgeführt, dieses Mal ohne Skandal. Edition Filmmuseum veröffentlicht am 19. März 2021 den Kriegsfilm O.k. erstmals und ungeschnitten als DVD-Amaray in Deutschland. Als Bonusmaterial gibt es: 

  • Rob Houwer und Michael Verhoeven sprechen über o.k. 2020, 34'
  • Trailer o.k. 1970, 3'
  • Tische 1969, 10'
  • 30 Fotos von den Dreharbeiten zu o.k.
  • 20-seitiges Booklet mit Texten von Stefan Drößler und Michael Verhoeven

Inhaltsangabe / Synopsis:

Vietnam im November 1966. Soldat Rafe (Wolfgang Fischer) erstattet seinem Captainn (Gustl Bayrhammer) Bericht über den letzten Patrouillengang. Zusammen mit seinen Kameraden hat er ein Mädchen angehalten, das auf einem Fahrrad vorbeikam. Sie kontrollieren sie und fangen an sie zu malträtieren. Nach einer Durchsuchung vergewaltigt einer der Soldaten ... [mehr]

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Kommentare

01.02.2021 00:38 Uhr - Chímaira
2x
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Tolle Neuigkeit. Brian De Palma hat mit “Casualties of War“ ein wahres Meisterwerk geschaffen. Endlich kann ich mir die erste Verfilmung auch noch ansehen. Bin mal gespannt, wie diese ausfällt.

01.02.2021 07:44 Uhr - McQueen
13x
Gustl Bayrhammer als US-Captain?
Wie muss ich mir das vorstellen?
"Ja mei, wenn's gschossen wird, leg's di halt nieder gell....und Pumuckl denk dran, machs koan Unsinn"

01.02.2021 07:57 Uhr - MrCreazil
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Schön. Als nächstes bitte die Langfassung von Paul Verhoevens "Soldat von Oranien" und ich bin happy. ;)

01.02.2021 10:03 Uhr - Stoppi207
Was ist ein "Anstieß"?

01.02.2021 12:01 Uhr - Der Dicke
6x
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01.02.2021 07:44 Uhr schrieb McQueen
Gustl Bayrhammer als US-Captain?
Wie muss ich mir das vorstellen?


"Jo Herrschaftszeiten, jetz' neaman's den Hügl und allweil den Stroand ein, dann kemma noachert no a Stund surfa..."

01.02.2021 12:03 Uhr - Kaiser Soze
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01.02.2021 10:03 Uhr schrieb Stoppi207
Was ist ein "Anstieß"?


Eine typische Autokorrektur, die eigl mal ein Anstoß werden sollte^^
Ist korrigiert, danke Dir.

01.02.2021 12:52 Uhr - Fratze
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01.02.2021 12:03 Uhr schrieb Kaiser Soze
01.02.2021 10:03 Uhr schrieb Stoppi207
Was ist ein "Anstieß"?


Eine typische Autokorrektur, die eigl mal ein Anstoß werden sollte^^
Ist korrigiert, danke Dir.


Vielleicht guckst du hier auch noch mal:
https://www.schnittberichte.com/murof/viewtopic.php?f=9&t=11379&start=555
😁😉

01.02.2021 13:14 Uhr - Stoi
4x
01.02.2021 07:44 Uhr schrieb McQueen
Gustl Bayrhammer als US-Captain?

Das war auch mein erster Gedanke.
Selbst wenn der Film gut inszeniert ist und für die Zeit ein kontroverses Thema hatte, wird es ihm mit Sicherheit an Überzeugungskraft mangeln.
Gustl Bayrhammer als US-Captain und Eva Mattes als vietnamesisches Mädchen und gedreht wurde laut imdb in Bayern!
Ich gehöre eigentlich nicht zu denen, die Filme ungesehen verreissen aber das kann nicht funktionieren.

01.02.2021 18:27 Uhr - mikafu
01.02.2021 13:14 Uhr schrieb Stoi
01.02.2021 07:44 Uhr schrieb McQueen
Gustl Bayrhammer als US-Captain?

Das war auch mein erster Gedanke.
Selbst wenn der Film gut inszeniert ist und für die Zeit ein kontroverses Thema hatte, wird es ihm mit Sicherheit an Überzeugungskraft mangeln.

Aus heutiger Sicht sicherlich, zumal man in einem gewissen Alter Bayrhammer vielleicht am ehesten mit Pumuckl, Weißblaue Geschichten u.ä. im Kopf hat.

Die Frage wäre, mit was hat man ihn in den 60ern in Verbindung gebracht?

01.02.2021 19:24 Uhr - madmike
1x
Also da muss ich auch passen, wobei mich schon interessieren würde, wo die bei uns gedreht haben ;-) so ein bayrischer Dschungel hat bestimmt was :-) bei einer neuen Veröffentlichung von Paul Verhoeven wäre ich aber sofort dabei.

01.02.2021 19:42 Uhr - Der Dicke
5x
SB.com-Autor
User-Level von Der Dicke 21
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01.02.2021 18:27 Uhr schrieb mikafu
mit was hat man ihn in den 60ern in Verbindung gebracht?


Damals war er außerhalb süddeutscher Theaterkreise nahezu unbekannt. Der bundesweite Durchbruch erfolgte dann Anfang der 70er als Veigl im Münchner "Tatort".

Eine wirklich gelungene, informative Doku über den Gustl gibt es hier:

https://www.youtube.com/watch?v=7K9hTlQ-hJU

02.02.2021 07:05 Uhr - Zagórzyn
7x
01.02.2021 07:44 Uhr schrieb McQueen
Gustl Bayrhammer als US-Captain?
Wie muss ich mir das vorstellen?
"Ja mei, wenn's gschossen wird, leg's di halt nieder gell....und Pumuckl denk dran, machs koan Unsinn"


Abgesehen von der Pumuckl-Referenz muss man sich den Film tatsächlich so vorstellen.

Der Film ist -- soviel möchte ich zuerst sagen -- wirklich interessant. Er ist aber auch ein eher ungewöhnliches Experiment.
Er ist quasi ein Nachspielen der Ereignisse, aber er setzt dabei auf einen ziemlich ausgeprägten Verfremdungseffekt. Beispiel: Im Prolog stellen sich die Schauspieler vor, sagen welche Rolle sie spielen und erklären den Rahmen/den Kontext der Filmhandlung. (Dieser Prolog ist mir übrigens als einzige Schwäche des Films in Erinnerung geblieben: Der Rest funktioniert viel besser, WENN man sich darauf einlassen will/kann, was aber auch nicht sehr einfach ist.)
Nach dem Prolog geht es dann richtig los: "Dieselben Schauspieler, die sich eben noch in mehr oder weniger korrektem Hochdeutsch dem Zuschauer vorstellten, stecken jetzt in amerikanischen Uniformen und sprechen sich mit den entsprechenden Namen und Dienstgraden an, stehen aber inmitten eines offensichtlich mitteleuropäischen Waldes und unterhalten sich ausnahmslos auf bairisch".

Der Film ist also so eine Art Open-Air-Impro-Theater mit Mundart-Einschlag, das auf realen Ereignisse basiert. Man darf also auf gar keinen Fall einen "typischen" Film erwarten und sich bewusst sein, dass der Film mit eben dieser Verfremdung arbeitet. Wer neugierig oder generell offen für solche Experimente ist, sollte mal einen Blick riskieren. Alle anderen auch, aber eben mit absoluter Vorwarnung: Der Film ist sehr speziell und kann sicherlich auch abschreckend bis albern wirken.

02.02.2021 12:42 Uhr - turnstile67
2x
@Zargörzyn:
Sehr interessante Ausführungen. Und imho ist es gerade deshalb doch erst Recht nicht nachzuvollziehen, weshalb der damalige Jurypräsident George Stevens so ein großes Aufsehen wegem so 'nem Quatsch gemacht hat! ... *augenroll*

02.02.2021 18:19 Uhr - Zagórzyn
5x
@turnstile67

Ich glaube, man muss es aus der Perspektive der damaligen Zeit sehen: Der Vietnamkrieg läuft da noch. "Kritische" Filme zu dem Thema gibt es damals überhaupt nicht*, höchstens über den Umweg des Westerns. Und auch wenn es überall auf der Welt und in den USA Proteste gegen den Krieg gibt, so ist das oft auch ein sehr aufgeladener Konflikt zwischen den Generationen, bei der junge Kriegsgegner halt pauschal mit allem in Verbindung gebracht werden, was die alte Generation missbilligt: Drogen, Kommunismus, Rockmusik, ... Da ist ziemlich viel Sprengstoff drin.
Und dann hast du auf der großen Bühne eines internationalen Filmfestivals einen Film-Beitrag, der ein amerikanisches Kriegsverbrechen nicht nur thematisiert, sondern dabei auch noch aus der politisch-linken Pazifisten-Ecke kommt, die dann auch gerne als "anti-amerikanisch" gedeutet wurde. Das hätte man natürlich ignorieren können, so wie es bei solchen Sachen halt immer der Fall ist, aber es hat Stevens dann wohl auf dem falschen Fuß erwischt und er konnte es mit seinen Prinzipien nicht vereinbaren.

___
* Wenn du zum Spaß mal in die Wiki-Liste schaust, was es an entsprechenden Filmen bis zu "O.K." gab, dann sieht es arg einseitig aus: https://en.wikipedia.org/wiki/Vietnam_War_in_film#Theatrical_films_about_the_Vietnam_War
-- Wenn man den Inhalt von "O.K." in einem Satz zusammenfasst (und alle experimentellen Schnörkel nicht erwähnt), dann ist das schon was anderes als John Waynes "The Green Berets".

07.02.2021 23:45 Uhr - Brimstone
1x
@Zagórzyn

"politisch linken Pazifisten-Ecke" Herrje, politisch links und Pazifismus ist ein Widerspruch in sich.

17.02.2021 19:16 Uhr - Brimstone
Mein Exemplar des Films kam heute. Obwohl es ja erst offiziell am 19.03.2021 erscheint.

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