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Veröffentlicht am von theNEWguy

Amnesty International: Plädoyer für Spiele

Das Dilemma besteht darin, dass es Spaß macht

Bislang hielten sich NGOs wie etwa Amnesty International oft zurück, wenn es um allgemeine Diskussionen über das Für und Wider von Video- und Computerspielen ging. Doch in der aktuellen Ausgabe des Amnesty Journals befindet sich auch ein Artikel von Thomas Lindemann, welcher mit dem zugegebenermaßen etwas reißerischen Titel "Jeder wird zur Kampfmaschine" daherkommt. Im Artikel selbst wird dabei in aller Regel von "Kriegsvideospielen" gesprochen. Der geneigte Leser könnte jedoch damit schon direkt einen möglicherweise falschen Eindruck von diesem Artikel bekommen, ihn gewissermaßen als herbe Kritik an Videospielen abtun. Doch dem ist nicht so. Lindemann nutzt die Spiele Call of Duty: Modern Warfare 2, Killzone 2 und Metal Gear Solid 4: Guns of the Patriots, um an ihnen exemplarisch deutlich zu machen, was das Phänomen Videospiel ausmacht. Und das alles andere als auf negative Art und Weise. Vielmehr ist sein Artikel zwar sehr bissig geschrieben, aber dennoch ein Plädoyer für unser liebstes Hobby. So schreibt er beispielsweise über Modern Warfare 2:
Das Beklemmende ist nicht, dass ein Spiel den Krieg darstellt -- davon gibt es längst Hunderte. Sondern ausgerechnet dieses Videospiel ist das Beste unter den aktuellen. Eine spielerische Qualität wird man selbst als Pazifist anerkennen müssen. Das Dilemma besteht darin, dass es wirklich Spass macht.
Auch zur viel kritisierten Gewalt in den Medien hat Lindemann einige nachdenklich machende Worte parat. So sei Mediengewalt als solche doch schon lange nichts Neues mehr. Er geht dabei mit seiner Argumentation bis in die Antike zurück, und gibt etwa Homers Ilias als treffliches Beispiel an. Besonders beeindruckt scheint Lindemann unterdessen von Spielen wie Metal Gear Solid 4 zu sein. Das Spiel sei gewissermaßen ein Abbild unserer Gesellschaft. Eine herbe Kritik also an dieser.
Es wandte Mittel der Science Fiction so an, wie große Science-Fiction-Literatur das immer tat: Zur Kritik an der Welt.«
In einer Zeit, in welcher Computer- und Videospiele immer wieder gern als Sündenböcke für gesellschaftliche und soziale Probleme herhalten müssen, ist dieser Artikel von Thomas Lindemann sicherlich eine Art wohltuender Balsam. Es wäre schön, wenn auch jene, die ewig und immer wieder gegen so genannte "Killerspiele" hetzen, diesen Artikel in ihr Meinungsrepertoire aufnehmen würden. Der Komplette Artikel ist in der aktuellen Ausgabe des Amnesty Journals zu finden, welcher sechs Mal im Jahr erscheint.
Quelle: Gamestar

Kommentare

28.01.2010 12:33 Uhr - Freeman
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Endlich mal jemand der sich ein Gesamtbild gemacht hat und dies auch so verbal wiedergeben konnte! Respekt!

28.01.2010 12:35 Uhr -
Gewalt jeglicher Art und Weise, Mord , Totschlag etc wird es immer geben auf dieser Welt, auch ohne das noch ein Spiel ein Film ein Buch oder sonstiges auf dieser Welt existiert !

Gewalt gab es schon im Urzeit Alter ! und Gewalt wird es immer geben.

28.01.2010 12:45 Uhr - Weavel
Da scheint sich jemand wirklich mit dem Thema beschäftigt zu haben. Schön zu sehen dass sowas auch noch möglich ist, und dann sogar von einer Organisation von der ich sowas eher nicht erwartet hätte.

28.01.2010 12:59 Uhr -
Auch wenn ich kein Freund von AI bin, muss ich sagen dass es mehr als löblich ist, dass es jemand versucht den engstirnigen Menschen beizubringen. Nur leider wird dieser Artikel wohl wieder mal unter gehen *seufz*

28.01.2010 13:34 Uhr - monster
Ich war auch sehr positiv überrascht! Der Titel macht wirklich einen falschen Eindruck.

@Dwight & Weavel: Was habt ihr denn gegen AI?

28.01.2010 13:41 Uhr - w00dy
@monster

Der Weavel hat doch nix gegen A.I., er ist jedoch überrascht, dass sich diese zu diesem Thema äußern.
Das bin ich btw. auch.

Aber Dwight....
Wie kann man kein Freund von A.I. sein, die sich weltweit
für Menschenrechte einsetzen und auch schon viele Menschenleben gerettet und/oder die Welt auf viele Missverhältnisse hingewiesen haben ?
Es ist sehr löblich, dass so eine Organistation existiert, ähnlich Unicef,Ärzte ohne Grenzen, WWF,etc.,etc......




28.01.2010 14:06 Uhr - Dvdfre@k
Lindemann for President :D!

28.01.2010 15:08 Uhr - johnrambo2000
WOW - das nenne ich mal einen guten Artikel!

Nie im Leben werden sich den die deutschen Politiker zu Gemüte führen. Dafür ist dieses Land leider zu konservativ!

28.01.2010 15:23 Uhr - marioT
28.01.2010 - 13:41 Uhr schrieb w00dy
@monster

Aber Dwight....
Wie kann man kein Freund von A.I. sein, die sich weltweit
für Menschenrechte einsetzen und auch schon viele Menschenleben gerettet und/oder die Welt auf viele Missverhältnisse hingewiesen haben ?
Es ist sehr löblich, dass so eine Organistation existiert, ähnlich Unicef,Ärzte ohne Grenzen, WWF,etc.,etc......



Es ist sehr wichtig das es Organisationen wie A.I.die sich für Menschenrechte stark machen,gibt.Doch genau hier liegt glaube ich auch der Kritikpunkt für manche Leute.
Diese Organisationen setzten sich für die Rechte aller Menschen ein und dazu gehören auch solche die es nach Meinung einiger Leute nicht Verdient haben.
Zb kämpft A.I. seit Jahrzehnten gegen die Todesstrafe,dies reicht einigen Menschen schon aus um A.I. zu Kritisieren.
Schade.......

28.01.2010 15:24 Uhr - metalarm
Thomas Lindemann ist mein mann !!!

@ Dvdfre@k :

ja ich geb dir vollkommen recht ! :-)

28.01.2010 15:24 Uhr - metalarm
Thomas Lindemann ist mein mann !!!

@ Dvdfre@k :

ja ich geb dir vollkommen recht ! :-)

28.01.2010 15:29 Uhr - terence-philip
WOW! Hätte ich nie für möglich gehalten sowas...

Aber ob das unsere Regierung schert?
Ich hör schon die Merkel: AI? Wat bedeutet dat denn, Ursula? Antwort Zensursula: Ganz einfach 'Alles Idioten' Wir machen weiter wie bisher!

28.01.2010 15:34 Uhr - ~Phil~
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Die Menschen müssen einfach verstehen, dass Gewalt schon immer ein Bestandteil unserer Gesellschaft war. Im alten Rom gabs Kolosseen, dort sind auch tausende von Menschen gekommen, um sich das blutige Gemetzel anzusehen.

Und auch in der heutigen Zeit: In fast JEDEM Film werden Menschen getötet, Gewalt ist so fest als Unterhaltungsfaktor in uns integriert, dass man schon gar nicht mehr darüber nachdenkt.

Auch in Videospielen ist das nicht anders. Brutalität bedeutet Unterhaltung, das liegt in der Natur des Menschen, das war schon immer so, und wird auch immer so bleiben.

28.01.2010 16:29 Uhr - Rocksoldier666

28.01.2010 16:31 Uhr - Rocksoldier666
Die Intelligenz scheint ja doch noch nicht ganz ausgerottet zu sein! Großartig!

28.01.2010 16:34 Uhr - Cheezburger
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http://www.amnesty.de/journal/2010/februar/jeder-wird-zur-kampfmaschine?destination=node%2F1344

28.01.2010 17:02 Uhr - ParamedicGrimey
DB-Helfer
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Viel cooler wäre es, wenn Till Lindemann es geschrieben hätte...

28.01.2010 17:18 Uhr - Mancu
Schön, dass auch jemand wie Lindemann so etwas schreibt.
Ihm hört man eher zu, als meinen oft (leider) pöbelnden Altersgenossen.

Die Position ist klar dargelegt und nachvollziehbar.

Eine spielerische Qualität wird man selbst als Pazifist anerkennen müssen.


Hut ab, Herr Lindemann

28.01.2010 18:41 Uhr - Denjamin
Hoffe auch sehr, daß der Artikel Gehör findet, wage es aber zu zweifeln. Die Ausgabe werd ich mir zulegen, bin seh neugierig auf den vollständigen Artikel. Und auch ich sage Hut ab, Herr Lindemann!!

28.01.2010 18:48 Uhr - Doktor Trask
Ich will ja nichts schreiben aber ich befürchte das Amnesty International nun schon bald heftig in der Kritik stehen wird von den Spielehaßern, besonders in Deutschland, vielleicht male ich auch schwarz aber bisher hatte ich immer wieder Recht mit dem was ich hier geschrieben hatte, es ist bisher immer wieder so gekommen wie ich es schrieb.

28.01.2010 19:26 Uhr - spartan
Artikel ist gut, aber diese euphorie kann ich nicht ganz teilen. danke für die internetquelle, die ist ein wenig detaillierter, aber das reicht mir immernoch nicht.

mir persönlich gefällt eher, dass ein AI überhaupt stellung bezieht. schön zu lesen, dass sich jemand abseits der bekannten medienausgelutschten schlagwörtern vorurteilsfrei an das sujet herantraut. Aber Kritik ist trotzdem herauszulesen - also beste voraussetzungen sich ein differenziertes bild zu machen.

28.01.2010 21:14 Uhr - Alastor
Das Beklemmende ist nicht, dass ein Spiel den Krieg darstellt -- davon gibt es längst Hunderte. Sondern ausgerechnet dieses Videospiel ist das Beste unter den aktuellen. Eine spielerische Qualität wird man selbst als Pazifist anerkennen müssen. Das Dilemma besteht darin, dass es wirklich Spass macht.


Najaaa das ist aber eine sehr subjektive Einstellung.
Auch wenn ich nicht recht verstehe ob er nur Kriegsspiele oder Spiele insgesamt meint.
Bei beidem würde ich widersprechen.

28.01.2010 22:06 Uhr - Evil Wraith
Eine Sache der Einstellung. Wenn man virtueller oder überhaupt spielerischer Gewalt negativ gegenüber steht, dann kann man sich durchaus auch dazu zwingen, keinen Spaß zu empfinden. Wem die Shooter-Mechaniken zu schnell und desorientierend sind, der hat freilich auch keinen Spaß an der Sache und es gibt auch einfach Leute, die mit Action an sich nicht viel anfangen können, Gewalt hin oder her.

Aber man kann den Schadenfreudefaktor schwer verleugnen, der einen Großteil des Spaßes ausmacht. Die Omma einer Freundin würde niemals einen Ego-Shooter anrühren, aber sie könnte von sich aus den ganzen Tag Worms zocken und ist fast schon unheimlich gehässig bei der Sache. Und über manche CS-Videos lacht sie sich auch einen Ast.

29.01.2010 08:12 Uhr - Haitoman
Moderator
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@Cheezburger
Danke für den Link zum vollständigen Artikel.

Ich verstehe das Ganze nicht als unbedingtes "Plädoyer" - dass hochtechnisierter Militarismus in Kriegsspielen oft zelebriert wird, hält der Autor schließlich auch für fragwürdig. Durchaus berechtigt. Und er merkt dazu richtig an, dass etwa MGS4 einen völlig anderen Ansatz verfolgt als MW2.

Im Gegensatz zur kurzsichtigen Argumentation der Verbotsforderer ist aber hier nicht das Produkt "gewalttätiges Videospiel" das wesentlich Merkwürdge, sondern die Gesellschaft, die so etwas hervorbringt, und das - wie wir Mensche eben zu sein scheinen - seit tausenden von Jahren. Das ist schon witzig.

Kurze Korrektur am Rande: nicht die Ilias, sondern die Odyssee wird im Artikel erwähnt.

29.01.2010 13:14 Uhr - OliM
und who the fuck is nun Thomas Lindemann?
Hat der irgendwas zu melden?


29.01.2010 13:38 Uhr - james_sunderland258
ich finde es prima, dass endlich mal ein wirklich "erwachsener" blick auf spiele geworfen wird, selbst die politiker benehmen sich da wie kleine kinder...

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