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Veröffentlicht am von Blade41

I Spit on Your Grave [2010] auf Liste B indiziert

Bundesprüfstelle sieht für Unrated-Fassung strafrechtliche Relevanz

Das Remake von I Spit on Your Grave hat bereits eine lange Zensurgeschichte hinter sich. In den USA bekam die unzensierte Fassung nur unter starken Auflagen von der MPAA das R-Rating, weshalb die Veröffentlichung im Kino und auf DVD/BD in Unrated-Form erfolgte. Auch in England störte sich die BBFC an der stark ausgeprägten sexuellen Gewaltdarstellung und gab ihn ebenfalls nur mit Kürzungen frei.

Daher stand die Veröffentlichung in Deutschland unter keinem guten Stern. Der deutsche Rechteinhaber Sunfilm versuchte, für die unzensierte Version ein Gutachten der SPIO/JK zu erwirken und scheiterte wegen der Darstellung der Gewalt und der Vergewaltigungsszenen. Deshalb kam das Remake nur in zensierter Form mit JK-Freigabe in die Videotheken. Bei der FSK brauchte es 8 Anläufe und Zensuren von 14 Minuten, bis der Film kompatibel mit den Richtlinien der Freiwilligen Selbstkontrolle war. Unzensiert wurde I Spit on Your Grave später von Illusions über Österreich veröffentlicht.

Damit ist die Zensurgeschichte des Rape'n'Revenge-Steifens in Deutschland noch lange nicht beendet. Denn mittlerweile lag die Unrated-Fassung der Bundesprüfstelle vor. Jedoch nicht die Version von Illusions, sondern die US-DVD von CineTel/Anchor Bay. Dort sah man selbstverständlich eine strafrechtliche Relevanz und setzte den Film auf Listenteil B.

Interessant dabei ist der Zusatz "nicht zustellbar":

[q]I spit on your grave
Unrated
DVD
CineTelFilms Inc.,
West Hollywood/USA
Family of the Year Production LLC, Shreveport/USA (nicht zustellbar)
Illusions Unlimited, Herzogsdorf/A
BAnz. Nr. 52 vom 30.03.2012[/q]

Daher darf man wohl davon ausgehen, dass sich Illusions mit einer möglichen Beschlagnahme als Verfahrenbeteiligter herumschlagen darf.

Schriftstellerin Jennifer Hills mietet sich eine einsame Blockhütte im Wald, um in Ruhe ihr neues Buch schreiben zu können. Doch die junge, hübsche Frau ahnt nicht, dass eine Gruppe brutaler Einheimischer ein Auge auf sie geworfen hat. Eines Nachts überfallen sie Jennifer in ihrer Hütte. Sie quälen und ... [mehr]
Quelle: BPjM

Kommentare

30.03.2012 12:39 Uhr - Kreator
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War ja absehbar

30.03.2012 13:18 Uhr - chris1983
War ja nur ´ne Frage der Zeit.
Jeder, der den ungekürzt haben will, hat den aber doch eh schon lange...

30.03.2012 14:15 Uhr - Cheezburger
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Erfahrungspunkte von Cheezburger 1
Was hat ein AT Unternehmen denn von einem deutschen Gericht zu befürchten wenn es im eigenen Land keine Straftat begangen hat?

30.03.2012 14:38 Uhr - Raskir
Ich würde mal behaupten, dass Illusions keine strafrechtlichen Konsequenzen zu befürchten hat, aber ich lasse mich da gerne eines besseren belehren.
Was allerdings für Illusions interessant seien dürfte, ist der wirtschaftliche Aspekt einer Beschlagnahmung.
Die Titel werden schließlich auch über deutsche Online-Händler vertrieben.
Und die sind dann direkt betroffen, wenn die Titel beschlagnahmt werden.

30.03.2012 15:49 Uhr - metalarm
auf der einen seite geben die tcm wieder frei und dann indizieren die das vergleichsweise harmlose remake von ich spuck...
und dann wollen mir immer noch einige menschen sagen das da keine willkür dahinter steckt.

30.03.2012 15:52 Uhr - crankster
Also ich seh eh lieber das Original.
Trotzdem mal wieder mehr Aufregung als wie dem Film zusteht.

30.03.2012 16:20 Uhr - postman240765
I spit on your Grave / A Serbian Film und Train !!!! alle auf Liste B und bald mit Sicherheit leider nicht mehr uncut zu bekommen :-((
Schade für Illusions (klasse Label) .... armes Deutschland !!!

30.03.2012 16:40 Uhr - TheInferno7
30.03.2012 15:49 Uhr schrieb metalarm
auf der einen seite geben die tcm wieder frei und dann indizieren die das vergleichsweise harmlose remake von ich spuck...

TCM ist doch eher harmlos. Bei ISOYG dürfte es wohl weniger um Blutgehalt als um die explizite Vergewaltigung gegangen sein. Und dann will man ja auch ein Zeichen setzen, von wegen einfach an der FSK vorbei veröffentlichen. Die will auch Geld verdienen, und wir sollen doch nur kinderfreundlichen Mist sehen.

30.03.2012 16:57 Uhr - radioactiveman
30.03.2012 14:15 Uhr schrieb Cheezburger
Was hat ein AT Unternehmen denn von einem deutschen Gericht zu befürchten wenn es im eigenen Land keine Straftat begangen hat?


Genau diese Frage hab ich mir eben auch gestellt. Dass der Film uncut in Deutschland ganz schnell beschlagnahmt werden würde, dürfte klar sein. Aber eine Firma im Ausland wird das einen Feuchten interessieren.

30.03.2012 18:06 Uhr - trustno1
2x
Der einzige Film, von dem ich alle drei Fassungen auf BluRay habe. Einfach mal zur Veranschaulichung so gekauft. Die KJ-Fassung ist ein Witz, die SPIO/JK-Version ist halbwegs erträglich und die UNRATED... eindeutig von strafrechtlicher Relevanz. Was für ein Hammer, was für ein Film! Es kommt selten vor, dass mir ein Remake besser gefällt als das Original. Hier ist dies eindeutig der Fall. Auf die in Bälde folgende Beschlagnahme bin ich jetzt schon gespannt!

30.03.2012 19:57 Uhr - DeadRabbit
3x
Klasse Film den ich mir zm Glück schon auf Blu-Ray gesichert hab...Danke Illusions!
Scheiß Zensur-Deutschland!

30.03.2012 20:04 Uhr - David_Lynch
dat ass

30.03.2012 21:25 Uhr - töfftöff
1x
@ metalarm

Also als harmloser als tcm würde ich I spit on your grave nicht gerade bezeichnen

30.03.2012 22:22 Uhr - Nip-Tuck
ILLUSIONS wird es verschmerzen, schliesslich hat man die Startauflagen ja alle als Mediabook (30,00 EUR !) laengst abgesetzt. Und man wusste ja auch genau, dass die Titel problematisch sind. Die AT Labels kalkulieren doch genau das ein.

Und da die Fassungen eh nur ein informiertes Publikum interessieren, kann denen auch das Amtsgericht Schnickendiller egal sein. Es wird die Verkaeufe aus AT nur ankurbeln, wenn die Titel hier wieder in die Blog-Schlagzeilen kommen. Und die Labels haben einen perfekten Grund (Vorwand), weiterhin die hohen Preise zu verlangen.

Fazit: Dieser BRD-Zensurscheiss verhindert nichts, er verteuert die Sache nur.

31.03.2012 00:39 Uhr - Rated XXL
2x
@Nip-Tuck
Gab es eine Mediabook-Variante? Ich kenne nur die Blu-Ray im Schuber von ILLUSIONS.

31.03.2012 07:38 Uhr - Votava01
1x
Absolut richtig. Wen kümmerts? Den Elektrofachhandelmarktaufsucher
nicht die Bohne, da er ja anscheinend denkt "Ab 18? kauf ich. Gibt eh keine
andere Version. Is bestimmt n heftiger Streifen".
DIe Leute, die ihn uncut wollten, haben den schon lange.
Aber ne gute Werbeplattform bei einer möglichen Beschlagnahme ist
der gerade für die Kiddis, die sich ja Null um den Streifen scheren, sondern nur um
die Tatsache, dass dieser verboten ist.
Da kann Illusions ja jetzt schonmal den Auftrag zum nachpressen ans Werk geben.

31.03.2012 10:57 Uhr - Jack Bauer
4x
User-Level von Jack Bauer 2
Erfahrungspunkte von Jack Bauer 42
Der Film ist sauhart - und trotzdem kann ich auch hier nur noch mal anmerken, dass dieser ganze Zensurwahnsinn und diese stetige Bevormundung von erwachsenen Bürgern ein echtes Armutszeugnis ist. Das war es schon in den 80ern und 90ern und das ist es heute noch viel mehr!

Hätte man I SPIT ON YOUR GRAVE einfach ungekürzt ab 18 Jahren freigegeben (damit wäre dieser Erwachsenenfilm - so wie es eben sein soll - für ein erwachsenes Publikum gekennzeichnet), wäre Deutschland sicherlich nicht dem Wahnsinn verfallen.
Oder ist jemandem bekannt, dass die Schweizer, die Österreicher, die Holländer, die Amis und viele andere Nationen gerade durchdrehen, weil dort die ungekürzte Fassung erwerblich ist?

Es spricht in heutigen Zeiten (und eigentlich auch schon damals) absolut nichts dagegen, einen brutalen Film, der offensichtlich nur für ein erwachsenes Publikum geeignet ist, dementsprechend zu kennzeichnen und diesen dann verdammt noch mal auch so freizugeben.
Und wenn ein 14-Jähriger Steppke diesen Film nun unbedingt ungekürzt sehen will, dann wird er gerade in heutigen Zeiten sicherlich Mittel und Wege finden, dieses auch zu tun. Dieser ganze Kürzungswahnsinn bei Filmen, die ohnehin erst ab 18 Jahren freigegeben sind und womöglich dann später auch noch indiziert oder gar ganz einkassiert werden, hat doch heutzutage überhaupt keinen Wert mehr!

31.03.2012 13:55 Uhr - Freak
30.03.2012 16:20 Uhr schrieb postman240765
I spit on your Grave / A Serbian Film und Train !!!! alle auf Liste B und bald mit Sicherheit leider nicht mehr uncut zu bekommen :-((
Schade für Illusions (klasse Label) .... armes Deutschland !!!

Und gerade mit Sicherheit ist der auch weiterhin uncut zu bekommen - wie jeder Film, der mit dem §131 gebranntmarkt wurde. Das macht den Film ja eher noch interessanter, und mit der Nachfrage wird auch das Angebot steigen - zumal der ja gerade eben in einer billigeren Neuauflage erschienen ist.
(Und nebenbei wird auch fast jeder beschlagnahmte Film sogar im Amazon Marketplace angeboten. Das interessiert bis jetzt anscheinend weder Amazon selbst, noch die Sittenwächter.)
Und wieso schade für Illusions? Solange die den weiterhin in Österreich verkaufen, und der dann nur über andere Anbieter nach Deutschland wandert, braucht die so eine Entwicklung überhaupt nicht zu interessieren. Wäre ja richtig lustig, wenn Deutschland jetzt andere Länder wegen deren Veröffentlichungen strafrechtlich verfolgen könnte... :)))))))))

Und im Übrigen werden zwar solche Urteile gefällt, aber schon lange nicht mehr überwacht. Ansonsten gäbe es nicht so ein riesiges Angebot an beschlagnahmten Filmen und diesen beschissenen Bootlegs auf deutschen Filmbörsen.
Auf der letzten Filmbörse, auf der ich war, war es der Polizei wichtiger, draussen die paar (1-2) Falschparker zu ahnden, als sich mal die Unmengen Bootlegs (bzw. deren Verkäufer) um die Ecke zu schnappen. :)))))
Diese Urteile sind (sorry) alle für'n Ar***, und es lohnt sich wirklich nicht, sich darüber aufzuregen!

31.03.2012 18:39 Uhr - mezmerize
2x
Irgendwo hat mal jemand den Index als "Einkaufsliste" bezeichnet. Und irgendwie ist das ja auch so.
Bedauerlicherweise ist weder unsere Führung geschweige denn die FSK/USK/BPJM auf den Trichter gekommen, das ihre Arbeit einfach nur fürn A.... Ist. Ich meine grad durch die Indizierung wird ein Film ja erst richtig "beworben".
Unglücklicherweise rechtfertigen die FSK/USK/BPJM ihre Existenz mit solchen absolut schwachsinnigen Massnahmen. Und irgendwo müssen die überschüssigen Steuergelder ja verwendet werden.
Es ist anzunehmen, das die BPJM weiss, das die Indizierung überhaupt nichts bringt. Aber solange sie ihre monatliche Kohle abgreifen können, wen scherts.

Zum Film selbst: Hab ihn gesehen und finde ihn sehr gut. Allerdings ist das Orignal besser. Aus meiner sicht bessre Atmospähre und krassere Darstellung.
Aber dennoch für ein Remake sehr gelungen.
Kaufen muss ich ihn mir allerdings noch.

01.04.2012 02:36 Uhr - Rated XXL
@mezmerize
...so wird es sein, die BPjM weiß selbst, daß es nichts bringt, aber wer will schon seinen schönen Beamtenjob an den Nagel hängen...nichts geht über einen ausgiebigen Büroschlaf...;-)
Früher, als ich noch jung war, das liegt ca. 25 Jahre zurück, da waren Indizierungen noch halbwegs sinnvoll (obwohl ich in meiner Jugend tausend Filme gesehen habe, die ich nicht sehen durfte, es war halt in schlechter Qualität, da es von Video-Rekorder zu Video-Rekorder überspielt wurde [für jüngere Leser, man nannte das Analog-Kopie]). Aber es war doch schwierig manche Filme zu bekommen...man, es war eine Art Krieg um an "Material" zukommen...heute ist das so einfach, das es schon langweilig ist...einfach einen Ösi-Online-Job ansurfen und den gewünschten Titel auswählen und dann kommt er nach 3-4 Tagen mit der Post (ohne Alterszertifikation)...was ist aus der guten alten Zeit nur geworden...;-)
Mir fällt gerade noch ein: Hat es mir geschadet? ...naja...ich lese mit 40 noch die Schnittberichte, in sofern schon...LOL...naja, wenn ich mit 40 noch die Bravo lesen würde, dann würde ich mir schon mehr Sorgen machen...;-)

01.04.2012 16:29 Uhr - Caramba77
@ Rated XXL hehehehe sehr sehr geil!! Musste echt lachen, cool geschrieben! Jaja die Bravo...;)

02.04.2012 00:18 Uhr - mezmerize
@ Rated XXL

Indizierungen sind niemals und in keinster Weise sinnvoll.
Wir müssen als mündige Bürger sämtliche Pflichten übernehmen, aber im Gegenzug bekommen wir nicht alle Rechte zugestanden, die uns lt unserer Verfassung zustehen. Lapidar ausgedrückt steht da unter anderem, das wir frei wählen können, was wir uns zu Gemüte führen.
Den Paragraphen mit der Gewaltverherrlichung haben ein paar wenige verfasst und spiegelt in keiner Weise die allgemeine Meinung dar. Dieser schwammige Paragraph stellt lediglich die Meinung und Toleranzgrenze einiger weniger dar, die für uns entscheiden was verschwinden muss. Wie jeder hat jeder eigene Grenzen, bekommen aber Grenzen anderer aufgezwungen. Bedauerlich und leider nicht änderbar. Zumindest nicht in absehbarer Zeit.
Viva la Revolution!!

02.04.2012 14:49 Uhr - h0n9y
30.03.2012 15:49 Uhr schrieb metalarm
auf der einen seite geben die tcm wieder frei und dann indizieren die das vergleichsweise harmlose remake von ich spuck...
und dann wollen mir immer noch einige menschen sagen das da keine willkür dahinter steckt.



Naja TCM wurde aber aus ganz anderen gruenden gestrichen.Eigentlich sollte eine Folgeurteil erteielt werden.Um den Titel vermarkten zu koennen mussten einige A4 seiten mit begruendungen dafuer eingereicht werden.Bei TCM werden lediglich alle Gewaltszenen nur angeschnitten und nicht komplett ausfuehrlich gezeigt, desweiteren wurden die Hauptfiguren "tier aehnlich" dargestellt(man bedenke die Sprache bzw Laute).Somit gilt es nicht mehr als Gewalt verherrlichend.Ob das nun Sinn macht oder nicht sei erstmal dahin gestellt.Bei dem Original liegen alle Auszuege der BPJM mit bei, sehr interessant.

Bei i spit on your grave sieht das schon anders aus....egal ob Remake oder nicht(habe beide Fassungen Unrated).Das Remake ist auf keinen fall harmloser lediglich anders dargestellt.

03.04.2012 01:02 Uhr - Rated XXL
@mezmerize
...ich meinte das im Sinne eines "Jugendschutzes", wobei ich auch der Meinung bin, daß dort Verbote auch nichts bringen, da die Jungend (besonders die des digitalen Zeitalters) immer Wege und Mittel findet um die Sachen anzusehen - Der Verbot macht manches erst interessant...Wie war das noch einmal mit der "Verbotenen Frucht" und "Adam und Eva"...;-)

07.04.2012 07:52 Uhr - nagios
2x
War doch zu erwarten, dass sich Deutschland quer stellt in Europa. Interessiert mich aber auch nicht sonderlich. Der Film ist in der EU frei erhältlich. Weiß nicht was das Indiziere und Beschlagnahme von Spielfilmen überhaupt noch bringen soll. Damit vergrault man nur die Wähler. Gehe jetzt erst mal ein Einbecker Bier trinken, dann sieht das schon ganz anders aus.

08.04.2012 03:47 Uhr - Rated XXL
2x
@Oliver Lau
...wie wär's mit Österreich...;-)

10.04.2012 10:36 Uhr - nagios
1x
08.04.2012 03:47 Uhr schrieb Rated XXL
...wie wär's mit Österreich...;-)


Deutschland ist ein Irrenhaus wenn es um den § 131 StGB und Spielfilme geht. Damit schlagen wir uns schon seit 3 Jahrzehnten rum. Abwandern in ein anderes EU Land als Alternative? Ja das wäre eine Alternative oder ein EU-Import des Filmmaterials. Beides ist ja zwischenzeitlich legal. Bloß warum muss ein EU-Bürger, der in Deutschland lebt so einen Aufwand betreiben um als Erwachsener einen Spielfilm sehen zu können, der mit der Verfassung und der CHARTA vereinbar ist. Ich zitiere jetzt hier mal aus dem Tanz der Teufel-Beschluss (Abschnitt C, II, Absatz 116, 117 der richtungweisend auch nach der Änderung des § 131 StGB geblieben ist):

"c) Amts- und Landgericht haben ihrer Entscheidung jedoch eine Auslegung des § 131 Abs. 1 StGB zugrunde gelegt, die dem Bestimmtheitsgebot des Art. 103 Abs. 2 GG nicht mehr genügt. Sie stützen ihre Auffassung, daß eine die Menschenwürde verletzende Darstellung vorliege, im wesentlichen darauf, daß rohe Gewalttaten in aufdringlicher Weise anreißerisch und ohne jegliche sozial sinnhafte Motivation um ihrer selbst willen gezeigt würden. Damit wird das Tatbestandsmerkmal einer die Menschenwürde verletzenden Darstellung in einer Weise ausgelegt, die keine hinreichend bestimmten Konturen mehr erkennen läßt. Gewalttätigkeit in Filmen verletzt für sich genommen die Menschenwürde nicht. Das ergibt sich schon daraus, daß die Darstellung in einer die Menschenwürde verletzenden Weise im Tatbestand als besonderes Merkmal genannt ist, das zusätzlich zur Schilderung der Gewalttätigkeit erfüllt sein muß. Deswegen kann auch weder die Häufung noch die aufdringliche und anreißerische Darstellung von Gewalttätigkeiten für sich allein den Tatbestand erfüllen. Jedenfalls ließen sich, wenn es auf diese Kriterien ankäme, die durch § 131 Abs. 1 StGB verbotenen Handlungen nicht deutlich genug von als zulässig anzusehenden Darstellungen etwa in Abenteuer- oder Kriminalfilmen abgrenzen.

Schon deshalb hält die Begründung der angegriffenen Beschlüsse einer verfassungsrechtlichen Prüfung am Maßstab des Art. 103 Abs. 2 GG nicht stand. Im übrigen zeigt auch die Anwendung auf den konkreten Fall, daß die Gerichte von einem unzulässig weiten Verständnis der Strafvorschrift ausgegangen sind. Es fehlen Feststellungen, daß der Betrachter zur bejahenden Anteilnahme an den Schreckensszenen angeregt wird. Vielmehr liegt es nahe, daß er sich nicht mit den gewalttätigen Besessenen identifiziert, sondern mit den gegen sie kämpfenden unverwandelten Menschen. Dabei kann er nach dem Gesamteindruck des Films das Geschehen wegen seiner bizarren Übersteigerung durchaus auch als lächerlich und grotesk erleben. Solche Formen der Unterhaltung gibt es – wenngleich abgeschwächt – auch in anderen Phantasieprodukten wie Schauermärchen oder Spukgeschichten. Wenn auch sie ohne weiteres von der Menschenwürde-Alternative erfaßt werden sollten, wäre dieses Tatbestandsmerkmal zur Abgrenzung strafbaren Verhaltens nicht mehr geeignet.“

Das Problem bei "I Spit on Your Grave" ist im Grund das Gleiche wie bei Tanz der Teufel. Es wird ein Phantasieprodukt dem Zuschauer vorgestellt, das nicht zur Nachahmung annimiert und auch nicht dazu geschaffen wurde. Es dient der Unterhaltung und dem Ausdruck künstlerischen Wirkens. Spielfilme verletzen auch keine konkreten Personen und rufen i. d. R. auch nicht dazu auf andere Menschen zu verletzen. Schon deshalb ist die Anwendung des § 131 StGB auf Spielfilme nicht zu rechtfertigen. Leider wehren sich die Vertriebsfirmen nicht bis zum Bundesverfassungsgericht, so dass immer mehr Filme indiziert und beschlagnahmt werden mit der Zeit. Nach meiner Meinung hält kein einziger Beschlagnahmebeschluss nach § 131 StGB vor dem Bundesverfassungsgericht stand, weil es sich bei komerziellen Spielfilmen um Phantasieprodukte handelt, die nicht dazu geeignet oder bestimmt sind gegen die Menschenwürde zu verstoßen. Ich kenne auch keinen Schauspieler oder Produzenten von Spielfilmen, der mit seinen Film konkret die Menschenwürde real existierender Menschen in Frage stellen will und dazu Gewaltdarstellungen einsetzt. Das ist eher bei politisch motivierten Straftaten im rechtsextremen Bereich angesiedelt und nicht bei der komerziellen Vermarktung von Horrorfilmen, von denen hier die Rede ist. Die Gewaltdarstellungen in diesem Film hier werden auch nicht verharmlost oder verherrlicht. Richtig ist, dass eine künsterlische Leistung, nämlich eine schauspielerische Leistung erbracht wird. Und diese ist nach der Verfassung frei. Das Problem ist, dass man sich in Deutschland viel zu viel gefallen lassen hat, was den § 131 StGB im Zusammenhang mit Spielfilmen angeht. Für die künsterlische Gestaltungskraft ist vielmehr Raum nach der Verfassung dar als man zu meinen mag. Z. B. stellt Hardcorepornographie in Pronofilmen mit echtem Sexualakt in Deutschland keinen Beschlagnahmegrund dar, da sie nicht gegen die Menschenwürde verstößt. Andererseit soll aber die geschauspielerte Vergewaltung in den oben bezeichneten Remake gegen die Menschenwürde verstoßen, obwohl kein Sexualakt stattfindet? So eine Ungleichbehandlung kann man vor einem ordentlichen Gericht höherer Instanz doch gar nicht vermitteln. Das der Film z. T. gegen den guten Geschmack verstoßen mag, mag ja sein. Das ist aber kein Grund dafür, dass Amtsgerichte und Behörden regelmäßig bei § 131 StGB i. V. m. Spielfilmen gegen die Verfassung und die Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichtes verstoßen. Wie soll ein Künstler oder der Inhaber eines Kunstwerkes in Deutschland eigentlich sein Werk öffentlich ohne behördliche Eingriffe darbieten, wenn ihm ständig der Zensor im Nacken sitzt, den es eigentlich gar nicht geben dürfte?

Das ist doch unser Problem hier. Der Staat maßt sich etwas an, was ihm nach der Verfassung gar nicht zusteht und nie zugestanden hat und alle schauen dabei wie gelähmt zu. Wer sein Original im Ausland kauft, der schließt einen Kaufvertrag nach dem dort geltenden Urheberrecht und Kaufvertragsrecht ab. Dann ist man bereits Eigentürmer des Films. Wenn dieser nun durch einen weiteren abzuschließenden Dienstleistungsvertrag zugesandt wird oder persönlich nach Deutschland in den EU-Binnenmarkt eingeführt wird, wird dabei auch kein Urheberrecht und kein § 131 StGB verletzt, da der Film durch den neuen Eigentümer nicht zum Vertrieb oder zur Vermarktung bzw. Verbreitung in Deutschland vorgesehen ist, sondern zum Privatgebrauch. Also was soll das mit dem Zusatz "nicht zustellbar" ohne Nennung der Rechtsgrundlage? Ist Deutschland neuerdings kein Rechtsstaat mehr? Der Film ist ungeschnitten in Österreicht für den normalen Postversand und Vertrieb zugelassen, dann ist das überall in der EU so, also auch in Deutschland (Angleichung des Rechts siehe Maastrichtvertrag und CHARTA der Grundrechte der Europäischen Union). Der Paket mit dem Film ist damit zuzustellen. Ende.

nagios, Einbeck [EU]

11.04.2012 01:10 Uhr - nagios
30.03.2012 14:15 Uhr schrieb Cheezburger
Was hat ein AT Unternehmen denn von einem deutschen Gericht zu befürchten wenn es im eigenen Land keine Straftat begangen hat?


Gar nichts, außer das es denn Film in Deutschland nicht mehr verbreiten darf, wenn das Unternehmen den Film bereits in Deutschland vor breitem öffentlichen Publikum vorgeführt hat. Andernfalls läge eine verfassungswidrige Vorzensur vor. Andererseits darf die Information auf den DVD und bluerays auch in Deutschland nicht mehr angehalten werden nach der CHARTA der Grundrechte der Europäischen Union. § 131 StGB ist daher für Deutschland Schnee von Gestern, soweit es Spielfilme betrifft.

nagios, Einbeck [EU]

08.07.2013 00:49 Uhr - zyankali
Hat den Film ein Strohmann für die Bundesprüfstelle bestellt, damit man ihn beschlagnahmen kann? Oder warum steht da "nicht zustellbar"? Wenn nicht zustellbar, dann muss der Film zurück geschickt werden in die USA und kann nicht einfach in Deutschland einbehalten werden. Solang der Film nicht zugestellt ist, kann auch noch kein Beschlagnahmegrund gem. § 131 StGB vorliegen. Ich gehe mal sowieso davon aus, das der Empfänger den Film aufgrund des Urheberrechts nicht verbreiten, öffentlich ausstellen, anschlagen, vorführen oder sonst zugänglich machen wollte, sondern eher für den Privatgebrauch gedacht war, so dass ein Straftatbestand gem. § 131 StGB und damit ein Beschlagnahmegrund nicht vorliegen kann, da der Besitz grundsätzlich nicht strafbar ist. Also was soll das mit der Beschlagnahme?

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