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Veröffentlicht am von Bob

Indiana Jones und der Tempel des Todes in England

Britische Freigabebehörde kramt im Archiv nach Zensurvorgaben

Die britische Zensurbehörde BBFC hat ein recht ungezwungenes Verhältnis zu ihrer Arbeit und resümiert regelmäßig in Büchern oder auf ihrer Internetseite über Entscheidungen in der Vergangenheit. Auch wenn es in ihnen darum geht, dass Filme in der ungekürzten Fassung für Erwachsene praktisch verboten werden sollen. So gibt es in der Rubrik "From the Archive" häufiger auch einen Rückblick auf die Zensurgeschichte bekannter Filme in England. Egal ob Dawn of the Dead, Psycho, Terminator 2 oder jetzt ganz aktuell Indiana Jones und der Tempel des Todes, der nach fast 30 Jahren erstmals offiziell ungekürzt in England erscheinen kann.

Natürlich hätte der Film auch damals ungekürzt erscheinen können, aber dann nur mit einer Freigabe ab 15 Jahren und nicht mit einem PG-Rating, welches auch Kindern ermöglicht, den Film im Kino zu sehen (eine Freigabe ab 12 gab es damals nicht). Aber während ein FSK 16 in Deutschland für den Verleih kein Problem war, musste es in England eben ein PG-Rating sein und somit war es erforderlich, dass knapp 1 Minute aus dem Film gekürzt wurde (Schnittbericht). Für die Blu-ray-Version in diesem Herbst bekam der Film in einer Neuprüfung die 12-er Kennzeichnung.

Passend zu diesem Feiertag präsentiert die BBFC auch die alten Prüfdokumente aus den 80ern. Einer der Prüfer notierte sich das in einer Übersicht wie folgt:

 

 Erläuterungen eines anderes Prüfers:

 

In der Zusammenfassung erklärt sich die BBFC und dies ist wirklich interessant zu lesen, da man sich offensichtlich sehr schwer damit tat, den Film, den sie selbst sehr mochten, zu zensieren.

 


Natürlich kann man wohl auch vermuten, dass sich die BBFC weitaus weniger verständnisvoll zeigt, wenn es sich um einen Film handelt, der weniger gut ankommt und man nicht versucht, zu retten, was zu retten ist, sondern einfach nach Schema F brutale Szenen aus dem Film tilgt.

Nichtsdestotrotz sind die Unterlagen der BBFC zum 2. Indy-Film interessant zu lesen und können ihn ihrer Gänze hier als PDF heruntergeladen werden.

 

Inhaltsangabe / Synopsis:

Auf der Flucht vor Verfolgern verschlägt es Professor Jones eher zufällig nach Indien, wo er auf eine Gemeinde stößt, deren Kinder von einer teuflischen Sekte zur Fronarbeit verschleppt wurden. Begleitet von seinem jungen chinesischen Helfer Short Round und der eher zufällig anwesenden Revuetänzerin Willie nimmt Jones die Spur ... [mehr]
Quelle: BBFC
Mehr zu:

Indiana Jones und der Tempel des Todes

(OT: Indiana Jones and the Temple of Doom, 1984)
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Kommentare

15.10.2012 00:11 Uhr - Der Duke
1x
Is ja niedlich,wie traurig die BBFC über die Kürzungen sind und was die nachher noch über E.T meinen :D

15.10.2012 03:42 Uhr - brundlefly
1x
Ich bin für einen Mitarbeiteraustausch mit FSK und BPJM^^

15.10.2012 05:32 Uhr - jatenk
1x
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legality - blasphemie. was zum fick?

15.10.2012 07:57 Uhr - peda
1x
Bemerkenswert transparent und nachvollziehbar.

Die FSK dagegen kann ja mal ihren Knobelbecher vorstellen. Deren spekulatives Gewäsch in den dreizeiligen Freigabebegründungen nehme ich schon lange nicht mehr ernst.

15.10.2012 08:17 Uhr - S.K.
1x
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Violence - Check !
Horror - Check !
Sex - WTF ????

15.10.2012 09:47 Uhr - göschle
Das sich die Ansicht der Schreibtischtäter mit der künstlerischen Kreativität der Filmemacher nicht selten als unverträglich herausstellt ist inzwischen ja hinlänglich bekannt. Auffallend ist auch, mit welch einer Hingabe und fast schon Wollust sich die Herrschaften in ihren Ausführungen ergehen. Die sind da keinen Deut besser, als der Verein in Deutschland, nur auf eine andere Art halt - die Filme machen sie dadurch trotzdem kapput.

15.10.2012 10:10 Uhr - mancer
2x
Naja, "Raiders" fand ich durch die Propeller- und Schmelz-Szenen auch nicht gerade PG-würdig... Die Nazi Thematik zwar auch, aber da hat man in GB ja seit jeher ein etwas anderes Verhältnis zu...

15.10.2012 11:26 Uhr - togusa
3x
Nur dass hier, wie alle FSK, BBFC, MPAA etc Prüfungen das Problem finanzieller Natur ist und nicht künstlerisch oder politisch motiviert.

Ein Freigabe ab 15 wäre in Ordnung gewesen, aber dann hätte der Film weit weniger eingespielt als mit seinem PG Rating. Finanzieller Erfolg ist immer wichtiger als künstlerische Integrität, und das ist eine Entscheidung der Produktion und des Vertriebs und nicht der bösen Prüforgane.
Ein FSK 18 Film lässt sich auch leichter verkaufen, als ein indizierter Film, aber man braucht schließlich seine Feindbilder.

15.10.2012 17:27 Uhr - Jack Bauer
1x
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Bester Indiana-Jones-Film!

15.10.2012 18:26 Uhr - DON
15.10.2012 17:27 Uhr schrieb Jack Bauer
Bester Indiana-Jones-Film!


Richtig!

15.10.2012 18:32 Uhr -
Interessant zu lesena uf jeden Fall. Mich würde auch mal interessieren, was die FSK dieser Checkliste entgegen zu setzen hat. Vermutlich ´nen 20er-Würfel oder so...

15.10.2012 20:45 Uhr - derKlaus
15.10.2012 18:32 Uhr schrieb burnedeyez
Interessant zu lesena uf jeden Fall. Mich würde auch mal interessieren, was die FSK dieser Checkliste entgegen zu setzen hat. Vermutlich ´nen 20er-Würfel oder so...

Decision Maker

Ich finde das eigentlich sehr interessant, das wusste ich gar nicht, dass die BBFC da ihre eigene Retro Ecke hat. Sehr schön finde ich das kommentieren. Das wäre eigentlich auf für die BPjM mal 'ne Sache. Insbesondere bei Spielen wie Blue Max und River Raid wäre das mal recht unterhaltsam. Die Listenstreichung von Doom las sich ja auch in etwa wie 'Ja damals war das echt heftig, heute hält das grafisch keiner mehr für realistisch.'

15.10.2012 20:49 Uhr - ondy1978
Genau wegen solchen Infos bin ich bei euch mehr ist nicht zu sagen ! außer > Dankeschön :)

16.10.2012 07:46 Uhr - S.K.
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15.10.2012 17:27 Uhr schrieb Jack Bauer
Bester Indiana-Jones-Film!

Es correkto !!!

16.10.2012 15:43 Uhr - evolinag
Bin für eine Neuprüfung ab 12 Jahren für die ersten beiden Indie-Teile.
Mit dem Alter geht der Film schon.
Für PG vielleicht doch etwas zu heftig.

16.10.2012 15:59 Uhr - Rudi Ratlos
1x
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"...Director Speilberg..." :D Danke für diese nette Anekdote!

16.10.2012 18:56 Uhr - PR3T3ND3R
15.10.2012 17:27 Uhr schrieb Jack Bauer
Bester Indiana-Jones-Film!


Genau meine Meinung!

16.10.2012 20:44 Uhr - Admiral Nogura
Schön Bericht, Bob. Aber was bedeutet
Auch wenn es in ihnen darum geht, dass Filme in der ungekürzten Fassung für Erwachsene praktisch verboten werden sollen.

?
Bitte erklär mal. Ich verstehe den Kontext nicht.
Danke.
Mit freundlichen Grüßen
Admiral Nogura

16.10.2012 21:14 Uhr - Admiral Nogura
1x
RAIDERS OF THE LOST ARK, one of the great
masterpieces of kids' entertainment


Interessant finde ich, dass gerade bei diesem Teil der Indiana-Jones-Filme die Diskussion um die Gewaltdarstellung entfacht wird, obwohl ich „Temple of Doom“ eindeutig für den kindertauglichsten Film der Original-Indiana-Jones-Trilogie halte. Dafür sprechen die vielen verspielten Elemente, wie Short Round als kindlicher Sidekick von Indiana Jones, der naive Humor, das sehr fantastische Setting, der kindliche Maharaja als Shorties Gegenpart und der große Anteil von Kindern im Film überhaupt.

Man hört immer wieder, dies wäre der düsterste Indiana-Jones-Film. Sicherlich ist die Szenerie, besser gesagt, das (Studio)-Setting in den schattigen roten Schein der Lava getaucht. Aber allgemein erinnert mich das unterirdische Katakomben an eine Geisterbahn. Es kommen sogar die Achterbahn samt Lore und Schienen drin vor ;) Auch finde ich die Action viel verspielter. Natürlich soll die Herz–herausreiß-Szene aufsehen erregen. Aber sie ist eindeutig im Bereich des Übernatürlichen anzusiedeln, wie man es aus Märchen und Sagen kennt. Dies kann man sicherlich auch zu dem Archen-Zauber mit dem Gesicher-Schmelzen in „Raiders of the lost Arc“ oder der Alterungsszene in „The Last Crusade“ sagen. Zumindest bei Raiders hat die Inszenierung diesbezüglich allerdings einen sadistischeren Touch. Die Tötungen durch Peitsche-Ventilator oder der Steinwalze kann man ähnlich wie in Raiders bei dem Nazi, der in den Flugzeugpropeller kommt, oder in Last Crusade bei dem Soldaten, der vom Panzer überrollt wird, als kuriose Unfälle verzeichnen. Allerdings greift Indy in „Temple of Doom“ seltener als in Raiders oder Last Crusade zur Waffe (außer am Anfang), um jemanden direkt zu töten.

Ich selber hatte die beiden ersten Teile mit zehn bzw. elf Jahren auf Video gesehen. Für mich gehört „Temple of Doom“ zu der Gruppe von Filmen, die Lucas und Spielberg Anfang der 80er drehte, wie die Star-Wars-Trilogie, E.T. oder Poltergeist, die sich auch Erwachsenen angucken können, die aber auch Kinder als Ziel-Publikum im Auge haben. Ich fand es damals als Kind gerade toll, dass diese Filme uns Kindern auch mit „echten Bedrohungen“ konfrontierten. Lucas und Spielberg verstanden damals noch, dass sich Kinder gerne Mal gruseln und mit auch mit tötlichen Gefahren im Kino umgehen können.

Im Vergleich zu „Temple of Doom“ finde ich besonders „Raiders of the Lost Ark“ aber auch „Last Crusade“ wesentlich zynischer, weshalb ich denke, dass diese Filme eher für ein heranwachsendes Zielpublikum gemacht wurden. Für mich ist "Tempel of Doom" mit Short Round & Co., das was "Return of the Jedi" mit seinen Ewoks im Verhältnis zu "Star Wars" und "Empire strikes back" war.

Ich vermute, dass der Grund, warum gerade "Temple of Doom" in den Fokus des Jugendschutzes geraten ist, WEIL er eben formal sehr auf ein kindliches Publikum zugeschnitten ist. OK, "Die Goonies" ist er nicht, aber ganz klar Wegbereiter für diesen (siehe Short-Round-Darsteller Jonathan Ke Quan).

17.10.2012 02:48 Uhr - Admiral Nogura
RAIDERS OF THE LOST ARK, one of the great masterpieces of kids' entertainment



Interessant finde ich, dass gerade bei diesem Teil der Indiana-Jones-Filme die Diskussion um die Gewaltdarstellung entfacht wird, obwohl ich „Temple of Doom“ eindeutig für den kindertauglichsten Film der ersten drei Indiana-Jones-Filme halte. Dafür sprechen die vielen verspielten Elemente, wie Short Round als kindlicher Sidekick von Indiana Jones, der naive Humor, das sehr fantastische Setting, der kindliche Maharaja als Shorties Gegenpart und der große Anteil von Kindern im Film überhaupt.

Man hört immer wieder, dies wäre der düsterste Indiana-Jones-Film. Sicherlich hinterlassen die schattigen Katakomben, welche nur durch den Schein der Lave erhellt werden, einen düsteren Eindruck als die sonnige Wüste Arabiens. Allerdings erinnert mich das Studio-Setting stark an eine Geisterbahn. Es kommen sogar die Achterbahn samt Schienen und Lore darin vor. Auch finde ich, dass die Action viel verspielter ist. Natürlich soll die Herz–herausreiß-Szene aufsehen erregen. Aber sie ist eindeutig im Bereich des Übernatürlichen anzusiedeln, wie man es aus Märchen und Sagen kennt. Dies kann man sicherlich auch zu dem Archen-Zauber mit dem Gesicher-Schmelzen in „Raiders of the lost Arc“ oder der Alterungsszene in „The Last Crusade“ sagen. Zumindest bei Raiders hat die Inszenierung dahingegen einen sadistischeren Touch. Die Tötungen durch Peitsche-Ventilator oder der Steinwalze kann man ähnlich wie in Raiders bei dem Nazi, der in den Flugzeugpropeller kommt, oder in Last Crusade bei dem Soldaten, der vom Panzer überrollt wird, als kuriose Unfälle verzeichnen. Allerdings greift Indy in „Temple of Doom“ seltener als in Raiders oder Last Crusade zur Waffe, um jemanden direkt zu töten.

Ich war zehn bzw. elf Jahren alt, als ich die beiden ersten Indiana-Jones-Filme auf Video gesehen habe. Für mich gehört „Temple of Doom“ zu der Gruppe von Filmen, die Lucas und Spielberg Ende der 70er und Anfang der 80er drehten, wie die Star-Wars-Trilogie, E.T. oder Poltergeist, die sich Erwachsenen gut angucken können, die aber auch Kinder als Ziel-Publikum im Auge hatten. Diese Filme boten naive Abenteur für die ganze Familie. Ich fand es damals als Kind gerade toll, dass diese Filme uns Kindern mit „echten Bedrohungen“ konfrontierten. Lucas und Spielberg verstanden damals noch, dass sich Kinder gerne mal gruseln und auch mit tötlichen Gefahren im Kino umgehen können.

Im Vergleich zu „Temple of Doom“ finde ich besonders „Raiders of the Lost Ark“ aber auch „Last Crusade“ wesentlich zynischer, weshalb ich denke, dass die zuletzt genannten Filme eher für ein heranwachsendes Zielpublikum gemacht wurden. Für mich ist "Tempel of Doom" mit Short Round & Co. zu "Raiders of the Lost Arc" das, was "Return of the Jedi" mit seinen Ewoks im Verhältnis zu "Star Wars" und "Empire strikes back" ist.

Vermutlich ist die Tatsache, dass "Temple of Doom" so sehr auf ein kindliches Publikum zugeschnitten ist, der Grund dafür, warum gerade "Temple of Doom" in den Fokus des Jugendschutzes geraten ist. OK, "Die Goonies" ist er nicht, aber ganz klar Wegbereiter für diesen (siehe Short-Round-Darsteller Jonathan Ke Quan).

17.10.2012 19:44 Uhr - MartinRiggs
15.10.2012 17:27 Uhr schrieb Jack Bauer
Bester Indiana-Jones-Film!


Dem schließ ich mich voll und ganz an! Auch wenn Mr. Spielberg selbst da anderer Meinung ist.

17.10.2012 20:43 Uhr - Deafmobil
1x
Die Engländer können Import-DVD+BluRay besorgen. Fast alle Scheibe sind OT Englisch. Damit ist die Probleme ausgesorgt. Anders sieht bei uns Deutschland. Falls in Deutschland geschnitten wird gibt keine Import DVD+BluRay wo die deutsche Tonspur dabei sind. Nur ein paar Ausnahmen ist in der UK-Version die deutsche Sprache vorhanden!

Also haben die Engländer 100% Vorteil eine Unzensierte oder ungekürzte Fassung im Ausland zu besorgen. Und Deutschland steht schlecht da. Verlierer sind wie immer die Deutschen!

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