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Veröffentlicht am von Mike Lowrey

13.000 Kilometer - Die Männer der Emden mit Langfassung

32 Minuten mehr Material für deutschen Historienfilm

Seit vielen Jahren strahlen die Öffentlich-Rechtlichen nicht nur fremdproduzierte Filme aus, sondern nehmen sich auch immer wieder selbst diverser Stoffe an, die sie wahlweise komplett selbst realisieren oder co-produzieren. Oft feiert das dann auch dort seine Premiere, ab und an kommt es auch vorher noch ins Kino. Prominentere Beispiele sind Der Baader Meinhof Komplex oder Die Päpstin.

Im Januar kam 13.000 Kilometer - Die Männer der Emden in die deutschen Kinos, hinterließ aber bei Kritikern keinen allzu euphorischen Eindruck. Was dieser Film jedoch mit den zuvor genannten Beispielen gemeinsam hat, ist, dass neben der Kinofassung auch eine wesentlich längere Version für die TV-Ausstrahlung angefertigt wurde. Bei der Emdener Schiffscrew bedeutet das ein um ganze 32 Minuten erweitertes Abenteuer, das in Zukunft in der ARD ausgestrahlt werden wird. Wie schon bei der Kinofassung wurde eine Freigabe ab 12 Jahren von der FSK vergeben.

Inhaltsangabe / Synopsis:

1914, das erste Jahr des Ersten Weltkriegs. Der kleine Kreuzer "Emden" der kaiserlichen deutschen Marine hat es in wenigen Monaten geschafft sich durch List, Taktik und Fairness gegenüber den Gegnern einen Ruf bei Freund und Feind zu machen. "Gentlemen of War" nennen sie selbst britische Zeitungen. Während ein ... [mehr]
Mehr zu:

13.000 Kilometer - Die Männer der Emden

(OT: Männer der Emden, Die, 2012)

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Kommentare

14.07.2013 09:32 Uhr - Jerry Dandridge
1x
Noch nie davon gehört...

14.07.2013 17:45 Uhr - KKinski
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Kriegsschiff = Gentleman??? Das ist ja mal geil.
"Einen wunderschönen Tag. Wir sinds von der Kaiserlichen Marine und versenken euch jetzt. Tut uns auch furchtbar leid. Aber so ist Krieg nun mal"
Die haben mit dem Schiff 23 Handelsschiffe versenkt und nur 2 Kriegsschiffe. Das ist echt gentlemanlike.
Die haben sich als Briten getarnt und Schiffe im Hafen versenkt.
Die Geschichte der Oddyssee ist ja durchaus interessant, aber man muss sie nicht mit ganz so viel Pathos und Schmalz verkaufen.
Manche Werbetexter sollte man zur Emden schicken.
Ansonsten war der Film ein laues Lüftchen im Kinowald, wenn überhaupt. Der wurde doch gar nicht zur Kenntnis genommen.

14.07.2013 19:23 Uhr - Mikey
Das ist das erste Mal, dass ich überhaupt von diesem Titel erfahre. Wurde dafür überhaupt Werbung
gemacht??? Wenn der mal im TV läuft, werd ich reinschaun.

16.07.2013 14:37 Uhr - Ulic
solange die Ferres mit ihrem kehligen Schauspielgehabe nicht dabei ist.... ;.)

16.07.2013 20:12 Uhr - Crossbone
Der dritte Mann von links, mit den gelockten langen Haaren gefällt mir gut ;)

12.10.2013 02:08 Uhr - Oswaldius
@KKinski - bevor Sie hier undifferenzierte Kommentare in den Äther posaunen, sollten Sie doch etwas genauer recherchieren. Ich gestehe gerne ein, dass manch kritischem Betrachter eine vermeintlich pathetische Inszenierung eines Kriegsfilms - vor allem aus "deutscher Perspektive" zunächst suspekt vorkommen mag, eine Kritik sollte jedoch fundiert sein und nicht auf hanebüchenen Behauptungen bestehen.
Den "Spitznamen/Titel" "gentleman of the sea(s)" erhielt die SmS Emden seinerzeit durch die britische (!) Presse - und dies aus gutem Grunde, da sich der Kommandant (und seine Offiziere) in der Kriegsführung eben tatsächlich "gentlemanlike" verhalten hat und gerade dies war und ist beachtlich, da es sich um einen der ersten "modernen" Kriege gehandelt hat, in dem "Ritterlichkeit" und "gentlemanlikes" Verhalten eben kaum mehr möglich war und von den allerwenigsten Beteiligten (auf allen Seiten!) praktiziert wure.

Daher möchte ich auf Ihren Beitrag einmal ausführlich eingehen:

Kriegsschiff = Gentleman??? Das ist ja mal geil.

Ja, das ist "geil", beziehungsweise im historischen Kontext zumindest beachtenswert, weil die Handlung der Offiziere und Mannschaften dieses Schiffes in diesem Orlog durchaus "gentlemanlike" war- in der Kriegsmarine muss man konstatieren, dass es das letzte Schiff war (oder zumindest eines der letzten Schiffe), dessen Besatzung "gentlemanlike" gehandelt hat .

"Einen wunderschönen Tag. Wir sinds von der Kaiserlichen Marine und versenken euch jetzt. Tut uns auch furchtbar leid. Aber so ist Krieg nun mal"
Genau dieser Punkt ist eben beachtlich, denn fast genauso lief es ab. Die SMS Emden stoppte (!) die feindlichen Handelsschiffe, sprach (!) mit ihnen und informierte sie über ihr Schicksal. Sie nahm die Besatzungen und Passagiere auf, BEVOR sie die Handelsschiffe versenkte und schickte sogar (mindestens) zwei Prisen mit den "Schiffbrüchigen/Gefangenen" in britische Häfen und damit in die Freiheit. (Angemerkt sei, dass dies natürlich NICHT NUR aus "humanen" Überlegungen geschah, sondern auch, weil man die Verpflegung und Versorgung der Gefangenen nicht gewährleisten konnte.) Die übliche Vorgehensweise war, gegnerische Schiffe schlicht und einfach zu versenken, ohne sich um deren Besatzung zu kümmern. Der qualitative Unterschied liegt in der Behandlung (und Rettung) der betroffenen Besatzungen. INDEM "die SMS Emden" mit diesen sprach und die Besatzungen vor der Versenkung abbarg (und später in die Freiheit entließ), handelte die SMS Emden tatsächlich "gentlemanlike".

Die haben mit dem Schiff 23 Handelsschiffe versenkt und nur 2 Kriegsschiffe. Das ist echt gentlemanlike. [/] Das war- mit Verlaub- ihre Aufgabe. Laut Seekriegsleitung war die SMS Emden zum Handelskrieg detachiert. Überlegene Seestreitkräfte anzugreifen, wäre Selbstmord gleichgekommen und hätte zudem dem Auftrag widersprochen. Wenn Sie generell der Meinung sind, dass Kriegsschiffe nicht gegen Handelsschiffe agieren sollten, wie beurteilen Sie dann die britische Seeblockade, oder die überwiegende Mehrheit aller Handlungen im Seekrieg seit der Antike?
Wesentlich ist die humane Vorgehensweise der Führung der SMS Emden, die beispielsweise im Vergleich zum Einsatz von Seeminen (von allen Kriegsparteien eingesetzt) oder zum uneingeschränkten U-Boot-Krieg (überwiegend (aber nicht ausschließlich) von Seiten der Kaiserlichen Marine) eben angenehm "ritterlich", "human" oder eben "gentlemanlike" war.
Die haben sich als Briten getarnt...
...so wie sich 80-90% der britischen Schiffe als "Neutrale" (bis 1916 z.B. als Amerikaner) getarnt haben. Es handelt sich hierbei um eine Kriegslist, die seit der Antike von allen seefahrenden Nationen praktiziert wurde (und wird). Es handelt sich um Tarnung und nicht um arglistige Täuschung. WESENTLICH ist auch hier, dass die Parteien sich im Moment der Gefechtsberührung (nicht der Annäherungen), also im letzten Moment, zu erkennen geben. Die SMS Emden hat laut KTB und laut allen (auch britischen) Berichten AUSSCHLIESSLICH und zu jeder Zeit sämtliche Gefechte unter richtiger Fahne geführt - die angegriffenen Schiffe nebenbei nicht, aber das steht hier ja nicht zur Debatte.

.... und Schiffe im Hafen versenkt.
Dies entspricht nicht der Wahrheit (auch wenn es sogar legitim wäre). Die SMS Emden hat den - ihr leicht überlegenen (!)- geschützten Kreuzer Schemtschug im Hafen von Penang versenkt, d.h. ein (!) Schiff und dies war ein überlegenes Kriegsschiff. Sie hätte danach auch die komplette im Hafen liegende Handelsflotte vernichten können, was sie aber nicht tat. (Gründe dafür - laut KTB: "Vermeidung ziviler Opfer" und "Gefährung durch mögliche Torpedoträger"). Bei der Beschießung von Madras verbrannten (wohl) auch im Hafen liegende Segelschiffe, auf Grund von auslaufendem brennendem Öl, deren Mannschaften jedoch konnten sich retten. Zudem sei angemerkt, dass der Kapitän der Emden dabei extra einen (für sein Schiff gefährlicheren) Kurs legen ließ, um bei der Beschießung der Ziele (Öltanks) nicht unbeabsichtigt zivile Wohngebiete zu treffen.

Die Geschichte der Oddyssee ist ja durchaus interessant, aber man muss sie nicht mit ganz so viel Pathos und Schmalz verkaufen.

Erst hier kann ich Ihre Kritik etwas ernster nehmen, da tatsächlich etwas Pathos enthalten ist. Da es sich allerdings - wie Sie richtig anmerken- um das Genre einer "Odyssee" handelt, muss doch Pathos eingewoben werden. Streichen Sie mal aus Homers Vergleichsvorlage alle pathetischen Elemente - es bleiben schlichte Worthülsen. Eine Odyssee MUSS pathetisch inszeniert werden, wem dieses Pathos nicht passt, dem gefällt das Genre nicht, wofür aber weder die Regisseure, noch die Drehbuchschreiber, noch die "Werbetexter" verantwortlich gemacht werden können.

Beim "Schmalz" bin ich endlich ganz bei Ihnen- dieser ist auch mir im vorliegenden Werk zu dick aufgetragen und wäre eigentlich auf Grund der historischen Realität gar nicht notwendig gewesen. Vermutlich aber wurde die "Love-Story" mit eingebunden, um sich vom Vorwurf der Pathetisierung distanzieren zu können.
Ich persönlich halte den Film für eine bildgewaltige Inszenierung einer weitgehend wahren Begebenheit, die durchaus sehenswert ist. Als Kenner der Materie (spätestens hier gestehe ich gerne offen ein, dass ich Germanist und (Marine-) Historiker bin) fällt allerdings störend ins Gewicht, dass der Untertitel des Films "Eine wahre Geschichte..." lautet und eben nicht vollkommen der Wahrheit entspricht.

Offensichtlich ist das Drehbuch auf Basis der Werke :" 1000 £ Kopfpreis – tot oder lebendig: Fluchtabenteuer des ehemaligen Prisenoffiziers S. M. S. „Emden“ Julius Lauterbach" und "Die Kaperfahrten des Kleinen Kreuzers Emden" (R.K.Lochner) entstanden.
Während das Drehbuch und der Film Elemente aus beiden "Tatsachenberichten" (welche natürlich tendenziös sind) verquickt und als "eine Flucht" ausgibt, bei der die Trennschärfe zu Gunsten der "Story" geopfert wird, ist die historische Wirklichkeit (und damit auch "Wahrheit") eine andere: es handelt sich um zwei Fluchten- einerseits die, des Landunsgkorps der SMS Emden von Cocos Island, andererseits um die des realen Julius Lauterbach (mit 34 anderen inhaftierten Besatzungsmitgliedern der "Exodus" (Ex-Prise der Ex- SMS Emden) und der Überlebenden der SMS Emden. Diese beiden Fluchten werden im Film offenbar teilweise /zu Gunsten der Story) miteinander verquickt, was nicht vollkommen der "Wahrheit" (zumindest nach dem jetzigen Kenntnisstand) entspricht.
Selbst als Historiker kann ich aber über diese kleine Ungenauigkeit hinwegsehen (wenn man beachtet, welchen Anspruch beispielsweise ein Guido Knopp in seinen "historischen Dokumentationen" vorgibt und welche Fehler ihm in diesen (weitgehend unbenommen) unterlaufen).
Der Film ist bildgewaltig, neigt mitunter zum Pathos (Geschmackssache) und dient sich dem allgemeinen Publikum durch eine (meinetwegen) schmalzige Lovestory an- ist aber in meinen Augen durchaus gelungen und sehenswert.

19.11.2013 19:56 Uhr - Darklord666
1x
Na da ham wir ja zumindest schonmal EINEN Fan des Films... ; )

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