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Veröffentlicht am von Blade41

Martyrs bekommt seine 16er Freigabe in Frankreich

Nach Protesten wird Martyrs auf 16er Freigabe runtergestuft

Mit brutalen Horrorfilmen macht das französische Genrekino zur Zeit von sich reden. Haben Filme wie Inside oder Frontier(s), speziell hier in Deutschland arge Probleme bei den Freigabeinstanzen, so wurden die Filme in Frankreich unzensiert "ab 16 Jahren" freigegeben.
Dieses Glück sollte aber nicht dem neusten Vertreter Martyrs beschienen sein. So wurde der Film bei seiner ersten Prüfung vom französischen FSK-Pendant mit einer 18er Freigabe abgestraft. Auch bei einer zweiten Prüfung wurde diese Freigabe bestätigt.

Die Tatsache, dass Martyrs ab 18 freigegeben wurde, löste einen riesigen Skandal in Frankreich aus. Zumal das 18er Rating zum größten Teil auf Filmen mit pornografischen Szenen angewandt wird und mit einigen Restriktionen verbunden ist. So spielen viele Kinos keine Titel ab 18 (ähnlich wie beim amerikanischen NC-17 Rating) und auch im TV gibt es einige Einschränkungen.

Jetzt setzte sich nach heftigen Protesten die französische Kultusministerin Christine Albanel für den Film ein und erwirkte eine erneute Prüfung für Martyrs. Diese Prüfung wurde für den 1. Juli angesetzt und mit einem Ergebnis von 14 Pro- zu 12 Kontrastimmen bekam der Horrorfilm jetzt die kommerziell wichtige 16er Freigabe.

Die Rechte für Deutschland liegen bei Senator, welche sich bereits Inside angenommen haben. Ein Releasedatum für die DVD ist noch nicht bekannt. Ursprünglich für Oktober geplant, wurde der Titel vor kurzen aber aus den Releaselisten genommen.

Was aber sicher ist, ist dass Martyrs auf dem diesjärigen Fantasy Filmfest laufen wird, welches am 12. August in Berlin starten und sich durch 8 Städte ziehen wird.

Genauere Informationen gibt es auf deren Homepage:
FantasyFilmfest.com

Inhaltsangabe / Synopsis:

Frankreich, Anfang der 70er-Jahre, ein verlassenes Industriegelände. Keine Menschenseele ist zu sehen, als sich die zehnjährige Julie schreiend und blutend durch die staubigen Straßen schleppt, dem Wahnsinn nahe, auf der Flucht vor unbekannten Peinigern.

Als sie endlich aufgefunden wird, weist ihr geschundener Körper die Merkmale monatelanger Entbehrungen auf, aber ... [mehr]
Quelle: Filmsactu.com
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Martyrs

(OT: Martyrs, 2008)
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Kommentare

02.07.2008 17:23 Uhr - markymarco
wenn die FSK mal so tollerant wäre...

02.07.2008 17:24 Uhr - graf orlock
ich weiss nicht wie hart der film in frankreich ab 18 ist aber hoffe das da nicht allzuviel der schere zum opfer gefallen ist. also ein film wie "a l'interieur" hat schon nen derben härtegrad ab 16...aber es wurde auch schon gesagt dass martyrs noch WEIT härter ist. das glaub ich erst wenn ich ihn seh.

02.07.2008 17:26 Uhr - beneath_the_ashes
ist doch eigentlich völlig egal ob der in frankreich ab 16 ist ... wenn der ähnlich krass wird wie frontier(s) dann ist der in D sowieso 2 wochen nach release aufm Index ...


02.07.2008 17:33 Uhr - Andy Lau
ähnlich krass wie frontier(s)? du hast inside noch nicht gesehen oder? dieser stellt den deutlich härteren film der beiden dar. martyrs geht nochmal über inside hinaus. und wenn der in frankreich ab 18 sein dollte, dann wirds in deutschland whl nur ne ungeprügfte fassung schaffen.

warum setzt sich in frankreich überhaupt die kultusministerin für solch einen spltterfilm ein?

02.07.2008 17:42 Uhr - blade41
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In Frankreich gelten Filme halt noch als Kunst und Kulturgut. ;)

02.07.2008 17:48 Uhr - Bill is killed
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Also das Inside härter sein soll als Frontier(s) liegt wohl echt im Auge des Betrachters. Es sind beides extrem gewalttätige Filme welche sich imho die Waage halten.

02.07.2008 18:14 Uhr - chris1983
Wär das mal in Deutschland so.

Als Besipiel: JohnRambo! Ich geh ja mal davon aus, dass der demnächst indiziert wird. Mal gucken, ob Frau von der Leyen sich dann für den Film einsetzt :-)

02.07.2008 18:22 Uhr - Hoss is on the Wagon
Kunst und Kulturgut?
Wo ist da die Hypothese?
Mal ehrlich. Halte auch nur beschränkt etwas von Restriktionen/Verboten/Zensuren, aber alles Material, was je auf Zelluloid gebannt wurde unabdingbar als Kunst einstufen zu wollen? Muss das sein.
Diese Aussage ist doch ein gefundenes Fressen für Politiker wie Beckst**n und Co.
Finde in diesem Kontext relevanter die Einstufungen der zuständigen deutschen Behörden zu kritisieren. Wäre doch einfacher, den Film zu indizieren (wie die Pornos in Frankreich und Deutschland) und dann ungeschnitten nur an Erwachsene auszugeben. Impliziert auch eine Verschärfung der Jugendkontrollen. Wenn man die lasche Gesetzgebung hinsichtlich der Alkoholabgabe sieht und das Gefährdungspotential von Jugendlichen unter Alkoholeinfluss, dann wirkt das Rechtssystem hinsichtlich der Filmbewertung eher als "Prohibition".

02.07.2008 18:23 Uhr -
Da sieht man aber wie toll es doch manch andere Länder haben. Dort wird protestiert, wenn ein Film ne zu hohe Freigabe bekommt.
Hier gehen die ganzen Jugendschützer und heimlichen Altnazis auf die Barikaden, wenn es mal nen härteren Film uncut gibt. Ich glaub es wird Zeit auszuwandern

02.07.2008 18:27 Uhr -
wenn diese blöden deutschen einstufungsgremien mal abgeschafft werden würden

02.07.2008 18:27 Uhr - peacekeepa
1x
Es wäre wirklich schön, gäbe es in Europa endlich ein einheitliches und verbindliches Ratingssystem. So blieben einem beiderseitige Auswüchse beim Jugendschutz ( Übertreibung: Deutschland ; Untertreibung: z.B. Niederlande, Frankreich ) vielleicht erspart.

@ adrianmajewski

Auswandern wegen Jugendschutz und den damit verbundenen Konsequenzen? Bleib mal realistisch, denn es gibt noch wichtigere Sachen als Filme, Spiele usw. Zudem leben wir im Internetzeitalter und können uns das, was der deutsche Staat meint, uns vorenthalten zu müssen, alles besorgen.

02.07.2008 18:28 Uhr -
Tja, da sieht man deutlich, wo hierzulande das Problem liegt. Hier wird immer nur Theater gemacht, wenn ein Film oder Game angeblich zu niedrig oder überhaupt gerated wurde. Woanders ist es genau umgekehrt und das sieht man dann auch an den Altersfreigaben dort. Die sind echt korrekt drauf was Filme angeht, die Franzmänner und -frauen. Eben eine ganz andere Einstellung als hier, wo immer nur alles gleich "schlecht" und "schädigend" ist, wenn es nicht "Musikantenstadl" heißt. :)

02.07.2008 18:33 Uhr - LUCASLOAN
WENN IN FRANKREICH FRONTIERS UND INSIDE AB 16 SIND ,
WAS BITTE SOLL DANN IN DIESEM FILM VORSICHGEHEN ?
ACH DU SCHEISSE...

02.07.2008 18:35 Uhr - Matti1969
1x
...Jetzt setzte sich nach heftigen Protesten die französische Kultusministerin Christine Albanel...

Wow, das finde ich doch mal wirklich klasse! Eine Kultusministerin die sich für abseitige Filme einsetzt und zwar positiv. Das sollte sich mal in deutschen Politikerkreisen herumsprechen, aber diese Pfeifen hacken lieber auf solchen Filmen herum und wollen sie zum Teufel schicken.

02.07.2008 18:40 Uhr - SAL
2x
Da sieht man es wieder, Politiker müssen nur husten und die Freigabebehörden müssen den Arsch hinhalten.
Interessant ist nur das in Frankreich sich die Politiker FÜR Medien stark machen und hier in Deutschland Politiker mit null Ahnung von der Materie Spiele beschlagnahmen lassen. (Condemned)

Das ist echt SOOOO peinlich für Deutschland.

02.07.2008 18:47 Uhr - DerLanghaarige
Was was WAAAAAS? Knallhartes Gewaltkino bekommt eine Jugendfreundliche Freigabe weil eine Politikerin es so will? Ich werde nie wieder Witze über Franzosen machen!

02.07.2008 18:47 Uhr - Undertaker
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Die französische Kultusministerin interveniert wegen einer niedrigeren Freigabe eines Kinofilms und das deutsche Pendant beantragt die Indizierung eines Kinderbuches. Man könnte fast denken, dass dies zwei völlig verschiedene Kulturen sind. Dabei trennt uns nur eine imaginäre Grenze. Eine Hammermeldung, die uns in Deutschland leider absolut gar nichts nutzen wird...

02.07.2008 18:54 Uhr -
@peacekeepa: Die Plitik in diesen Land ist sowiso total im Arsch, da sind Filme auch noch eines der unwichtigeren Ärgernisse. Aber auch die Leute die sich dass alles gefallen lassen, und so ein minderbemiteltes Pack wählen, sind meiner Meinung nach mitschuld. Daher auswandern, jetzt muss ich mir nur noch ein Land aussuchen, dass meinen Ansprüchen gerecht wird, oder in Deutschland eine eigene Partei gründen ;)

02.07.2008 19:00 Uhr - johnrambo2000
1x
Ich ziehe meinen Hut vor den Franzosen! Da sieht man mal wieder, wie vernünftig das im Ausland geregelt wird...
die sind halt nicht so blöd wie wir und jammern nicht rum von wegen Killerspielen und Gewaltfilmen. "In Frankreich gelten Filme halt noch als Kunst und Kulturgut" - das hat blade41 gut ausgedrückt. Und genau so sollte es auch in allen Ländern sein!

Ich bin für Jugendschutz! Gebt den Film halt erst ab 18 frei - aber gebt ihn UNCUT ab 18 frei! Eigentlich eine Selbstverständlichkeit - nur nicht in diesem erbärmlichen Land...


02.07.2008 19:41 Uhr - BallerSant
Also Frontiers ist härter als Inside!!
Und Martyers ist härter als beide zusammen, hab den schon auf Franz gesehn, geiler FILM!!! =) =)

02.07.2008 19:41 Uhr - Evil Wraith
AFAIK dreht sich der Plot von "Martyrs" speziell um das Thema Kindesmisshandlung, was evtl. auch der franz. Kulturbehörde erst mal sauer aufgestoßen sein dürfte.

02.07.2008 20:01 Uhr - Hoss is on the Wagon
Kunst?
Der Film (mit dem Hintergrund des Kindesmissbrauchs) beleuchtet die Rache zweier Frauen an ihre Peiniger. Ein Film (gut oder schlecht) für Erwachsene. Mehr nicht. Sollte man mal drüber nachgedacht haben. Übrigens ein stark tabuisiertes Thema in Deutschland.

02.07.2008 20:05 Uhr - beneath_the_ashes
ich hab inside uncut gesehen fand aber dennoch frontier(s) auf grund der thematik und des umsetzung das die "heldin" im film nur in voller verzweiflung zur gewalt greift ... kam bei inside irgendwie leider nicht so intensiv rüber wie bei frontier(s)

ich meine jmd die halsschlagader aufzubeißen ist halt schon was anderes als einer frau den bauch mit einer schere aufzuschneiden ...

02.07.2008 20:22 Uhr - Skeletor
1x
@Evil Wraith
Den Reviews nach zu urteilen dreht sich der Plot in "Martyrs" NICHT um KIndesmisshandlung, sondern um ideologisch motivierte Folter, psychisch und physisch...und zwar mit einer Drastik, die man im Kino so wohl noch nicht erlebt hat.

@Hoss is on the Wagon
Es ist keine Hypothese notwendig, da man in Ländern wie Frankreich (wie auch in Spanien, Polen etc.) davon ausgeht, dass Spielfilme - ob jugendgefährdent oder nicht - Kunst sind. Eine Sichtweise, die dem deutschen Gesetzgeber - und leider auch vielen Staatsbürgern - völlig fremd ist. Diese sehen zuerst und vor allem potentielle Gefahren und die Kunstfreiheit kommt wenn überhaupt erst an zweiter oder dritter Stelle.

"Mal ehrlich. Halte auch nur beschränkt etwas von Restriktionen/Verboten/Zensuren, aber alles Material, was je auf Zelluloid gebannt wurde unabdingbar als Kunst einstufen zu wollen? Muss das sein?"

Ja, muß sein. Denn wenn man das so wie hierzulande regelt, dann hat man schnell bei jedem auch nur dezent problematischem Film sofort einen "Zensor" im Nacken, der sagt: "Mein Lieblingsfilm ist Kunst, aber deiner nicht!". Leider beschränkt sich das Kunstverständniss des deutschen Gesetzgebers auf Pragraphen, die notfalls auch mit elitären Bevormundungen von Erwachsenen durchgesetzt werden.
In Frankreich ab 16 im Kino und in Deutschland noch nicht einmal mit Spio/JK im Erwachsenenbereich der Videothek. Medienfreiheit made in Germany;-)

02.07.2008 20:24 Uhr -
@adrianmajewski
deren politik?!
haha, erstmal an der eigenen nase fassen ..
.. das sagst du doch nur weil bei dir noch keine brennenden autos vor'm haus stehen.

werd' ihn mir dann vermutlich in frankfurt beim FFF ansehen, ich fand' den teaser ganz interessant

02.07.2008 20:32 Uhr - Kitamuraaa
Interessant. Bei denen wird wegen der Kinotauglichkeit einfach eine niedrigere Freigabe vergeben und bei und wird deswegen munter gekürzt...

02.07.2008 20:33 Uhr - J.T.
war ja ehrlich gesagt bischen enttäuscht von inside und frontiers wurden beide so hochgelobt...also da hba ich schon andere sachen gesehn..mal schauen wie Martyrs wird. hoffe da kommt ne unrated raus...

02.07.2008 20:55 Uhr - Skeletor
@J.T.
Haha, echt? Welche Sachen wären das dann? Bitte sag jetzt nicht Braindead...
Zumindest bei Inside dürfte es echt schwer werden einen ähnlich extremen und blutigen KINOFILM zu finden.

02.07.2008 21:32 Uhr - J.T.
Cannibal Holocaust, Cannibal Ferrox, Eaten Alive, Guinea Pig...

02.07.2008 21:39 Uhr - peacekeepa
1x
@ adrianmajewski

Wenn du mal so wie ich eine zeitlang im Ausland gelebt hast, werden sich einige deiner Ansichten sicherlich relativieren und du wirst Sachen, die du momentan als Nachteil betrachtest, in einem anderen Licht sehen.

zum Thema Kunst

Filme - und vermehrt auch Videospiele - werden auch in Deutschland als Kunst gehandelt; nicht umsonst gibt es einen Filmkanon, der sogar an den Schulen behandelt wird bzw. werden kann. Das Problem ist nur, dass Horror, Action und Porno für viele Menschen nicht unter "Kunst" fallen und diese Subgenres deshalb einen schweren Stand haben. Zum Teil sind aber auch die Filmhersteller nicht ganz unschuldig an der Situation, denn streckenweise wird übelster Schund produziert, den man beim besten Willen nicht als Kunst deklarieren kann.

02.07.2008 22:29 Uhr - göschle
14 zu 12 Pro Stimmen halte ich insofern für bemerkenswert, dass das Ergenbis denkbar knapp ausgefallen ist. Neben der deutschen Regierung hat ja
bereits England und Frankreich ein härteres Vorgehen gegen die sogenannten "Gewaltfilme" angekündigt und
ich bin sehr gespannt darauf wie sich die Zensurpolitik in Europa künftig entwickeln wird. Inwieweit das Einwirken der französischen Kulturministerin mit einer möglichen Vorabzensur in Zusammenhang steht, geht aus der News leider nicht hervor.



02.07.2008 22:39 Uhr - Skeletor
@J.T.
Guinea Pig ist kein Spielfilm, sondern eine Low Budget Serie und so ein alter Italo Schinken wie Ferox dürfte wohl heute eher eine Menge Lacher provozieren. Inside ist da nicht nur um einiges blutiger, sondern vor allem technisch weitaus besser realisiert, was den Härtegrad noch mal ordentlich intensivieren dürfte.

Ja, offtopic...man möge es mir verzeihen.

02.07.2008 23:16 Uhr - haramich
Sorry wenn ich das mal so sagen muss, aber nicht alles was mal auf eine Leinwand gepinselt wurde oder in ein Mikrofilm gebrüllt oder auch auf Zelluloid gebannt wurde ist gleich Kunst.

Ansonsten müsste man ja alles erlaubt lassen. Auch die ganzen Rechtsrocksachen und Filme aus der damaligen Zeit. Irgendwo sollten auch gewisse Grenzen gesetzt sein. Ich glaub nicht das es an der deutschen Justiz liegt, dass wieder mehr Filme auf dem Index landen. Die ist eher harmloser geworden. Vielmehr haben eher die Filmemacher nochmal gewaltig an der Gewaltschraube gedreht.

02.07.2008 23:39 Uhr - Pyri
Eigentlich wollte ich nach meinem Disput mit dem einen Moderator hier ja nichts mehr posten, aber da zu der Meldung in das Forum kurz zu blicken hat mich jetzt doch dermaßen verwundert, dass ich meinen Senf kaum bei mir halten kann:


@Hoss is on the Wagon
Ich habe im Ernst noch nie in meinem Leben etwas so absurdes gelesen. Welche Hypothese? Bin echt völlig erschüttert. Für die Plastik oder das Musiktheater bedurfte es auch keiner solchen, außer bei ihrer Genese - rückblickend betrachtet. Diese Frage ist nichts anderes als die Frage nach einer Legitimierung der Selbstverständlichkeit von Diskriminierung einer Ausdrucksform über der anderen... Filme gelten in Deutschland dabei sowieso alle als Kunstwerke, anders betrachtet werden bloß Videospiele. Unglaublich verwirrend diese allein vom Eindruck deutscher Kultur- und Medienpolitik getragenen Aussagen - erst die zu Politiker und Inhalte: das Beispiel Frankreich zeigt doch, wie Politiker auch negativ auf zensorische Eingriffe reagieren können? Dort gibt es dann sozusagen gar keine Becksteins mit ihren noch als Wahrheiten transportierten beleidigenden Meinungen mehr!? Jedenfalls werden diese dann nicht mehr so wahrgenommen... In Frankreich von einer Indizierung zu sprechen ist auch nicht richtig, diese ist so ein genuin deutsches Elaborat - meines Wissens nach einmalig in der Europäischen Union, und darüber hinaus. Inklusive einem Australien. Kurzum: die paternalistische Bevormundung seiner Bürger angesichts diverser unliebsamer Kulturindustrien oder gar die Feststellung besserer Geschmäcker und angeblich sozialethisch desorientierter Kulturgüter ist nicht unbedingt die Sache von anderen Staaten als Deutschland...

@peacekeepa
Ich weiß ja nicht wo Sie gelebt haben, aber Videospiele gelten in Deutschland nach wie vor nicht als Kulturgut oder "Kunst", welche begrifflich noch gebunden ist an einer gewissen "Gestaltungshöhe". Filme jedoch sehr wohl (und zwar grundsätzlich alle, alles andere wäre bei Videospielen aus meiner Sicht auch verfassungswidrig - also auch der informelle Vorschlag aus dem Deutschen Kulturrat - aber selbst könnten Juristen womöglich noch "Jugendmedienschutz"-Erklärungen wohl oder übel finden).
Auf so abenteuerliche Ideen bei der Videospielfeindlichkeit im Land bloß "gute" Videospiele zur Kunst erklären zu wollen, wie dies aus dem Deutschen Kulturrat allen Ernstes vorgeschlagen wurde, muss man auch erstmal kommen...
Videospiele gelten formal weiterhin als materielle Kultur (wie Kaffeetassen) ohne Sozialadäquanz. Am deutlichsten sieht man das daran, dass in ihnen im Unterschied zum noch dämlichsten Fernseh-Ulk wie bei "Ein Käfig voller Helden" der Nationalsozialismus oder nationalsozialistische Herrschaft systematisch auf symbolischer, personeller und ideologisicher Ebene weitgehend verschleiert werden muss, um in Deutschland überhaupt veröffentlicht werden zu können. Eine Ausnahme davon bietet lediglich die Wirtschaftssimulation "Das Museum" aus den 90er Jahren, welche aus diesem Grund allerdings auch dezidiert nicht als "Spiel" sondern als "Edutainment"-Produkt ausgewiesen werden musste. Die Situation ist übrigens hier bei schnittberichte.com so gut dokumentiert wie nirgendwo anders...
Und bei kulturellen Erzeugnissen von "Schund" zu reden ist auch so eine Sache: ich persönlich halte konsensual entstandene Produktionen mit "Schande" zu assoziieren für menschenverachtend und verantwortungslos. Ein Werturteil kann man auch anders ausdrücken. Über Ihren "Willen" möchte ich mich darüber hinaus aber wirklich lieber ausschweigen...

02.07.2008 23:45 Uhr -
wow, frankreich ist ein echtes paradies für filmfreunde...
schande über deutschland!
und an alle, die jetzt wieder mit "ist doch egal, gibt doch importe"-blablabla-scheiß kommen:
man kann sich doch nicht jeden einzelnen film importieren! ich möchte als freier, mündiger, volljähriger bürger (in einem angeblich freiem land) in die videothek gehen und die filme einfach uncut ausleihen und nicht gleich jeden dreck kaufen.
zum glück gab es zb. "inside" auf den fff-nights: alter schwede, hätte ich mich geärgert, wenn ich mir diese gurke gekauft hätte, denn ich fand den stinklangweilig!

02.07.2008 23:58 Uhr -
Wäre dafür das Horror/Splatterfilme gleich wie Pornos behandelt werden. Das heisst UNCUT (kenne keine gekürzten Pornos, ausser im TV) im 18er Bereich einer Videothek oder in grossen Sex-DVD-Discountern. Das muss man sich mal vorstellen, es gibt kaufhaus-große Läden die NUR Pornos verleihen/verkaufen. Der Zutritt ist ab 18 mit Ausweisskontrolle, womit dem Jugendschutz definitv genüge getan wird. Warum besteht nicht die Möglichkeit seitens des Gesetzgebers es so zu handhaben, dann gäbe es ähnlich dem Vetrieb von Pornos keine Jugengefährdung, was ja höchste Priorität laut der Politik hat?

03.07.2008 00:21 Uhr - Undertaker
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@ Prince Goro

Nur zur Information. Es gibt sehr wohl gekürzte Pornos. Aber das soll hier nicht Gegenstand der Diskussion sein...

03.07.2008 00:23 Uhr -
@ Undertaker
Egal, was ich mit meinem Post sagen wollte ist ja klar rübergekommen.

03.07.2008 00:31 Uhr - Pyri
@ Prince Goro
Ich finde das schon auch äußerst interessant: in Amerika haben sich ganze politische Bewegungen gegen Gesetzesvorlagen gebildet, die Videospiele mit Pornographie gleichsetzen. Die Freigaben von Filmen werden dort sowieso nur sporadisch kritisiert und stehen nicht wirklich zu Debatte - hier liest man hingegen sogar immer wieder von ganzen Einrichtungen, welche auf Basis dieses Prinzips errichtet werden sollen, und das noch selbst artikuliert von vermeintlichen Filmfreunden ^^

03.07.2008 00:38 Uhr - Undertaker
Moderator
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@ Prince Goro

Ich hatte einen fragenden Unterton in Dein Post interpretiert und mich wohl geirrt. Sehe es einfach als kleinen Service. ;-)

03.07.2008 00:41 Uhr -
@ Pyri
Und genau da sehe ich das Problem, an der Verrangehensweise an das Thema Jugendschutz. Wenn man Minderjährigen den Zugang zu jugendgefährdenden Inhalten/Medien erschweren bzw. diese unterbinden will, erreicht man das nicht durch Verbote (jeder der einen PC bedienen kann, der hat auch Möglichkeit sich ALLES zu besorgen). Die Abgabe muss kontrolliert werden wie oben erwähnt durch Ausweisskontrollen etc. . Aber wenn Kinder in Geschäften nicht einmal reinkommen wo Artikel für Erwachsene verkauft werden, würde meiner Meinung nach der Jugendschutz fruchten.

@ Undertaker
Nein, heute mal ohne Unterton! ;)

03.07.2008 01:58 Uhr - Skeletor
1x
@haramich
Sorry, wenn ich das mal so sagen muß...aber, Spielfilme = Kunst. Was Kinofilme (=fiktive Produkte) angeht, würde ich doch gern als erwachsener Staatsbürger mir selbst die Grenzen setzen. Auf die verlogenen Moralvorstellungen irgendwelcher Gartenzwergnazis aus den Unionsparteien kann ich gerne verzichten. Und dass die Filmemacher an der Gewaltschraube gedreht haben hat seine Gründe. Schau dich doch mal in Europa um, in was für einer "netten" Zeit wir leben...

03.07.2008 09:23 Uhr - lutsch3r
Hach ich freu mich!
Frankreich ist in der heutigen Zeit das was Italien in den 80ern war.
<3 Frankreich und deren Genrekino.
Zur Zensur in D fällt mir nix neues ein ;)

03.07.2008 09:57 Uhr - haramich
@ Skeletor

Der ewige Jude ist auch ein Spielfim, den willst du doch nicht als Kunst bezeichnen. Manche Filme nehmen den begriff Kunst doch nur noch als Aufhänger für Gewaltorgien. Das ist Gewaltverherrlichung. Zugangsbeschränkungen für Jugendliche sind meiner Meinung nach in Ordnung. Indizierungen ebenfalls. Man kommt ja trotzdem noch dran. Irgendwo soll auch die Kunst grenzen haben. Viele Menschen auch über 18 Jahre haben ein Problem Realität und Fiktion zu unterscheiden. Die wollen dann halt mal selbst ein bisschen Hostel spielen.

Ob du dir deine grenzen setzen kannst oder nicht vermag ich nicht zu beurteilen. Fakt ist jedoch das viele Sachen ansehen die weit über Ihren persönlichen Grenzen liegen.

03.07.2008 11:30 Uhr - Pyri
@ Skeletor
"Der ewige Jude" ist kein Spielfilm sondern eine antisemitische, rassistisch-hetzende "Dokumentation" ^^ Als Historiker hab ich mir das Machwerk einmal sogar im Unterricht angetan... Und wenn etwas anderes einfach so "Gewaltverherrlichung" ist: wo bitte soll diese dann beginnen?

03.07.2008 11:39 Uhr - chris1983
1x
An diesem Beispiel sieht man, dass meiner Meinung nach in Frankreich ein viel besseres, weil unbürokratischeres, Jugendschutzsystem herrscht. Hier werden nur wenige Filme ab 18 Jahren freigegeben. Diese werden dann aber auch strenger behandelt als die anderen Filme. Das macht Indizierungen/Beschlagnahmungen quasi überflüssig.

Ich meine, wenn da ein Fim ab 18 ist, bekommt man ihn im Geschäft auch erst ab 18. Wenn das hier genauso wäre, könnte man besipielsweise "Braindead" ab 18 freigeben und gut is. Der könnte dann auch frei verkauft werden, wenn sich die Verkäufer dran halten würden, den auch wirklich nur an über 18jährige rauszugeben.

Einfacher, billiger, kundenfreundlicher, der Publisher würde sich auch freuen, und der Schutz der Jugend wäre rotzdem gewährleiset.

03.07.2008 11:41 Uhr - Chris Redfield
1x
Moinsen,

@beneath the ashes: Ist ja sehr schön das du vergleiche dazu aufstellst aber denk nächstes mal vorher nach und setz ne verdammte SPOILER Warnung davor, es gibt tatsächlich Menschen die beide Filme noch nicht gesehen haben und das Ende von "Inside" hast du ja dank deinem grandiosen Post auch schon verraten, im Namen aller die den Film noch nicht gesehen aber deinen Post gelesen haben: DANKESCHÖN !

MfG: Chris

03.07.2008 11:42 Uhr - Pyri
@ haramich
"Der ewige Jude" ist kein Spielfilm sondern eine antisemitischer, rassistisch-hetzende Nazi-"Dokumentation" ^^ Als Historiker hab ich mir dieses Machwerk an der Uni sogar einmal im Unterricht angetan. Und wenn etwas anderes einfach so "Gewaltverherrlichung" ist, wo bitte soll diese dann beginnen? Genau dort wo deutsche Gerichte sie ansetzen?

03.07.2008 11:45 Uhr - Pyri
@ chris1983
Es gibt in Frankreich nunmal keine Indizierungen oder Beschlagnahmungen so wie in Deutschland, und wohl auch eine grundsätzlich andere Einstellung zum Genre-Film dort.

03.07.2008 12:19 Uhr -
In Frankreich gilt Film als Kunstform, in Deutschland dagegen wird es als Konsumprodukt gesehen.
Da machen sich beide Parteien schuldig, die Gesetzgebung und die sogenannten Fans. Letzeren kommt es mittlerweile nicht mehr auf dem Film selber an, sondern auf seine Verpackung. Ein Blick in die gängigen Foren zeigt, dass man sich lieber seitenlang über Hartboxen und Metalpacks unterhält, als über den Film ansich.
Warum wendet ihr euch nicht alle an den/die Bundestagsabgeordneten in eurer Stadt und beschwert euch über die aktuelle Gesetzeslage? Die haben regelmäßig Sprechstunden und müssen euch zuhören. Wenn das genug machen, dann wird sich was bewegen!
Wobei ich mir sicher bin, dass viele 131er Sammler dann wiederum das jammern anfangen, dass ihre Sammlung jetzt nichts mehr wert sei.

03.07.2008 12:40 Uhr - peacekeepa
1x
@ Pyri

Im Grunde genommen haben Sie natürlich recht, aber auch in Deutschland findet so langsam ein Umdenken statt, was anscheinend nur nicht registriert wird. SPIEGEL, FAZ, Süddeutsche und Co. bieten mittlerweile in ihren Feuilletons auch Spielerezensionen an - gewiss, diese sind nicht so umfangreich wie beispielsweise Theater- oder Literaturkritiken. Aber es ist ein Anfang, der vor ein paar Jahren so noch nicht möglich war. Erwähnenswert auch, dass abgesehen von vielen unausgewogenen und einseitig negativen Kommentaren es auch Journalisten gibt, die sich vorurteilsfrei mit dem Medium auseinandersetzen und seine Vorteile loben. Exemplarisch dafür steht GTA 4, dessen Gewaltgrad zwar immer noch kritisiert wird, jedoch wegen seiner perfekten Inszenierung auch sehr gelobt wurde. DIE ZEIT ging sogar davon aus, dass Videospiele in ferner Zukunft das Medium Film als Umsatzbringer in der Unterhaltungsindustrie ablösen werden und man denn auch nicht drum herumkommen wird, sie genauso gleichwertig wie andere Kunstformen zu behandeln.


Und bei kulturellen Erzeugnissen von "Schund" zu reden ist auch so eine Sache: ich persönlich halte konsensual entstandene Produktionen mit "Schande" zu assoziieren für menschenverachtend und verantwortungslos. Ein Werturteil kann man auch anders ausdrücken.


Natürlich kann man sich gewählter ausdrücken. Ersetzen Sie "Schund" einfach durch "übles Machwerk" - das lese ich ziemlich oft in Rezensionen.

03.07.2008 13:34 Uhr - Hoss is on the Wagon
@Pyri:
Der Historiker (fürs Selbstwertgefüh?l), der so herrlich penetrant den Jugendschutz ignoriert und dazu nur den Deckmantel der Kunst gebraucht. Herrlich!
Gewalt als Kulturgut! Etwas obsolet, aber nur etwas.
Hypothese?
Wie wäre wohl eine Welt ohne Jugendschutz?
Aber zugegeben, eigentlich sind sie nur ein destruktiver genuiner Schnacker mit zuviel Zeit.
Es lebe die Gewalt!

03.07.2008 13:46 Uhr - Hoss is on the Wagon
p.p.S: @Pyri:
mal einfach besser lesen, und dann wird das schon was mit dem Verständnis des geschriebenen Wortes. Eine Aneinanderreihung von Fremdwörtern ersetzt nicht die fehlende Logik.Oder (rhetorisch gefragt, verstehen sie ja, oder?)?
Aber ihre Meinung steht bestimmt auch schon geschrieben und gilt dann wohl als Kulturgut/Kunst oder einfach als fiktional?
Bitte um Aufklärung.

03.07.2008 14:11 Uhr -

. 03.07.2008 - 13:46 Uhr schrieb Hoss is on the Wagon
Eine Aneinanderreihung von Fremdwörtern ersetzt nicht die fehlende Logik.


Beifall! :-) Ich schlage dich für den Grimme Preis vor! :)

03.07.2008 14:39 Uhr - haramich
@ Pyri

was wodrunter fällt entscheidet bei uns der Gesetzgeber. Hostel 2 hats erwischt. Meiner Meinung nach zurecht. Ich versuch übrigens nur zu argumentieren und nicht zu überzeugen.

@ Hoss is on the wagon

Danke

03.07.2008 14:52 Uhr - Pyri
@ Peacekeepa
Ja in der Tat. Es tut sich momentan auch einiges positives, vielen Dank für den Hinweis auf die FAZ, aber um sozusagen eine Trendwende zu sehen ist es noch etwas zu früh meine ich: mal sehen, ob und wenn, dann wie sich die aktuelle Novellierung des Gesetzes auf "gewaltbeherrschte" Videospiele in der USK-Praxis auswirkt.
@Hoss is on the Wagon
"Gewalt als Kulturgut": es ist nicht mein Problem, wenn Sie (explizite) Gewaltdarstellungen von vornherein affirmativ interpretieren, zumal explizite Darstellungen auch eher die Opferperspektive einnehmen. Täter sind dabei ganz einfach mehr (auch ideologisch) an Sauberkeit interessiert, weshalb ich gerade die Forderungen nach kultureller Sauberkeit in Deutschland so spannend finde. Darüber hinaus: Deutschland ist doch auch nicht die Welt, oder? In meinem Land Österreich gibt es jedenfalls weder Indizierungen, noch Beschlagnahmungen und Vernichtungen von Filmen, und auch diese Seite kann von hier aus betrieben werden. Sie haben ihren mich beleidigen wollenden Beitrag jedenfalls auf keiner Einrichtung hinterlassen, die wegen Ihres so hoch gelobten "Jugendschutzes" auf einem deutschen Server in dieser Form möglich wäre. Aber anscheinend sind Sie sich dessen gar nicht bewusst, oder wie ^^ Dabei sehe ich einen Unterschied zwischen "Jugendschutz" und einer unter dem Eindruck kultureller Fremdenfeindlichkeit vorgetragenen perfiden Unterstellungen pauschalisierend "Gewaltverherrlichung" bei bestimmten Darstellung etc. Festzustellen und das noch bis zu Rezensions- und totalen Handelsverboten zu ahnden.
Ihnen gefällt bereits meine Sprache nicht, wollen anscheinend dass ich mich mehr auf "deutsche Worte" besinne, gut, dann ist es wohl auch zuviel verlangt hier grundsätzlich (mehr) Toleranz oder gar Respekt zu erwarten.
Ich habe nicht zu viel Zeit, sondern habe es mir unter anderem zur Aufgabe gemacht als Wissenschafter die Situation zu untersuchen, und diesbezüglich finde ich es eben auch hochinteressant wie Sie hier noch ein System verteidigen, das Ihnen selbst sogar noch verwehrt hätte diese Verteidigung so zu formulieren - auf einer Seite namens "Schnittberichte.de" nämlich.
Meine Meinung ist schließlich weder "Kulturgut/Kunst", noch erfunden wie Sie meinten ^^ Sondern ganz einfach: meine Meinung :-) Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Wie können Sie es für sich verantworten, aus dieser abzuleiten, dass mir der Jugendschutz grundsätzlich völlig egal ist: allein aufgrund Ihrer Interpretaton der Bedeutung von Gewaltdarstellungen?
Die wissenschaftlichen Ergebnisse aus meiner Forschung zu einer vorverurteilenden Geisteshaltung, wie Sie sie eben auch hier für mich zum Ausdruck gebracht haben, können Sie bei Zeiten mal lesen oder hören, unter Umständen - sofern Ihnen an Aufklärung wirklich gelegen ist.

03.07.2008 15:04 Uhr - Pyri
@ SAM
1. Sehr interessanter Beitrag zur Sammelleidenschaft mancher Leute, stimme ich voll und ganz zu, bloß stimmt es nicht, dass Filme in Deutschland kein Kulturgut oder Kunst wären. Das sind sie schon sehr sehr lange. Es geht hier mehr um die Interpretation bestimmter Inhalte in ihnen...
2. Was soll meine Sprache mit einer fehlenden Logik zu tun haben? Worin besteht hier der Fehler auf Voruteile und Ressentiments hinzuweisen ^^

@haramich
Eli Roth wollte mit seinem Film den Menschen ermöglichen mit Gewalt umgehen zu können. Was möchte bei Euch der Gesetzgeber erreichen?

03.07.2008 15:07 Uhr - LUCASLOAN
Solange solche Filme geschaut werden und hochgelobt sind, werden die Filmemacher immer an der Gewaltschraube drehen !
Und scheinbar klappt das ganz gut.
Ich habe mir Inside und Frontiers nicht angeschaut und diesen werde ich mir auch nicht anschauen.
Irgendwann ist mal gut

03.07.2008 15:08 Uhr - Heroic_One
Aplaus (im ernst)
ich find ihre rede gut
auch wenn etwas schwer zu lesen aber ich hab sie gerafft
und sehr schön die geschlossene seite schnittberichte.de unter die nase gehalten

ich verstehe diese befürworter unseres systems auch nicht
und ja gewaltdarstellung ist auch eine kunst
denkt man da mal an menschenfeind
harter schluss ohne das hätte der film nicht die wirkung

aber auch klar nicht jeder film ist gleich kunst
denkt man da an die tollen us massenproduktionen
naja kann man da sagen kunst?
aber ich sage auch so paar kleckse sind auch keine kunst

03.07.2008 15:33 Uhr - Pyri
@ Heroic One
Danke, und ich möchte die Kritik an meiner Sprache auch ernst nehmen. Der Film "Menschenfeind" ist sicher ein sehr schönes Beispiel: Gaspar Noe ließ ja auch für viele unverständlich eine Warnung darin einblenden, dass Szenen abstoßend oder unerträglich wirken könnten. Ähnlich der Fernsehsender ARTE Mit seinen neutralen Hinweisen auf moralische Empfindungen vor zu expliziten Sex- oder Gewaltdarstellungen. Dennoch kann im deutschen ARTE Nicht dasselbe Programm ausgestrahlt werden wie im französischen Pendant (siehe vor kurzem "Day of the Dead").

03.07.2008 16:04 Uhr - Heroic_One
an der sprace ist nichts auszusetzen
ist nur nicht diese simple sprache, wie zb
ich sie verwende, halt 0815

das mit arte und so
das ist genau das was ich auch immer sage
wenn man sich nur mal europa anguckt, in den meisten ländern ist 15/16 die höchstfreigabe, es gibt nur wenige mit einer 18er, und wenn dann dort aber 18 und wirklich unzensiert (zb Spanien)
und irgendwie klappt bei denen auch alles, die kinder und jugendlichen sind da nicht schlimmer als hier und auch die erwachsenen sind kein stück schlechter.

Und auserdem das deutsche standart volk ist auch gar nicht mal so drauf, die meisten sind da auch ziemlich tollerant.
Nur das problem ist, das sich die meisten dafür auch nicht interessieren und schon gar nicht würden die sich die mühe machen daran was zu ändern.

Und noch ein problem ist, sogar hier, wo man eigentlich auf einer seite gegen die zensur und sich filmfans befinden (die normal das auch für kunst halten müssen, denn sonst ist man einer von den ach ich zieh mir mal einen film rein aus langeweile)

gibt es welche die das sogar befürworten
Ehrlich ich verstehe diese leute nicht.
Würde gerne mal mit einem mich unterhalten aber ich kenn keinen persönlich.

Aber naja so ist es
sei froh das du in Österreich diese Probleme nicht (mehr),naja teilweise ja durch uns) hast.

03.07.2008 16:23 Uhr - DOTD
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ich seh schon die B-Listen Indizierung und Beschlagnahme der Uncut Version.

03.07.2008 18:56 Uhr - Pyri
@ Heroic One
Danke nochmals für Deine Worte.
Ich verstehe die Situation selbst hier im Forum auch nicht.
Mir noch "penetrante Ignoranz" in Jugendschutzsachen vorzuwerfen, wo ich mich doch genau damit auch auseinander setze, muss ich denjenigen mir ebenfalls so unbekannten auch zurückweisen. Mit welcher Einstellung sich diese Leute ihre Filme dann eigentlich so ansehen kann ich dementsprechend auch nicht sagen. Bei Jugendschutz, dort wo er auch wirklich anzutreffen ist, bin ich jedenfalls teilweise sogar noch restriktiver als die FSK: "Casino Royale" (2006) Tät ich persönlich keinem 12-jährigen Jungen zeigen.
Bloß beim Index, in Schreibverboten, der Asservatenkammer und darüber hinaus, für Sachen in Deutschland, die bei uns noch in jedem Media Markt erhältlich sind, dort sehe ich ihn nunmal nicht - den Jugendschutz...

03.07.2008 19:52 Uhr -

57. 03.07.2008 - 15:04 Uhr schrieb Pyri
...
Was möchte bei Euch der Gesetzgeber erreichen?

ganz einfach:
er möchte sachen verschwinden lassen, die ihm persönlich nicht passen - so wie damals, als die ignoranten nazis bücher verbrannt haben!

03.07.2008 20:41 Uhr - jacky2000
Da setzt sich in Frankreich ja sogar die Kulturministerin für niedrigere Freigaben ein.In Deutschland ist das genau das Gegenteil,Politiker setzen sich für restriktiveren Jugendschutz ein!

03.07.2008 21:38 Uhr - Skeletor
Die Kulturministerin setzt sich hier in erster Linie dafür ein, dass ein qualitativ hochwertiger französischer Genrefilm nicht auf Grund der hohen Freigabe sein Geld nicht einspielen kann. Eine Situation, die es in Deutschland schon deswegen nicht gibt, da es hierzulande praktisch unmöglich ist einen Genrebeitrag auf Weltniveau zu produzieren. Deutschland ist in dieser Hinsicht ein hoffungsloses Entwicklungsland...leider.

03.07.2008 22:04 Uhr - göschle
Ja gut, die Ministerin setzt sich ein, aber die entscheidende Frage, ob daraus letztendlich auch Schnitte resultieren, wird nicht beantwortet, schliesslich will auch die Sarkozy Regierung gegen Gewaltfilme vorgehen...Was ich vermute: Martyrs wird
nicht in seiner ursprünglichen Fassung erscheinen.

03.07.2008 22:04 Uhr - J.T.
wurde denn der film nach kürzungen - oder in der uncut fassung freigegeben?

03.07.2008 22:09 Uhr - göschle
@ J.T.

DAS IST DIE FRAGE !

03.07.2008 22:26 Uhr - Pyri
Ja, die Frage einer etwaigen Kürzung des Films beantwortet die News-Meldung tatsächlich nicht. Aber hätte es bei Erwägung einer solchen überhaupt die Intervention einer Ministerin gebraucht?
@ göschle
Will die französische Regierung wirklich auch so dagegen vorgehen? Woher die Information?

03.07.2008 22:40 Uhr - göschle
@ Pyri

Französische Verhältnisse lassen sich nicht mit deutschen vergleichen.
Wenn du regelmässig Phoenix schaust, dann bekommst du solche Informationen u.a. auch die Vorbereitung eines
europaweiten Import-Stopps einschlägiger Ware.

03.07.2008 22:48 Uhr - Pyri
@ göschle
Ein europaweiter Import-Stopp von Filmen mit expliziten Gewaltdarstellungen ^^ Das scheint mir doch eine sehr übertriebene Zensurfantasie zu sein :-D Oder eine Idee von Franco Frattini... Je nachdem :-) Danke jedenfalls für die rasche Antwort

03.07.2008 23:12 Uhr - haramich
@ Pyri

Fühl dich doch nich direkt persönlich angegriffen. Den Spruch mit dem "deutschen Worten" hättest du dir echt sparen können. Das implizierte etwas... nunja sagen wir "traditionelles". Ich meinte nur das manche Filme nur noch einen Rahmen für Gewalt bilden. Ich zum Beispiel mag den neuen Rambo. Aber einem Film wie Hostel 2 auch nur das enfernteste in Sachen Kunst zuzusprechen liegt mir fern. Was Eli Roth meinte könnte man eventuell noch auf den ersten Teil beziehen. Der war zwar langweilig aber immerhin innovativ. Teil 2 ist meiner Meinung nach zurecht auf dem Index. Dieser Index ist wieder mal meiner Meinung nach auch eine sehr gute Institution. Durch das Werbeverbot verschwindet so ein Film schnell aus den Köpfen der Jugend und ist der breiten Masse, mangels Bekanntheit, einfach kein Begriff. Das sich die Horrornerds den Film trotzdem besorgen auch wenn sie unter 18 sind ist klar. Aber der grossteil der unter 18 jährigen wird entweder den Film garnicht kennen oder die Mühe scheuen sich den Film zu besorgen. Beschlagnahmungen sind eine Sache für sich. Bei sinnlosen Gewaltorgien ohne Verstand ist eine Beschlagnahmung für mich gerechtfertigt. Das trifft dann aber wirklich nur auf ganz wenige Filme zu. Auch Hostel 2 wäre nicht dabei. Der einzige Ittenbach-Film den ich jemals gesehen habe wäre ein Kandidat dafür und Guinea Pig sowieso.

Ich hoffe ich konnte dir meinen Standpunkt etwas verdeutlichen.

03.07.2008 23:13 Uhr - göschle
@ Pyri
Warten wir mal ab, was passiert, aber ich kann dir jetzt schon eines sagen: die letzte Eu-Konferenz in Strassbourg (glaube Mai war das) hat sich u.a mit
dem Thema Gewalt in Filmen und Spiele bzw. dessen Bekämpfung befasst. Mit "Martyrs" scheint sich für mich schon eine leichte Tendenz abzuzeichnen, in welche Richtung das Pendel ausschlagen wird, nämlich in mehr staatliche Kontrolle. In der News erfährt man
nicht, wer hier genau Sturm gelaufen ist. War es der
Distributor, Filmverbände, Regiseure bzw. andere Vereinigungen...also sehr diffus. Die aktive Einmischung eines Politikers, sprich Kultusministerin,
sagt mir aus Erfahrung, dass es dann meistens auf einen Kompromiss hinaus läuft, weshalb ich daraus meine Vermutung folgerte. Für mich persönlich ein Akt der bewussten Schadensbegrenzung.

04.07.2008 02:59 Uhr - Skeletor
Interessantes Interview mit dem Regisseur von Martyrs:

http://www.shocktillyoudrop.com/news/topnews.php?id=6654

04.07.2008 08:49 Uhr - LUCASLOAN
danke skeletor

04.07.2008 10:49 Uhr - graf orlock
@ haramich
du wiedersprichst dir ja ganz schön...du glaubst doch nicht ernsthaft dass "die jugend" durch ein werbeverbot filme schnell vergisst. ein verbot macht alles viel interessanter. das war immer so und wird immer so bleiben.
du findest den neuen rambo ganz gut aber ittenbach filme und guinea pig sollen ruhig beschlagnahmt werden?
also ittenbach filme sind fernab der realität und zu guinea pig kann man stehen wie man will. ich zumindest kenne mittlerweile schlimmeres.
ich persönlich würde alle rambo filme bis auf den ersten beschlagnahmen,denn für mich gibt es keine/n kommerziell erfolgreichen film/reihe der/die auf solch einem level gewalt zelebriert.
und dass der neue film so heftig abgefeiert wird ist mir ein rätsel.

etwas offtopic-
desweiteren macht es mir etwas angst wenn bei den schnittberichten zu rambo diskutiert wird, ob dieses oder jenes geschoss tatsächlich einen kopf zum platzen bringt...
was in dem film gezeigt wird ist noch nichtmal realitätsfern und anscheinend gibt es den kommentaren zufolge leute denen die vorstellung eines solchen szenarios gefallen würde.


04.07.2008 14:08 Uhr - haramich
@ graf orlock

Ich sehe keinen Widerspruch. Rambo ist eine klassicher Actionfilm indem die Leute aufs übelste niedergemäht werden, aber es zu einer Distanz zwischen Publikum und Film kommt. Bei Filmen wie Guinea Pig bleib nur die ergötzung an der Qual der Darsteller über 70 bis 90 Minuten. Das macht die Sache viel persönlicher. Wenn das dann nicht mit irgend einem Sinn verbunden ist dann ist dass für mich Gewaltverherrlichend. Ob und wann beschlagnahmt werden sollte maße ich mir nicht an zu beurteilen.

Die gewalt bei Rambo ist wirklich grenzwertig und ob Geschosse wirklich so eine Wirkung haben ist mir egal. Ich durfte einmal neuankömmlinge aus dem Irak im US Krankenhaus in Landshut sehen. Das reicht.

Das Verbot mag Jugendliche anziehen, allerdings scheuen viele die Mühe sich solche Filme zu besorgen und für andere ist es einfach kein Begriff. Viele kennen ja nichtmals Braindead (Meiner Meinung nach sofort weg mit der Beschlagnahmung und ein Spio Siegel drauf, sehr hart ist er ja allemal). Da ist selbst das Internet zu viel Aufwand. Ich kenn kaum einen der Guinea Pig kennt. Abgesehen von den Nerds die ich vorher schon erwähnt hatte. Die besorgen sich natürlich alles.

04.07.2008 17:48 Uhr - Pyri
@haramich
Ja, aber wie soll ich Dein Lob auf die Einrichtung Index und deren Werbeverbot auffassen, wenn Du mir diese Zeilen über eine Seite sendest, welche in dieser Form gerade deswegen aus Deutschland unmöglich wäre? Ich könnte mir auch ein Werbeverbot für bestimmte Sachen vorstellen, aber bestimmt keines das ebenso eine Berichterstattung wie hier einschränkt und Rezensionsverbote einschließt. Ich halte das mittlerweile beschlagnahmte "Hostel 2", worin übrigens der ehemalige slowakische Kulturminister eine Nebenrolle hat - das ist jetzt sozusagen also gar nicht mal so off-topic wie es vielleicht scheint, für eine zwar zynische, aber auch bestechende ökonomische Parabel zur Dienstleistungsgesellschaft. Ein trotz gleicher Handlung zum Vorgänger hervorragender Subtext für mich, während mich Teil 1 Bloß aufgrund dessen Anleihen an Polanski und Rodriguez, sowie wegen des kurzen Auftritts von Takashi Miike interessierte.
Für ein "Guinea Pig", diese Kannibalenfilme und anderes tät ich mich hingegen niemals einsetzen. Gewaltverherrlichung ergibt sich für mich aber auch nicht allein von expliziten Darstellungen oder extremen Konstruktionen heraus, wie bei Amateurfilmern zum Beispiel üblich, sondern können durchaus auch relativ saubere Sachen bedeuten - wie "Dirty Harry" oder die "Hitman"-Spiele. Wer sich durch Gewalt befreien gedenkt wird dies auch weit eher mittels Sauberkeit tun, dafür gibt es ideologische Beispiele, und schmutzige sowie hässliche Dinge mitunter sogar regelrecht politisch verfolgen lassen. Blutiges Leid und Elend wurde schließlich schon im europäischen Mittelalter als christliche Abschreckung gezeigt. Warum also vieles in dieser Richtung gleich unter dem Eindruck eines angenommenen Sadismus interpretieren?

@göschle
Was bei mir als Ergebnis dieser EU-Tagung hängen geblieben ist, ist dass es keine einheitlichen Regelungen in Europa geben wird: da vertraue ich auf http://www.derstandard.at - weiterverlinken von dort aus (für mich?) leider nicht möglich. Ich sehe mit Ausnahme vielleicht von Großbritannien, da ist es mittlerweile schon mehr, die Diskussion im europäischen Ausland von Deutschland aus gesehen hauptsächlich unter populistischen Gesichtspunkten. Sicher wird sich kaum ein(e) PolitikerIn einer großen Volkspartei finden lassen die angesprochen auf das Thema nicht über Spiele und Filme herzieht - ganz einfach wegen der eindeutig spürbaren öffentlichen Meinung dazu. Realpolitisch sieht es hingegen schon wieder ganz anders aus: hierzulande in Österreich gibt es gar nicht die nötigen Einrichtungen für sowas. Hinter der 1954 Geschaffenen BPJM Steckt ja auch ein relativ aufwendiger Beamtenapparat - samt relativ hoher Kosten. Ich beschäftige mich zwar nicht mit der österreichischen Medienwissenschaft, aber erinnere mich noch gut an den Auftritt eines Jugendforsches nach Erfurt oder Emsdetten im Fernsehen hier, der bloß Spott und Hohn für die Schuldzuweisungen in Deutschland übrig hatte - was ich damals schon wieder für unangebracht hielt. Auch sonst sehe ich einen wissenschaftlichen Rückhalt für Forderungen nach Importstopps oder sonstige extremere Maßnahmen nicht. Auch bei Mainstream-Medien ergibt sich für mich aus österreichischer Sicht gerade bei Videospielen ein weiterhin anderes Bild:
in der Online-Ausgabe meiner Tageszeitung zum Beispiel wurde über GTA4 Ebenso voller Lob berichtet wie über "Metal Gear Solid 4" als "Anti-Kriegsepos" nur geschwärmt...

04.07.2008 18:49 Uhr - eytsch
Die Mädels auf dem Cover sehen ja schonmal ziemlich hübsch aus. Ich hoffe das der Film genauso "hübsch" ist und hübsch ungeschnitten zu uns kommt. Wenn in Frankreich ein gewaltätiger Film zunächst ab 18 eingestuft wird (der neueste Rambo ist dort ab 12!!!), dann heißt das was!

04.07.2008 19:35 Uhr - Hoss is on the Wagon
@Pyri:
Interpretation ist das eine, kindlich naiv, stets beleidigt zu sein das andere.
p.S: schon mal etwas von Verrohung gehört? So viel zur Wissenschaft.

04.07.2008 20:15 Uhr - Pyri
@Hoss is on the Wagon
Und wie stehts mit dem andere ständig beleidigen wollen? "Verrohung" zu unterstellen ist das ebenfalls und nenn ich menschenverachtend, unter dem Eindruck welcher Reife auch immer diese erfolgt. So viel zu Ihrer moralischen Empörung. Wegen welcher Sachen (Filme, Spiele, Comics etc.) sind Sie eigentlich hier im Forum, wenn Sie alles scheinbar so schrecklich finden was produziert wird und Ihrer Meinung nach (vielfältig?) verboten (eigentlich auch vernichtet?) gehörte? Die Position "auch nur beschränkt etwas von Restriktionen/Verboten/Zensuren" zu halten sehe ich bei Ihnen in dem was Sie zu meinen Beiträgen geschrieben haben jedenfalls nicht, denn so wären wir ja sogar auf gleicher Linie ^^ Meinen Sie nicht?

04.07.2008 21:04 Uhr - haramich
@Pyri

so jetzt haben wir uns doch verstanden. Alles weitere auszudiskutieren wäre sinnlos. Endlich mal eine Diskussion die hier auf eine vernünftige Art geführt wurde. Solang man den Standpunkt des anderen verstanden und nachvollziehen kann, kann man seine eigenen Schlüsse und Entscheidungen daraus ziehen.

Schönes WE

04.07.2008 21:57 Uhr - Pyri
@haramich
Sehr gut. Das wünsche ich ebenfalls :-)

07.07.2008 11:32 Uhr - Skeletor
Und noch eins:-)
Wow, muß sagen der Mann spricht mir bei seinen Interviews echt aus der Seele. Schade, dass der Film eines so interessanten europäischen Genreregisseurs hierzulande in absehbarer Zeit wohl nicht unzensiert veröffentlicht werden wird.

http://www.bloody-disgusting.com/interview/474

07.07.2008 13:06 Uhr -
Habe selten so ein ehrliches Interview gelesen. Den Mann sollte man im Auge behalten. Hoffentlich geht er nicht nach Hollywood und lässt sich dort verbraten. Europa braucht solche "angry young men"!

07.07.2008 17:53 Uhr - Pyri
@Skeletor
In der Tat beeindruckendes Interview. Vielen Dank auch!

07.07.2008 21:51 Uhr - Skeletor
Keine Ursache:-)

20.08.2008 01:41 Uhr - Zombie
Ich muss, dass dass ich fast die ganze Zeit über mit beiden (am Anfang Lucie, dann Anna) mit gelitten habe, denn Anna hat ja das letzte drittel des Films das gleiche durchgemacht wie Lucie als Kind. Meiner Meinung nach ist das was im Presseheft dazu stand, nämlich "Pascal Laugier schuf ein in Blut getränktes Meisterwerk" vollends aufgegangen. Es gibt derzeit soweit ich das als eingefleischter Horrorfan beurteilen kann, nichts vergleichbares, was ach nur annähernd an Martyrs rankommt. Denn wenn man nur auf die Handlung und die Umsetzung des Ganzen schaut, da kann wedr Frontier(s) noch Inside auch nur annähernd mithalten.

25.08.2008 17:08 Uhr - Jeffrey
"Martyrs" ist ein Film, der sein Puplikum spalten wird!Fakt ist: Egal ob im positiven oder negativen sinne,er wird niemanden kalt lassen! Dieser Film ist so ziemlich das härteste stück Filmgeschichte, das mir persönlich unter die Augen gekommen ist.

09.09.2008 16:35 Uhr - LUCASLOAN
Hat den Film jemand gesehen , und kann mir einen harte szene nennen ?
Ich weiss überhaupt nicht was da passieren soll ?
Danke

14.09.2008 18:55 Uhr - fwb
Martyrs ist ein eisenharter, extrem intensiver Psychoschocker, der einem wirklich einiges abverlangt. Neben einigen knackigen, sehr realistisch anmutenden Splatterszenen (SPOILER Anfang - Als Lucie mit ihrem Schrotgewehr unvermittelt die ganze Familie auslöscht, ging, als sie der weglaufenden Tochter in den Rücken schießt, ein Raunen durchs Kino SPOILER Ende) ist es vor allem das Leiden der Opfer, das man fast selbst spüren kann, was einen fesselt. Vor allem zum Ende hin kennt der Film keine Gnade mehr. Man leidet mit Anna mit und hofft, daß sie es bald überstanden hat. Insbesondere die Szene (SPOILER Anfang), in der Anna, schon völlig kaputt und ausgemergelt, auf der Matratze liegend von dem Mann weiterhin aüßerst brutal verprügelt wird, ist sehr drastisch. Dies und natürlich das Ende, in der ihr die Haut abgezogen wird und sie, dem Tode näher als dem Leben, "den Blick" hat, bleiben einem im Gedächtnis haften (SPOILER Ende).

Insgesamt ein hochspannender Film, den man natürlich gesehen haben muß. Klar natürlich auch, das dieser Film null Chancen in unserem geliebten Zensurstaat haben wird. FSK kann man gleich vergessen und auch SPIO/JK dürfte nicht einfach werden. Mal abwarten, was Senator macht.

14.09.2008 18:56 Uhr - fwb

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