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Evil Breed - The Legend of Samhain

Originaltitel: Evil Breed

Herstellungsland:Kanada (2003)
Standard-Freigabe:FSK keine Jugendfreigabe
Genre:Horror, Splatter
Bewertung unserer Besucher:
Note: 5,23 (13 Stimmen) Details
inhalt:
Das Totenfest der keltischen Druiden, Samhain, gilt als Ursprung des Halloweenbrauchs. Grund genug für eine amerikanische Universitätsgruppe, diese Wurzeln direkt vor Ort zu erkunden. Was zu Anfang wie ein interessanter Ausflug in die Wälder Europas erscheint, entwickelt sich immer mehr zu einem Albtraum. In einer alten Kupfermine hausen die duch jahrhundertelange Inzucht mutierten Nachfahren eines alten Kannibalen-Clans. Schon bald lichten sich die Reihen der Touristen, denn diese Monster haben einen Mordshunger. Und sie gehen nicht gerade behutsam mit ihren Opfern um. Ein blutiges Gemetzel nimmt seinen Lauf, bei dem nur wenige die Chance auf's Überleben haben...
eine kritik von leichenwurm:

Regisseur Christian Viel inszenierte den hier besprochenen „Evil Breed“ bereits im Jahr 2003. Der Produktionsprozess schien dabei komplizierter gewesen zu sein, als man es für solch einen handelsüblichen Low-Budget-Slasher, der ziemlich nah am Thrash vor sich hin wildert, vermuten würde. Die genauen Umstände sind mir nicht bekannt, aber der vorliegende Film wirkt szenenweise bestenfalls wie ein Rohschnitt. Unfertig ist hier mit Sicherheit der treffendste Terminus. Veröffentlicht wurde der bereits 2003 produzierte Film in den USA erst drei Jahre später. Im Jahr 2007 folgte dann die Veröffentlichung hierzulande auf DVD. Witzigerweise gab es in Deutschland sogar eine Unrated-Version zu bestaunen, während die Amis mit einer zensierten R-Rated Version vorlieb nehmen mussten. Und auch wenn Fassungs-Wirrwarr und die lange Zeit zwischen Produktion und Veröffentlichung mitunter Anzeichen dafür sind, dass "Evil Breed" unter keinem besonders guten Stern stand…   der Streifen hinterlässt gar keinen sooo miesen Eindruck.

Ein solide produziertet Soft-Rock-Soundtrack untermalt das ansonsten leicht semi-professionell angehauchte Erscheinungsbild. Und wenn in der Eröffnungsszene ein, sich im tiefsten B-Sumpf verirrter, Richard Grieco mit Pornosternchen Chasey  Lain, in einem Zelt im tiefstenen Wald rumvögelt, muss man nicht mal bis drei zählen können, um sich auszumalen was als nächstes passiert. Die beiden Auftaktmorde etablieren einen gesunden Härtegrad, der in  solider Effektearbeit präsentiert wird.

Im ersten Filmdrittel bleibt dann alles im standardisierten Genre-Rahmen. Der Film etabliert seine Protagonisten, die sich als Schülertruppe auf einem Wochenendausflug im irischen Hinterlande entpuppen. Vor Ort soll etwas über die einheimische Mythologie im Hinblick auf das Totenfest „Samhain“ recherchiert werden. Die agierenden Darsteller sind für solch eine kleine Produktion brauchbar und als eingeschränkt fähig zu bezeichnen, wobei neben Chasey Lain noch weitere Prominenz aus dem horizontalen Filmbusiness, in Form von Jenna Jameson und Ginger Lynn, durchs Bild hüpfen darf.

Die Charaktere geben sich betont Horrorfilm geschult und man versucht relativ plump, durch genreaffinen Meta-Humor zu punkten, was (zum damaligen Zeitpunkt) ganze sieben Jahre nach „Scream“ keine Begeisterungsstürme hervor rufen kann. Gipfel dieses selbstparodisierenden Ansatzes ist sicher eine schreiend billige „Halloween“-Kopie, die sich die Jugendlichen hier zusammen ansehen und sich über die Formelhaftigkeit und die dilettantische filmische Umsetzung beschweren. Ganz schön selbstsicher, für einen Film, der selbst nicht weit entfernt ist, von dem hier angeprangerten Produktionsniveau. Neben diesem, wenig zündenden selbstparodistischen Ansatz überwiegen in der ersten Hälfte dann lahme Jump-Scares die sich als falscher Alarm herausstellen, in dem sich die Schüler, mehr oder weniger unbeabsichtigt, andauernd gegenseitig erschrecken, was in der hohen Frequenz tatsächlich schnell zu nerven beginnt. Dieser Umstand verbessert sich  in Filmhälfte zwei dann etwas.

Während die „False-Scares“ also zurück in die Mottenkiste gepackt werden, holt man aus ebendieser  den degenerierten Inzestmutanten, der hier zur Jagd auf die Schülertruppe bläst. Und das tut er, im Rahmen der technischen Möglichkeiten einer solchen Low-Budget-Produktion,  sogar relativ effektiv, wobei der Film hier definitiv nicht genau weiß was er denn nun eigentlich liefern will. Soll es lieber ein grimmiger Schocker mit kurzen aber herben Slasher-Schocks sein, oder doch lieber eine, beinahe tromaesk anmutende, Funsplatterparade werden. Diese inhaltliche Inkonsequenz ist mit Sicherheit ebenfalls den problematischen Umständen während der Produktion zu zuschreiben. Das stilistische Ungleichgewicht fördert allerdings zwei wirklich bemerkenswert übertrieben-brutale Splattereien zu tage, die das ansonsten vorherrschende Slasher-Standardrepertoire weit überflügeln und in ihrem Ablauf anscheinend eher belustigen als schockieren sollen. Sowieso regt der hier präsentierte Hinterwäldler-Mutant, der die ein oder andere skurrile Geste unter seinem leicht zu durchschauenden Kostüm zum Besten gibt, eher die Komik an.

Hört sich jetzt alles wenig berauschend an, oder ? Nun… objektiv betrachtet mag das so sein. „Evil Breed“ ist weit weg davon ein guter Film zu sein, aber man bekommt hier immer wieder den Eindruck, dass er dies auch gar nicht sein will. Denn, ganz spaßig ist dieser skurrile Zirkus aus semi-professionellem Filmschaffen, matschigem Gore und unfreiwilliger (?) Komik irgendwie schon. Zumindest in der richtigen Stimmung kann man sich ohne körperliche Schmerzen durch das hier präsentierte Kasperletheater  schmunzeln. Außerdem präsentiert sich die Regie im Rahmen ihrer finanziellen und technischen  Möglichkeiten mal zur Abwechslung nicht komplett talentfrei, sondern lässt hier und da tatsächlich gute Ansätze im Umgang mit Spannung und Atmosphäre erkennen. Dieser Umstand entfernt diesen Film daher ein gutes Stück vom Bodensatz des Genres . Das wird selbstverständlich für viele zu wenig sein, und damit haben sie objektiv betrachtet natürlich recht. Ich für meinen Teil kann derlei Horrormumpitz ab und zu was abgewinnen. Demnach darf die  Wertung hier gerne subjektiv gefärbt verstanden werden und kann, je nach Preferenz des jeweiligen Zuschauers entweder konform gehen  (eher unwahrscheinlich) oder 1-2 Punkte nach unten variieren (sehr wahrscheinlich ;-)) ).

 5,5 Punkte (auf der Low-Budget-Trash-Skala versteht sich)  

5/10
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Kommentare

08.10.2017 18:33 Uhr - dicker Hund
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Ich muss zugeben: Nach dieser leichtfüßigen Vorstellung kommt der sogar ernsthaft in Betracht, und das, obwohl ich False-Scares mal so gar nicht leiden kann...

09.10.2017 09:04 Uhr - leichenwurm
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Danke für die Rückmeldung dicker Hund. Wie gesagt in der richtigen Stimmung ist der ganz spassig. Falls du ihn sichten solltest kannst du ja mal deine Meinung hören lassen ;-) !

09.10.2017 13:40 Uhr - TheRealAsh
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Wieder mal schönes Genrereview zu einem Film, der mich eigentlich wegen Samhain anspricht. Mal schauen, ob mir der mal in die Hände fällt. Das Fräulein scheint auch mehr zu versprechen, als sie hält?

09.10.2017 15:01 Uhr - leichenwurm
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He. Das Fräulein auf dem Cover ist Jenna Jameson, hat ne mini Rolle und wird dann in einer der beiden wirklich ausgewalzten Splatterszenen verhackstückt die ich im Review erwähnte ;-))) ! Danke für die Rückmeldung Ash !

09.10.2017 15:40 Uhr - (sic)ness_666
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Moderator
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Am besten mit paar Kumpels und 'nem Kasten Bier bei guter Stimmung schauen. Da funktioniert der. Aber grundsätzlich bzw. nüchtern betrachtet ist der Film eher 'ne Gurke (aber eine gute Gewürzgurke). ^^ Mit der Wertung wie auch dem Rest der Review kann ich gut mitgehen.

Hast du fein gemacht, Würmli :D

09.10.2017 15:45 Uhr - kokoloko
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Den hab ich irgendwann mal fehlgeleitet und motiviert, vorfreudig einen kurzweiligen Splatter-Tittenfilm zu sehen, mit Bierchen geguckt, am gleichen Abend an dems auch "Nemesis II" gab glaub ich, ganz ganz schlimme Zeiten. Tempo, guten Witz, nennenswert Splatter oder viel nudity gabs nicht und was sonst, was sonst will "Evil Breed" schon liefern? Schön formulierte, wenn auch milde Review - von mir 2 Punkte weniger.

09.10.2017 23:11 Uhr - Ghostfacelooker
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Review 132 1/2 Totenköpfe im Genre. Mehr sog i ned

10.10.2017 10:12 Uhr - leichenwurm
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Ja vielen Dank euch dreien für die Rückmeldung !
@Sic: jawoll... so seh ichs auch... ;-) !
@koko: milde bewertet ? Auf jeden Fall und ich versteh da auch jeden der da nicht meiner Meinung ist. Aber manchmal darfst auch ruhig stumpf sein... ;-) !
@Ghost: besten dank, kennst du den Film denn auch ?

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