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tschaka17
Level 6
XP 546
Eintrag: 13.10.2017

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American Assassin

Herstellungsland:USA (2017)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Action, Thriller

Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,75 (4 Stimmen) Details
inhalt:
Nach dem tödlichen Attentat auf seine Verlobte sinnt Mitch Rapp (Dylan O’Brien) auf Rache. Beim CIA lässt er sich von dem berüchtigten Kriegs-Veteranen Stan Hurley (Michael Keaton) zum Elite-Agenten ausbilden. Schnell erhalten die beiden ihren ersten, folgenschweren Auftrag: Es gilt, die Hintergründe einer Reihe scheinbar willkürlicher Anschläge auf sowohl militärische als auch zivile Ziele zu überprüfen. Bald entdecken sie, dass alle Attentate Parallelen aufweisen. Gemeinsam mit einer geheimen Spezialeinheit begeben sie sich auf eine hochriskante Mission: Es gilt, den äußerst gefährlichen Drahtzieher (Taylor Kitsch) hinter einer großangelegten Verschwörung zu stoppen. Doch dieser hat nicht vor, sich von seinen todbringenden Plänen abbringen zu lassen und scheint stets einen Schritt voraus. Eine erbarmungslose Jagd beginnt…
eine kritik von tschaka17:

Dir ist irgend 'ne Scheiße passiert und jetzt willst du Terroristen töten, hab ich Recht?

American Assassin basiert auf den gleichnamigen Büchern von Vince Flynn. Diese habe ich nicht gelesen, ihnen eilt aber ein ganz guter Ruf voraus. Dies kann man vom Film eher weniger sagen. Kritken und Wertungen sind bisher im mauen Mittelfeld angesiedelt. Mit gesenkten Erwartungshaltungen habe ich mir den Film dennoch im Kino angeschaut, da mir der Trailer gut gefallen hat. Und ich wurde größtenteils ordentlich bedient.

STORY

Mitch Rapp ist gerade mit seiner Freundin im Urlaub am Strand, als dort Terroristen ein wahres Massaker anrichten. Der junge Mann ist einer der wenigen Überlebenden und wird von diesem Ereignis völlig aus der Bahn geworfen. Er bricht sein normales Leben ab und hat nur noch ein Ziel: Rache für den Tod seiner Geliebten. So trainiert er fleißig und versucht sich alleine in eine Terrorzelle einzuschleusen. Dabei wird die CIA auf ihn aufmerksam. Ein Mensch mit seiner Motivation ist für die Ausbilder ein gefundenes Fressen und schon bald ist Rapp Teil einer Spezialeinheit. Doch schon der erste Auftrag hat seine Tücken: Ein ehemaliger Schüler seines Mentors plant eine Atombombe zu zünden. Die Zeit rennt und Mitch will nach wie vor Rache. So geraten beide Missionen schnell in Konflikt.

Der Streifen startet wirklich gut. Los geht es direkt am Strand und die Bindung zum Protagonisten wird schnell aufgebaut. Trotz des Tempos funktioniert der Ankermoment aber exzellent. Die Wut und den Hass auf die Terroristen kann wohl jeder Zuschauer nachvollziehen, wobei nicht unbedingt auch jeder dann direkt selbst zur Waffe greifen würde. Nach ein paar Scharmützeln bremst der Film dann etwas, um sich auf die Ausbildung zu konzentrieren. Diese ist recht knapp gehalten, bietet aber ein paar coole Übungssequenzen mit frischen Ideen.

Leider kippt es danach. Der kreative und gelungene Start pendelt nach und nach gen 0815. Logiklücken häufen sich, die Story wird arg vorhersehbar und der Film gerät ins Stolpern. Nach dem zwischenzeitlichen starken Auf im Konflikt Mentor gegen Ex-Schüler bricht der Streifen total ein. Das Ende ist Grütze. In vielen Bereichen. Die Storyauflösung hätte ein talentierter 6-Jähriger schreiben können. Schade, da wäre deutlich mehr drin gewesen.

CAST

Dylan O´Brien darf hier als Mitch Rapp an. Wie schon erwähnt funktioniert die Beziehung Protagonist-Zuschauer ziemlich gut. O´Brien nimmt man den hasserfüllten, rachdürstenden Krieger vollkommen ab. Vor allem die physiche Komponente überzeugt. Der junge Mann wirkt fit, technisch versiert und generell trainiert. Dabei erscheint er nicht zu übertrieben, sondern eher als Naturtalent. Auch seine Motivation und die ausgestrahlte Energie überträgt er auf den Zuschauer. Problematisch ist die Unbesonnenheit seiner Figur. Er handelt oft leichtsinnig, was mir persönlich zielfremd erscheint und dadurch unglaubwürdig. Zudem nervt sein überhebliches Verhalten an einigen Stellen. Junge, bleib auf dem Teppich. Starke Performance von O´Brien, ein paar Probleme innerhalb der Charakterzeichnung.

Michael Keaton spielt hier den Ex-Kämpfer und Ausbilder Stan Hurley. Der Trailer spiegelt seine Figur sehr exakt wieder. Von sich selbst total überzeugt und arrogant. Seine Rolle wirkt arg auf cool getrimmt, was nur bedingt funktioniert. Sprüche wirken lässig, wenn auch plaziert. In Actionsequenzen wirkt der Ausbilder irgendwie unprofessionell. Weder Fisch noch Fleisch. Die Schuld liegt hier aber eindeutig beim schwachen Script und nicht bei Keaton. Der macht das Beste draus.

Zu Taylor Kitsch als Bösewicht gibt es nicht viel zu sagen. Seine Motive sind plump, er agiert unbeholfen und dumm. Kitsch wird als Schauspieler nicht unbedingt geschätzt, jedoch kann er aus so einer miesen Vorlage auch einfach nicht mehr machen. Hier versagt das Drehbuch total.

Scott Adkins war offensichtlich auch dabei. Stand zumindestens in den Credits und mir kam auch (s)ein Gesicht bekannt vor. Die restlichen Charaktere sind mau gezeichnet und dementsprechend wird dem Cast nicht viel abverlangt.

TECHNISCHE ASPEKTE

Kommen wir zu den kriminellen Punkten. Zunächst die positiven Dinge. Der Soundtrack ist ordentlich gewählt. Genretypisch macht er Druck, wird aber nicht zu aggressiv. Legendär ist nichts, aber es passt. Absolut ok.

Die Setting sind zwar abwechslungsreich, aber trist. Es geht rund um die Welt, allerdings wirken viele Komplexe schlichtweg grau. Ein Bösewicht in offesichtlicher Prunkvilla ist ja auch nicht Realismus pur, aber hier wurde echt das schäbigste Loch gewählt. 0 Liebe zum Detail. Einfach nur Beton. Highglight ist vermutlich der Brunnen in Rom. Insgesamt jedoch vertretbare Settings.

Die Abwärtsspirale geht weiter bei der Kamera. Diese ist 0815. Leider schlechtes 0815. Landschaftsaufnahmen sind passabel, aber die Action wackelt teilweise wirklich derb. Warum, liebes Studio? Ihr habt ein R-Rating angepeilt, ihr könnt ohne Probleme draufhalten. Euer Akteure sind fit und brauchen keine Schnitte für harte Fights. Folgerichtig wirken einige Kämpfe gestellt. Dies sind aber nur wenige. Immerhin.

Trauriger Höhepunkt sind die Effekte. Zu Beginn hält der Film ein ordentliches Niveau. Ein paar handgemachte FX mit Blutpaketen und gut geschminkte Wunden erfreuen den Filmfan. Die Folterszene ist top getrickst. Dass sich etliches CGI-Blut finden würde war mir klar. Dieses ist auch insgesamt ok. Keine 1A Technik, aber auch kein vollkommener Schund. Die großes (Feuer-)Explosion im Film stammt dann komplett aus dem Rechner. Doch auch hier bin ich zu Kompromissen bereit gewesen. Doch auch hier bin ich zu Kompromissen bereit gewesen. Vom Auto im Tunnel möchte ich nicht reden. Da wurd´s schwieriger.

Aber dann haut dich der Hammer voll in die Schnauze. Total unvermittelt. Um es mit den Worten meines Kollegen neben mir im Kino zu sagen: "Ach du Scheiße!" Dieser Helikopter wird mich noch Tage verfolgen! Ich habe schon lange nicht mehr so eine beschissene Animation gesehen. WTF! Die Szene hätte man auch erzählertechnisch einfach schneiden können. Leider geht es zum Finale so weiter. Die Schiffskanone hat mir einen lauten Lacher entlockt. Miesester Müll. Und dann auf See wirkten die Flotte und das dicke Bumm eher wie ein billiges Computerspiel aus dem Jahr 2005. Bei Trashfilmen erwarte ich solche Effekte ja, aber bei einem Budget von immerhin 33 Mio. $ MUSS da mehr drin sein! Sowas geht überhaupt garnicht.

Die aktuelle Altersfreigabe ab 16 Jahren ist vertretbar. Auch die vor der Abstufung ausgeteilte "Keine Jugendfreigabe" hat ihre Berechtigung gehabt. Um ein wenig mit der Freigabebegründung der FSK zu arbeiten: Die Fiktionaliität des Films ist klar erkennbar, er ist genretypisch aufgezogen und die Gewalt wird ab und an auch kritisch hinterfragt. Den roten Flatschen hätten aber die doch rohe Brutalität, insbesondere gegen Zivilisten, die Selbstjustizthematik und die heftige Folterstene gerechtfertigt. Definitiv ein hartes FSK 16, welches nach dem Einspruch des Studios hier vergeben wurde.

FAZIT

American Assassin unterhält über seine 112 Minuten Laufzeit relativ passabel. Die ein oder andere Länge bleibt dabei jedoch nicht aus. Problematisch ist das schwache Script. Figuren und Story sind zu flach und standartisiert, um wirklich frisch zu wirken. Insgesamt lässt der Film in seinem Verlauf immer mehr nach. Die Schauspieler mühen sich allerdings redlich. Die Musik passt, die Effekte bis zur Hälfte auch. Dann wird´s schwer zu ertragen. Schlimmer Computerfusch.

Kann man machen, muss man nicht. Wer den großen Wurf sucht wird bitterst enttäuscht werden. Wer sich von brutaler, wenn auch wackeliger, Action und einem guten Protagonisten etwas weniger als zwei Stunden berieseln lassen möchte wird bestens bedient. Der typische "Bierchen"-Film. Eine Senkung der Erwartungshaltung rate ich an. Dann kann American Assassin ordentliche und leicht vergessliche Unterhaltung werden.

7/10

Helikoptereffekt -33/10. Das Ding macht sprachlos, versprochen.

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Kommentare

13.10.2017 19:46 Uhr - cecil b
1x
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Erfahrungspunkte von cecil b 5.210
Meiner Meinung nach eine angenehm direkte und faire Kritik. Eine klare 'So siehts aus-Sprache' gibt mir einen deutlichen Eindruck vom Film. Den katastrophalen Hubschrauber spar ich mir aber. ;)

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