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Das schwarze Reptil

Originaltitel: The Reptile

Herstellungsland:Großbritannien (1966)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Horror, Mystery
Bewertung unserer Besucher:
Note: 8,00 (5 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Harry Spalding (Ray Barrett) begibt sich mit seiner Frau Valerie (Jennifer Daniel) nach Cornwall. Dort ist sein Bruder Charles in einem kleinen Dorf unter ungeklärten Umständen gestorben. Tod durch Gift wird vermutet. Die Dörfler verhalten sich gegenüber den Spaldings nach deren Ankunft abweisend, und auch ihr neuer Nachbar, der Theologe Dr. Franklyn (Noel Willman), legt ihnen nahe, den Ort so schnell als möglich wieder zu verlassen. Nach und nach findet Harry Spalding heraus, dass es in der Umgebung bereits mehrere Todesfälle gab, deren Umstände jenen beim Ableben seines Bruder glichen. Was steckt dahinter? ()

Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von punisher77:

                                        DAS SCHWARZE REPTIL

Das Schwarze Reptil (1966) ist der letzte einer Reihe von vier Gruselstreifen, die das britische Filmunternehmen Hammer Films in aller Eile hintereinander drehen ließ. Um auf dem hart umkämpften, internationalen Filmmarkt bestehen zu können, setzten Hammer ab Mitte der 60er Jahre fast ausschließlich auf klassischen Horror und wollten das Eisen schmieden, solange es noch heiß war...bei geringem Kostenaufwand, versteht sich. Deshalb wurde Das Schwarze Reptil „back-to-back“ mit Nächte Des Grauens produziert. Beide Filme wurden von John Gilling (Der Fluch Der Mumie, 1967) gedreht, die Darsteller Michael Ripper und Jacqueline Pearce traten in beiden Filmen auf und für Das Schwarze Reptil nutzte man auch Kulissen, die in Nächte Des Grauens zu sehen waren. Das Drehbuch stammt von Anthony Hinds, das dieser unter dem Pseudonym John Elder verfasste.

Als er vom überraschenden Tod seines Bruders hört, reist Harry Spalding (Ray Barret – Jigsaw, 1962) mit seiner Frau Valerie (Jennifer Daniel – Der Kuss Des Vampirs, 1962) in das kleine Dorf Clagmoor Heath, wo dieser ein Haus hatte. Dem Ehepaar schlägt dort eine Welle der Feindseligkeit entgegen; lediglich der gutmütige Wirt Tom Bailey (Michael Ripper) ist freundlich zu dem Ehepaar. Von diesem erfährt Harry auch, dass sein Bruder keines natürlichen Todes gestorben ist – er starb am so genannten „Schwarzen Tod“, dem auch andere Bewohner von Clagmoor Heath zum Opfer fielen. Harry und Tom untersuchen die Todesfälle. Ihre Ermittlungen führen zu dem mysteriösen Theologen Dr. Franklyn (Noel Willman – Dr. Schiwago, 1965) und seiner Tochter Jacqueline Pearce (Nächte Des Grauens, 1966)…

Das Schwarze Reptil gehört zu den eher unbekannten und unterschätzen Hammer-Filmen, was vielleicht daran liegt, dass keiner der Hammer-Stars Christopher Lee (Dracula, 1958) oder Peter Cushing (Frankensteins Fluch, 1957) vor der Kamera stand und auch keiner der Haus-und-Hof-Regisseure wie Terence Fisher (Dracula, 1958) oder Freddie Francis (Frankensteins Ungeheuer, 1963) den Film inszenierte. Außerdem entstand der Streifen Mitte der 60er Jahre, zu einer Zeit, von der nicht wenige Fans und Kritiker behaupten, dass Hammer Films vor allem daran interessiert waren, kostengünstig formelhafte Unterhaltungsfilme zu produzieren, mit denen sich möglichst viel Geld verdienen ließ. Ein Indiz dafür sind die zahlreichen Dracula-Sequels, die in den 60er und 70er Jahren in schneller Folge produziert wurden, während zwischen dem Original und der ersten Fortsetzung (Blut Für Dracula, 1965) immerhin sieben Jahre vergingen. Das Schwarze Reptil ist trotz allem ein Film, den es wiederzuentdecken gilt, da er nicht nur Altbewährtes bietet, sondern teilweise auch aus dem üblichen Schema ausbricht.

Auf der einen Seite greift der Film inhaltlich Elemente aus Die Brennenden Augen Von Schloss Bartimore (1964) auf, da u.a. die Ausgangssituation die gleiche ist und auch, was das Geschlecht des Filmmonsters angeht, Parallelen bestehen. Außerdem wird in bester Dracula-Manier getötet, so dass man schon den Eindruck gewinnen kann, dass der Drehbuchautor hier mit den bekannten Versatzstücken jongliert hat, um dem Publikum das zu geben, was es verlangt.

Auf der anderen Seite bietet die Story, die sich u.a. um einen Schlangenkult dreht, tatsächlich etwas Neues und auch, dass mit der von Jacqueline Pearce überzeugend gespielten Anna Franklyn eine interessante Frauenfigur in den Vordergrund gestellt wird, gehört nicht zum Alltag der Hammer-Filme. Neu und erfreulich ist außerdem, dass Hammer-Veteran Michael Ripper, der bisher nur Gast-und Nebenrollen in den Filmen der britischen Produktionsfirma spielen durfte, endlich mal die Screentime bekommt, die verdient. Der von ihm gespielte Tom Bailey gehört nicht nur zu den Hauptfiguren des Films, sondern gibt dem englischen Schauspieler die Gelegenheit, in einer positiven Rolle zu glänzen. Auch Noel Willman weiß in der Rolle des Dr. Franklyn zu überzeugen.

Außerdem verfügt Das Schwarze Reptil mit John Gilling über einen Regisseur, der es schafft, das Geschehen mit zum Teil äußerst eleganten Kamerafahrten in Szene zu setzen und die Hammer-typische Gruselatmosphäre zu erschaffen. Als Beispiel sei nur die Eröffnungsszene des Films genannt, die sicherlich zu den stärksten gehört, die man in einem 60er-Jahre-Hammer-Film zu sehen bekommen hat. Auch nach diesem starken Einstieg mangelt es dem Schwarzen Reptil nicht an spannenden, ordentlich inszenierten Szenen.

Dennoch ist in John Gillings zweitem Hammer-Film nicht alles Gold, was glänzt. So muss der Film mit Ray Barrett von einem Hauptdarsteller getragen werden, der etwas hölzern wirkt und das Charisma vieler anderer Darsteller in Hammer-Filmen vermissen lässt. Auch seine Filmpartnerin Jennifer Daniel mag kaum Akzente zu setzen – sie sieht zweifelsohne hübsch aus, hat hier aber eine biedere, „typische“ Frauen – bzw. Opferrolle zu spielen, in der sie kaum im Gedächtnis bleibt. Was dagegen im Gedächtnis bleibt, ist die unheimliche Maske des titelgebenden schwarzen Reptils.

Auch wenn Das Schwarze Reptil nicht an die Highlights der Hammer-Gruselfilm-Frühphase (Ende der 50er bis Anfang der 60er Jahre) herankommt, hat der Film weitaus mehr Beachtung verdient, als er bekommen hat. Er ist – trotz kleiner Schwächen – ein überdurchschnittlicher, atmosphärischer Gruselfilm, der besser ist als viele Hammer-Filme, die nach ihm produziert wurden.

 

8/10
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Kommentare

29.10.2017 19:11 Uhr - cecil b
2x
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Sehr cooles Review!!!!!!!!!!! Die Parallelen finde ich übrigens auch interessant. Ich sehe dass auch so, dass einige Hammer-Filme manchmal schnelles Geld bringen sollteN.

Zu Halloween schaffe ich es vielleicht einen vorzustellen, der zumindest auch aus England, in den Hochzeiten von Hammer und Amicus, stammt, und so etwas vermuten lässt. Aber der Film macht trotzdem verdammt viel Spaß!

Das Schwarze Reptil sehe ich persönlich bei maximal 7 Punkten, laut meiner Erinnerung, aber vielleicht bin ich auch einer, der den unterschätzt. Ist ja nich weg, der Film. ;)

29.10.2017 20:04 Uhr - Intofilms
1x
Immer diese kleinen, unheimlichen Provinzkäffer! Wenn die quasi selbst die Hauptrolle in einem Horrorfilm der 60er-Jahre spielen und wenn die ganze Chose dann idealerweise noch aus England kommt - kann denn da überhaupt noch was schiefgehen...? - Wohl kaum! ;)
Ich denke mal, morgen Abend werde ich mir erst zwei sehr schöne Spielfilme auf arte gönnen (den von Mario Bava kenne ich noch gar nicht). Anschließend mache ich dann aber weiter mit "Das Dorf der Verdammten" und "Die Stadt der Toten". Eventuell, wenn ich dann noch immer wach bin, schaue ich vielleicht noch "Die Kinder der Verdammten". Die haben mir zuletzt eh schon die ganze Zeit im Kopf herumgespukt. Und in gewisser Weise hast du jetzt noch einen draufgesetzt. Da werde ich wohl einfach nachgeben müssen... ;)

Formidabler Review-Doppelschlag, Puni! Hat mich wahnsinnig gefreut, das zu lesen! "Das schwarze Reptil" bekommt von mir eine ebenso fette 8/10 wie die "Nächte des Grauens"!

@cecil
Ich finde, ob man nun 7 oder 8 Punkte gibt, ist letztlich doch egal. Es ist einfach schön, wenn man diesen ^^alten Kamellen^^ überhaupt eine gewisse Sympathie entgegenbringen kann...! ;D

29.10.2017 21:02 Uhr - Punisher77
1x
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Vielen Dank, Leute!

@Cecil:
Dann bin ich mal gespannt, was Du uns demnächst servierst :-).

@Intofilms:
Das hört sich nach einer guten Auswahl an. "Die Stadt Der Toten" habe ich vor nicht allzu langer Zeit auch noch gesehen.

30.10.2017 15:57 Uhr - Horace Pinker
1x
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Ein wirklich HAMMERmäßiges Review Punisher ;) Das schwarze Reptil klingt nach einem schönen Stück klassischem Horror, der für mich als Kriechtierfreund besonders reizvoll sein könnte, wird bei Gelegenheit mal ein Blick draufgeworfen.

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