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dicker Hund
Level 11
XP 1.661
Eintrag: 20.11.2017

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Scalps - Der Fluch des blutigen Schatzes

Bare Behind Bars - Mädchen schutzlos hinter Gittern

(Bare Behind Bars)
Herstellungsland:Brasilien (1980)
Standard-Freigabe:FSK 18
Genre:Erotik/Sex, Trash
Alternativtitel:Prison of Dead

Bewertung unserer Besucher:
Note: 5,67 (6 Stimmen) Details
inhalt:
Prisao ist ein Frauenknast der übelsten Art: Verdreckt, hart und brutal. Diejenigen, die nicht an Krankheiten wegen der schlechten Hygiene leiden, werden in Bandenkriege verwickelt oder werden von der sadistischen Direktorin und ihren Wächtern gequält. Liebe und Hass, Gewalt und Angst sind hier an der Tagesordnung. Manchmal verschwindet eines der Mädchen spurlos: Gerüchte sprechen sogar von einem Friedhof im Gefängniskeller. Drei Mädchen beschließen aus dieser Hölle zu flüchten. Um den Fluchtplan zu realisieren setzen sie alles auf eine Karte: Sie verkaufen ihre Körper an ihre sadistischen Peiniger, um sich Informationen über mögliche Fluchtwege zu beschaffen. Die Flucht gelingt - doch auf jedes der Mädchen wartet ein anderes, vielleicht noch grausameres Schicksal...
eine kritik von dicker hund:

Oswaldo de Oliveiras brasilianischer Beitrag zum Frauengefängnisfilm "Bare behind Bars" weist in diesem schundigen Subgenre einige Besonderheiten auf, von denen die wenigsten als Qualitätsmerkmale verstanden werden können. Ein Blick auf das Casting der Vielzahl Damen verrät eine Vorliebe des Regisseurs für eher kleine Brüste. Hinsichtlich einer dahingehenden Analyse kann präzise gearbeitet werden, da kaum eine Darstellerin den Blick auf die Oberweite dauerhaft durch Textilien behindert. Büstenhalter sind gänzlich tabu, dafür gibt es blaue Kittelchen mit Nummern und Wärterinnen-Uniformen aus Rock und weißem Oberteil.

Für vermeintliche Ordnung am angemessen siffig präsentierten Ort des Geschehens sorgen die Chefin Sylvia (Maria Stella Splendore), ihre ehrgeizige rechte Hand Sandra (Neide Ribeiro) und die Krankenschwester Barbara (Marta Anderson). Das sieht dann so aus, dass Leiterin und Häubchenträgerin sich mit den Insassinnen in lutschender und aneinander reibender Weise vergnügen, während die aufstrebende Angestellte sich genau darüber echauffiert. Die Damen sind dabei in den ersten 35 Minuten vollkommen unter sich. Bis dahin und genausogut danach dokumentieren sie den Irrglauben der Regie, dass Frauen untereinander regelmäßig in Stellungen wie "doggy" oder "Missionar" intim werden würden und damit nachahmen, was Männer mit ihnen tun. Man muss wohl kein Experte in Sexualkunde oder Gender-Studies sein, um zu erfassen, dass das jedenfalls nicht so aussehen würde, wie es hier inszeniert ist. Ein reichlich abstruses Beispiel sei durch die Beschreibung einer Einzelszene illustriert: Barbara steht seitlich neben einer liegenden Deliquentin, beide natürlich hüllenlos. Sie holt in einer kreisenden Bewegung mit gestrecktem Arm und einem Dildo in der Hand aus und führt diesen im unsichtbaren Bereich in die Inhaftierte ein. Hierfür muss sie weder Kraft aufwenden, noch dorthin schauen, wo das gelingen soll. Die angeblich Penetrierte stöhnt schon auf, sobald das Gerät in ihre Nähe kommt.

Derartige Nackt-Konstrukte rauschen in hoher Frequenz, satter Abwechslung und flottem Tempo am Zuschauer vorbei, der sich bisweilen in einem schlüpfrigen Jazz-Videoclip wähnen mag. In diese Richtung lässt neben dem zackigen Schnitt jedenfalls der Score denken, welcher vergnügt umherdudelt, obwohl die Ereignisse oft auf Übergriffen oder Überredungskünsten und weniger auf wechselseitigem Lustgewinn beruhen. Skurrile Highlights bestehen in einem außergewöhnlichen Spielzeug und einigen femininen Homo-Dreiern. Nichts bleibt indes lange im Bild, insbesondere schrammen die wenigen Nahaufnahmen von Genitalien und ultrakurzen Verkehrs-Konstellationen nur zaghaft über die Grenze zur "harten" Pornografie (Sex 9/10). Trotz der einigermaßen unbeholfenen Machart entsteht angesichts der Masse an Material mehr oder weniger zwangsläufig so etwas wie Erotik, auch wenn vielen Beteiligten anzusehen ist, dass sie lieber was Gescheites spielen würden.

Eigentlich sind Frauenknaststreifen ja eine Unterkategorie des Horrors (4/10). Dass dieser Bestandteil des Geschehens sein sollte, lässt sich an Bildern rattenverseuchter Einzelhaft und blutiger Schändungsopfer erahnen. Das Übergewicht liegt allerdings eindeutig bei den ausufernden Fummeleien. Einblendungen von Folter oder erniedrigenden Behandlungen sind nur am Rande zu sehen und müssen flink wieder weichen. Nach dem obligatorischen Ausbruch denken die drei damit erfolgreichen Knackis natürlich immer noch nur ans Vögeln, dem sie ausgiebig frönen, egal wie hässlich die sich anbietenden Kerle auch sein mögen. Zu später Stunde flackern dann noch zwei "Kastrationsvorfälle" über den Bildschirm, die inhaltlich sicherlich sehr brutal sind, mangels tauglicher Effekt-Technik aber nicht ansatzweise so wirken, wie sie sollen. Die wenigen Sekunden, die sich mit Gewalt (4/10) befassen, hinterlassen deshalb trotz der krassen Inhalte wegen der Form der Schilderung nur einen gemäßigt wahrnehmbaren Eindruck.

Übrig bleibt ein Potpourri aus überwiegend soften Nummern, aus dem sich ein marginaler Anteil einer Handlung herauslesen lässt. Dessen primitive Dialoge sind lustlos synchronisiert und können nicht ernst genommen werden. Abstrus genug für unterhaltsam unfreiwillige Komik sind sie trotzdem noch nicht. Lediglich die verrückten Verhaltensweisen der Krankenschwester sorgen für ein wenig plumpen Humor (2/10). Wer Interesse an einem Schnelldurchlauf schlüpfriger Szenen mit einer Prise Hardcore, Torture und Kills hat, hält die 90 Minuten im "Prison of Dead" (Alternativtitel) mit leidlicher "Befriedigung" durch und sucht wohlwollend nach Pluspunkten, die er in geringer Stückzahl auch finden wird (4/10 Punkten). Diesen mühsamen Aufwand wollten die Zensoren ihren Bürgern durch eine Beschlagnahme ersparen.

4/10
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Kommentare

20.11.2017 10:48 Uhr - NoCutsPlease
1x
DB-Helfer
User-Level von NoCutsPlease 22
Erfahrungspunkte von NoCutsPlease 10.755
Äußerst zutreffende Besprechung zu diesem total unterdurchschnittlichen Schundfilmchen.
Ohne die Beschlagnahme würde sich wohl niemand mehr für den Streifen interessieren.

20.11.2017 12:30 Uhr - Fratze
2x
DB-Helfer
User-Level von Fratze 7
Erfahrungspunkte von Fratze 704
Nach dem obligatorischen Ausbruch denken die drei damit erfolgreichen Knackis natürlich immer noch nur ans Vögeln, dem sie ausgiebig frönen, egal wie hässlich die sich anbietenden Kerle auch sein mögen.

HAHAAAHAHA!!! XD XD XD

Herrlich. Das klingt ja mal nach Schund erster… äh, unterster Güte. Ich rofle.
Vielen Dank für diesen so hübsch formulierten Verriss, ein schöner kleiner Kracher zur Mittagspause! ^^

20.11.2017 13:16 Uhr - Ghostfacelooker
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Erfahrungspunkte von Ghostfacelooker 3.385
Ach Wuffi könntest du doch nur mehr, quasi eine Reihe pornographischer Filmchen beschreiben, ich würde dem mentalen Orgasmus, dem physischen jederzeit Vorzug geben. Oder man sollte dir so TV Schnipsel wie ADAM sucht EVA zur Vertonung anvertrauen, da würde selbst Herr Kalkofe noch bei dir lernen. Herrlich!

20.11.2017 17:46 Uhr - Horace Pinker
2x
User-Level von Horace Pinker 19
Erfahrungspunkte von Horace Pinker 7.625
Da hast du ja mal wieder einen erstklassigen und mega unterhaltsamen Verriss verfasst dicker Hund, bravo! Von Bare Behind Bars werde ich wohl dank der minimalistischen Story, den billigen Effekten und den wohl eher mangelhaften darstellerischen Leistungen lieber die Finger lassen. Zudem wären die gebotenen Damen wohl eh nichts für mich, da ich eher ein Freund großer Oberweiten bin ;)

20.11.2017 23:13 Uhr - naSum
1x
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Erfahrungspunkte von naSum 1.510
Mehr Möpse für den Mops... aber bitte andere als diese ;)

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