SCHNITTBERICHTE | # | A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z
Suche:
Call of Duty: WWII · Uncut GB-PEGI mit superschnellem Gratisversand · ab 69,99 € bei gameware Wolfenstein II: The New Colossus · 100% uncut englische Version · ab 59,99 € bei gameware
tschaka17
Level 6
XP 546
Eintrag: 17.10.2017

Amazon.de


Der Satan mit den langen Wimpern



Into the Badlands - Staffel 2
Blu-ray 23,99
DVD 18,17

Sunshine

Herstellungsland:Großbritannien (2007)
Standard-Freigabe:FSK 12
Genre:Abenteuer, Science-Fiction, Thriller

Bewertung unserer Besucher:
Note: 8,40 (10 Stimmen) Details
inhalt:
Was Wissenschaftler für die nächsten fünf Milliarden Jahre ausgeschlossen hatten, geschieht schon in 50 Jahren: Die Sonne stirbt!

Eine hoch stabile Materie verhindert die Kernfusion, die das Gestirn am Leben erhält. Die einzige Hoffnung für die Erdenbewohner, den energiereichen Planeten am Leben zu halten, besteht darin, eine Bombe im Innern der Sonne zu zünden, um deren natürlichen Zustand wiederherzustellen. Die erste Mission war ein Fehlschlag: Die "Icarus" ging kurz vor dem Ziel verloren. Sieben Jahre später wird in einem letzten Verzweiflungsakt ein zweites Schiff auf den Weg geschickt, das die Menschheit retten soll. Doch auch "Icarus II" erreicht ihr Ziel nicht unbeschadet: Ein furchtbarer Unfall gefährdet die gesamte Mission und nur eine dramatische Maßnahme könnte deren erfolgreichen Ausgang noch möglich machen...
eine kritik von tschaka17:

Wenn ihr eines Morgens aufwacht und es ist ein besonders schöner Tag, dann wisst ihr: Wir haben es geschafft!

Die Liste von Vertretern im Sci-Fi-Genre ist lang. Filtern können wir direkt schon einmal alle Abenteuer, welche nicht im All stattfinden. Auch lokal begrenzte Filme wie Alien oder neue Welten erschaffende Streifen wie Guardians of the Galaxy gehören nicht ins das Genre dieses Werks. Hier handelt es sich um das simple Konstrukt einer Reise von A nach B zwecks eines Auftrages. Ziel ist jedoch weder ein fremder Planet in einer weit entfernten Galaxie noch der Mond oder gar ein anderer Himmelskörper unseres Sonnensystems. Nein, Ziel ist die Sonne selbst. Daher stammt auch der passende Titel Sunshine.

STORY

Die Sonne stirbt. Und mit ihr die Erde. In einen tiefen solaren Winter gefallen ist unser blauer Planet nur noch eine eisige Kugel. Zur Rettung der Menschheit wird die Icarus II auf die Reise geschickt. Sie soll mittels einer Bombe der Sonne neues Leben einhauchen. Die Mission verläuft bisher reibungslos, doch schon vor sieben Jahren war die Icarus I ebenfalls unterwegs, kam aber nie an. Was damals passierte weiß niemand. Nachdem die Icarus II in ein Funkloch fliegt treten die ersten Probleme auf. Menschlicher als auch technische Natur. Bald empfängt die Crew das Notfallsingal der Icarus I. Es wird entschieden, sich dem Schiff zu nähern. Die Probleme häufen sich und auch der Verdacht der Sabotage liegt nah. Scheitert der Auftrag und erlischt damit die Hoffnung der Menschheit?

Regisseur Danny Boyle bewegt sich zu 99,9% im All. Der Film startet an Bord und nach einer bereits 16 Monate dauernden Reise. Die Leute sind angespannt, wissen sie doch um die Bedeutung ihrer Mission. Relativ typisch beleuchtet die Geschichte zunächst die Hintergründe von Auftrag und Personen und betont die schönen Seiten des Weltraums. Nach und nach entwickelt sich jedoch die Aufgabe zu einem Albtraum. Dabei geht der Streifen nicht schlagartig vor, sondern langsam und subtil wird es immer schlimmer. So wird die Spannung, deren Startwert schon aufgrund des Szenarios recht hoch ist, stetig ausgebaut. Selbst die Vorhersehbarkeit etlicher Situation tut daher keinen Abbruch.

Problematisch ist allerdings, dass der Film sich nicht genau definieren möchte. Ist es jetzt ein Sci-Fi-Abenteuer mit Actioneinlagen oder wie vor allem gegen Ende ein Horrorfilm? Im Gegensatz zu Werken wie Event Horizon schlägt sich Sunshine nie ganz auf eine Seite und ist damit weder Fisch noch Fleisch. Schade, denn beide Teile getrennt funktionieren ziemlich gut, wirken zusammen aber nicht stimmig. Dazu aber später mehr.

CAST

Die Besatzung der Icarus II ist bunt gemischt. Dabei wirkt die Crew gut ausgewählt, jeder hat sein Fachgebiet und niemand wirkt deplaziert. So gibt es die Botanikern, den Kapitän, den Physiker oder etwa den Techniker. Der gesamte Cast liefert dabei überzeugend ab. Zwar sind manche Figuren klischeehaft angelegt, allerdings stört dies nicht wirklich. Besonder eingehen möchte ich daher nur auf zwei Personen, zu denen Chris Evans sogar nicht gehört.

Cillian Murphy dient hier als Erzähler. Der Film bietet keine zentrale Hauptfigur, am relevantesten und mit der meisten Screentime belegt ist aber eben Murphy. Seine Rolle als Physiker funktioniert dabei akzeptabel. Wirklich viel machen muss er in seinem Aufgabenbereich nicht. Er trifft allerdings eine relevante Entscheidung und erklärt dem Zuschauer die Mission. Als lockeres Bindeglied zwischen Crew und Publikum macht er seinen Job sehr ordentlich.

Nicht mit an Bord der Icarus II und auch nie voll zu sehen ist Mark Strong. Ich bleibe hier spoilerfrei und möchte daher nur Folgendes sagen: Seine Rolle spielt er gut. Das Problem liegt aber im Script. Braucht es seine Figur, gerade wenn deren Hintergründe quasi 0 erklärt werden? Der komplette Handlungsstrang seiner Person stört mich insgesamt, der Film hätte den Fokus anders setzten können. Können, nicht müssen.

TECHNISCHE ASPEKTE

Handwerklich ist der Streifen vorzüglich gemacht. Es gibt viele Aufnahmen des Alls, das Raumschiff sieht toll und dabei doch zweckmäßig aus und selbst an physikalische Details wurde stellenweise gedacht.

Das Setting ist sehr gelungen. Die Icarus II wirkt dabei wie Heimat und Gefängnis zugleich. Riesengroß und doch irgendwie verlassen, schwebt dieses Schiff gen Sonne. Dabei wird es von einem interaktiven Computer mitgesteuert. Hier hat man sich Gedanken gemacht. Viele neuere Werke, aber auch ältere, wirken einfach zu abgespaced. Soll heißen, dass überall irgendetwas blinkt und rumsteht, dessen Nutzen sich nur schwer erschließen lässt. Icarus II ist simpel, zweckdienlich und dabei doch ein technisches Meisterwerk.

Die Kamera bietet viele weite Aufnahmen und ruhige Dialogsequenzen. In den Actionszenen behält sie den Überblick. Aufgemerkt, die Actionszenen! Denn in den Horrorsequenzen wird arg aggressiv hin- und hergeschnitten, gewackelt, Bilder freezen und vieles mehr. Zwar erzeugt dies ein sehr bedrohliches Gefühl, passt aber so garnicht zum anderen Stil. Zu achten ist jedoch auf die Details. Wer aufmerksam zuschaut wird manch kleine Dinge entdecken. Fight Club lässt grüßen.

Gelungen ist vor allem die Farbgebung. Der Kontrast zwischen dunklem Schiff, noch düstererer Icarus II, Schatten und gleißenem Sonnenlicht ist grandios. Dabei schafft es Sunshine, die Sonne sowohl von ihrer schönen, goldenen Seite zu zeigen als auch ihrer zerstörerischen, brennenden Seite. Das Bild ist dabei gestochen scharf und wirklich oft ein Augenschmaus.

Musikalisch wurde hier ein Gemisch aus ruhigen Tönen, epischen Klängen und aggressiven Horrorelementen gewählt. Ihr ahnt es: Jeder Part für sich ist top, gesamt gibt es allerdings Missklänge und ungewollte Hopser. Mittelprächtig.

Die Effektlage ist wiederum 1A. Es wirkt nichts gestellt. Das Schiff im All ist spitze, die Sonne exzellent und vorhandene Gewalteffekte handgemachter Natur. So entsteht ein sehr authentisches und realistisches Bild.

Eingehen möchte ich noch auf die Altersfreigabe ab 12 Jahren. Ich würde eher abrraten Kindern diese Film zu zeigen. Für ein FSK 12 sprechen die spannende, aber nicht bedrohliche Gesamtthematik und leichte Actionszenen. Auch einige härtere Todesmomente sind durchaus noch im Rahmen. Allerdings driftet der Film später in Horrorszenen ab, die für junge Erwachsene verstörend sein werden. Hier gibt es einige physisch schockierende Situationen, vor allem aber Terror für die Psyche. Ein blaues Banner wäre hier eher angebracht. Manche Menschen sind zwar früher reif als andere, zum Schutz von Zartbesaiteten würde ich Eltern hier aber ein wachsames Auge empfehlen. Für den gemütlichen Filmabend mit der Familie ist der Streifen also trotz FSK 12 eher weniger geeignet.

FAZIT

Sunshine ist ein konventionell gehaltener Sci-Fi-Streifen, der vor allem durch seine tolle Optik überzeugt. Die Sonne ist eben einfach mal was anderes und bietet viele Möglichkeiten mit Farbe zu spielen. Die Story an sich ist packend und spannend, die Unausgegorenheit zwischen Abenteuer und Horror ist aber ein großes Problem. Klar präferieren tue ich die Abenteuergeschichte. Den anderen Teil hätte man weglassen sollen, für mich zumindest. Der Cast ist gut, überragend ist keiner. Er funktioniert und mehr muss er nicht. Seinen leicht philsophischen Ansatz verliert der Film ziemlich schnell.

Nichts Neues, allerdings alt Bekanntes in neuer Situation. Die Sonne macht hier den positiven Unterschied aus. Auf jeden Fall einen Blick wert! Sunshine unterhält über 107 Minuten ohne Längen, dem Gruselfaktor hätte es jedoch nicht bedurft.

Stabile 7,5/10

8/10
mehr reviews vom gleichen autor
Miami
tschaka17
6/10
Everest
tschaka17
8/10
Mord
tschaka17
8/10
SIX
tschaka17
8/10
die neuesten reviews
Hangover
Kaiser Soze
10/10
Deepwater
sonyericssohn
9/10
Miami
tschaka17
6/10
Marvel's
Kane McCool
8/10
Everest
tschaka17
8/10
Darkness,
Horace Pinker
10/10

Kommentare

17.10.2017 19:11 Uhr - DriesVanHegen
User-Level von DriesVanHegen 3
Erfahrungspunkte von DriesVanHegen 165
Ein absolut atmosphärischer Streifen!
Die Musik ist zum Niederknien, aber das sind John Murphy OST so wie so.
Aber warum nur diese actionorientierte Finale :/
Bis dahin punktet der Film so toll über Nervenkitzel und dann wird einem so ein Brecher vor den Latz geknallt...

18.10.2017 10:46 Uhr - JasonXtreme
DB-Helfer
User-Level von JasonXtreme 12
Erfahrungspunkte von JasonXtreme 2.291
Hat mich damals nicht wirklich abholen können. Alles andere als schlecht, aber eben auch nicht der Knaller den ich erwartet hatte. Die Musik war allerdings wirklich der Hammer!!!

23.10.2017 10:26 Uhr - Stoi
Ich fand SUNSHINE damals großartig und heute auch noch.
Meine Wertung geht eher in die Richtung 9/10

kommentar schreiben

Um Kommentare auf Schnittberichte.com veröffentlichen zu können, müssen Sie sich bei uns registrieren.

Registrieren (wenn Sie noch keinen Account hier haben)
Login (wenn Sie bereits einen Account haben)
SB.com