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S.K.
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XP 1.750
Eintrag: 11.03.2013

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Skyfall

Herstellungsland:Großbritannien (2012)
Standard-Freigabe:FSK 12
Genre:Abenteuer, Action, Thriller
Alternativtitel:James Bond 007 - Skyfall

Bewertung unserer Besucher:
Note: 8,47 (40 Stimmen) Details
inhalt:
Diesmal kommt die Gefahr von innen: James Bond selbst steht im Kreuzfeuer wegen Ereignissen, die er selbst längst verdrängt hat. 007 gilt als Schlüssel zur Aufdeckung von Indiskretionen seiner Chefin M in ihrer Vergangenheit. Die Zukunft des MI6 ist in Gefahr, wenn es Bond nicht gelingt herauszufinden, wer Interesse an der Zerstörung des Geheimdienstes hat, und die Gefahr zu beseitigen, auch wenn der persönliche Preis hoch ist.
eine kritik von s.k.:
Um sich Neuartigem oder Veränderungen öffnen zu können, ist es wichtig, von Altem auch mal loszulassen. Und leider, leider Gottes gehen viele Filmfans sofort auf die Barrikaden, wenn ihre Leinwand-Helden einem zeitlich angepassten Update unterzogen werden. Der britische Geheimagent und Martini-Schlürfer James Bond ist nur einer von vielen Filmikonen, die heftige Kritik-Prügel einstecken mussten, weil die Fanbase keine Umgestaltungsversuche an einem so alten Leinwandcharakter akzeptieren kann oder will. Was wurden damals Unkenrufe losgelassen, als man entschied, den populärsten aller Zelluloid-Spione erblonden zu lassen, ihm ein ruppigeres Image zu verpassen, ihm seine Agentenspielzeuge wegzunehmen. Desweiteren beschimpften nicht gerade wenige Seher Daniel Craig als totale Fehlbesetzung.
Da muss ich als jemand, der zwar alle Bond-Filme gesehen hat, aber sich nie als Vollblut-Fan betrachtet, für den neuen Bond eine Lanze brechen:
Craig ist der brillanteste Darsteller des 007 seit Sean Connery, während die Runderneuerung der nunmehr 50 Jahre alten Figur nicht nur notwendig, sondern längst überfällig war. Erst recht seit der Brosnan-Bond-Farce, die sich "Die Another Day" nannte. Nach einem grandiosen Einstand in "Casino Royale" und einem tempogeladenem "Ein Quantum Trost" folgt mit "Skyfall" wieder ein zeitgemäßer Bond, der unter der Regie von Sam Mendes menschlicher, verletzbarer, vielschichtiger rüberkommt und die sichtlich ergrauten Normen dieser langlebigen Reihe würdevoll und mit humorvollem Fingerzeig verabschiedet.

Eine Festplatte mit den Identitäts-Daten aller MI6-Agenten wurde gestohlen, und Bond jagt in Istanbul dem Datendieb hinterher. Die Mission scheitert, da er beim Kampf mit jenem Verbrecher unterliegt, durch Friendly Fire verletzt wird und von einer Eisenbahnbrücke in die Tiefe stürzt. Während er nun als "im Dienst gefallenen" gilt, wird das MI6-Hauptquartier von einem Anschlag aus dem Inneren heimgesucht. Drahtzieher dieser Attacke ist der Ex-MI6-Agent Silva, der auch hinter dem Raub der sensiblen Geheimdienstdaten steckt und insbesondere Bonds Vorgesetzter "M" schaden will. Ein Ereignis aus der Vergangenheit verbindet die Beiden, für das er sich an ihr rächen will.
"M" steht mit dem Rücken zur Wand, sowohl als Silvas Zielscheibe als auch wegen vermehrt aufkommender Kritik an ihr bzw. am MI6 seitens der britischen Politik. Doch zu ihrem Glück hat Bond überlebt. Aufgeweckt durch den Anschlag, kehrt er nach London zurück, um sich wieder zum Dienst zu melden und weitere Gefahren fürs sie und fürs MI6 anzuwenden…

Sam Mendes weiss wie man einen 50. Geburtstag richtig feiert. Obwohl er erstmals in seiner Regie-Karriere ins Big-Budget-Action-Fach reinschnuppert, liefert er einen technisch eindrucksvollen, edel fotografierten und intelligenten Action-Thriller ab, dem es an genreüblichem Getöse (ohne extreme Effekthascherei), gewohnt-exotischen Schauwerten und ordentlicher Charakterzeichnung nicht mangelt. James Bond wurde schon in "Casino Royale" als raubeiniger, launisch-zynischer Kopf vorgestellt, der wegen seiner tragisch geendeten Liebe zu Vesper Lind eine ungeahnt sensible Seite zeigen durfte, doch in "Skyfall" sieht man in ihm wirklich einen Menschen als Fleisch und Blut. Ein Mann mit einer Geschichte. Ein Mann mit einer Vergangenheit. Kein unzerstörbarer Superman, der aus jeder Gefahrensituation siegreich entkommt. Vornehmlich wird – passend zum Jubiläum - auf sein Alter und seine Verwundbarkeit angespielt. "M", ihr angehender Nachfolger Gerath Mallory, der junge Computer-Nerd "Q", so ziemlich jeder weist den Doppelnull-Agenten darauf hin, dass er ruhig Platz für die jüngere Agenten-Generation machen und nach all seinen Diensten für sein Vaterland den Ruhestand als mögliche Option in Betracht ziehen soll. Doch Bond wäre nicht Bond, wenn er nicht trotz seiner körperlich nicht mehr allerbesten Verfassung in der Lage wäre, seinen Querkopf durchzusetzen und allen zu beweisen, dass man weiterhin analoge Pendants wie ihn auch im digitalen Zeitalter braucht, was eine sehr amüsante Szene zwischen dem reifen Bond und dem blutjungen "Q" sehr schön verdeutlicht.
Weiterhin bekommt der Loyalitätsgedanke eine besondere Bedeutung. Das Vertrauen "M"s zu Bond steht nicht weniger auf dem Prüfstand wie die seine zu ihr, ebenso versucht auch Antagonist Silva seinen Widersacher davon zu überzeugen, dass Loyalität im Dienste des britischem Empire nichts bedeutet, wenn man von seinem Arbeitsgeber/Land fallengelassen wird, wie er es ja am eigenen Leibe erfahren musste und wodurch sich seine Rachlust begründet. So muss Bond zwischen Pflichtgefühl und Zweifeln jenen Weg finden, der für ihn bestimmt ist.
All dies verleiht dem jüngsten Bond-Ableger eine wohltuend ernste wie auch düstere Note, doch Mendes nimmt sich bei seinem 145-Minüter hier und da etwas Zeit und greift mit kleinen Referenzen und Verweisen die alten Tugenden früherer Bond-Abenteuer auf, um auch bei Craig-Bond-Gegnern ein Schmunzeln zu entlocken: Ein unter Alt-Fans wohl bekanntes Astin Martin-Modell bekommt seinen allerletzten Leinwand-Moment, Miss Moneypenny erhält hier einen wunderbaren Einstand (sie dürfte wohl auch zukünftig nicht mehr im Stammcast fehlen), und "Q" macht unmissverständlich klar, dass absurd-verrückte Gadgets Relikte einer längst ausgelaufenen Modeerscheinung sind. Mehr Hommage geht nicht.

Personell sticht "Skyfall" unter allen Bondfilmen mit der wohl luxuriösten Auswahl an namhaften Qualitäts-Mimen heraus.
Hauptdarsteller Daniel Craig begeistert zum dritten Mal infolge und ist IMHO das Beste, was dem 007-Franchise passieren konnte. Auch dank ihm und der Neudefinition des Mannes mit der Lizenz zum Töten ist diese populäre Marke so gut und erfolgreich wie nie zuvor, denn er hat einfach diese Ausstrahlung, diese anziehende Physis und dieses ungemein kühle wie coole Auftreten. So lange er kann und will, sollte er an der Rolle festhalten.
Judi Dench glänzt nach 17 Jahren zum letzten Mal als "M", da eine weitere Verpflichtung aufgrund ihrer Augenkrankheit ausgeschlossen ist, doch Ralph Fiennes, der ihre direkte Nachfolge antritt, wird die von ihr hinterlassene Lücke als neuer "M" gewiss hervorragend ausfüllen. Sein Auftritt als Geheimdienstkoordinator hinterlässt einen ausnahmslos positiven Eindruck und macht Vorfreude auf sein erneutes Erscheinen.
Als hervorragender Filmschurke erweist sich Oscar-Preisträger Javier Bardem. Nach Mads Mikkelsen und Mathieu Amalric ist er der nunmehr dritte Europäer, der keine stereotype Bösewichtsschablone mit Weltherrschaftsdrang verkörpert. Sein Alter Ego Silva ist ein denkwürdiger Widersacher für den im Zeichen des Union Jack kämpfenden Agenten, zum einem wegen der angedeuteten Bisexualität (ein Novum in der Geschichte der Bond-Antagonisten), zum anderen wegen der durch seine MI6-Vergangenheit formulierten Tragik seiner Person.
Desweiteren gefallen Ben Whishaw als moderner "Q", der sich schon jetzt zum neuen Sympathiebolzen mausert, und Naomie Harris, die als sexy Bondgirl Moneypenny nicht nur verboten gut aussieht, sondern auch gut zulangen kann.

Fazit:
Die Bondreihe mit Frontmann Craig behält auch mit "Skyfall" ihr Top-Niveau. 2 1/2 Stunden ohne eine einzige Länge, vollgepackt mit dynamischer Nervenkitzel-Action, viel Tempo, zynischem Witz und ungewohntem Emotionenspiel. Kann den herausragenden "Casino Royale" zwar nicht ganz übertrumpfen, nichtsdestotrotz untermauert dieser Streifen das Resultat, dass 007 den Sprung ins 21. Jahrhundert endgültig geschafft hat.
9/10
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