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Ghostfacelooker
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XP 3.287
Eintrag: 22.10.2017

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Das Haus mit dem Folterkeller

1922 - Rache aus dem Jenseits

(1922)
Herstellungsland:USA (2017)
Genre:Horror, Drama, Krimi

Bewertung unserer Besucher:
Note: 6,25 (4 Stimmen) Details
inhalt:
Ein Mann sitzt an einem Schreibtisch und erzählt eine Geschichte. Es könnte alles Mögliche darin vorkommen. Wie er zu Reichtum kam, warum er der ist, der er ist, oder was er bereut und warum er getan hat was er eben tat. Und ja diese Tat aus dem Jahr 1922 schildert er, Wilfried James. Und es ist eine schreckliche Tat, denn er ermordete seine Frau. Jedoch ist dies nicht das einzig Schreckliche. Eine Verfilmung nach einer Kurzgeschichte des Meisters der schlaflosen Nächte und die Monster die solche Nächte manchmal bergen können - Stephen King
eine kritik von ghostfacelooker:

Der Acker im Herzen eines Mannes ist steiniger.

Diesen Satz schien sich Thomas Jane zu selbigem genommen zu haben, als er die Rolle des Wilfried James annahm, der ja seine Frau ermordete und dies in einer Art Tagebuch oder Hinterlassenschaft festhält respektive erzählt.

Das gruseligste über weite Strecken, des Films ist Jane´s optische Erscheinung, die seit The Machinist wohl keine körperliche Unkenntlichkeit eines Schauspielers bei mir hervorgerufen hat.

Würde ich es nicht lesen, nie im Leben könnte ich glauben, das dies wirklich Jane ist, der seine verbitterte, durch ländliche Abgeschiedenheit und Arbeit ausgemergelte Rolle fast mit stoischer Einfältigkeit zu verkörpern scheint, in deren Geist mehr als nur ein anderer Mann zu wohnen scheint und der seine Bauernschläue geschickt ausspielt. Zeitweise könnte man sogar meinen er sei der ältere Bruder von James Woods.

Ein anderer Mann, wohnt in einem selbst, ein hinterlistiger Mann. So nennt beschreibt Wilfried es und man kann sich fast wieder in die Zeit zurückversetzen als man gemütlich irgendwo saß und diesen Satz im Buch gelesen hat.

Und es ist eine von des Meisters Kurzgeschichten aus Full Dark No Stars, die Zak Hilditch´s vermeintliches Debüt als Drehbuchschreiber und Regisseur markiert.

Dunkel, ja dunkel sind manche Einstellungen des Films, jedoch leider nicht im metaphorischem Sinn welcher Spannung vermuten lassen würde, sondern vielmehr im visuellen Aspekt. Zumindest auf meinem Gerät riefen einige Momente mehr Fragezeichen ob ihrer Düsternis hervor als Ausrufezeichen ob der Düsternis der Handlung wegen.

Wobei man optisch sehr an The Shawshank Redemption erinnert wird, was bedingt durch die titelgebende Ära schon mal positiv wäre. Auch Jane´s schauspielerische Leistung ist kein Minuspunkt des Films, jedoch persönlich empfinde ich ihn mehr als familiäres Drama, denn als Thriller oder gar Horrorfilm.

Wobei ja der deutsche Nebentitel mit Rache aus dem Jenseits suggeriert, Wilfrieds Frau könnte ihre Ruhe nicht finden bis dieser Mord nicht gerächt werden würde. Ein wenig abwegig, da die gute Molly Parker in der Rolle der Arlette James, selbst für damalig prüdere Zeiten ein schlampenhaftes Auftreten an den Tag legt und somit die Frage der Selbstjustiz einer Toten die nicht ganz unschuldig an ihrem Dahinscheiden ist, eine Frage der eigenen Einstellung wäre.

Andererseits erzählt er ja die Geschichte, wodurch soll somit die Rache vollzogen worden sein? Oder will ich einfach nur nicht spoilern und der Schluss birgt mehr als nur simple Rache?

Nicht das ich es guthieße jemandem, besonders der eigenen Frau, nach dem Leben zu trachten, aber es gibt Figuren in Filmen, denen du einfach den Tod wünschst oder aber eine gewisse Befriedigung im Sinne von geschieht ihm oder ihr Recht empfinden kannst, ohne gleich therapeutische Hilfe im wirklichen Leben suchen zu müßen.

Also wenn sie die Rolle der aufstrebenden Frau der 20er verkörpern sollte, die ihrem Mann nichts mehr kochen will und von der man vielleicht sogar eine Affäre mit ein bis zwei Männern nachsagen wollen würde und einem Hang zur Schlampe, dann hat die gute Molly Parker, die ich bisher nur aus der neuen Verfilmung von The Wicker Man kannte, ganze Arbeit in der kurzen Screentime geleistet.

Ich bin geneigt, aufgrund der Sympathie zu Jane und der gleichen zu Mr. King summiert mit dem Respekt der Prägung meiner Jugend durch ihn und seine Werke, den Film nicht zwingend als Neuinterpretation des von Edgar Allen Poe geschriebenem Werk Das verräterischen Herz zu betrachten auch wenn vieles daran erinnert.

Und selbst wenn dem so wäre muss sich der Meister nicht vor diesem Vergleich verstecken, denn beide King sowie Poe sind literarische Götter ihres Fachs. Jedoch ist es vielmehr Jane´s Präsenz und seine sich selbst zerfressenden Schuldgefühle, die den Film erträglich machen als die Spannung, die einen an den Film binden sollte, was natürlich der Vorlage von King und seiner darin erschaffenen Figur zuträglich ist, aber doch im Kontext der Tat und der Assoziation durch Poe nichts eigenständiges hat.

Es ist genau diese Eigenständigkeit der Geschichten von Stephen King, die mir hier in diesem Werk fehlt, um mich mehr dafür begeistern zu wollen als ihn gesehen zu haben und zu vergessen.

Alle Figuren um Jane´s Charakter sind nur Statisten. Mittel zum Zweck seine innere Agonie voranzutreiben in deren sich verschlingende Spirale er sich befindet und deren Ende für den Zuschauer vorhersehbar scheint. Eine Vorhersehbarkeit, die ich von den Geschichten des Meisters nicht gewohnt bin.

Doch gerade als ich diesen schändlichen Gedanken, der fast einem eigenem Verrat an des Meisters Können gleichkommt zu Ende gedacht hatte, ändert sich der Grundton des Films mit einem simplen Rattenbiß und die vermeintliche Vorhersehbarkeit tritt mich mit Anlauf in den Magen und reißt ihre Maske herunter, sodass die schreckliche Ungewissheit mit ihrem häßlichen Äußeren, das alle Dunkelheit, Abgründe mit samt der Möglichkeiten in sich vereint, wieder anzugrinsen weiß.

Doch leider reicht dies, zusammen mit dem letzten Drittel des Films, der grandiosen One-Man-Performance Jane´s ( die für sich allein genommen, seine eindringlichste für mich bisher ist, und neben einem Oscar, volle Punktzahl verdienen würde ), für mich selbst mal wieder nicht aus, um dem Film mehr als eine neutrale Bewertung zu geben, denn am Ende bekommt jeder was er verdient.

5/10
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Kommentare

22.10.2017 01:11 Uhr - TheRealAsh
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Schöne Rezi, Ghost. Oh Mann, ich bin auch irgendwie abgeschreckt von den Netflix-Kings. Hab mir vorher grade "Zimmer 1408" angeschaut und der ist einfach so gut.

22.10.2017 01:46 Uhr - Ghostfacelooker
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22.10.2017 01:11 Uhr schrieb TheRealAshSchöne Rezi, Ghost. Oh Mann, ich bin auch irgendwie abgeschreckt von den Netflix-Kings. Hab mir vorher grade "Zimmer 1408" angeschaut und der ist einfach so gut.


Danke dir RealEmotionalOne^^^^.

Denke nicht mal das es an Netflix liegt. Es scheint wieder so eine halbgare Welle seiner Geschichten in Verfilmungen zu kommen wie man sie früher für´s TV hatte, Needfull Things und Ausnahmen abgesehen, aber die Ernsthaftigkeit ein richtiger Horror Regisseur zu casten der sich mal traut die Geschichte so umzusetzen wie es im Buch ist müsste her.

Doch eines Tages, hab ich zumindest die Hoffnung.

22.10.2017 14:40 Uhr - cecil b
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Interessant, wie du literarische Formulierungen mit eingebracht hast, ohne dabei zu vergessen, einen Eindruck davon zu geben, mit was für einer Geschichte man es hier zu tun hat.:)

Ich persönlich halte es nicht für wichtig, ob ich eine Geschichte von King einem Genre zuordnen kann, wenn ich da an z. B. Dolores und DAS MÄDCHEN denke, aber ich kann verstehen, dass man diese Erwartung hat. Das Cover suggeriert durchaus Horror.

Ich bin neugierig geworden, da ich die Idee gut finde. Und mit 5 Punkten kann es wohl kein Totalausfall sein. ;)

22.10.2017 14:50 Uhr - Ghostfacelooker
1x
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22.10.2017 14:40 Uhr schrieb cecil bInteressant, wie du literarische Formulierungen mit eingebracht hast, ohne dabei zu vergessen, einen Eindruck davon zu geben, mit was für einer Geschichte man es hier zu tun hat.:)

Ich persönlich halte es nicht für wichtig, ob ich eine Geschichte von King einem Genre zuordnen kann, wenn ich da an z. B. Dolores und DAS MÄDCHEN denke, aber ich kann verstehen, dass man diese Erwartung hat. Das Cover suggeriert durchaus Horror.

Ich bin neugierig geworden, da ich die Idee gut finde. Und mit 5 Punkten kann es wohl kein Totalausfall sein. ;)


Hi, deshalb ja meine "neutrale" 5, denn er hat Momente und ist wegen Jane allein schon mal mindestens sehenswert, aber eben auch zu wenig als das ICH ihn nochmals sehen müßte. Aber einmal sehen lohnt als Fan sowieso, wenn es auch nur darum geht mitreden zu können.

22.10.2017 15:21 Uhr - cecil b
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Nachvollziehbar. :)

22.10.2017 15:45 Uhr - jrtripper
du hast den film mal wieder in einer sehr lesenswerte art und weise eingefangen.
mein erster gedanke als ich ihn sah, war, das ich eine art dolores sehe, nur halt mit umgedrehten spieß und etwas erweitert, durch eine kleine geister einlage.
bin da voll bei dir, das mal jemand eine king story so verfilmen muss, wie sie geschrieben steht oder mit wenigen änderungen, nur mal um aus zuprobieren ob das funktioniert.
es gibt leider nur wenige umsetzungen, die mich ansprechen.

gebe diesem hier immer noch eine 3/10

25.10.2017 21:52 Uhr - Weltraumgott
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Klingt ziemlich gut. Tom Jane geht immer!
Auch die Story macht mich neugierig und das in Combi mit Stephen King... echt gut.

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