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Punisher77
Level 12
XP 2.485
Eintrag: 12.02.2018

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Frankensteins Ungeheuer

(The Evil of Frankenstein)
Herstellungsland:Großbritannien (1964)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Horror

Bewertung unserer Besucher:
Note: 8,00 (3 Stimmen) Details
inhalt:
Frankenstein muss feststellen, dass sein Ungeheuer noch am Leben ist. Eingefroren in Eis. Um es wieder unter seine Kontrolle zu bringen, engagiert Frankenstein einen Hypnotiseur, doch dieser schmiedet eigene Pläne.
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von punisher77:

                                         FRANKENSTEINS UNGEHEUER

Folgte das erste Frankenstein-Sequel aus dem Hause Hammer Films bereits ein Jahr später, musste bis zur nächsten Fortsetzung, Frankensteins Ungeheuer (1964), etwas mehr Zeit vergehen, nämlich ganze fünf Jahre. Damit gingen einige Veränderungen einher. Wurden die ersten beiden Teile von Hammer-Stammregisseur Terence Fisher inszeniert, wurde Frankensteins Ungeheuer von Kameramann Freddie Francis, einem zweifachen Oscar-Gewinner in der Kategorie „Beste Kamera“ (Söhne Und Liebhaber, 1960 & Glory, 1989), gedreht, der seit 1962 als Regisseur arbeitete. Das Drehbuch stammte diesmal nicht von Jimmy Sangster, sondern wurde von Hammer-Produzent Anthony Hinds unter dem Pseudonym John Elder verfasst. Aber die vielleicht wichtigste Veränderung: Da Hammer Films einen Vertriebsdeal mit Universal Pictures hatten, fielen frühere Einschränkungen unter den Tisch – Das Make Up der Hammer-Kreatur durfte sich diesmal an der von für Boris Karloff geschaffenen Maske von Jack Pierce orientieren; außerdem durften Hammer auch andere Elemente des 1931er Frankenstein von Universal Pictures verwenden.

Neben Peter Cushing, der einmal mehr die Rolle des Victor Frankenstein spielte, gehörten Peter Woodthorpe (The Skull, 1965), Sandor Elés (Countess Dracula, 1971), Duncan Lamont (Arabeske, 1966), Katy Wild (Das Verrätertor, 1964) und David Hutcheson (Law And Disorder, 1958) zur Besetzung des Streifens.

Frankensteins Ungeheuer bricht mit der Kontinuität der Serie und präsentiert sich als eher eigenständiger Film. Da man Baron Victor Frankenstein (Peter Cushing) einfach nicht in Ruhe arbeiten lässt und ein ziemlich tollwütig veranlagter Priester (James Maxwell – Private Potter, 1962) sein Labor verwüstet hat, kehrt er mit seinem treuen Assistenten Hans (Sandor Elés) in sein Schloss zurück, aus dem man ihn damals vertrieben hat. Dort war es ihm bereits gelungen, einen künstlichen Menschen zu schaffen, der jedoch von der Polizei zu Tode gehetzt wurde. In einer Höhle findet Frankenstein sein tot geglaubtes Geschöpf wieder – konserviert in einem Eisblock. Sofort macht er sich an die Wiederbelebung des Geschöpfs; da ihm die Kreatur jedoch nicht gehorchen will, bittet Frankenstein den Hypnotiseur Zoltan (Peter Woodthorpe) um Hilfe …

Frankensteins Ungeheuer ist unter Fans nicht unumstritten. Oft wird behauptet, dass sich der Film zu sehr an den Universal-Filmen anlehne und den Hammer-typischen Stil, der die beiden ersten Teile so besonders machte, vermissen lasse, weshalb er deutlich schwächer sei als seine Vorgänger. Auch wenn diese Vorwürfe nicht ganz von der Hand zu weisen sind und Frankensteins Ungeheuer in der Tat nicht ganz an die ersten beiden Frankenstein-Filme aus dem Hause Hammer herankommt, handelt es sich hierbei trotzdem um einen überdurchschnittlichen Gruselfilm mit vielen Schauwerten.

So wirkt Frankensteins Ungeheuer wesentlich aufwändiger als Frankensteins Rache. Die Kulissen und Schauplätze sind deutlich spektakulärer ausgefallen – Frankensteins Laboratorien und sein verfallenes Schloss sind wahres Eyecandy für Fans klassischer Gruselfilme und man merkt einmal mehr, mit wie viel Liebe zum Detail die Hammer-Ausstatter hier gearbeitet haben. Auch das an Boris Karloffs Kreatur angelehnte Make Up des von Kiwi Kingston, einem weitgehend unbekannten Wrestler, gespielten Frankenstein-Geschöpfs mit der hohen, platten Stirn und den Elektroden an den Schläfen wirkt deutlich Furcht einflößender als das – im Grunde nicht vorhandene – Make Up der Kreatur in Frankensteins Rache. Frankensteins Ungeheuer ist nach dem dramatisch angehauchten Frankensteins Rache wieder reiner Horror. Das liegt auch an der etwas blutigeren Ausrichtung des Streifens. Die Kreatur ist hier nicht nur Opfer der Experimentierfreudigkeit des Barons, sondern vor allem ein williges Mordwerkzeug.

Schauspielerisch gesehen ragt einmal mehr Peter Cushing hervor. Wie in den beiden Vorgängern überzeugt er als eiskalter, von seiner Idee überzeugter Wissenschaftler. Der Rest der Besetzung hat es dagegen schwer, gegen Cushing zu bestehen. Am ehesten gelingt dies noch Peter Woodthorpe als versoffenem, intriganten Hypnotiseur, der die Kreatur für seine Zwecke missbraucht.

Freddie Francis entpuppt sich als würdiger Ersatz für Terence Fisher. Auch wenn der oscarprämierte Kameramann/Regisseur mit Frankensteins Ungeheuer nicht so recht zufrieden war, kann man ihm handwerklich keinen Vorwurf machen, da er den Film solide inszeniert hat und sowohl Darsteller als auch Kulissen/Schauplätze gut aussehen lässt.

Der Knackpunkt des dritten Frankenstein-Films der Hammer-Produktionsschmiede ist seine Story. Während Frankensteins Fluch und Frankensteins Rache ernsthafte, zum Teil kritische Geschichten mit zum Nachdenken und Diskutieren anregenden Aspekten boten, ist der Ansatz von Frankensteins Ungeheuer auf pure Unterhaltung ausgelegt. Das muss nicht grundsätzlich schlecht sein, aber die Idee, wie der Hypnotiseur ins Geschehen gezogen wird, wirkt schon etwas trashig, was auch für die eine oder andere klischeehafte Figur im Film gilt.

Frankensteins Ungeheuer ist ein unterhaltsamer, zugänglicher Gruselfilm, der tatsächlich etwas mehr von einem Universal – als von einem Hammer-Film hat, aber dennoch in vielerlei Hinsicht punkten kann. Die atmosphärische Dichte und inhaltliche Tiefe seiner beiden Vorgänger erreicht der dritte Frankenstein-Film aus der Hammer-Filmschmiede zwar nicht, überdurchschnittliche Kost bietet er aber allemal.

8/10
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Kommentare

12.02.2018 22:50 Uhr - Insanity667
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Und wieder mal ein Hammer von Hammer mit einer Hammerreview veredelt! :)
Ich hätte es sicher als ziemlich dämlich empfunden, wenn man den gewonnenen Freiraum durch den Wegfall diverser Einschränkungen seitens Universal eben NICHT genutzt hätte... So ist eben mal was anderes dabei herausgekommen, was nicht weniger unterhaltsam, spannend und gruselig ist. Ist doch gut so, oder? :)
Schöne Rezi, Frank(enstein) Castle! :D Haha!

13.02.2018 06:37 Uhr - Punisher77
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Vielen Dank, Insanity!

Ja, der Wegfall der Einschränkungen wurde gut genutzt. Apropos Frank(enstein) Castle...es gibt tatsächlich eine Punisher-Serie, in der dieser als eine Art Frankensteins Monster auftritt. Sein Name: Frankencastle... :-D.

13.02.2018 11:12 Uhr - TheRealAsh
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Deine weitläufige Filmkenntnis überrascht mich immer wieder, vor allem auch deine Offenheit. Als Hammerexperte bist du ja schon länger tätig, wenn ich das überblicke. Interessiert mich sehr, da ich noch gar keinen Frankenstein von denen gesehen habe. Grade letztens hab ich mir die neue Dracula-Restauration geholt, die wirklich hervorragend ist. Der Film, wie du in deiner damaligen Rezi schreibst, klarer 10er-Kandidat und für mich eh der beste Dracula. Ich bin leider mit dem Hammer-Gewerbe nur marginal bekannt und habe da ganz vogelwild die ein oder andere Perle gesehen. Das muss sich ändern;-)

13.02.2018 12:28 Uhr - Punisher77
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Vielen Dank für das Lob, Ash!
Es freut mich sehr, dass Dir der "Hammer"-Dracula gefällt, der einer meiner Lieblings(Horror)filme ist. Und auch abgesehen von den Dracula-Streifen hat "Hammer" eine ganze Menge zu bieten und es lohnt sich wirklich, in deren Filmbestand zu stöbern, auch wenn das aufgrund der z.T. ziemlich teuren Mediabooks nicht immer ganz einfach ist. Aber wenn man auf eine deutsche Tonspur verzichten kann, kann man einige englischsprachige DVDs/Blu Rays günstig erstehen.

13.02.2018 12:28 Uhr - Intofilms
2x
Ähem, es wird allerhöchste Zeit, dass ich den mal schaue. - Hervorragende Rezi vom Hammer-Chefkritiker! :))
@Ash
"der beste Dracula": Ich wage hier lieber kein Urteil - wobei: für mich wär's dann wohl doch Murnaus "Nosferatu". - Am Wochenende habe ich wieder mal Coppolas Verfilmung und die BBC-Serie "Count Dracula" von 1977 geschaut, was ich natürlich auch nicht bereut habe. :)
Aber dann habe ich mir noch was ganz Feines, was ganz Besonderes und Extravagantes gegönnt, die aufregendste Neuentdeckung seit langem: "Vampir Cuadecuc" von Pere Portabella (UK-Blu-ray von Second Run). Das ist sozusagen ein Making-of von Francos "Count Dracula" und jedenfalls ein ganz verwegenes, psychedelisch-schrilles Experimentalfilm-Abenteuer. So was habe ich noch gar nicht gesehen. Kann ich euch Abenteuerlustigen nur empfehlen. Der totale Wahnsinn! :))

13.02.2018 18:44 Uhr - TheRealAsh
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Schon klar, Into, der beste Dracula lässt natürlich zu viel weg. Aber obiger gehört natürlich ganz klar in die Reihe der besten Verfilmungen;-)

13.02.2018 21:33 Uhr - Punisher77
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Vielen Dank, Intofilms!

"Vampir Cuadecuc" klingt interessant - werde ich mal im Auge behalten.

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