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Assassin's Creed II

Herstellungsland:Kanada (2009)
Standard-Freigabe:USK 16
Bewertung unserer Besucher:
Note: 9,67 (6 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Assassin’s Creed II erzählt eine epische Geschichte über Familie, Rache und Verschwörung. Schauplatz ist das Italien der Renaissance, eine Epoche, die Meilensteine der Kunst hervorbrachte, aber auch Schattenseiten voller Korruption und Habgier beinhaltete. Ezio freundet sich mit Leonardo da Vinci an, bekommt es mit den mächtigsten Familien in Florenz zu tun und wandelt durch die Kanäle Venedigs, wo er alles lernt, um ein Meister-Assassinen zu werden. (Ubisoft)

eine kritik von s.k.:
Ich habe "Assassins Creed 1" (AC1) geliebt. Trotz kleiner Macken ist es eines der wenigen Spiele-Titel, welches bei mir echte Begeisterung entlockt und ein einmaliges Spielerlebnis geboten hat. Optik, Spielmechanik, Atmosphäre und Story - in allen Punkten fantastisch umgesetzt und für Jemanden wie mich, der sich für historisch angehauchte Games SEHR interessiert, das ideale Action-Adventure schlechthin.
Seinem weltweitem Erfolg und Ruf sei Dank war der Nachfolger auch schon in der Mache. Wie schon sein Vorgänger, so sollte auch "Assassins Creed 2" (AC2) für PC ein Vierteljahr später erscheinen als die Konsolen-Versionen. Das war im Frühjahr 2010, und damit kam auch in der Gamer-Szene eine neue Welle der Empörung ins Rollen, setzte Publisher Ubisoft ab diesen Zeitpunkt auf einen neuartigen Kopierschutz, der eine permanente Internet-Verbindung voraussetzte. Selbst ich als großer Fan des ersten Teils habe es nicht eingesehen, mir AC2 zum Vollpreis - verbunden im dem Online-Zwang - zu gönnen, was ich unter anderen Umständen vielleicht sofort getan hätte. Doch mit Beginn des neuen Jahres 2011 kam dann das erste Einlenken Ubisofts und eine Entschärfung des Kopierschutzes, zunächst nur für AC2 und "Splinter Cell: Conviction" geltend. Was sich genau verändert hat und was mich letztendlich doch zum Kauf von AC2 bewogen hat, dazu komme ich später. Zunächst aber die Bewertung des eigentlichen Spiels.

AC2 setzt genau dort an, wo AC1 endete:
Desmond Miles, einer der letzten Nachfahren der Assassinen, gelingt durch Hilfe der Verbündeten Lucy Stillman die Flucht aus Abstergo Industries, einer modernen Templer-Organisation, die unbeirrt die Vernichtung der Assasssinen verfolgt und nach wie vor auf der Suche nach einem mächtigen Artefakt (= dem Edelsplitter) ist.
In einem geheimen Versteck des Assassinen-Ordens untergetaucht, muss sich Desmond noch mal in den Animus begeben, um die Erinnerungen eines anderen Vorfahrens zu durchleben. Auf geistigem Wege begleitet er den jungen Ezio Auditore de Firenze, einem Urahn aus Italien des späten 15. Jahrhunderts, und wird Zeuge einer Jahrhunderte alten Verschwörung...

Erinnert man sich an AC1 zurück, so war die erzählerische Inszenierung eine der großen Stärken des Spiels. Historische Details wo man nur hinsah und -hörte, dazu sehr authentisches Mittelalter-Feeling und ein außergewöhnlicher Spiele-Protagonist (Assassine Altair) mit dem Lebensmotto "Mord ist sein Hobby".
Diese Stärke baut AC2 noch stärker aus und präsentiert nun von der Renaissance geprägte Städte und Regionen wie Florenz, Vatikanstaat, Venedig oder Toskana, prall gefüllt mit historischen Persönlichkeiten, Architektur- und Kunstobjekten. Wie man es erwartet wuseln riesige Menschenmassen durch die Straßenzüge, von leichten Damen und Markthändlern, über Geistliche und Soldaten bis hin zu Trobadoren und einfachem Volk. Warum wie schon in AC1 kaum oder gar keine Kinder das Stadtbild prägen, könnte man die Spieldesigner sicherlich fragen, aber das ist nur eine persönliche Randbemerkung.

Die Engine des ersten Teils sieht man AC2 sofort an, hat sich an den weitläufigen Arealen, hoch gebauten Häusern, Burgen und Türmen auf den ersten Blick nicht viel verändert. Nur ein optischer Neu-Anstrich im "Bella Italia"-Stil macht den eigentlichen Unterschied aus. Bei genauerer Betrachtung finden sich jedoch viele Verbesserungen im Detail:
Das Glas der Hausfenster reflektiert das Licht, Stadtelemente spiegeln sich in den durch die Städte verlaufenden Flüssen, außerhalb des Fokus liegende Personen und Umgebung erscheinen per realistischen Unschärfeeffekt verschwommen. Hinzu kommen selbstredend hochaufgelöste Texturen und gelungene Gesichtsanimationen der Charakteren, was besonders bei Ingame-Zwischensequenzen sofort ins Auge sticht. Einzige Mankos sind manch unschöner Schattenwurf (und dessen Qualität) und das plötzliche Aufpoppen von Bäumen, einzelnen Personengruppen oder gar Textur-Details. Nicht immer schön, aber damit haben/ hatten auch schon AC1 und andere Open-World-Games zu kämpfen. Die Spielwelt als Ganzes aber wirkt perfekt und stimmig. Das festgesetzte 16:9-Format der angezeigten Grafik ist im übrigen auch beibehalten worden und fällt nur auf 4:3-Monitoren auf. Hat man sich erst mal daran gewöhnt, fällt einem diese Tatsache kaum auf.
Dazu gesellt sich eine tolle Soundkulisse mit bester Sprachausgabe (die leider nicht immer lippensynchron ist), authentischen Geräuschen und einer passenden Musikuntermalung, die einen glaubhaft ins 15. Jahrhundert entführen lassen (Ich kann mich täuschen, aber ich meine eine andere Synchron-Stimme für Desmond / Ezio gehört zu haben als damals bei AC1. Mir gefiel Jene aus AC1 doch ein wenig besser, aber vielleicht liege ich da wirklich falsch. Wer meinen Eindruck bestätigen / verneinen kann, soll sich ruhig per Kommentar melden).
Die optische Glanzstück von AC2 ist aber Ezio selbst. Wie schon zuvor Altair bewegt auch er sich geschmeidig und mit unzähligen Animationsstufen durch die Gegend. Gehend, laufend, rennend, kletternd, springend, hangelnd (und erstmalig auch schwimmend !) - egal wohin man ihn dirigiert, er begibt sich in diversen Bewegungs-Modi von A nach B, was einfach nur herrlich aussieht. Das Repertoire an Kampf-Aktionen aus Teil 1 wurde ebenfalls übernommen und stark erweitert. Konter, Kombos, Ausweich- oder Entwaffnungsmanöver sind nun ebenfalls möglich, was die Kämpfe somit noch dynamischer macht als bei AC1. Damit gehört Ezio zu den agilsten und "fähigsten" Spielefiguren überhaupt. Und das bei gar nicht allzu schwerer Bedienung, da auf die bewährte und durchdachte "Puppenspieler-Steuerung" zurückgegriffen wird. Höchstens die angezeigten Symbole der Aktions-Tasten können u.U. verwirren, da diese sich nicht nach persönlicher Umstellung der Tastenbelegung entsprechend anpassen. Eine kleine Gedächtnis-Stütze, die mir immer geholfen hat: Sich die Anordnung der Tasten immer wie die Extremitäten einer Puppe vorstellen. Oben der Kopf, links und rechts die Hand, unten die Beine. Welche Aktion wie gemacht wird, ergibt sich aus dem Kontext, d.h. Provozieren oder Adlerauge mit dem "Kopf", schlagen oder töten mit "linker Hand", greifen oder werfen mit "Rechter" und rennen respektive springen mit den "Beinen".
Generell haben Gamepad-Besitzer gegenüber Tastatur-Nutzern einen klaren Vorteil, geht die Steuerung mit einem Controller wesentlich intuitiver und leichter von der Hand.

Der Spielumfang von AC2 ist beträchtlich größer als der seines Vorgängers, was sowohl an der Vielzahl und Vielfältigkeit der Haupt- und Nebenquests als auch an der episch erzählten Story liegt. Mit 30 bis 40 Stunden Spielzeit darf man auf jeden Fall rechnen, wenn man sich nicht allein auf die Hauptquests konzentriert, da dank der angenommenen Kritik an AC1 nun auch die Nebenmissionen mit echter Abwechslung motivieren. Nochmals spielspaßfördernd sind viele Neuerungen im Gameplay, dazu gehören u.a.:

- das Wirtschafts-Feature der Villa Auditore, durch dessen Steuer-Einnahmen man nie Gefahr läuft in Geldnot zu kommen
- Ärzte, Schneider, Schmiede oder Reiseführer mit ihren wertvollen Dienstleistungen
- Anheuern von Prostituierten oder Söldnern zum Ablenken von Wachen
- das anonyme Untertauchen in der Menschentraube
- das Herunterfahren des eigenen Fahndungslevels durch Bestechung oder Abreissen von Fahndungsplakaten
- die Suche nach 6 Assassinen-Gräbern, um die Rüstung von Altair freizuschalten

Also insgesamt betrachtet ein sehr üppiges Angebot an Spielbeschäftigung, bei dem man nur eines (glücklicherweise) vergeblich sucht: die Langeweile ! ;)

Nun noch ein paar Worte zum berühmt-berüchtigten Kopierschutz:
Über ein halbes Jahr habe ich vom Kauf des Spiels (mit Überzeugung) abgesehen, trotz der brennenden Lust, die ich darauf hatte. Die permanente Internet-Verbindung war in meinen Augen eine Zumutung und gleichzeitig "Bestrafung" ehrlicher Käufer, und das hat natürlich für sehr schlechte Mundpropaganda für ein an sich doch perfektes Spiel gesorgt. Meine und die Geduld anderer Spieler wurde jetzt zum Teil belohnt, da Ubisoft scheinbar eingesehen hat, das es sich mit seiner Praxis ein heftiges Eigentor geleistet hat. AC2 und "Splinter Cell: Conviction" verlangen nun keine dauerhafte Online-Anbindung mehr; zumindest ist nur noch zum Starten des Spiels eine kurze Verbindung notwendig, die man aber sofort wieder kappen kann, wenn man sich im Spielmenu befindet. Eine unpraktische Lösung, aber immer noch besser als gar keine, und ich persönlich kann damit leben. Ob auch der Kopierschutz anderer Ubisoft-Titel wie "Silent Hunter 5" oder "Die Siedler 7" nach und nach entschärft werden wird, muss die Zeit zeigen. Vielleicht kommen die führenden Köpfe von Ubisoft doch noch zur Vernunft, wenn es sich nicht mit seiner Kundschaft aus der PC-Szene verscherzen will. Wenn sie jedoch bei den zukünftigen Nachfolgern von "Assassins Creed" weiterhin an ihrer jetzigen Distributionspolitik festhalten, werde ich genauso handeln wie bei AC2: Das Spiel bei Erscheinung konsequent ignorieren und abwarten bis der Kopierschutz gelockert wird. Die Geduld hat sich für mich in diesem Falle doppelt ausgezahlt, da nicht nur die KS-Entschärfung, sondern auch ein Preisersparnis von fast 50% ausreichende Kaufargumente waren.

Fazit:
"Assassins Creed 2" übertrifft seinen Vorgänger in nahezu jeder Disziplin. Vollgestopft mit vielen Möglichkeiten, einer filmtauglichen Handlung, Top-Technik und astreiner Lokalisation gehört es zu den aktuell besten Action-Adventures überhaupt. Der Spieler bekommt für sein Geld Spielspaß, Abwechslung und Spielzeit satt. Für das Spiel selbst (!) erteile ich eine absolute Kaufempfehlung. Das Thema (mittlerweile abgeschwächter) Kopierschutz wird allerdings für viele Interessierte wohl nach wie vor ein Hindernis zum Kaufentscheid bleiben. Kann ich den Leuten nicht verübeln, aber letzten Endes trifft ein Jeder seine Entscheidung selbst.
9/10
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