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kokoloko
Level 7
XP 759
Eintrag: 13.11.2017

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Thanatomorphose

Herstellungsland:Kanada (2012)
Genre:Horror

Bewertung unserer Besucher:
Note: 6,60 (5 Stimmen) Details
inhalt:
Laura ist eine brotlose Künstlerin, welche unter innerer Leere, Ideenlosigkeit und den krankhaften Beziehungen aus denen sie nicht entkommen kann leidet. Als sie sich einen Seltsamen Virus einfängt, denkt sie zunächst nichts böses und denkt, dass er von alleine weggehen wird. Sie ahnt nicht, dass dieser Virus schlimmer ist als alles was sie jemals gesehen hat. Er lässt ihren Körper verwesen und verrotten und von Tag zu Tag verliert sie mehr Körperteile. Laura wird langsam bewusst, dass es für sie keine Heilung und keinen Ausweg gibt.
eine kritik von kokoloko:

Thanatomorphose

Der eigentlich sehr geschätze Filmchecker hat geschrieben: Der härteste Film des Jahres: THANATOMORPHOS ist ultraharter Body Horror, der eine hohe Ekelgrenze voraussetzt. Regie-Newcomer ERIC ENGLAND hat mit seinem Erstling einen Film geschaffen, der trotz deftigem Körper-Terror und vielen unappetitlichen Momenten immer noch versucht eine erschreckende und aktuelle Botschaft an den Mann zu bringen.

ÉRIC FALARDEAU [hat] das Glanzstück vollbracht einen Amateurfilm zu drehen, der kaum noch erahnen lässt, dass hier eigentlich Laien im Filmemachen am Start gewesen sind.

Irgendwelche Spackos auf ofdb haben geschrieben: Das ist einer der besten Independentproduktionen der letzten Jahre weil alles richtig gemacht wurde.
Die Story und deren Umsetzung bietet Body-Horror auf den selbst Cronenberg neidisch sein dürfte.

Sensationelles Meisterwerk der filmischen Künste.

 :|

Wollt ihr mich eigentlich völlig verarschen?

Von "Thanatomorphose" hatte ich, anfangs, als er gerade erst in der Mache war/rauskam, gehört als extremer neuer Underground-Splatter/Gorefilm. Genau die Sparte Film, von der ich eigentlich Abstand halte, weil ich diese gestörte Folterei und unmenschliche Gewalt einfach nicht abkann und mich sowas schnell mal mitnimmt, hier aber sollte es wohl um eine Frau gehen, die langsam zerfällt und deren Körper vor sich hinrottet, obwohl sie scheinbar noch lebt und naja was soll ich sagen, das klang doch sehr interessant und driftete nicht in die Foltergefilde ab, die ich möglichst vermeide.
Dazu muss ich sagen: Ich LIEBE die Prämisse! Ein einsames, isoliertes Individuum, das parallel sowohl geistig als auch körperlich, psychisch wie physisch zerfällt  und dahinrottet? Ein intensives und verstörendes Meisterwerk könnte man hier schaffen, eine depressive und ultrablutige Abwärtsspirale, unaufhaltbar Richtung Tod, intelligent bebildert, artsy, quälend langsam, philosophisch angehaucht, konsequent.....naja, zumindest das "quälend langsam" hat man hier hinbekommen.

 

Ein User auf imdb hat geschrieben:

The only thing thats rotting more than our main character is the potential of the film.

THIS.

Man hat NICHTS aus der Idee gemacht, wirklich GARNICHTS, alle guten Ansätze und Punkte gehen unter in dieser dilletantischen, quälend langsamen, überlangen Geduldsprobe zwischen Soaptrash und Bodyhorror.
Zuerst die guten Sachen: Die Idee ist geil, die Hauptdarstellerin spielt teilweise ganz gut, das Ende ist intensiv, konsequent und fantastisch getrickst, allgemein sind die Body-FX, das Make-Up sowie die Applications, die Wunden und abfaulenden Körperteile richtig gut getrickst, sehen eklig und wirklich gelungen aus, aus goretechnischer Sicht kriegt man also einiges geboten. Die Traumsequenz hat eine ganz nette Atmosphäre und ne ebenfalls maximal "nette" Symbolik, das Sounddesign ein paar minimal beunruhigende, fast schon atmosphärische Stellen, die Idee mit der Decke ist noch so ziemlich das Highlight, auch hat hier kein Darsteller Angst vor Nacktheit.

Kommen wir zum Rest, aka den Kritikpunkten: Was uns am meisten aufgeregt hat, der Film ist fast DAUERHAFT UNSCHARF!!!   Like WTF, was soll das für ein unerträgliches Stilmittel sein, wie kann man sowas bitteschön nicht merken?! Die Schärfe wird ständig viel zu spät nachgezogen und das auf dilletantischste Weise, zusammen mit der ohnehin schon schlechten Bildqualität und dem billigen Amateurlook im eklig grau-braun-bebilderten Appartment unserer wandelnden Tote ein tobsüchtig augenkrebsverursachender Schandfleck von einem Film, wow was ne Zumutung! Aaaaber dem nicht genug, geht diese Tortur auch einfach 100 Minuten trotz ihrer Minimalhandlung, was dafür sorgt dass wir am Anfang erstmal ziemlich lang zusehen dürfen wie unsere hässlich gemachte (komm ich später zu) Tuse sich mit dem unsympathischen Macker begattet, er sich verletzt, man wortlos durch die Wohnung läuft und quasi garnichts tut. Das baut keine Spannung oder Stimmung auf und auch inhaltlich tut sich nichts, einfach nur Leere, Stille und zwei nackte Menschen.  Klar, eine Repräsentation ihres unglücklichen, leeren Lebens aber ffs "den Zuschauer mitleiden lassen" geht anders.
Ist das jedenfalls geschafft und beginnt der prätentiös in drei Akte aufgeteilte Schund, sind erste Andeutungen ihres Faulens ganz nett, dafür muss man sich aber auch durch grauenhaft betonte Lines unfassbar unbegabter Nebencharaktere quälen, die wirklich so garnichts vor ner Kamera zu suchen haben. Geschenkt, jetzt geht der düster-nihilistische Zerfaulungsspaß schließlich los, right? Ja, schleppend langsam und, bis auf hier und da minimale Soundkulisse, WEITERHIN OHNE SOUNDTRACK!
Durch dieses Stilmittel die Atmosphäre zu steigern und das Teil "realer" wirken zu lassen und "echter" ist eine nette Idee, solange bis sie dann völlig von der Inkosequenz der Aktion zerstört wird, da wir dann auf einmal doch ein paar unmotivierte Streicher zu hören bekommen.

Kommen wir aber zur größten Krux dieser 100 Minuten splattriger Langeweile: Die Logik. Der Film ist NICHT so artsy und verträumt, so intellektuell oder verrückt, so facettenreich oder intelligent gemacht, dass man sagen könnte "Ja das ist ja nur ein Symbol für dies und jenes, man darf es nicht wörtlich nehmen, guck doch jenes", nein. Er ist in seiner Langsamkeit allenfalls prätentiös und äußerst elegisch inszeniert, ohne jedes Gewicht hinter der Aktion und insofern wär es dem Zuschauer also nur ein Eingeständnis gewesen, den Überlebenskampf wenigstens spannend oder interessant zu gestalten, zumindest LOGISCH ffs. Aber nein, nein der Film verweilt bei einer handvoll netter Ideen (Spiegel werden zugehangen, Loch an der Decke sieht auch wie ne Vagina und wird immer weiter aufgerissen, abstrakter, zerstörter, keine Empathie vom Freund) und baut diese nie aus, stattdessen bekommen wir unfassbaren inhaltlichen Bullshit, der zum Haare rausreißen ärgerlich ist: Unsere Hauptdarstellerin:

- Ist im Making-Of als recht hübsche und sympathische Frau zu sehen, die für den Film also scheinbar bewusst DEUTLICH hässlicher(!!!) gemacht wurde. Richtig gelesen, nicht schöner, so dass man den Verfall der Schönheit hätte vorm körperlichen Ende, nein, sondern HÄSSLICHER. Was zum Teufel das soll, keine Ahnung.
- Ruft nie im Krankenhaus an, versucht rauszugehen oder sich wirklich Hilfe zu holen.
- Verarztet die Wunden auf bekloppte Art.
- Empfindet keine Schmerzen, so dass die ganze gequälte Komponente des Mitleidesn völlig raus ist.
- Kriegt später Besuch vonnem Typen, er sieht ihren desaströsen Zustand natürlich, SIE BLÄST IHM EINEN UND DANN GEHT ER WIEDER WG WAS ZUM FICK IST DAS FÜR EIN FILM AAAAAAAAARRGGGGGGHH

100 Minuten lang, fast ohne Dialog sieht man also eine nicht wirklich hübsche, fast dauerhaft komplett nackte Frau beim Masturbieren, Rumlaufen und Verfaulen zu und so stark die Effekte gemacht sind, drastisch, verstörend oder schlimm brutal waren sie bis dabei auch tatsächlich nie.  :|  Warum, war es Schuld der exzellenten Effektarbeit? Nein, Schuld ist schlicht und ergreifend die Tatsache, dass alle anderen Aspekte misslungen sind, nerven, ermüden und man so nur noch darauf wartet, dass endlich etwas passiert, oder der Film endet. Nie ist man "drin", nie fiebert man mit, nie erschrickt man sich geekelt vor dem Verlust eines weiteren Stückchens Haut, den die Hauptprotagonistin einfach gelangweilt-gleichgültig hinnimmt und in ein weiteres Glas einlegt. Warum? Fragt mich nicht.

Wie dieser selten dämliche, inkosequente und mit Anlauf und viel Potential in die Scheiße springende, unscharfe und scheußlich gedrehte sowie schlecht gespielte Amateursplattermumpitz auch nur annährend als "extrem" angesehen werden konnte, bis auf "extrem anödend" und meinetwegen "extrem konsequent", was das vorhersehbare Ende angeht, ist mir ein Rätsel. Statt eines verstörenden psychisch-physischen Höllentrips mit der absoluten Zersetzung des menschlichen Seins hat man hier hässliche Bilder gelungener Effektarbeit, um eine zu lange und zu unmotivierte, repetitive und handwerklich schlecht gemachte Mischung aus Unlogik, Kurzschluss-Symbolik für Anfänger und zu wenigen weiteren Bluttaten für einen redeeming factor. Ein starker Effekt, ne vielversprechende Prämisse und gelungene Effektarbeit aufgebläht bis zum Erbrechen. 2/10

So nett die Jungs von Black Lava mit ihrem Pfefferschnaps beim Weekend of Hell auch waren, fickt euch für diese potthässliche 15€-VÖ dieses Drecksstreifens >:(
Nicht nur ist der Film absolute Gülle, nein, auch das Cover finde ich furchtbar, das Backcoverdesign ist ähnlich misslungen, auf der DVD im Schuber ist dann WIEDER das gleiche Cover, kein Aufwand whatsoever und for fuck´s almighty sake, auf der beschissenen DVD ist WIEDER das gleiche Motiv, wie einfallslos kann man eigentlich sein?!

15€ für Neugierde, wuuuh!

2/10
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Kommentare

13.11.2017 07:31 Uhr - dicker Hund
User-Level von dicker Hund 11
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Engagierte Schimpftirade nach Fehlinvestition in überschaubarer Größenordnung.

13.11.2017 09:09 Uhr - DriesVanHegen
User-Level von DriesVanHegen 3
Erfahrungspunkte von DriesVanHegen 165
Den Zeichenstil des Covers finde ich auch nicht sonderlich prickelnd und das eigentliche Motiv lässt die Erwartungen auch eher in die falsche Richtung tendieren. Da finde ich bspw. das englische besser.
Meine Filmsichtung ist schon eine ganze Weile her, weshalb ich keine Details mehr im Kopf habe. Mir ist er allerdings nicht als langweilig in Erinnerung geblieben. Ja, er ist der Inbegriff an Langsamkeit, aber hat für mich trotzdem eine schleichende Spannung erwirkt. Die Unlogik der Hauptfigur (keine Arztkonsultation) war aber verdammt fragwürdig, hat aber auch wieder zur Figur gepasst.
Das große Finale hat dann aber richtig gelungene Effektarbeit präsentiert und war angenehm eklig-schleimig.

13.11.2017 13:23 Uhr - tschaka17
1x
User-Level von tschaka17 6
Erfahrungspunkte von tschaka17 546
Dieses Genre ist und wird mir hoffentlich immer fremd bleiben.

Trotzdem gut, dass es solche Streifen zum Besprechen gibt. Deine Rezi ist absolut köstlich und amüsant! Dabei aber auch extrem detailliert, also Spaß & Info. Danke für die Verschönerung meines Tages :)
ein tobsüchtig augenkrebsverursachender Schandfleck von einem Film, wow was ne Zumutung!

Göttlich^^ Die 15 Tacken sind wohl auch irgendwo jetzt im Himmel. Dafür Herzlich Beileid, dass kennt hier wohl jeder. *The Prince*

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