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CHOLLO
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Eintrag: 13.11.2017

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Kinder des Zorns

(Children of the Corn)
Herstellungsland:USA (1984)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Horror
Alternativtitel:Stephen King's Kinder des Zorns

Bewertung unserer Besucher:
Note: 6,19 (61 Stimmen) Details
inhalt:
In Nebraska, inmitten von wogenden Maisfeldern, liegt die idyllische Kleinstadt Gatlin. Hier hört der kleine Isaac die Stimme des blutgierigen Maisgottes. Der Dämon befiehlt ihm, alle Einwohner des Ortes, die älter als 19 Jahre sind, zu opfern. Mit dieser Botschaft tritt der jun-ge Prophet vor die Kinder der Stadt. Der friedliche Ort wird zur Brutstätte des Grauens...
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von chollo:

Anfang der achtziger Jahre standen Verfilmungen von Werken des Schriftstellers Stephen King hoch im Kurs. Ausnahmetalente und Genre Größen wie Brian de Palma; Tobe Hooper; Stanley Kubrick oder eben John Carpenter hatten sich schon an ihnen versucht und zum Teil wahre Meisterstücke, bis zu diesem Zeitpunkt aber mindestens immer brauchbare Ware abgeliefert. Nicht nur besagte Regisseure konnten durch ihre "Interpretationen" Pluspunkte sammeln, auch King selbst festigte dadurch seinen Ruf nicht nur in 'Schrift' sondern auch in 'Film' ein Erfolgsgarant zu sein. Da sich die Tendenz hielt und die Romane praktisch weggingen wie warme Semmeln, ließen sich auch die Studios nicht lange bitten und zahlten für diese Zeit teils astronomische Höhen um sich die Verfilmungsrechte zu sichern. Doch auch Geldgeber mit überschaubaren finanziellen Möglichkeiten wie New World Pictures hatten bereits Lunte gerochen und wollten etwas vom großen Kuchen abhaben. So durchstöberte man vorhandenes Material nach Verfügbarkeit und Potenzial und landete schlussendlich bei "Children of the Corn". Hierbei handelt es sich aber nicht um einen umfangreichen Roman, sondern um eine Kurzgeschichte die erstmalig im Jahre 1977 im Penthouse Magazin veröffentlicht wurde. Das war aber erstmal zweitrangig da man der Überzeugung war, das die vorliegende Geschichte und der Name des Autors genug Zugkraft hätten, um Kapital aus der Sache zu schlagen.

Ein Großteil des aufgebrachten Geldes von 1,9 Millionen Dollar ging nach Aussage der Produzenten dann auch erstmal an Stephen King himself um sich die Rechte an "Children of the Corn" zu sichern. Die übrig gebliebenen Mittel von ( je nach Quellenlage) 800.000 - 1.000.000 Dollar stellten selbst für damalige Verhältnisse im Jahre 1984 ein Mikro-Budget dar. Die Mittel waren also sehr begrenzt und es lag nun an den Verantwortlichen ein Ordentliches und vor allem Erfolgversprechendes Produkt abzuliefern.

Einen großen Schritt in die richtige Richtung tätigten sie zu allererst in Sachen Cast. Die beiden Hauptakteure sind mit den zu diesem Zeitpunkt nicht unerfahrenen Darstellern Peter Horton und Linda Hamilton äußert sympathisch besetzt. Man nimmt ihnen ihre zur Schau gestellte Verliebtheit ohne weiteres ab, da sie nicht wie üblich in B- und C- Vertretern dieser Art allzu hölzern dargestellt wird. Als Beispiel hierfür sei einmal Hamilton's Gesangseinlage zu Beginn des Films erwähnt, die irgendwie spontan und komisch daher kommt, ohne allzu Lächerlich zu erscheinen. Überhaupt trägt Linda Hamilton's Erscheinung einen Großteil der dargebotenen schauspielerischen Leistungen, da sie ihrem Naturell entsprechend sehr echt und ungekünstelt daher kommt. Düstere Momente werden dabei von ihr genauso gut gemeistert wie eben jene, die eine harmonische Beziehung suggerieren sollen. Auf der Gegenseite bleiben vor allem, wie soll es auch anders sein, die beiden Hauptbösewichte Isaac und Malachai in bleibender Erinnerung. John Franklin der den Isaac gibt, leidet seit seiner Geburt an einer Erbkrankheit, die die Ausschüttung von Wachstumshormonen verringert. Diesem Umstand ist es geschuldet, das ihm die Rolle des Jugendlichen Sektenführers äußert gut zu Gesicht steht. Diese Rolle, die eigentlich für eine 9-12 Jahre alte Person gedacht war, füllt nun der zur damaligen Zeit 23-jährige Franklin aus. Das macht seine Figur und den Habitus deutlich eindringlicher, da man sich als Zuschauer ebenfalls schwer tut das tatsächliche Alter richtig zu verorten. Und logischerweise wäre es wohl ziemlich schwierig gewesen einen so jungen Menschen zu finden, der diese für die Geschichte bedeutende Rolle kontinuierlich glaubwürdig darstellt. Ähnlich gut gewählt ist Courtney Gains als Malachai. Allein die Physiognomie mit dem markanten Gebiss und den Haifischaugen prädestiniert ihn für die Rolle des brutalen Handlangers. Doch auch hier ist die Wirkung nicht nur auf die Optik zu beschränken, auch darstellerisches Talent darf man diesen jungen Schauspielern keinesfalls absprechen. Ein echter Glücksfall also auf Seiten der Besetzung für die Verantwortlichen.

Natürlich kommt man bei einem Horrorfilm und/oder einer Stephen King Verfilmung nicht darum herum auch über die 'Schauwerte' in Sachen Gewalt zu sprechen. Diese halten sich trotz der bis in das Jahr 2017 bestandenen Indizierung doch in sehr engen Grenzen. Sämtliche Brutalitäten wie etwa das Massaker an den Erwachsenen im Cafe zu Anfang des Films findet hauptsächlich im Off statt. Einzig ein paar "Resultate" darf man über die gesamte Laufzeit das ein ums andere mal bewundern. Die unangebracht harte Herangehensweise von Seiten der Zensurbehörden ließe sich in diesem Fall wenn überhaupt nur durch die Grundstrukturen erklären die der Film zu bieten hat. Zum einen wäre da das Aufbegehren der Kinder gegen die Welt der Erwachsenen durch die Ermordung derer. Zum anderen das Thema Sektenkult im allgemeinen. Trotz diesen Punkten wäre eine eingeschränkte Jugendfreigabe von vornherein die richtige Alternative gewesen, aber das steht auf einem anderen Blatt.

Was hingegen wirklich ärgerlich um nicht zu sagen unfreiwillig komisch ist, ist die Darstellung des "Der der hinter den Reihen geht". Natürlich muss man bei einem Werk mit diesen (finanziellen) Möglichkeiten Abstriche machen vor allem im Bereich der Spezial Effekte, doch was einem hier geboten wird grenzt schon an einer Frechheit. Hat man es bis hierher geschafft mit kleineren Effekten den Zuschauer noch halbwegs Zufrieden zu stimmen, gibt sich der Film in diesen Belangen innerhalb der letzten viertel Stunde der Lächerlichkeit preis. Die Visualisierung des Dämons hätte eher in einen Zeichentrickfilm der Marke Disney aus den 30'-40' iger  Jahren gepasst als in diesen Streifen. Außerdem muss es sich Regisseur Fritz Kiersch gefallen lassen trotz des relativ hohen Erzähltempos und der kurzen Laufzeit von knapp über 80 Minuten, doch ein paar Längen geleistet zu haben. Das fällt aber deutlich weniger ins Gewicht als die stümperhaften Effekte zum Ende hin, wohl auch weil er und sein Kameramann zumindest ihr Handwerk verstehen und letztgenannter auch die ein oder andere kreative und beängstigende Einstellung zu bieten haben.

Schlussendlich haben wir es bei Kinder des Zorns/ Children of the Corn (eigentlich und deutlich passender "Kinder des Mais" übersetzt) mit einer mittelmäßig bis guten Verfilmung eines Stephen King Stoffes zu tun. Natürlich lohnt sich keinesfalls ein Vergleich mit Klassikern wie "The Shining"; "Carrie" oder eben auch "Stand by me".Doch bedenke man das sämtliche Beteiligte noch Amateure in der Industrie waren und auch nur auf geringe Mittel zurückgreifen konnten, muss ihr Ergebnis doch gewürdigt werden. Jeder der sich ernsthaft mit Stephen King`s Vita auseinandersetzten wird, dem ist auch Kinder des Zorns ein Begriff. Dieser Umstand ist vor allem dieser Verfilmung geschuldet.

6/10
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Kommentare

13.11.2017 21:37 Uhr - dicker Hund
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Sehr lange her, dass ich den gesehen habe. Vom Gefühl her war ich aber wertungstechnisch nicht weit entfernt. Und ja, die Effekte zum Schluss waren dermaßen mies, dass ich keine zweite Runde mehr wollte und auch die Fortsetzungen gemieden habe. Ein paar Momente hatte der, mehr aber nicht. Meines Erachtens also treffend beschrieben:-)

13.11.2017 22:01 Uhr - NoCutsPlease
1x
DB-Helfer
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Erfahrungspunkte von NoCutsPlease 10.660
Da hat unser mexikanischer Gangster wieder gut geschossen.
Aus der Erinnerung heraus fand ich den trotz seiner Schwächen heraus angenehm atmosphärisch. Dementsprechend wäre ich wohl bei guten 7/10 oder schwachen 8/10.

14.11.2017 11:31 Uhr - Intofilms
1x
Auch bei mir liegt die erste und bisher leider einzige Sichtung dieses Streifens schon (viiiiel zu) lange zurück. Das müsste damals auch eine meiner ersten King-Verfilmungen gewesen sein, die ich sah. Und ich muss sagen, dass mir "Kinder des Zorns" in sehr guter Erinnerung geblieben ist. Ich fand den damals wirklich extrem beängstigend! Das trostlose, desolate Kleinstadtsetting und natürlich das unheimliche Maisfeld kamen schon ziemlich düster und beklemmend rüber. Vor allem fand ich aber diese dämonischen 'Kinder' total schaurig. An den Härtegrad, der wohl nicht ganz so hoch ist, und an nicht ganz so gute Effekte kann ich mich indes gar nicht mehr erinnern. Geblieben ist, wie gesagt, nur ein allgemeiner, verschwommener Eindruck vom Film. Und der ist eben durchaus positiv. Vielleicht sollte ich hier gar keine Neusichtung in Angriff nehmen... Ach was, nee! Ich würde den schon verdammt gerne mal wieder schauen. Erst recht nach dieser tollen Rezi! ;-)
Die ist nämlich wunderbar formuliert und hervorragend strukturiert. Lesegenuss garantiert! Stellvertretend sei hier nur die Einleitung/Hinführung hervorgehoben: absolut spitze! Kein Wunder, dass es danach mit deinem Text so gut weitergeht!
Die Randinfo mit der Publikation im "Penthouse" finde ich allerliebst...
Ganz großes Dankeschön, CHOLLO! ;-)

14.11.2017 12:27 Uhr - CHOLLO
1x
User-Level von CHOLLO 3
Erfahrungspunkte von CHOLLO 161
Danke für die positiven Rückmeldungen!

@Intofilms
Bei soviel Lob kriegt man ja direkt weiche Knie ;-)

14.11.2017 12:35 Uhr - Intofilms
1x
Ja, ich schleime gern... Aber nie grundlos! ;-)

16.11.2017 15:43 Uhr - Ghostfacelooker
User-Level von Ghostfacelooker 14
Erfahrungspunkte von Ghostfacelooker 3.287
Wußt ich auch nicht Penthouse^^^^^. Da sitzt man gemütlich und ließt Bonnie´s Vorlieben und ist von ihren Argumenten beeindruckt und plötzlich einen Absatz wie Kinder Leute abmurksen^^^^^^^welch ein Kontrast

Cooles Review

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