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Everest

Herstellungsland:USA, Großbritannien (2015)
Standard-Freigabe:FSK 12
Genre:Abenteuer, Biographie, Drama, Thriller
Alternativtitel:Mount Everest
Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,44 (9 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Für die Teilnehmer zweier Expeditionen ist er die Herausforderung ihres Lebens. Als die beiden erfahrenen Bergsteiger Scott Fischer (Jake Gyllenhaal) und Rob Hall (Jason Clarke) mit ihren Gruppen die Gipfelerstürmung in Angriff nehmen, entwickelt sich diese nach einem überraschenden Wetterwechsel zum Kampf ums Überleben. Selbst die beste Vorbereitung und das härteste Training sind keine Garantie, wenn das Leben plötzlich nur noch an einem seidenen Faden hängt ... (Universal Pictures Germany)

eine kritik von tschaka17:

Das letzte Wort hat immer der Berg.

-40°C. Ein um 60% verringertes Sauerstoffniveau. Eine Höhe von 8848m. Willkommen auf dem Dach der Welt, dem Mount Everest. Für viele Leute einer der gefährlichsten Orte der Welt. Wie sagt es der Film: Menschen sind nicht dafür geschaffen, auf der Reiseflughöhe einer 747 zu funktionieren. Dem stimmt wohl jeder zu.

Trotz dieser widrigsten Umstände gibt es genug Abenteuerlustige, welche sich auf die Reise machen. Etliche davon bezahlen dafür auch mit ihrem Leben. Everest widmet sich einem dieser fatalen Ausflüge, dessen Katastrophe als eine Mischung von Pech, Übermut und menschlichem Versagen angesehen werden muss. Dabei schildert der Film die Ereignisse ziemlich exakt und ist bis auf wenige Ausnahmen historisch korrekt. Diese Abweichungen kommen jedoch auch aufgrund verschiedener Angaben der Überlebenden zustande. Als Basis des Drehbuchs waren neben Augenzeugenberichten vor allem metrische Daten und der Funkverkehr elementar.

Nepal. Der Himalaya. 1992. Für Bergsteiger herrscht Hochkonjunktur. Das Basislager des Mount Everest ist voll, es gibt viele Anbieter für Reisen auf den höchsten Berg der Erde. Adventure Consultans ist eines dieser Unternehmen und wird von Rob Hall geleitet. Dieser Mann ist ein erfahrener Guide und professionell aufgestellt. Für diese Tour haben sich die unterschiedlichsten Menschen zusammengefunden. Nach deren Akklimatisationszeit und wenigen Testläufen startet am Morgen des 11. Mai die Besteigung des Mount Everest. Die Wetterbedingungen sind gut, jedoch sind an diesem Tag sehr viele Leute unterwegs zum Gipfel. Einige erreichen diesen auch vor der Umkehrfrist von 14:00 Uhr. Sie sind erschöpft, stolz und beginnen den Abstieg pünktlich. Dann nimmt das Unglück seinen Lauf. Trotz überschrittenem Zeitlimit bringt Hall noch einen Kletterer auf den Gipfel. Leider kollabiert dieser kurz nach Beginn des Abstiegs. Und dann schlägt das Wetter um. Wo vorher noch majestätische Aussichten und famose Bilder zu sehen waren zeigt die Natur nun ihr unbarmherziges, kaltes Gesicht. Der Kampf auf Leben & Tod beginnt, nicht nur auf dem Gipfel. Auch auf den Zwischenstücken befinden sich noch Bergsteiger und die Guides begeben sich für Freunde und Kunden hinein in die schreckliche Gefahr.

Dieser Film schnürt einem die Kehle zu! In gemächlichem Tempo lernen wir zunächst verschiedene Charaktere und deren Motive für die Besteigung kennen. Es geht rein ins Flugzeug, mit dem Bus durch Kathmandu und schließlich mit dem Helikopter rauf ins Basislager. Der Cast ist dabei bunt gemischt: Jason Clarke & Jake Gyllenhall als Bergführer kooperieren miteinander. Auch wenn es viel Konkurrenz und finanziellen Druck am Everest gibt sind die Guides und ihre Helfer doch irgendwie eine Familie. So mancher Streit täuscht zwar öfter über diesen Eindruck hinweg, aber wenn es darauf ankommt stehen alle zusammen. Josh Brolin als prolliger Amerikaner gibt sich zunächst als abenteuerlustiger Touri, der jedoch aus dem Erklimmen von Bergen weit mehr zieht als man zu Beginn annimmt. John Hawkes wiederum ist bereits einmal am Everest gescheitert und nicht in bester körperlicher Verfassung. Seine letzte Chance will und muss er deswegen nutzen. Für das Team von Adventure Consultans arbeitet Emily Watson im Basislager als Koordinatorin. Sie kennt die Gefahr des Berges und versorgt ihren Guide deshalb stetig mit Informationen. Auch Hintergrundfiguren wie die schwangere Ehefrau Keira Knightley finden in diesem Streifen ihren Platz.

Wirklich gelungen bei Everest ist die Chemie des Castes. Der Zuschauer bekommt genügend Zeit jeden einzelnen Charakter und dessen Story kennenzulernen. So kann er eine Bindung aufbauen und zudem die Verbundenheit dieser Gruppe von Menschen miterleben. Dies ist natürlich sehr nützlich um Emotionen zu transportieren, was vor allem in der zweiten Hälfte des Films wichtig wird.

Generell ist die inhaltliche Teilung in der Mitte hier sehr sinnvoll gewählt worden. In Part 1 lacht man mit den Figuren, man teilt ihre Sorgen und Abenteuerlust. Unterbrochen wird diese fröhliche und erwartungsvolle Atmosphäre immer wieder von einzelnen Schreckmomenten, welche erahnen lassen, dass es eben kein Kindergeburtstag ist den Mount Everest zu besteigen. Optisch wird diese Hälfte toll aufgearbeitet. Helle, klare Farben und majestätische weite Aufnahmen der Natur sind einfach faszinierend und beeindruckend. Dabei geht die Mischung aus handgemachten Effekten und CGI-Shots Hand in Hand und überzeugt vollkommen. So muss bombastisches, großes Kino aussehen! Wie schon zu erahnen ist dreht sich dieser Eindruck natürlich völlig. Düstere, dreckige Bilder. Ein aufziehendes Unwetter. Szenen in denen man die Hand vor Augen nicht sehen kann. Beklemmend! Wenn die Katastrophe ihren Lauf nimmt sitzt man auf der Kante des Sofas und blickt gebannt auf den Schirm. Und da die Bindung zu den Charakteren so gut aufgebaut wurde hofft man auf das Überleben immerhin einiger Figuren. Nicht aller, denn die Bilder zeigen sehr deutlich, dass hier etliche Bergsteiger einen hohen Preis zahlen werden.

Technisch ist Everest absolut überzeugend. Wie erwähnt ist die Optik vorzüglich und sehr gut auf die jeweilige Situation angepasst. Aber auch der Ton ist von großer Wichtigkeit. Der Soundtrack unterstützt die majestätische Erscheinung und quasi Mission Everest. Geht es dann auf den Berg gibt es oft keine musikalische Untermalung, sondern nur Natur: Rauschender Wind oder (Toten-)Stille bringen einem die ungezähmte, rohe Kraft des Berges ins eigene Wohnzimmer - oder wo auch immer ihr eure Filme schaut. Diese exzellente Kombination von Bild & Ton ist einfach nur eindrucksvoll.

Auf diesem Gefühl des Dabei-Seines baut dann auch der Streifen weiter auf. Wenn Menschen per Funk ihre letzten Wünsche äußern, vor Angst um ihre Lieben weinen, hoffen, zittern und beten geht das nah. Hier wirkt nichts gestellt oder unecht, jeder Schauspieler liefert Emotionen überzeugend und ergreifen ab. Da rüttelt es einen ordentlich durch. Mir persönlich tat jede Wunde eines Bergsteigers selber weh und die Effekte sind gut und handgemacht. Wer hier allerdings immer dramatischstes Dahinscheiden erwartet wird nur bedingt bedient. Ja, es gibt lange und intensive Todeskämpfe. Und dann gibt es den stillen, unspektakulären Tod. Menschen sterben nicht immer mit einem lauten Knall. Diese Unbarmherzigkeit der Natur ist dann etwas schockierend.

Eine Freigabe ab 12 Jahren ist angemessen, der Film kostet den Überlebenskampf der Menschen oder deren Tod weder aus noch ist er übermäßig brutal. Trotzdem würde ich allen, die eventuell mit jüngeren Kindern schauen wollen durchaus eine Warnung zukommen lassen. Everest ist sehr intensiv und thematisch beklemmend. Zartbesaitete könnten hier durchaus verstört werden und daher sollte etwas Vorsicht walten. Positiv ist allerdings zu erwähnen, dass der Film respektvoll mit den Opfern dieser Tragödie umgeht und diese entsprechend würdigt.

Meine Erwartungen wurden deutlich übertroffen. Ich hatte einen soliden Katastrophenfilm in spektakulärer Optik erwartet. Bild & Ton sind auch wirklich exzellent, jedoch stehen vor allem die tolle Charakterzeichnung und damit verbundene menschliche Emotionen im Vordergrund. Ein packender Streifen, der länger im Kopf bleibt und mich persönlich nach weiteren Informationen des Ereignisses suchen lassen hat. Deswegen kann ich auch bestätigen, dass der Film historisch ziemlich genau ist.

Klare Empfehlung, wenn möglich mit passender Anlage anschauen!

7,5-8/10

Und immer dran denken: Das letzte Wort hat immer der Berg.

8/10
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Kommentare

19.11.2017 23:58 Uhr - jrtripper
gut rübergebracht.
definiere passende anlage.

der berg hat das letzte wort, denke mal ehr das opfer.

20.11.2017 09:17 Uhr - tschaka17
User-Level von tschaka17 7
Erfahrungspunkte von tschaka17 787
Es würde keinen Sinn machen - wie in etlichen anderen Fällen - diesen Film etwa auf einem Handy oder Laptop zu schauen. Da muss mindestens ein Fernseher am besten mit Subwoofer etc. genutzt werden. Sonst fällt donnernder Wind usw. raus.

Würde sogar tatsächlich der Natur das letzte Wort lassen. So schlimm dieses Unglück auch ist, aber es war ja vermeidbar. Niemand muss auf diesen Berg, die Gefahren sind bekannt. Natur ist halt oft der Gewinner. Aber da geht es schon fast ins Philosophische.

20.11.2017 20:06 Uhr - UncleBens
User-Level von UncleBens 4
Erfahrungspunkte von UncleBens 298
Guter Film! Tolles CGI, welches sich nicht von den Practical Effects abhebt, starken Darstellern und einer ordentlichen Regie. Deine Review ist gewohnt gut. Ich habe einen guten Einblick in den Film bekommen und es liest sich alles flüssig.

22.11.2017 22:35 Uhr - jrtripper
20.11.2017 09:17 Uhr schrieb tschaka17
Es würde keinen Sinn machen - wie in etlichen anderen Fällen - diesen Film etwa auf einem Handy oder Laptop zu schauen. Da muss mindestens ein Fernseher am besten mit Subwoofer etc. genutzt werden. Sonst fällt donnernder Wind usw. raus.

Würde sogar tatsächlich der Natur das letzte Wort lassen. So schlimm dieses Unglück auch ist, aber es war ja vermeidbar. Niemand muss auf diesen Berg, die Gefahren sind bekannt. Natur ist halt oft der Gewinner. Aber da geht es schon fast ins Philosophische.


da bin ich deiner Meinung, egal wie groß ein Mobiltelefon ist, das taugt nicht.
muss schon Fernseher sein, was den ton angeht, bin ich pflegeleicht Stereo reicht mir vollkommen.
am ende gewinnt immer die Natur.

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