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kokoloko
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XP 816
Eintrag: 22.11.2017

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Conjuring 2

(The Conjuring 2)
Herstellungsland:USA (2016)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Horror
Alternativtitel:Conjuring 2: The Enfield Poltergeist, The

Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,42 (24 Stimmen) Details
inhalt:
Lorraine und Ed Warren übernehmen einen ihrer grauenhaftesten paranormalen Fälle um im Norden von London eine alleinerziehende Mutter zu unterstützen, als diese mit ihren vier Kindern in ihrem Haus von heimtückischen Geistern geplagt wird.
eine kritik von kokoloko:

The Conjuring 2

Als ich seinerzeit neu in die WG eingezogen bin, da hab ich recht schnell die gemeinsame Vorliebe für Horrorfilme bei einem meiner Mitbewohner und mir entdeckt, die, zusammen mit seinem steten Zureden und den Netflix-, Amazon- sowie Maxdomezugängen, dann für eine längere Zeit des quasi dauerhaften, täglichen Horror/Mysterydauerkonsums gesorgt hat, in der wir lauter "moderne Klassiker", typische Genrevertreter, nahmhafte Produktionen und lauter Schrott gesehen haben, vom unoriginellen Amateurmumpitz bis zu ernsthaft recht gruseligen, aber seltenen, Perlen alles dabei gewesen und irgendwann hab ich zu meinem werten Mitbewohner dann gesagt: "Julius, wir müssen aufhören immer den gleichen Film zu gucken." Denn was sich als roter Faden durch die Subgenre-oftmals Mainstream-Streaminganbieterauswahl des Geister/Dämonenfilms jüngeren Jahrgangs gezogen hat, ist eine erschreckende Ideen- und somit auch oft Belanglosigkeit: Ein nicht enden wollender Rattenschwanz an vorhersehbaren Szenen, dummen Charakteren, altbekannten Setups, sinnlos handelnden Geistern die ewig warten und erst am Ende auf Ernst machen, weil es da dramaturgisch halt überfällig ist und sonstigen Genretropen folgt viel zu vielen, viel zu ähnliche Genreproduktionen nach Schema F, die sich meistens mit gelungenen Darbietungen in EINEM Bereich profilieren wollen, abseits von eben jener guten Idee/Umsetzung/Adaption aber eben nur langweiligen Durchschnitt liefern, der niemanden mehr schockt. Und während ernsthaft interessante Neuinterpretationen und ideenvollere Genrevertreter, die wenigstens irgendwas eigenes versuchen - "Under the shadow", "Bad Ben", Zack Wards "Restauration" - bloße Randanekdoten bleiben, die in Reviews anderer Filme auftauchen, - wie hier - hat James Wan mit "Insidious" und "The Conjuring" sowie deren Puppenableger inzwischen ein höchst lukratives Mainstream-Ghosthouse-Horror-Revival fernab der Footage-Welle aufgebaut, das Fortsetzung nach Fortsetzung die Massen erschrickt, begeistert und ordentlich Geld macht. Doch was ist es, das die Filme so erfolgreich macht? Ganz im Ernst? Nachdem ich den durchschnittlichen "Insidious" mit dem Darth Maul-Freddy Krueger-Gedächtnisdämonen, viel langsamer Dunkelheit und den typischen Horrorfilmklischees (altes, gruseliges Lied spielt sich ab, "Hallo ist da jemand", blablub) gesehen habe, der immerhin ne brauchbare Atmosphäre, n schönes Ende und nen funktionierenden Jumpscare hatte, und dann daraufhin irgendwann noch "The Conjuring", auch wenn ich den Film über größtenteils gelabert habe, - nicht, dass irgendwas an Story verloren ging . der mich aber auch nicht vom Hocker reißen konnte, war "The Conjuring 2" jetzt die vorerste Bestätigung, dass ich die Antwort auf diese Frage schlichtweg nicht kenne, sie nicht beantworten kann. Denn an für mich nachvollziehbaren Faktoren liegt das - ganz anders als bei "Es" oder "Don't breathe" - definitiv nicht: Und als ich gestern Abend dann jedenfalls mit meinen Weihnachtsfilmen hoch kam, die Gruppe zu eben so einem zu überreden, war die Begeisterung aber noch nicht so groß und schließlich hab ich mich dann also endlich breitschlagen lassen, mir trotz des enttäuschenden Erstlings nochmal 128 Minuten "Conjuring" zu geben und bei Gott, wurden meine Vorurteile doch bestätigt.

Die Story ist minimalistisch, langweilig, unspektakulär und szenenweise genau so stagnierend wie eh und je: Entweder sind die Geister am Terrorisieren und Unfug stiften, oder aber die Protagonisten finden irgendwo was neues raus im Nachinein, aber ein organisches Hand in Hand von Ermittlung und Action/Spannung wird einfach nicht erreicht. Die Antagonisten sind ebenfalls ziemlich generisch und ohne besonderen "Twist" oder Unterhaltungswert, ein bisschen Facepaint und böse Gucken, Kontaktlinsen rein, am gruseligsten ist noch das CGI in einer reichlich absurden Verwandlungsszene mit mehr Verwirr- denn Schockeffekt. Der Szenenaufbau hat mich innerhalb der ersten Stunde dann noch ein, zweimal freudig und durchaus gespannt grinsen lassen, da hier mit Erwartungshaltung und Jumpscare-Verzögerung oder eben -Auslass gespielt wird, nur verfliegt jede Hoffnung auf das Unterwandern von Erwartungshaltungen im Verlauf dann immer mehr, da man einfach immer wieder die Lunte riecht, sich denken kann wann oder wie das und das wichtig wird, bzw. wie die Szene verläuft. Filmintern logische Fragen darf man auch keine Stellen, denn obwohl das ja alles auf der "echten" Amytiville-Story beruht, die im Übrigen so ziemlich debunked wurde und teils lachhafte Beweise vorzuweisen hatte, ist das Charakterverhalten unverständlich und dämlich: Wieso nicht die Schwester aufwecken oder nach Hilfe rufen, wenn ich scheinbar bedroht werde? Wieso wird lautes Knallen einfach hingenommen, wenn sich scheinbar keiner verantwortlich sieht? Wieso die BISSE erste lange nach Untersuchungsbeginn zeigen? Wieso nicht SOFORT den scheiß Schlüssel holen, wenn jemand eingeschlossen ist und nur ich weiß, wo der Schlüssel ist? Wieso wirkt das kleine Kreuz an der Kette gegen den Dämon, aber nicht die xx Kreuze im Raum? Wieso widerlegt ein obskures Video, in dem ein Mädchen etwas ausrastet, alle bis dahin vorgelegten Beweise?
Mit genauerer Szenenanalyse könnte man noch so weiter machen und spätestens da hat der Film mich dann einfach verloren, wenn er narrativ oder zumindest situationsabhängig spannend sein soll: Ich ahne was passiert, die Protagonisten verhalten sich dämlich, ich fieber nicht mit und was dann nur noch was reißen könnte, wären audiovisuelle Schmankerl, große Plottwists oder sonstwie filmtechnisch gelungene Besonderheiten. Haben wir davon irgendwas? Nun, um erst einmal die guilty pleasures aus dem Weg zu räumen: Wer krasse Effekte, Splatter oder auch nur erbarmungslose Kills will, oder gar Brüste und Sexszenen, der wird vollends enttäuscht werden denn ein weiteres Problem mit diesen Filmen ist, dass einfach niemand draufgeht: Klar sollen wir um die armen Mädchen trauern und schon Angst haben wenn sie was schlimmes sehen oder wer die Decke wegzieht, aber wenn die Kreatur nie Ihre Kraft demonstriert, nie wen umbringt oder ich um das Leben der Charaktere zu fürchten habe, dann juckt es mich auch einfach nicht so sehr. Stattdessen gibt es dafür, ganz gegenüber vom exploitativen approach quasi, ne Menge Christen-Propaganda weil hell yeah der Lord hilft gegen die fiesen Dämonen, mit Kreuz und Bibel und hallelujah!
Kameratechnisch gibt es einige sehr schöne Auflösungen, Übergänge und Trackingshots durch das alte Haus, auch wurde das 70er Setting schön eingefangen was Farbgebung und Garderobe/Frisuren angeht, aber wer herausstechend tolle Setpieces, einfallsreiche Winkel oder sonst irgendwas sucht, das nicht ziemlicher Standard ist, wird leider direkt wieder enttäuscht - obwohl ein Genrefilm das natürlich anbieten würde. Vielleicht liegt die aufkommende Langeweile auch am wenig gruseligen Appartment, das mit ner alten, großen Villa voller Geheimnisse natürlich nicht mithalten kann, vielleicht aber auch am unaufgeregten Schnitt, den immer wieder gleichen Build-Ups oder den tausendmal gehörten Streichern und Bläsern, die halt aufkommen wenn die Szene mal wieder Ihren "Spannungshöhepunkt" erreicht hat. :kaffee:
Wie Wan erfolgreich so oft den gleichen Film machen kann bleibt mir ein Rätsel, da imo allenfalls Genre-Neulinge den archaischen Rezepturen dieses Genrevertreters was abgewinnen können, die hier halt immerhin schön verpackt und dann und wann gar leicht atmosphärisch ist. - Und die Idee mit dem Bild hat das "Conjuring 2 Maze" im Moviepark witzigerweise besser hinbekommen, als der Originalfilm.

Das klingt jetzt alles rein negativ, tatsächlich ist "The Conjuring 2" aber ein technisch sehr gut bzw. eben routiniert gemachter Film, der nur jeglichen Esprit, jeglichen Anflug von Originalität, Realismus oder echter Spannung missen lässt - klar, szenenweise gruselt man sich und kann auf den Buh-Mann aus der Ecke warten aber Spannung, das ist für mich die Angst vorm Neuen, Unbekannten, Bedrohlichen und Horror sollte aus den tiefsten Ebenen des Grauens kommen, nicht aus dem kurzlebigen "Oh nein, jetzt wird sie wieder erschreckt!". Ein Paradebeispiel für das fehlende Blut in modernen Horrorgroßproduktionen und ich rede dabei nicht einmal nur von fehlendem Splatter.

Was den Film schlußendlich jedoch etwas sympathischer macht, für einige schöne Setpieces und musikalische Untermalung sorgt und den "Horror" immerhin hier und da konterkariert, das ist der unerhoffte Weihnachtsfaktor den er mit sich bringt, da der Film zu der Jahreszeit spielt und zwar keine festlich motivierten Morde oder Gimmicks nutzt, sehr wohl aber eine Verschmelzung von Weihnachtsikonographie/assoziationen mit dem Grauen der dämonischen Heimsuchung, was recht nebensächlich und leichtfüßig geschieht und einiges an Atmo gutmacht - insofern bin ich also glücklich, dass die Jungs zur Vernunft gekommen sind und wir doch noch einen Weihnachtsfilm geguckt haben. Aber trotzdem: "Julius, wir müssen aufhören immer den gleichen Film zu gucken." - 4/10 und 3/5 ausgelutschte Zuckerstangen

4/10
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Kommentare

23.11.2017 18:46 Uhr - MovieManiac4Life
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Wie immer sehr souverän geschriebene Review, aber inhaltlich sehe ich das total anders...für mich funktioniert der Film sehr gut auch wenn (wie du richtig bemerkt hast) sich einiges Wiederholt. Aber lieber so als schlecht selbst erdacht oder das eine gute Geschichte durch eine schlechte Inszenierung kaputt gemacht wird.
Bei mir wären das mindestens 7,5 Punkte. Aber gut. Jedem das seine :)

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