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Zombies unter Kannibalen

(Originaltitel: Zombi Holocaust)
Herstellungsland:Italien (1980)
Standard-Freigabe:SPIO/JK geprüft: strafrechtlich unbedenklich
Genre:Horror, Splatter, Trash
Alternativtitel:Doctor Butcher M.D.
Dr. Butcher M.D.
Island of the Last Zombies
Medical Deviate
Queen of the Cannibals
Zombie 3
Zombie Death Cult
Zombie Holocaust
Zombie Inferno
Zombie Kannibalen
Zombies - Cannibal Ferox
Bewertung unserer Besucher:
Note: 6,62 (86 Stimmen) Details
inhalt:
In einem Krankenhaus im Big Aplle verschwinden auf mysteriöse Weise mit schöner Regelmäßigkeit Leichenteile oder gar ganze Organe. Dem Professor Drydock reicht es eines Tages als einem frisch Verstorbenen auf äußerst blutige Art und Weise das Herz entnommen wird. Zusammen mit seiner Assistentin Lori versucht der Mediziner die ganzen, für das Krankenhaus natürlich äußerst unangenehmen Ereignisse zu vertuschen. Insgeheim will er jedoch den Dingen auf die Spur kommen. Als sie einen vermeintlichen Täter stellen können versucht dieser sich durch einen Sprung aus dem Fenster zu töten. Seine letzten Worte klingen geheimnisvoll: "Kito hat es befohlen...."
eine kritik von dissection78:
In einem New Yorker Krankenhaus verschwinden Körperteile. Die Spur führt zu einem Krankenpfleger aus Südostasien, von dem die Anthropologin Lori Ridgeway den Hinweis auf Kito, die göttliche Insel erhält. Da auch in anderen Städten kannibalistische Vorfälle aufgetreten sind, schaltet sich das FBI ein und organisiert eine Expedition unter der Leitung von Peter Chandler. Doch schon kurz nach ihrer Ankunft auf der Insel wird die Gruppe durch einen Angriff von Kannibalen aufgerieben. Nur Lori und Peter werden durch das Auftauchen von entfernt menschenähnlichen Kreaturen gerettet. Bald schon wird den beiden klar, dass die Insel ein viel schrecklicheres Geheimnis als den Kannibalenkult beherbergt... (Quelle: Cover)

Man kann sagen:
"Die Story ist ein einziges Logikloch, der Score imo fürchterlich, die deutsche Synchro eine der schlechtesten, die ich je hören musste, die Schauspieler miserabel, die Splattereffekte durchschaubar und dann wären da noch die sauschlechten Zombiemasken. Kurz: Hier stimmt wirklich nichts."
ICH sage: Die Story ist bekloppt (dies ist für einen Trashfilm ein Pluspunkt); der Score von Nico Fidenco ist funky und cool (obwohl ich nicht auf Funk stehe); die deutsche Original-Kinosynchro hat bekannte und routinierte Sprecher (u.a. Gert Günther Hoffmann und Michael Brennicke) und einige wirklich lustige Sprüche im Schnodderdeutsch-Stil Rainer Brandts (und ZOMBIE! TÖTE!... ecetrara ecetrara) zu bieten, allerdings sind die für die DVD-Version nachsynchronisierten Szenen, die vormals aus der deutschen Kinofassung herausgeschnitten wurden, à la Laienspielschar grausig neu vertont; die Schauspieler passen sich dem unterirdischen Niveau des gesamten Films an (sowas nennt man *hust*Method-Acting*hust*), aber ich persönlich habe schon viel, viiiiel schlechtere Darstellerleistungen gesehen; die Splattereffekte von Maurizio Trani ("Troll 2") sind tatsächlich einfach, aber naturalistisch (bis auf die suizidale Schaufensterpuppe, die aus dem Krankenhausfenster springt) und - natürlich! - frei von jeglichem CGI-Kack, genauso wie die wunderbar zerfleddert und modrig aussehenden Zombiemasken, die sich zwar nur auf das Gesicht der Untoten-Darsteller begrenzen, aber dit macht mMn nüscht.
Und um nochmal auf die Filmmusik zurückzukommen: Die hat Komponist Fidenco größtenteils von einer seiner eigenen Arbeiten (nämlich für Joe D'Amatos "Nackt unter Kannibalen") übernommen. Die Story von "Zombies unter Kannibalen" ist ebenfalls deutlich "inspiriert" von "Nackt unter Kannibalen".

Hier stimmt vielleicht wirklich nix, aber das ist für 'nen astreinen Splatter-ExploitationTrash-Machwerk schon mal sehr viel. Sehr schlecht, sehr unfreiwillig komisch und sehr unterhaltsam. Ich mag "Zombies unter Kannibalen" jedenfalls verflucht gerne, denn dies ist wieder so ein formidabler Murks wie "Die Hölle der lebenden Toten" und "Die Rückkehr der Zombies".

Gedreht wurde unter der Regie von Marino Girolami, der das Pseudonym "Frank Martin" - TRANSPORTER anyone?... - benutzte.
Interessanterweise ist auf einigen Plakaten ein "Francesco Martino" (?) als Regisseur angegeben. Ich kenne zwar einen Regisseur mit diesem Namen, der sich auch Mariano Laurenti nennt - oder andersrum - und hauptsächlich für Italo-Klamauk verantwortlich zeichnete (das schreibe ich nur, um die Verwirrung vollends komplett zu machen... entspricht jedoch der Wahrheit), aber das ist nicht derselbe, der vorliegendes Machwerk verbrochen hat.

Übrigens ist "Zombies unter Kannibalen" in denselben Kulissen wie Lucio Fulcis "Woodoo - Schreckensinsel der Zombies" abgedreht worden, was auf den absoluten Low-Budget-Ursprung des vorliegenden Werkes hinweist.
Ausgerichtet ist "Zombies unter Kannibalen" auf die Präsentation etlicher Spezialeffekte, die sich durch die Verknüpfung mit dem damaligen Auslaufmodell "Kannibalen-Film" noch potenzieren ließen. Es wird geschlachtet, was das Latex hergibt und "Höhepunkt" dürfte jene Szene sein, in der der "Mediziner" einer, um ihr Leben bettelnden Frau die Stimmbänder durchschneidet, damit diese mit ihrem Jammern aufhört.
"Zombies..." erlangte ziemliche Popularität als die New Yorker Firma "Aquarius Films" die Rechte für den Vertrieb in den USA erwarb, die gleiche Gesellschaft die etwas später Umberto Lenzis "Die Rache der Kannibalen" (aka "Cannibal Ferox", 1981) erfolgreich vermarkten würde.
Firmencheffe Jerry Gross setzte große Erwartungen in eine Kombination "Zombies meet Cannibals". Für den amerikanischen Markt schnitt man den Film neu, ergänzte ihn mit Material aus dem unvollendeten Streifen "Tales that'll tear your Heart out" von Roy Frumkes und Wes Craven (!), unterlegte ihn mit einem neuen Score und gab ihm den Titel "Dr. Butcher, M.D." Dadurch avancierte er zu einem Kulthit der Splatterfraktion.

Kurios ist ebenfalls die Begebenheit, dass nach dem Ende der offiziellen Dreharbeiten eine weitere Szene mit Ian McCulloch und Alexandra Delli Colli gedreht wurde, die zwar auch im tropischen Urwald der Molukken spielt bzw. spielen soll. Jedoch unterscheidet sie sich vom Rest der Dschungelaufnahmen dadurch, dass sie in einem europäischen Laubwald nahe Rom gefilmt wurde - und das sieht der Zuschauer auch überdeutlich. Diese Szene ist in meiner Version als Deleted Scene auf der DVD, ich habe aber davon gehört, dass sie auf einigen anderen Versionen (Bootlegs?) in den Film integriert wurde. Man kann sich vorstellen, dass dies für einige Verwunderung bzw. für Lachkrämpfe sorgt, wenn mitten im Film plötzlich europäischer Laubwald statt Urwald zu sehen ist. Allerdings dauert diese Sequenz nur ca. fünf Minuten.
Dazu habe ich einen sehr interessanten Kommentar von SB-User "tenebrarum" gefunden, der schrieb:
"Besonders die in manchen Fassungen enthaltene, in anderen Versionen fehlende fünfminütige Sequenz, in der Chandler und Lori durch einen Laubwald laufen und von zwei Kannibalen angegriffen werden, ist haarsträubend. Ian McCulloch erzählte mir dazu: "Die Grubenszene wurde, wie man mir sagte, gedreht, weil der Film eine längere Laufzeit benötigte, um die amerikanischen Einkäufer zufrieden zu stellen. Ich hielt das für eine äußerst lächerliche Idee. Sie wurde eine Weile, nachdem wir fertig waren, nahe einer englischen Schule nördlich von Rom gedreht. Da lagen eine Menge Cricketschläger herum." Eine Dschungelatmosphäre wie in den Filmen Deodatos kann man bei einem in der Nähe von Rom gedrehten Film ohnehin nicht erwarten. Da die Szene zudem im Herbst gefilmt wurde, wird die Atmosphäre von kahlen Bäumen bestimmt, die die Kamera dummerweise auch noch besonders deutlich ins Bild rückt. Auch die am Rande der Fallgrube stehenden Kannibalen, die beim Anblick von Delli Colli anfangen zu diskutieren, werten die Sequenz nicht gerade auf. Die "Actionszene", in der McCulloch Kannibalen mit einem Ast verprügelt, spottet jeder Beschreibung. Dem Darsteller zufolge sollte es in der Szene um eine Kaninchenjagd (!) gehen, was er reichlich unsinnig fand, da es diese Spezies "in keinem Dschungel auf der ganzen Welt" gibt. So wie die Szene in den Film montiert wurde, kommt dieser Aspekt allerdings nicht mehr zum Tragen. Die Szene ist in der italienischen Fassung nicht enthalten. Da sie McCulloch zufolge erst auf Veranlassung des amerikanischen Verleihs gedreht wurde, ist es erstaunlich, dass sie nicht nur in der "Doctor Butcher"-Version zu sehen ist, sondern auch in der holländischen Videofassung, die nicht auf der US-Version basiert. Eine Bereicherung stellt die äußerst unpassende Szene keinesfalls dar, zumal sie das ohnehin bisweilen nicht gerade rasante Tempo des Films zusätzlich verlangsamt. Da sie vom Regisseur nicht intendiert war und mit allergrößter Wahrscheinlichkeit auch nicht von Girolami gedreht wurde, hat sie im Film eigentlich nichts zu suchen und ist bei DVD-Veröffentlichungen am besten im Bonusmaterial aufgehoben."

Darsteller: Ian McCulloch ("Woodoo", "Astaron"); Alexandra Delli Colli ("Der New York Ripper"), die in der Ami-Fassung als Alexandra Cole aufgeführt wird; Sherry Buchanan ("Verflucht zum Töten"); Donald O'Brien ("Nackt unter Kannibalen", "Troll 3"), u.a.

Alternativtitel: "Doctor Butcher M.D.", "Island of the Last Zombies", "Medical Deviate", "Queen of the Cannibals", "Zombie 3", "Zombie Holocaust", "Zombie Inferno", "Zombie Kannibalen", "Zombies - Cannibal Ferox", "Zombie Death Cult", "Zombie Cannibal Holocaust".

Zwischen 1986 und 2005 wurden fünf verschiedene Fassungen (VHS und DVD) von den Amtsgerichten Tiergarten und München beschlagnahmt. Für zwei Versionen erging sogar ein Einziehungsbeschluss.

Fazit: Grandioser, absolut unterhaltsamer Megaschrott, den ich mir immer wieder gerne ansehe. Als Italo-Schmodder-Fan MUSS man den kennen!
7/10
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