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Ratter - Er weiß alles über Dich

Originaltitel: Ratter

Herstellungsland:USA (2015)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Horror, Thriller
Alternativtitel:Webcam
Bewertung unserer Besucher:
Note: 5,00 (2 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Wir stehen ununterbrochen über unsere Handys, Laptops und das Internet miteinander in Verbindung. Doch während wir den Blick auf die Bildschirme richten, wer richtet ihn auf uns? Emma ist eine hübsche junge Studentin, die gerade aus dem Mittleren Westen nach New York gezogen ist und sich auf ihre Zeit allein in der Großstadt freut. Doch als sich ein Stalker in ihre Geräte hackt, zerstört er Emmas Illusionen über Privatsphäre, und sie muss entdecken, wie schnell man sich nicht mehr in Sicherheit fühlt. Ashley Benson ist der Star dieses bahnbrechenden Psychothrillers, der eine Welt voller Kameras zeigt, in der man stets beobachtet wird. (Sony Pictures Home Entertainment)

eine kritik von chaos rhythm:

Mad Brother is watching you

Den besten Stoff für Horror-Filme liefert noch immer das reale Leben. Waren in vergangenen Dekaden meuchelnde Serienmörder, unheimliche Orte oder die Verrohung der Gesellschaft Themen, die von Autoren aufgegriffen wurden, so ist es aktuell die Angst, gläsern zu werden, sprich, durch die Überwachung von Smartphones, Labtops, Spielekonsolen und sogar Fernsehen rund um die Uhr beobachtet werden zu können. Dass der Staat dies ohnehin bereits macht, scheint dabei viele Bürger wenig zu stören, wenn sich aber ein Fremder Zugang zu Rechner-Daten verschafft, sieht dies schon anders aus. Das Kürzel R.A.T. bezeichnet in diesem Zusammenhang den Remote Acces Trojan, eine unbewusst und beispielsweise durch einen Mail-Anhang installierte Spy-Software, die es Außenstehenden erlaubt, die Kontrolle über fremde Rechner zu übernehmen, Kamera- und Mikrofon-Funktionen inkklusive. Ein "Ratter" ist also ein Hacker, der sich, unterschiedlichen Beweggründen folgend, in fremde Rechner, Smartphones und Next-Gen-Konsolen hackt, um sein Opfer auszuspionieren.

Emma hat ihren Traum verwirklicht und ist aus dem Nirgendwo nach New York gezogen, um hier zu studieren. Zu diesem Zweck hat sie ihre Beziehung aufgegeben, das behütete Elternhaus verlassen und lebt nun, gesponsort von ihren Eltern, in einem schicken Zwei-Zimmer-Apartment in Brooklyn. Die ersten Szenen zeigen die junge Frau aus der Sicht der Kamera ihres Smartphones. Im Wohnzimmer wechselt die Perspektive, denn nach dem Einschalten ihrer Spielkonsole sieht man Emma plötzlich aus der Sicht der Kinnect-Kamera ihrer Xbox One. Auch diese hat der Ratter gehackt und sogar eine Möglichkeit gefunden, das Bild zu zoomen. Als Emma ein Bad nimmt und dabei ihren Laptop mit ins Bad nimmt, um Musik zu hören, bietet sich eine dritte Perspektive, aus der der Stalker und somit auch der Zuschauer die Frau beobachten. Doch es soll nicht beim bloßen Beobachten bleiben: Zunächst erhält Emma per Post von einem unbekannten Absender einen neuen Ladyshave eben jener Marke, die sie bevorzugt verwendet, dann verschwinden Bilder auf ihrem Rechner und Anrufe auf ihrer Mailbox werden gelöscht. Ernsthafte Sorgen macht sich Emma allerdings erst, als ihr der symphatische Studienkollege Michael, den sie gerade kennengelernt hat, plötzlich Links zu Porno-Videos über Skype schickt und dies, obgleich er nach eigener Aussage zur besagten Zeit gar nicht online war. Doch es soll noch schlimmer kommen, denn wie uns die Bilder der Kameras zeigen, beobachtet der Unbekannte nicht nur Emma auf Schritt und Tritt, er hat auch Zugang zu ihrer Wohnung...

"Ratter" ist so etwas wie die realistische Variante von Nacho Vigalondoros "Open Windows", der darin eine ähnliche Situation schildert, dabei allerdings den Hacker in den Mittelpunkt rückt, mit allerlei Einblendungen von Messenger-Menüs und Bildschirmen arbeitet und das Thema visuell sehr stylisch aufbereitet. Was bei "Open Windows" übertrieben und unrealistisch erscheint, kommt in "Ratter" der Realität weitaus näher und wirkt daher umso bedrohlicher. Smartphones, Konsolen und Computer zu hacken, ist anno 2016 kein Hexenwerk mehr und so dürften Besitzer dieser Geräte besonders empfänglich für die Ängste sein, die der Film vermittelt. Im letzten Drittel mutiert "Ratter" schließlich zum klassischen Home-Invasion-Thriller, dessen Ausgang für den Zuschauer zwar unbefriedigend sein mag, aber konsequent dem Bestreben des Regisseurs folgt, in erster Linie die technischen Möglichkeiten eines Hackers aufzuzeigen.

Als Punkt der Kritik sei erwähnt, dass man sich als Zuschauer schon etwas darüber wundert, dass die drei Kameras Emma immer perfekt einfangen und sie zu keiner Zeit mal nur halb oder gar nicht im Bild zu sehen ist. Zudem muss Regisseur Kramer seine Drei-Kamera-Perspektive aufgeben, sobald Emma das Haus verlässt und sich beispielsweise in ein Café begibt. hier wäre eine konsequentere Darstellungsweise wünschenswert gewesen. Unterm Strich ist "Ratter" ein Film für Freunde von Filmen mit Social-Media-Thematik wie "Unknown User", "Unfriend" oder "Open Windows", der das Sujet weitaus ernsthafter behandelt als die genannten Werke.

7/10
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Kommentare

30.11.2017 20:09 Uhr - sonyericssohn
1x
Moderator
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Hmm, also nimm es mir bitte ned übel, aber ich werde nicht so richtig glücklich mit dieser Kritik. Du schreibst mir viel zu viel über Emmas Tätigkeiten und vergisst irgendwie etwas zum Film an sich zu schreiben. Wer spielt wen, wer steht hinter der Kamera, wie kommen die Charaktere zum Einsatz... so als Beispiel.
Den technischen Aspekt kannst du ruhig ansprechen, aber ich finde zu versteifst dich fast nur DARAUF.
Ich schreib jetzt mit Sicherheit keine tollen Kritiken und hau auch keine Romane raus. Trotzdem finde ich du solltest mehr abwägen.
Nix für ungut ;-)

Weiterrmachen :-)

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