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Das Philadelphia Experiment

Originaltitel: The Philadelphia Experiment

Herstellungsland:USA (1984)
Standard-Freigabe:FSK 12
Genre:Abenteuer, Drama, Fantasy,
Science-Fiction
Alternativtitel:John Carpenter's Das Philadelphia Experiment
Philadelphia-Experiment, Das
Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,83 (12 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Oktober 1943. In der Bucht vor Philadelphia liegt der Zerstörer 'Elderidge' vor Anker. Es sind nur noch wenige Augenblicke bis zum Experiment von Dr. Longstreet. Im Auftrag der Militärs hat er eine Methode entwickelt, Schiffe mit Hilfe elektromagnetischer Felder für das feindliche Radar unsichtbar zu machen. Gelingt der Test, wäre das eine kriegsentscheidende Entwicklung. Alle Augen starren gebannt auf den Radarschirm. Und dann das jähe Entsetzen! Die 'Elderidge' ist nicht nur auf dem Bildschirm verschwunden, sondern auch in der Realität... (VZ)

eine kritik von theun4givenii:

"Im Jahr 1943 führte die US Navy eine Reihe von Tests durch, um alliierte Schiffe auf dem Radar unsichtbar werden zu lassen. Die Resultate dieser Tests wurden nie veröffentlicht. Der letzte Test, der zur Beendigung des Projekts führte, wurde bekannt als DAS PHILADELPHIA EXPERIMENT".

Ich persönlich liebe ja Zeitreise-Geschichten. In den 80er Jahren war das Thema sehr populär (Star Trek IV, Terminator, Biggles etc.) und hat mit "Zurück in die Zukunft" einen Klassiker des Genres hervorgebracht der sich seit jeher großer Beliebtheit erfreut. "Das Philadelphia Experiment" ist im Vergleich dazu eher ein Geheimtipp, sollte durch den ernsthaften Ansatz und die Verquickung mit dem umstrittenen (realen?) Experiment auf jeden Fall auf der Liste jedes interessierten Science-Fiction-Fans stehen.

Was sagt der Mythos? Im Oktober 1943, auf dem Höhepunkt des zweiten Weltkriegs, soll ein Experiment in Pennsylvania (Phladelphia) stattgefunden haben um Krieggsschiffe unsichtbar zu machen. Es wird behauptet dass der Geleitzerstörer USS Eldridge für das menschliche Auge unsichtbar wurde, kurzzeitig in einem 500 km entfernten Hafen aufgetaucht ist und sich dann wieder in Pennsylvania materialisierte. Teile der Besatzung erlitten schlimme Verbrennungen und manche sollen sogar mit dem Schiff verschmolzen sein. Die Navy bestreitet jemals ein derartiges Experment durchgeführt zu haben. Fakt ist dass es tatsächlich üblich war/ist Schiffe zu entmagnetisieren um sie vor Magnetminen und Torpedos (damals die der Nazis) unsichtbar zu machen. Dazu werden Schiffe rundherum verkabelt und einem starken Magnetfeld ausgesetzt. Die optischen Phänomene lassen sich schwieriger erklären. Hier gibt es Theorien dass durch das starke Entmagnetisieren eine künstliche Erscheinung vergleichbar mit den Polarlichtern entstanden ist. Zur Unsichtbarkeit gibt es ebenfalls Ansätze nachdem das Schiff mit seiner Resonanzfrequenz angeregt wurde, dadurch die Abstände zwischen den Atomen größer wurden und die Eldridge so lichtdurchlässig wurde und die Matrosen mit dem Schiff verschmelzen konnten. Beim Thema "Teleportation" sollten einem aber langsam die Thesen ausgehen. Was davon plausibel ist oder Schwachsinn kann ich nicht beurteilen. Das vermeintliche Experiment und die physikalischen Erklärungen sind bis heute streitbar, bietet sich aber für das Storygerüst eines Sci-Fi-Films geradezu an.

Der Film ist 1984 erschienen, wurde von John Carpenter produziert und die Regie übernahm Stewart Rafill (Krieg der Eispiraten). Es handelt sich also nicht um eine Regie-Arbeit von Carpenter selbst, auch wenn Carpenters Name immer prominent auf den DVD/Blu-Ray-Covers genannt wird. Aus Marketinggründen jedoch absolut verständlich (wenn auch nicht gutzuheißen). Das Drehbuch basiert auf dem gleichnamigen Buch von Charles Berlitz und William M. Moore. In der weiblichen Hauptrolle als Allison ist Nancy Allen zu sehen, die in den 80ern auf dem Höhepunkt Ihrer Karriere war (Blow Out, Dressed to Kill, Robocop, 1942, Carrie etc.) und die ich immer wieder gerne sehe. Die männliche Hauptrolle übernimmt Michael Paré, damals 34 Jahre alt, und Genre-Fans aus Emmerichs "Moon 44" bekannt. Um beide Schauspieler ist es ab den 90er Jahren stiller geworden, Michael Paré kennt man noch als Stammbesetzung in den Filmen von Uwe Boll.

Der Film beginnt einen Tag vor dem verhängnisvollen Experiment. David (Michael Paré) und Jim (Bobby di Ciccio), beide Matrosen auf der Eldridge, sind auf einem Tanzball und wollen vor dem Auslaufen nochmal auf den Putz hauen. Jim will sich von seiner schwangeren Frau verabschieden. David und Jim arbeiten im Generatorraum der USS Eldrigde als die Dinge aus dem Ruder laufen. Das Schiff verschwindet zunächst vom Radar und kurze Zeit später verschwindet es komplett. Die Mannschaft ist starker Strahlung ausgesetzt, es bricht Chaos aus, der Hauptschalter der Generatoren lässt sich nicht bewegen (Jim verletzt sich die Hand) und David und Jim springen von Bord. Sie sehen eine Forschungsstation die sich in einer Art Hyperraum bewegt und landen schließlich in Nevada im Jahr 1984. Dort angekommen werden sie postwendend von einem Hubschrauber gejagt und beschossen, können aber fliehen und treffen an einer Raststation die junge Allison die sie mitsamt ihrem Wagen entführen. Fortan werden David und Jim vom Militär gejagt und ein Wirbel bildet sich über der Wüste von Nevada, wo einst besagte Versuchsstation stand. Zudem treten bei Jim vermehrt seltsame Phänomene auf. Seine verletzte Hand beginnt zu leuchten und beeinflusst elektrische Geräte in seinem Umfeld. Die einzige Möglichkeit um herauszufinden was hinter dem Wirbel steckt, der den ganzen Planeten zu verschlingen droht und zu klären warum die beiden im Jahr 1984 aufgetaucht sind ist es Dr. Norcross (Eric Christmas) zu finden. Der war 1943 auch für das Philadelphia Experiment verantwortlich.

"Das Piladelphia Experiment" atmet natürlich von vorne bis hinten den Geist der 80er Jahre. Die Frisur von Nancy Allen (die trotzdem wie in jeder anderen Rolle umwerfend ist), die Mode, die Autos, die Musik. Hier wurde auf das immer gern genommene Fish-out-of-water-Szenario gesetzt um die Unterschiede von 1943 zu 1984 herauszuarbeiten. Ob es Anspielungen auf Ronald Reagan ("dreht der immernoch Filme?") oder die "moderne" Technik wie Automatikschaltgetriebe, Funkwecker mit Sprachausgabe, Horrorfilme, Hubschrauber usw. sind. Masn kauft den Darstellern die Verwirrung in jeder Sekunde ab. Das Casting ist wirklich lobenswert, allen voran Paré als draufgängerischer Heißsporn David, der aber auch seine verletzliche Seite zeigen darf. Auch Bobby di Ciccio als Jim ist glaubwürdig und sympathisch. Nancy Allen spielt wie immer mit einer erfrischenden Natürlichkeit und ist ständig damit beschäftigt die beiden Matrosen bei ihrer Flucht zu unterstützen. Positiv anzumerken ist, dass es sich nicht um die typische "Damsel in Distress"-Rolle handelt. Und ja, es gibt auch hier die obligatorische Love Story, die für mich aber in Ordnung geht, da man sie den beiden Darstellern abnimmt und man den Eindruck hat dass beide Figuren irgendwie verloren wirken. Den Effekten merkt man ihr Alter zwar an, was ich allerdings nicht störend finde. Der Wirbel und die damit zusammenhängenden Wetterphänomene sind gut umgesetzt und gehen auch heute noch klar. Wenn am Ende die Hölle losbricht und der halbe Navy-Stützpunkt in Flammen aufgeht, merkt man wie viel Aufwand in die Inszenierung gesteckt wurde. Heutzutage wäre das alles mit CGI gelöst worden. Die Sequenz gegen Ende (ich will nicht spoilern) erinnert etwas an "2001" bzw. "Star Trek - Der Film" bietet ebenfalls keinen Grund zum meckern. Die Musik ist eingängig, besonders das Thema wobei hier sicher auch Carpenters Soundtrack perfekt gepasst hätte (John Carpenter & The Splash Band).

Es gab noch zwei Fortsetzungen ("Das Philadelphia Experiment 2" von 1993 und "Das Philadelphia Experiment - Reactivated" von 2012) die mir aber leider beide nicht besonders positiv in Erinnerung geblieben sind. Den Film von 1984 kann ich jedem nur wärmstens ans Herz legen. So sollte Science-Fiction aussehen! Sympathisch, gut gemacht und spannend. Genau deswegen auch regelmäßig in meinem Blu-Ray-Player.

9,5/10

10/10
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Kommentare

03.12.2017 14:54 Uhr - NoCutsPlease
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Unser Experte für dekadenübergreifende Sci-Fi-Kost hat wieder zugeschlagen! :)
Danke für die schöne Erinnerung, diesen sehr guten Streifen müsste ich mir echt mal wieder ansehen!

03.12.2017 15:16 Uhr - TheUn4givenII
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Öha... "Experte" ist maßlos übertrieben. Trotzdem vielen Dank, NoCuts!
Ich versuche ja immer wieder mir andere Genres vorzunehmen... aber irgendwie läuft es am Schluss meistens auf Sci-Fi raus XD

03.12.2017 15:25 Uhr - NoCutsPlease
2x
DB-Helfer
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Passt doch, denn das ist quasi dein Markenzeichen und so erinnert man sich an dich! :)

03.12.2017 16:00 Uhr - TheRealAsh
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Super filmauswahl und rezi! Da ich alles, was mit JC zu tun hat liebe, gehört der hier natürlich auch dazu. Zeitreisethematik ist immer super. Deine Einführung mit dem magnetismus hat mir hierbei besonders gut gefallen.

Die Splash Band hat bis auf ein bekanntes coveralbum übrigens nichts mit carpenter zu tun.

03.12.2017 16:26 Uhr - TheUn4givenII
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Hi Ash! Danke dir. Hatte schon Angst dass ich am Anfang zu viel schwafle und es keine Sau interessiert.
Anscheinend gab es eine Single auf der der Track "Das Philadelphia Experiment" drauf war. Interpreten laut Blu-Ray: "John Carpenter & The Splash Band". Daher bin ich draufgekommen.
Auch ich liebe alles was JC bisher gemacht hat. Mein absoluter Lieblingsfilm ist "Die Mächte des Wahnsinns". Aber ich finde auch seine "schwächeren" Filme okay wie "The Ward" und "Ghosts of Mars". Mein absoluter Lieblingsregisseur... Schade dass er sich seit "The Ward" rar macht.

03.12.2017 22:08 Uhr - TheRealAsh
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Ja, die gute alte Splash Band, das war eine der Klau-Coverbands der 80er auf dem ZYX-Label. Kamen aus Pforzheim. Wer hat damals nicht die Schallplatte "The Music of John Carpenter" gekauft und erst im Nachhinein gemerkt, dass das gar nicht die Originale waren. Stand auch nicht auf dem Cover, dass das Coverversionen waren. Ich habe diese blöde Erfahrung leider auch bei anderen Musiken gemacht, weil ich das damals einfach nicht gecheckt habe.

Soundtrack ist von Ken Wannberg, der Song selbst ist mir ein Rätsel. Trotzdem ist die Splash-Band lustige Unterhaltung mit den richtigen Songs. Allein, gegen die Originale von JC stinken sie einfach ab für mich. Auf dem Album ist auch "Das Ding" drauf ohne Morricone als Credit zu nennen. So waren die drauf^^

04.12.2017 00:27 Uhr - Ghostfacelooker
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Ein verkannter Genreklassiker, der durch dein Review bestimmt wieder ein wenig ins rechte Licht gerückt wird

04.12.2017 09:38 Uhr - NoCutsPlease
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DB-Helfer
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Welcher Banause hat denn dem Film eine 1/10 verpasst!?
Irgendwo hört die Geschmacksfrage auf und fängt Inkompetenz an...

04.12.2017 15:09 Uhr - NICOTERO
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Tolle Review zu einem meiner absoluten Lieblinge

04.12.2017 18:08 Uhr - TheUn4givenII
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@Ghost/Nicotero: vielen Dank fürs Lob!
@NoCuts: Geschmäcker sind verschieden. Ich habe in meinem Freundeskreis auch Leute die sich Filme aus den 80ern nicht ansehen "weil die Effekte so scheiße sind" Noch Fragen? :-)
@Ash: danke fürs Aufschlauen bezüglich der Splash Band. War mir tatsächlich neu!

06.12.2017 11:56 Uhr - CHOLLO
1x
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Der gute Carpenter. Jetzt wo seine alten Klassiker Halloween und Escape from New York wieder neu aufgerollt werden, sollte man auch ihm mal wieder den Regiestuhl anbieten.Sofern er eine gute Idee hat. Vllt unter "Blumhouse"?! Kleines Budget/komplette Freiheit, das würde passen denke ich. Feine Besprechung in jedem Fall !!

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