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Frankenstein - Das Experiment

Originaltitel: Frankenstein

Herstellungsland:USA, Deutschland (2015)
Standard-Freigabe:FSK keine Jugendfreigabe
Genre:Horror, Thriller
Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,50 (2 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Das Ehepaar Victor und Elizabeth Frankenstein (Danny Huston, Carrie-Anne Moss) versucht im Labor Menschen zu erschaffen und zum Leben zu erwecken. Ihr Experiment (Xavier Samuel) scheint geglückt, doch etwas stimmt nicht und sie beschließen, die Forschung abzubrechen und das Wesen einzuschläfern. Doch das Geschöpf ist immun gegen das Gift, überlebt und kann sich aus der Einrichtung befreien. Durch die Injektion ist es noch stärker, schmerzunempfindlich und nahezu unverwundbar geworden. Auf sich allein gestellt und unfähig jegliche Art von Emotionen zu deuten, lernt die Kreatur eine Welt kennen, die von Gewalt und Misstrauen geprägt ist. Sie passt sich an und will Rache nehmen an ihren Schöpfern. Auf der Suche tötet sie jeden, der sich ihr in den Weg stellt. Doch als sie bei den Frankensteins ankommt, haben diese bereits das nächste Experiment begonnen... (EuroVideo)

eine kritik von chaos rhythm:

Frankenstein - wie er heute wäre

Wie bereits bei "Victor Frankenstein", dem Blockbuster aus Hollywood, dürfte es wenige andere Literaturvorlagen im Horror-Genre geben, die so häufig von Filmemachern aufgegriffen wurden und werden, wie die Geschichte um den Wissenschaftler und seiner Kreatur. Allerdings gibt es nur wenige Beiträge, die der inzwischen knapp 200 Jahre alten Idee noch neue Impulse verleihen können. Hollywoods "Victor Frankenstein" ist dies jedenfalls nicht gelungen.

Der vorliegende Film von Autor und Regisseur Bernard Rose ("Candyman") macht seine Sache da schon wesentlich besser, bewegt sich allerdings eher auf Drama- und Arthouse-Pfaden, als im klassischen Gothic-Horror-Genre und ist somit weit entfernt von den "Frankenstein"-Versionen, die uns einst Universal und Hammer bescherten. Und dies ist gut so.

Bernard Rose siedelt seine Geschichte im Los Angeles unserer Zeit an, in der Viktor Frankenstein (Danny Huston, u.a. "American Horror Story") gemeinsam mit seiner Frau Marie (Carrie-Ann Moss, Trinity aus den "Matrix"-Filmen) an der künstlichen Erzeugung von Menschen arbeitet. Allerdings nicht in einem unterirdischen Labor und unter dem Einsatz von Leichenteilen und Elektrizität, sondern in einer schicken, hell erleuchteten Praxis. Sein "Frankenstein" heißt Adam und ist ein etwa 30-jähriger, gut aussehender Mann (Xavier Samuel aus "The Loved Ones"), der in einer Art genetischen 3D-Drucker erzeugt wurde. Der Körper von Adam ist zwar voll entwickelt, das Gehirn jedoch nicht, der Mann bewegt sich auf dem geistigen Niveau eines Säuglings und entwickelt daher eine enge Bindung zu seiner "Mutter" Marie. Die füttert ihn, bringt ihm erste Worte bei und lehrt ihn schließlich das Laufen. Schnell stellt sich heraus, dass Adam extrem robust und stark ist, was daran liegt, dass ihm bei seiner Schöpfung nur die besten Gene mitgegeben wurden. Doch der Traum der perfekten Schöpfung offenbart schon bald seine Schattenseiten, denn aufgrund der rasanten Entwicklung seines Körpers binnen nur weniger Tage, rebellieren nun seine Zellen, sodass sich überall auf seiner Haut Geschwüre bilden, die den Adonis komplett entstellen und ihn zum Monster machen. Als die Ärzte schmerzhafte Operationen an ihm durchführen und Adam die Qualen nicht länger ertragen kann, bricht er aus seinem Gefängnis aus und sieht erstmals das Tageslicht und die Natur. In den folgenden Tagen ernährt er sich vom Wasser eines Flusses, vom Fleisch verendeter Tiere und freundet sich zudem mit einem streunenden Hund an. Gemeinsam mit diesem begibt er sich in die Stadt, wo er jedoch ob seines Äußeren schnell auffällt und durch einige Missverständnisse den Zorn der Bewohner auf sich zieht. Diese traktieren ihn schließlich mit Baseballschlägern und Eisenstangen, schimpfen ihn "Monster" und jagen ihn fort. Stark lädiert findet er schließlich Zuflucht beim blinden Obdachlosen Eddie (Tony Todd), mit dem er fortan durch die Stadt zieht. Doch die nächsten Schicksalsschläge warten bereits auf ihn...

"Frankenstein - Das Experiment" ist ein intensiver, brutaler und dramatischer Film, der, und hierbei ist er nahe bei der Vorlage, nicht die Kreatur als Monster zeigt, sondern seine Umwelt. Letztendlich erwacht Adam weder mit guter, noch mit böser Gesinnung. Die Art und Weise, in der er sich entwickelt, wird einzig und allein durch seine Umwelt und den Erfahrungen, die er macht, bestimmt. Und da er nahezu ununterbrochen auf Ablehnung und Hass stößt und kaum mit Liebe konfrontiert wird, ist seine Entwicklung nur konsequent. Roses Film ist mit geringen Mitteln entstanden, vereint aber durchweg gute Darsteller und liefert wunderschöne Bilder aus Los Angeles, die zeigen, wie einsam man sich als Ausgestoßener in einer Großstadt fühlen kann. Wer ungewöhnlichen Film-Experimenten nicht abgeneigt ist, die "Frankenstein"-Gechichte einmal anders erleben möchte, dem sei diese seit langem beste Verfilmung des Themas wärmstens ans Herz gelegt. Schade, dass Regisseur Bernard Rose nur gelegentlich Ausflüge ins Horror-Genre unternimmt.

8/10
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