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Necron
Level 4
XP 240
Eintrag: 03.12.2017

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Killing Them Softly

Herstellungsland:USA (2012)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Drama, Krimi, Thriller

Bewertung unserer Besucher:
Note: 6,45 (11 Stimmen) Details
inhalt:
Zwei nicht allzu hellen Gangstern gelingt es, ein illegales Pokerspiel zu überfallen. Das hat Folgen, denn die Kartenspiele werden vom organisierten Verbrechen ausgerichtet, das eigentlich für die Sicherheit der Zocker geradestehen sollte. Solange die Diebe nicht geschnappt sind, müssen die Spiele ausgesetzt werden. Um schnell wieder Normalität einkehren zu lassen und die beiden Diebe zu erledigen, wird Jackie Cogan (Brad Pitt) engagiert, ein Profikiller, der Beste seines Fachs. Ihm wird es aber nicht leicht gemacht. Die Unentschlossenheit des Syndikats rauben ihm den letzten Nerv, ein einst zuverlässiger Kollege (James Gandolfini) entpuppt sich als Säufer, und Cogans Angewohnheit, seine Ziele nur "weich" zu töten, also aus sicherer Entfernung, ist ein zusätzliches Hindernis bei der Durchführung seines Jobs...
eine kritik von necron:

Amerika steht vor einer Identitätskrise. Die Bankenkrise / Immobilienkrise hat viele Amerikaner hart getroffen und der amerikanische Traum wankt. Doch schon keimt wieder Hoffnung auf, mit einem möglichen schwarzen US Präsidenten. Doch ist die dort oft beschworene Aufbruchsmentalität wirklich real? Wir sind eine Nation, ein Volk, jeder hat die Chance seine Träume umsetzen? Es dämmert im kriminellen Subsegment, das am Ende sich doch wieder nur jeder irgendwie selber durchschlagen muss.

Der Film „Killing Them Softly“ von Andrew Dominik (Copper), von dem zusätzlich das Drehbuch ist, seziert geradezu gnadenlos diesen Umstand. Jeder schlägt sich alleine durch. Amerika ist kein Land, sondern nur ein Geschäft. Die Menschen darin gehen vor die Hunde und der ganze Scheiß bedeutet schon lange nichts mehr. Und so treffen verschiedene Akteure aus einem kleinen, recht überschaubaren kriminellen Sumpf aufeinander, wie herumfliegende Teile in einem Sturm. Keiner kann dabei aus der ihm zugedachten Rolle ausbrechen und nimmt es am Ende mit beißendem Sarkasmus. Schläger haben kaum Lust darauf, einen der ihren zu verprügeln, aber Job ist Job. Also wird nach langem rumlamentieren dann doch noch ordentlich draufgehauen. Eigentlich möchte auch (fast) niemand irgendwen umbringen, aber am Ende müssen einfach Köpfe rollen. Es geht ja um die öffentliche Wahrnehmung. Denn eine Pokerrunde wurde ausgeraubt und jetzt gilt es Exempel zu statuieren. Das ist der Katalysator, für alles folgende.

Und an dieser Stelle kommen unsere Akteure so richtig ins Spiel. Ganz vorne mit dabei, der Aufräumer / Killer Brad Pitt (Fight Club) als zynischer Jackie Cogan. Tiefenentspanntes auftreten, ganz cool, aber wenn es sein muss legt er jeden um. Da Gefühle ihm dabei ein Graus sind, lieber aus der Distanz, sie sanft zu töten ist sein Ding, daher der Filmtitel. Braucht er mal Unterstützung, kommt hier  James Gandolfini (Violet & Daisy ) als Mickey ins Spiel. Doch da schlägt bereits wieder die Realität zu. Mickey ist vom Leben gezeichnet, abgehalftert und verbraucht. Jackie kann es kaum glauben. James Gandolfini spielt hier die schonungslose Selbstdemontage in Person. Hut ab. Schon sein erster Gesichtsausdruck. Darin kann man alles ablesen, was im System falsch läuft. Und so zieht sich der Abgesang auf den amerikanischen Traum wie ein roter Faden durch den Film. Die Menschen darin werden im übertragenden Sinne zu Metaphern. Deren Leben eine jeweils ganz persönliche Leinwand, auf der man all die hässlichen Flecken deutlich ablesen kann. Der Papiermüll der durch die Luft fliegt, leerstehende Häuser und schmutzige Hinterhöfe. Ray Liotta (Good Fellas) ist da noch so eine arme Sau. Als zuerst sympathischer Markie Trattman, den eigentlich jeder mag, wird er zum geprügelten Hund, für den es keinen Ausweg mehr zu geben scheint. Scoot McNairy und Ben Mendelsohn (Rogue One) geben die unglückseligen Kleinkriminellen, die dumm genug waren den bescheuerten Coup durchzuziehen. Ben Mendelsohn als sich im Drogenrausch selbst verlierender Versager, möchte ich an dieser Stelle einmal besonders hervorheben. Selten jemanden gesehen, der es schafft eine Rolle so dermaßen authentisch abgefuckt zu spielen. Fast schon beängstigend.

Die Inszenierung ist dabei ein Gedicht. Reine Poesie. Mal ganz langsam und gemütlich, dann fulminant in Szene gesetzt, gnadenlose Zeitlupen, die sich endlos hinziehen und die noch das winzigste Detail einer Hinrichtung wie ein eiskaltes Ballett einfangen. Die Dialoge sind wie oben bereits angedeutet ein Abgesang auf den amerikanischen Traum. Ach, auf das Leben an sich, als Mensch mit seinen Mitmenschen, in einer Gemeinschaft die gar keine ist. Da wird geflucht und gejammert. Da wird sich gegenseitig versucht Trost zu spenden, an den man selber nicht mal glauben kann. Die armen Verlierer können einem förmlich leidtuen. Musikalisch wird das Ganze mit melancholischen Songs unterlegt, wie z.B. von Jonny Cash „The Man Comes Around“. Gänsehautstimmung. Und ein ganz besonderer Kniff. Wo es möglich ist laufen im Hintergrund Ausschnitte aus dem amerikanischen Wahlkampf. Wo die Wähler mit Versprechen an den amerikanischen Traum positiv eingestimmt werden sollen. Dadurch wirkt das gezeigte auf dem Bildschirm, im krassen Gegensatz dazu, nur noch surrealer. Ein seltsames Gefühl das dabei dem Zuschauer langsam emporkriecht. Ein dunkler Griff an die eigene Seele. Hoffnung schwindet. Kein Versprechen das einem noch Sicherheit geben kann. Nein, dieser Film schafft es Minute für Minute das alles zu demontieren. Bis nichts mehr bleibt, außer der Gewissheit, dass wir alle am Arsch sind.

Der Film ist mit solch einer Botschaft selbstverständlich gefloppt. Es ist auch kein Tarantino oder ein Michael Mann Film. Am ehesten würde ich noch einen Vergleich wagen wollen mit dem Film „Killer Joe“, nur damit man eine Idee bekommt.

Ich vergebe starke 9/10 Punkte. Wohlwissend das dies ein Film ist, der es nicht einfach hat sein Publikum zu finden. Ich kann nur hoffen, bei diesem Findungsprozess behilflich gewesen zu sein. Die letzten Worte gebühren Jackie Cogan, absolut genial gespielt von Brad Pitt:

„America's not a country. It's just a business. Now fucking pay me“

9/10
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Kommentare

04.12.2017 00:11 Uhr - DriesVanHegen
1x
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Ja, der Streifen ist bitterböse.

Auf der einen Seite steht ein handwerklich wirklich absolut überzeugender Film, der gerne auch gröber wird (das Verprügeln und die Exekution waren sehr, sehr ungemütlich zu sehen), aber ab und zu doch Gefahr läuft sich in seiner Weisheit zu verlieren und etwas zuuu altklug und pessimistisch erscheinen kann.
Darstellerisch btw auch völlig erhaben. Aber wie konntest du nur Richard "Nathaniel Fisher" Jenkins unter den Hut fallen lassen? :(

04.12.2017 06:43 Uhr - Pratt
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Sehr interessante, lesenswerte Kritik, ich persönlich konnte dem Film nicht allzu viel abgewinnen und würde den eher im Mittelmaß einpendeln, ein Lichtblick war Ray Liotta's Auftritt.

04.12.2017 11:02 Uhr - JasonXtreme
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Ich mag Killer Joe, ich mag die Rezi - und der Film liegt nun schon zu lange ungesehen daheim rum! Mal sehen wann ich den mal einschieben kann :D

04.12.2017 16:02 Uhr - Necron
2x
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Ich danke euch für das tolle Feedback. :)

@DriesVanHegen
Ich kann dich gut verstehen wegen Richard "Nathaniel Fisher" Jenkins, aber aufgrund der großen Anzahl Darsteller hatte ich für mich die Entscheidung getroffen einfach irgendwo dann den Schnitt zu machen, damit die Review nicht von dem Abschnitt über die Darsteller dominiert wird. Einen Tod muss man immer sterben ;)

@Pratt
Dieser Film dürfte im Schnitt die meisten Abweichungen nach unten und oben haben, was die persönliche Bewertung angeht. Das Thema ist schon recht speziell an sich und wie es dann noch präsentiert wird. Definitiv nicht jedermanns Sache. Ray Liotta geht natürlich immer ;)

@JasonXtreme
Da bin ich ja mal auf dein Feedback dann gespannt wenn du den Film gesichtet hast. Aber da dir bereits Killer Joe gefällt, habe ich hier eigentlich keine Bedenken. ;)

05.12.2017 14:37 Uhr - tschaka17
1x
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Gute Rezi, ich konnte nur leider 0 mit dem Streifen anfangen. Ich gehe sogar noch weiter: Der ist mit einer der langweiligsten, die ich je gesehen habe. Insgesamt wird der ja auch sehr schlecht aufgenommen, trotzdem schön, dass er immerhin einigen Leuten gefällt. Handwerklich hatte ich auch nüscht zu merken, aber die Story ist zäher Käse :D

05.12.2017 18:33 Uhr - Necron
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@tschaka17
Dank dir für dein Feedback. Ja, das mit der Langeweile wird oft als Kritikpunkt genannt. Kann ich nachvollziehen. Das Zielpublikum scheint schon sehr überschaubar zu sein, soviel steht mal fest ;)

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