SCHNITTBERICHTE | # | A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z
Titel suchen:
Call of Duty: Black Ops 4 · Mehrspieler-Kämpfe für PS4, Xbox und PC · ab 59,99 € bei gameware Red Dead Redemption · Uncut Westernfeeling für PS4 und Xbox One · ab 67,99 € bei gameware
dicker Hund
Level 12
XP 2.433
Eintrag: 03.01.2018

Amazon.de

  • MEG
B07FQ3JNW9
22,99 €
Blu-ray 3D
19,99 €
Blu-ray
14,99 €
DVD
12,99 €
  • Evilspeak - Der Teufelsschrei
  • Blu-ray/DVD Mediabook
Cover A
36,12 €
Cover B
36,12 €
Cover C
36,12 €
  • Mission: Impossible 6 - Fallout
4K UHD/BD Steelbook
39,99 €
4K UHD/BD
26,99 €
Blu-ray Steelbook
tba €
Blu-ray
17,99 €
DVD
15,99 €
Amazon Video
16,99 €

Beyond the Limits

Herstellungsland:Deutschland (2002)
Standard-Freigabe:SPIO/JK geprüft: strafrechtlich unbedenklich
Genre:Horror, Splatter
Alternativtitel:Burning Moon 2, The

Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,28 (56 Stimmen) Details
inhalt:
Die junge Journalistin Vivian erhält den Auftrag den Friedhofswärter des ältesten und bekanntesten Friedhofs Frederick aufgrund dessen zehnjährigen Berufsjubiläums zu interviewen. Auf die Frage nach besonderen Personen, die auf dem Friedhof begraben sind, erzählt er die Geschichte des verstorbenen Mafioso Robert Downing, der vor kurzem auf seinem Friedhof bestattet wurde:
Downing sollte für einen mysteriösen Auftraggeber im Haus des Mafiabosses Jimmie Levinson eine uralte Reliquie besorgen, die angeblich über magische Kräfte verfügt. Dort fand eine kleine Party statt. Levinson hatte gerade die Frau seines größten Konkurenten Paul Pattucci auf bestialische Weise ermorden lassen und kurz nach dem Tod seiner Frau, wurde auch Pattuccis Leiche gefunden. In Robert Downing vermutete Levinson einen gedungenen Killer, der in Pattuccis Auftrag handelte und daher ließ er die beiden „Cleaner“ Rick und Mortimer kommen, um das Problem zu lösen. Jedoch in der Gegenwart der Reliquie geriten die Dinge völlig außer Kontrolle.
Erschüttert von der Geschichte und von Fredericks Erheiterung fragt Vivian, was es mit der Reliquie auf sich habe. Frederick erzählt ihr daraufhin eine Geschichte der Reliquie, welch er das „Ewige Herz“ nennt, aus dem Mittelalter:
David Deming machte im England des 15. Jahrhunderts im Namen der Kirche und mit Hilfe seines brutalen Handlangers Brewster, Jagt auf sogenannte Ketzer. Als Schüler des weisen Mönchs James Flynn, hatte er schon früh von dem Relikt erfahren, das tief in den Gemäuern von Flanns Abtei verwahrt wurde. Besessen von dem Gedanken, sich das Relikt und seine magischen Kräfte dienstbar zu machen, schreckte Deming von keiner Schandtat zurück, nicht mal vor dem Mord an seinem ehemaligen Meister. Demings treuer Sergeant Dennis verliebte sich in die Bauerntochter Annabelle, die eine Anhängerin von James Flynn war. Doch Annabelles Tod war Teil von Demings finsteren Plänen und so nahm die Tragödie ihren Lauf...

eine kritik von dicker hund:

Drei Jahre ließ sich Olaf Ittenbach nach "Legion of the Dead" Zeit, bis er sich an sein Projekt "Beyond the Limits" machte. Es handelt sich um einen Episodenfilm, dessen erste Hälfte aus einer Gangstergeschichte besteht, die dann von einer Rückblende ins 15. Jahrhundert abgelöst wird.

Der sozusagen contralineare Ansatz lässt von vornherein eine unbarmherzige Spannungs-Tötung besorgen, und das leider nicht ganz zu Unrecht. Die Wrap-Around-Geschichte mit Kimberly Liebe (schon erprobt in dem eingangs erwähnten 2000er Werk) als Journalistin Vivian hinterlässt einen faden ersten Eindruck und kann die wenig kohärenten Erzählungen kaum sinnvoll zusammenfügen. Stattdessen sind erst einmal unmotivierte Dialoge von gelangweilten Darstellern in trägen Abschnitten ohne nennenswerte Besonderheiten auszuhalten. Zugegeben, es liegt mit dem Aufwärmen der Anfangsepisode irgendwann mal eine Leiche herum, und eine Vergewaltigung, wenngleich in voller Bekleidung, wird angedeutet. Das alles geschieht aber dermaßen unbedarft, dass die Gedanken abschweifen. Zudem wirkt das Gangstermilieu mit seiner kleinen Feier in Anzügen und Kostümchen in den nach gehobener Mittelschicht aussehenden Räumlichkeiten nicht gerade extravagant.

Doch plötzlich wird es mit einem ungebetenen Besuch interessanter, so dass zumindest eine gewisse Grundspannung entsteht. Eine laute, sexistische Fäkalsprache sorgt für grobschlächtigen, aber beherzten Nachdruck, bezüglich dessen das beliebte Nacheifern in Richtung eines gewissen Herrn Tarantino kaum zu leugnen ist. Das sieht man dem Film aber nach, sobald es ab der 30. Minute grausam wird. Jetzt gibt es das klassische Ittenbach-Gemantsche zu begutachten, was nichts anderes als grenzüberschreitend harten Splatter bedeutet (Gewalt 10/10). Die beiden Psychos in ihrer abstrusen schwarzen Kleidung erweisen sich dabei als ziemlich respekteinflößend krank. Langsam aber sicher passt sich nun noch der Score akzeptabel an, wobei die Kamera ihre Neigung zeigt, gerne um die Hinterköpfe Streitender zu kreisen. Sieht nicht übel aus, wird ab jetzt indes etwas oft wiederholt, so als wäre das Repertoire an performativen Finessen begrenzt (nicht doch!).

Nach einer zum Fremdschämen belanglosen Überleitung durch die Pressevertreterin gelangt die Goregranate nun zu ihrem leuchtenden Herzstück: Der Mittelalter-Rückblende. Ab der Halbzeit von rund 50 Minuten trifft man auf eine Mehrzahl Statisten in historischen Gewändern sowie auf eiserne Hiebwaffen, eine Reiterschaft und ein altertümliches Gemäuer. Was bei "Premutos" schon akzeptabel funktioniert hat, wurde hier noch spürbar verfeinert. Mit Annabel wird zudem eine Figur vorgestellt, die mit Natacza Boon eine der fähigsten Schauspielerinnen aus dem Cast zu ihrer Umsetzung zur Verfügung hat. Zur Belohnung winkte die Hauptrolle in Ittenbachs nächstem Streich "Garden of Love" aus demselben Jahr. Erst einmal waren aber eine absonderliche Intimszene einvernehmlicher Art mit ein wenig Nudity sowie eine schäbige Rape-Sequenz ohne solche von ihr gefragt (Sex 4/10). Später werden einige andere Damen noch gefangen, nackig gefesselt und gekillt, so dass ohne großes Federlesen von Sleaze gesprochen werden kann. Die Geschichte um krasse Folter vor dem Hintergrund der Inquisition gibt den passenden Rahmen. Das schockiert zwar nicht über das Gekröse als solches hinaus (Horror 5/10), greift aber dennoch zu jener Schublade, auf die der beherzte Fan beim Erwerb gehofft haben dürfte. Sogar für ein bisschen sonst ferne Ironie (Humor 3/10) ist gesorgt, sobald Russel Friedenberg als Brewster ein paar Zoten reißen darf, wenn er auch mit der Ambivalenz von Fun-Splatter-Charakter und Folterknecht-Sicko-Unsympath dezent überfordert wirkt:

"Bedenkt man, dass Ihr ein Mann Gottes seid, so seid Ihr doch erfrischend unbarmherzig."

Nun denn, das ist allemal bessere Rhetorik als das Proletengepolter am Mafia-Stammtisch. Bei den Schwertgefechten in dubioser Slow-Motion sei über die Choreografie einmal der Mantel des Schweigens gehüllt, Kunstblut und Latex sind aber in Topform wie eh und je. Was soll man da noch groß meckern? Episode 1 hört auf, bevor sie (wieder) öde wird, Episode 2 setzt auf die bis dahin gesammelten Derbheiten noch einen drauf. Geschmacklos, ultrabrutal und so schmierig, wie es das schwarze Herz begehrt, und in Optik und Drumherum verhältnismäßig ambitioniert umgesetzt ist sie, diese Schlachtplatte, und indiziert außerdem. Wer braucht da schon noch eine zielführende Dramaturgie? Allen, die diese Frage mit einem verschmitzten "niemand" beantworten, sei "Beyond the Limits" als für Amateurverhältnisse einfach in Ordnung deklariert (6/10 Punkten).

6/10
mehr reviews vom gleichen autor
Demon
dicker Hund
8/10
Dellamorte
dicker Hund
8/10
die neuesten reviews
Only
gorgiday
10/10
Uncle
kokoloko
7/10
Vollblüter
Necron
10/10
Demon
dicker Hund
8/10
Red
Ghostfacelooker
Salt
Kaiser Soze
10/10

Kommentare

03.01.2018 09:35 Uhr - naSum
3x
User-Level von naSum 11
Erfahrungspunkte von naSum 1.993
Hätte Ittenbach daraus zwei separate Kurzfilme gemacht, wäre die Mafia Geschichte gar nicht mal so unansehnlich. Gerade die derben Härten reißen in der kurzen Spielzeit doch einiges raus und lassen die primitiven Dialoge gut in den Hintergrund treten. Losgelöst von der enorm schwachen Mittelaltergeschichte wäre dann evtl noch ein Pünktchen mehr drin.
Weniger ist halt manchmal mehr.

Deine Schreibarbeit jedoch kann ihre Qualität ohne Einbußen über beide Teile halten.

03.01.2018 10:35 Uhr - NoCutsPlease
4x
DB-Helfer
User-Level von NoCutsPlease 23
Erfahrungspunkte von NoCutsPlease 11.880
Mir hat die Mafia-Sequenz besser als das Mittelaltersetting gefallen, aber das ist wohl Ansichtssache. Der Film ist jedenfalls einer der wenigen Ittenbachs, der nicht in totaler Amateuroptik absäuft.
Das Review ist selbstredend weit entfernt von Amateurstandards! :)

03.01.2018 10:56 Uhr - Punisher77
3x
DB-Helfer
User-Level von Punisher77 13
Erfahrungspunkte von Punisher77 2.814
Gewohnt hervorragende, sprachgewandte Kritik!

Zu Ittenbach kann ich leider nichts sagen, da ich bisher keinen seiner Filme gesehen habe und der vorliegende Streifen wohl kein "Must see" ist. Ein "Must read" ist dagegen Dein Review.

03.01.2018 11:58 Uhr - Insanity667
3x
DB-Helfer
User-Level von Insanity667 11
Erfahrungspunkte von Insanity667 1.641
Und der Splattermops jagt wieder die Gorebällchen, die diesmal Herr Ittenbach wirft. Sehr schön geschrieben, was auch sonst?! Auch wenn ich mich nur selten auf so hartes Terrain vorgewagt habe, (hauptsächlich weil ich Amateurmaterial in diesem Stil nur selten was abgewinnen kann) bin ich jetzt neugierig.

03.01.2018 12:56 Uhr - leichenwurm
3x
DB-Helfer
User-Level von leichenwurm 5
Erfahrungspunkte von leichenwurm 420
Auf jeden Fall einer der besseren "Itties"... obwohl... irgendwie mögen tu ich (zumindest die "alten") alle ;-)) ! Die aktuelleren Werke wie "Dard Divorce" oder "legend of hell" haben mich allerdings auch nicht mehr wirklich begeistern können. Obwohl... "No Reason" fällt mir ein war gar nicht so schlecht. Und irgendwo dazwischen gab's ja auch noch "Garden of love" (Moment der kam glaub ich sogar direkt nach diesem hier oder?)... der war auch nicht übel. Das Review vermittelt aber auf jeden Fall ein anschauliches Bild von dem was man hier zu erwarten hat ;-) !

03.01.2018 13:58 Uhr - Horace Pinker
3x
User-Level von Horace Pinker 20
Erfahrungspunkte von Horace Pinker 8.498
Gewohnt lesenswerte Rezension, im der du sprachgewandt und gewitzt ein deutliches Bild des besprochenen Werks entwirfst. Beyond the Limits kenne ich bisher nur vom hören her, da ich die bisher gesichteten Ittenbach Filme recht unterhaltsam fand und eine gewisse Affinität zu deutschem Amateursplatter habe hätte ich auf jeden Fall Lust diese Lücke zu schließen.

03.01.2018 13:59 Uhr - dicker Hund
3x
User-Level von dicker Hund 12
Erfahrungspunkte von dicker Hund 2.433
Daumen für alle:-))

03.01.2018 16:01 Uhr - cecil b
4x
DB-Co-Admin
User-Level von cecil b 17
Erfahrungspunkte von cecil b 5.645
Pah. Deine Wortgewandtheit könnte sogar Scheiße polieren. ;)

Nein, Ittenbach ist auch ein Künstler, der nicht an etwas gemessen sollte, was er nicht bedient.

Sehr geil, wie du seinen "beherzten Nachdruck" in Worte gefasst hast. :)

03.01.2018 17:39 Uhr - DriesVanHegen
2x
User-Level von DriesVanHegen 5
Erfahrungspunkte von DriesVanHegen 364
Auch wenn ich mich bei meiner FETUS Besprechung ja durchaus stark für den Amateurbereich gemacht habe, ist mir Ittenbach (vielleicht mittlerweile) zu stumpf.
Ich habe seine alten Werke nur über die Schnittberichte kennengelernt und später dann einen Einstieg mit DARD DIVORCE versucht. Den fand ich, abgesehen von seinen pervers-gelungenen Effekten allerdings so dermaßen missraten, dass ich mir jegliches weitere Werk erspart habe. Allein die beinahe stets aufkommenden Ausflüge in's Mittelalter langweilen mich von den Schnittberichten her vollends.
Von daher: um seine Effektarbeit zu bestaunen reichen mir tatsächlich die jeweiligen Schnittberichte, weshalb ich ja fast schon wieder gespannt auf einen möglichen Bericht zu 5 SEASONS bin.
Ansonsten: famose Kommentierung vom Bluthund.

13.01.2018 22:35 Uhr - der neue1067
1x
User-Level von der neue1067 1
Erfahrungspunkte von der neue1067 7
Ich weiß noch wie maßlos enttäuscht ich seinerzeit war als ich den Film von der Videothek ausgeliehen hatte. Die Bilder auf dem Cover und dazu die schwere spio/jk ließen mich auf eine Splatter Granate hoffen. Damals war es fast noch die Regel das spio geprüfte Filme auch ungeschnitten waren, war aber leider nicht so und einige Bilder vom Cover stammten aus der ungeschnittenen Fassung!

Später hatte ich mir Mal für kleines Geld die Ungeschnittene XT-Fassung von einer Film Börse mitgenommen und die Effekte waren damals schon recht krass gewesen, hat den Film dann aber auch nicht wirklich besser gemacht. Als ich vor knapp 3 Jahren meine Sammlung radikal reduziert hatte flog auch der Film mit raus.

Das Review ist gut und informativ, so wie man es halt von bestimmten Autoren gewohnt ist. Nicht mehr und nicht weniger ;-)

kommentar schreiben

Um Kommentare auf Schnittberichte.com veröffentlichen zu können, müssen Sie sich bei uns registrieren.

Registrieren (wenn Sie noch keinen Account hier haben)
Login (wenn Sie bereits einen Account haben)
Impressum Datenschutz Nutzungsbedingungen Team Kontakt / Werben Mithelfen
© Schnittberichte.com (2018)