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Eintrag: 06.12.2017

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The Walking Dead - Die komplette siebte Staffel

Reindeer Games

Herstellungsland:USA (2000)
Standard-Freigabe:FSK 18
Genre:Action, Thriller
Alternativtitel:Wild Christmas
Deception

Bewertung unserer Besucher:
Note: 8,00 (19 Stimmen) Details
inhalt:
Kurz vor seiner Entlassung aus dem Gefängnis kommt Nick Cassidy bei einem blutigen Häftlingskrawall ums Leben. Sein Zellenkumpan Rudy (Ben Affleck) nutzt die Gelegenheit und mogelt sich als "Nick" in die Freiheit. Wenn Rudy jedoch geahnt hätte, in welche Schwierigkeiten er danach geraten würde, hätte er dies sein lassen und sich auch nie auf eine Affaire mit Nicks Briefbekanntschaft Ashley (Charlize Theron) eingelassen. Denn Ashleys Bruder Gabriel (Gary Sinise) taucht überraschend auf und zwingt "Nick", bei einem Raubüberfall auf ein Spielcasino mitzumachen. Rudy sitzt mit einem Mal gehörig in der Klemme und muss wohl oder übel das Spiel weiterspielen, um nicht kaltblütig erschossen zu werden. Die einzige, auf deren Hilfe Rudy noch zählen kann, ist Ashley. Als sie den Tresor leer räumen, entpuppt sich die unschuldige Ashley jedoch als knallharte Furie...
eine kritik von nocutsplease:

Unter der Regie von John Frankenheimer entstanden in den 60ern und 70ern spannende Klassiker wie Grand Prix, Der Zug, The Manchurian Candidate, Seconds, French Connection 2 und Schwarzer Sonntag. Nachdem er anno 1997 mit Ronin noch einen rasanten Oldschool-Actionreißer abgeliefert hatte, folgte im Jahr 2000 mit Reindeer Games sein letzter Kinofilm. Mit Ehren Kruger war hierbei ein Drehbuchautor am Werk, dessen Output von elaborierter Hochspannung wie Arlington Road bis hin zu seichtem Bombast der Marke Transformers 1 - 4 reicht. An den Kinokassen erwies sich Reindeer Games leider als Flop, da nur gut die Hälfte des Budgets von 42 Millionen US-Dollar wieder eingespielt wurde, und die Kritiker im Allgemeinen auch recht viel an dem Streifen auszusetzen hatten. Ist dieser Thriller denn nun wirklich so schlecht geworden?


Das Einleitungsszenario zeigt zunächst ein paar Personen in Weihnachtsmannkostümen, die mausetot in der Gegend herumliegen. Kurz darauf springt die Story eine knappe Woche zurück: Autodieb Rudy und der wegen Totschlags verurteilte Nick haben sich jahrelang eine Gefängniszelle in einem Knast in Michigan geteilt. Nun sollen beide in wenigen Tagen zurück auf freien Fuß kommen. Nick freut sich tierisch darauf, seiner attraktiven Briefbekanntschaft Ashley endlich live begegnen zu dürfen, doch daraus wird leider nichts, denn kurz vor der Entlassung fällt er einer tödlichen Messerattacke zum Opfer. Rudy bedauert den Verlust seines Freundes, nutzt aber die frisch zurückerlangte Freiheit dazu, sich vor Ashley als Nick auszugeben und ihr näherzukommen. Dumm nur, dass Ashley unter der Fuchtel einer Bande von Waffenschiebern steht, die einen Raubzug planen, bei dem ein Casino ausgeräumt werden soll. Der Plot weist zwar ein paar spürbare Längen auf, ist aber über weite Strecken spannend erzählt und lebt zudem von ein paar rasanten Elementen, humorvollen Einlagen sowie zahlreichen Twists. Des Weiteren bestehen zwischen der Kinofassung und dem Director's Cut erhebliche Unterschiede: Erstere bietet eine straffere Handlung, während Letzterer rund 20 Minuten zusätzlich an abrundenden Dialogen und eine umfangreichere Figurenzeichnung liefert. Frankenheimer selbst präferierte natürlich den Director's Cut, bei dem es sich übrigens um die ursprüngliche Version des Films handelt, die allerdings im Verlauf der Previews als zu weitschweifig eingeschätzt wurde und deshalb für den Kinorelease zurechtgestutzt werden musste.


Auf darstellerischer Seite kombiniert Reindeer Games kompetentes Schauspiel mit interessanten Charakteren. Ben Affleck (1998 Oscar für Good Will Hunting in der Kategorie Bestes Originaldrehbuch, 2013 Oscar für Argo in der Kategorie Bester Film) spielt den jungen, dynamischen und leichtfüßigen Rudy, der trotz seiner kriminellen Vergangenheit den zentralen Sympathieträger abgibt, dem man ein friedliches Happy End mit seiner Herzdame gönnt. Jene manifestiert sich in der Person von Charlize Theron (2004 Oscar als Beste Hauptdarstellerin in Monster sowie 2006 Nominierung für North Country), die als Ashley das augenscheinlich naive Mädchen aus einfachen Verhältnissen verkörpert. Dem gemeinsamen Liebesglück steht jedoch ein langhaariger, bärtiger und ziemlich diabolisch wirkender Gary Sinise (The Green Mile, Apollo 13, 1995 Oscar-Nominierung als Bester Nebendarsteller in Forrest Gump) im Wege, der sich als Ashleys Bruder Gabriel vorstellt und mitsamt seinen zwielichtigen Truckerkollegen einen Raubzug plant, bei dem Rudy alias Nick direkte Unterstützung leisten soll. Jene Fernfahrerclique setzt sich aus einem unerwartet intellektuell angehauchten Danny Trejo (Machete, From Dusk till Dawn, Heat), einem pummelig-gemütlichen Donal Logue (Zodiac, Blade, Der Patriot) und einem bulligen Clarence William III (Wehrlos - Die Tochter des Generals, 52 Pick-Up, Maniac Cop 2) zusammen. Für die Besetzung der Minirolle des Nick war aus taktischen Gründen ein damals recht unbekannter Darsteller notwendig, der letztlich in dem Engländer James Frain (Into the Blue, Transit, Wasser für die Elefanten) gefunden wurde.


Die audiovisuellen Kriterien bedienen sich vieler Stärken des traditionellen Actionfilms, während vereinzelt computergenerierte Elemente platziert wurden. Chefkameramann Alan Caso (Die Muppets aus dem All, TV-Serien Six Feet Under und Lie to Me) wusste die verschneite Kulisse von British Columbia sowie die Möglichkeiten der kanadischen Lion's Gate Studios effektiv zu nutzen und ein bizarres weihnachtliches Flair zu vermitteln. In der Retrospektive hielt Frankenheimer zwar einige Aufnahmen für verbesserungswürdig, war aber im Großen und Ganzen dann doch mit den Ergebnissen zufrieden. Sämtliche Actionsequenzen sollten einem realistischen Maß entsprechen und sich nicht in dem Over-the-top-Stil der späten 90er bzw. frühen 2000ern verlieren. Somit wurde fleißig mit Blood Packages, Stuntfahrern, Studiosets und Pyrotechnik gearbeitet, während eine Foltermethode mit Dartpfeilen durch vorteilhaften CGI-Einsatz verwirklicht wurde. Der Director's Cut bietet aus optischer Sicht zusätzliche Gewaltspitzen und erweiterte Sexszenen. Für die musikalische Untermalung zeichnete Alan Silvestri (Predator 1+2, Zurück in die Zukunft I - III, 1995 Oscar-Nominierung für Forrest Gump und 2005 für Der Polarexpress) verantwortlich, der relativ spannungsfördernde Melodien komponierte. Des Weiteren durften natürlich bekannte Weihnachtssongs wie Rockin' Around the Christmas Tree, Let It Snow und Little Drummer Boy nicht fehlen.


Fazit: Reindeer Games reicht zwar nicht an Frankenheimers große Klassiker heran, kann aber durchaus als würdiger Abschluss in dessen Kinohistorie betrachtet werden. Trotz vereinzelter Schönheitsfehler wird dem Zuschauer ein launiger, gut gespielter sowie kompetent umgesetzter Thriller und darüber hinaus ein Weihnachtsfilm der etwas anderen Art geboten. 

8/10
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Kommentare

06.12.2017 09:49 Uhr - JasonXtreme
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Hahaaaa endlich mal wieder einer den ich auch kenne :D ! Ich hab den zwar nur einmal gesehen, als das Tape rauskam - aber ich würde mich vollends anschließen. Super ausgeführt, eigehend beschrieben - Frankenheimer konnte es da durchaus noch! Ein zu der Zeit eher ungewohnter Thriller, weswegen er bei der Kritik wohl durchfiel

06.12.2017 10:09 Uhr - NoCutsPlease
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Danke Jason! :)
Ja, es muss zwischendurch immer mal bekanntere Kost mit dabei sein.
Frankenheimer hatte in seinen Filmen stets die Abrundung der Charaktere als Ziel, deshalb wäre der in Erwartung kurzweiliger Action auch eher die falsche Wahl und es gibt keinen Effekte-Overkill.

06.12.2017 10:38 Uhr - TheRealAsh
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Ich muss ja zugeben, dass ich Frankenheimers letzten Film, immerhin 2 Jahre nach Ronin und 2 vor seinem Tod gar nicht gesehen habe. Du erwischst mich eiskalt! Ich glaube, das lag irgendwie an Affleck, den ich damals nicht besonders mochte. Mittlerweile ist er ja cool (Batman und Regie;-).

Den muss ich mir echt mal anschauen. Deine 8ter-Wertungen, gepaart mit deinem gewohnt lässig-informativen Stil, gefallen mir ja immer sehr gut.

PS: Ach ja, frohen Nikolaus euch allen (passend zu Wild Christmas;-)

06.12.2017 11:38 Uhr - NoCutsPlease
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Thanks Ash and take five! :)

Freut mich sehr, dass dich der Streifen interessiert.
Affleck ist auch meiner Meinung nach über die Jahre gewachsen.

Frankenheimers letzter Spielfilm war übrigens die 2002 entstandene TV-Produktion "Path to War" mit Alec Baldwin und Donald Sutherland. Gesehen habe ich den zwar noch nicht, aber er klingt interessant und kommt allgemein gut weg.

Einen frohen Nikolaus euch allen! :)

06.12.2017 11:43 Uhr - TheRealAsh
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Hab grad Rohen Nikolaus gelesen^^

Und ja, ich meinte natürlich letzter Kinofilm.

06.12.2017 13:40 Uhr - Tom Cody
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"Where is the goddam Pow-Wow safe?!?"
"The...what???"

Top-Rezension zu einem späten Schmuckstück von Altmeister John Frankenheimer.
Tja, auf Frankenheimer war fast immer Verlass. Ich finde ebenfalls, dass der Film in der Kritik immer ein wenig zu schlecht wegkommt. Ein perfekter Film für die Weihnachtszeit. Alleine die erste Einstellung mit den toten Weihnachtsmännern (der auf der Motorhaube qualmte, glaube ich, sogar noch) finde ich großartig.

Da habe ich auch, Gottseidank, immer nur die Langfassung gesehen. Dennoch gibt es auch hier, in älteren Trailern, Szenen, die es so nicht in die endgültige Fassung geschafft haben (Ben Afflecks Klippensprung?). Schade eigentlich.

"Ihr schickt mich, als Cowboy verkleidet, in ein indianisches Casino?!?"

06.12.2017 15:09 Uhr - Horace Pinker
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Großartige Rezension, die nicht nur perfekt zur Weihnachtszeit passt und gewohnt fachmännisch verfasst wurde, sondern auch Interesse an diesem mir bisher nur vom Titel bekannten Film weckt.

06.12.2017 15:18 Uhr - NoCutsPlease
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Merci beaucoup! :)

Tom Cody:
Ja, der Trailer zeigt auch ein paar Explosionen, die so in dieser Form nicht im Film auftauchen.
Das Schöne an Frankenheimer war auch, dass er sich über all die Jahzehnte treu geblieben ist und sowohl Alt- als auch Jungstars immer effektiv einsetzen konnte.
Angesichts des Audiokommentars hatte er übrigens noch einiges an weiteren Filmen vorgehabt.

H.P.:
Greif ruhig zu, den kann man sich gern mal geben. :)
Ich versuche nun, jeden Dezember einen Weihnachtsfilm der etwas anderen Art zu besprechen. Letztes Jahr war ja "Wake in Fright" dran.

06.12.2017 16:36 Uhr - Ghostfacelooker
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Ha. Hatte ich doch den richtigen Riecher bei der letzten größeren Onlinehändler Auktion den zu kaufen, dann kann ich den ja auch mal in den Player legen

06.12.2017 18:24 Uhr - NoCutsPlease
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Dann kann ich dir ja schon einmal eine freudige einäugige Sichtung wünschen und bin gespannt, wie er auf deiner Totenkopfskala abschneiden wird. ;)

06.12.2017 18:38 Uhr - TheUn4givenII
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Super Review, super Film!
Ich kann mich noch erinnern dass mich bei der ersten Sichtung mancher Twist eiskalt erwischt hat. Gary Sinise finde ich in Reindeer Games Spitzenklasse und Charlize Theron ist natürlich ein optischer Leckerbissen, kann aber auch schauspielerisch auftrumpfen!
Danke fürs Erinnern, NoCuts. Der muss dringend noch in meine Sammlung.

06.12.2017 19:46 Uhr - NoCutsPlease
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Danke dir! :)

Gary Sinise sehe ich am liebsten in der Rolle des Schurken/zwielichtigen Typen, denn das passt einfach am besten zu ihm. An Charlize Theron ist für meinen Geschmack ein bisschen wenig dran, aber hübsch ist sie auf jeden Fall und spätestens seit "Monster" weiß die Welt, dass sie auch gut spielen kann.

Zum Glück ist die Blu-Ray mit dem Director's Cut günstig erhältlich.

06.12.2017 21:43 Uhr - Ghostfacelooker
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06.12.2017 18:24 Uhr schrieb NoCutsPlease
Dann kann ich dir ja schon einmal eine freudige einäugige Sichtung wünschen und bin gespannt, wie er auf deiner Totenkopfskala abschneiden wird. ;)
^

Grins die brüderliche Herausforderung nehm ich an^^^^mal schauen ob ich ihn bis Sonntag schaffe^^^^

07.12.2017 08:04 Uhr - NoCutsPlease
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06.12.2017 21:43 Uhr schrieb Ghostfacelooker
06.12.2017 18:24 Uhr schrieb NoCutsPlease
Dann kann ich dir ja schon einmal eine freudige einäugige Sichtung wünschen und bin gespannt, wie er auf deiner Totenkopfskala abschneiden wird. ;)

Grins die brüderliche Herausforderung nehm ich an^^^^mal schauen ob ich ihn bis Sonntag schaffe^^^^

Hehe, das war meinerseits gar nicht als direkte Aufforderung zur umfangreichen Gegenmeinung gedacht, sondern bezog sich nur auf die punktemäßige Einschätzung. Wenn du das aber anbietest, sage ich jedoch nicht nein und falls du es nicht bis zum Sonntag schaffst: Die Adventszeit dauert ja noch ein paar Wochen. :)

10.12.2017 01:01 Uhr - NICOTERO
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Sehr gepflegtes Werk vom Altmeister....

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