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Twin Peaks

Herstellungsland:USA (2017)
Genre:Drama, Krimi, Mystery
Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,93 (14 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Rund ein viertel Jahrhundert nachdem TWIN PEAKS die Serienwelt revolutionierte, wird nun ein neues Kapitel aufgeschlagen. Die 18-teilige SHOWTIME-Serie mit Golden Globe-Gewinner Kyle MacLachlan in der Hauptrolle macht genau dort weiter, wo sie vor 25 Jahren aufhörte - als die Bewohner einer urigen Stadt im Nordwesten angesichts des schockierenden Mordes an ihrer Abschlussball-Königin Laura Palmer fassungslos waren. (Paramount Home Ent.)

Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von therealash:

25 Jahre später... Das scheinbar beschauliche Städtchen Twin Peaks an der Grenze zu Kanada hat sich verändert.

Woran man das erkennt? Zuallererst einmal an den wunderbaren Schauspielern, die fast allesamt zu diesem Serienereignis zurückgekehrt sind. Ja, sie haben sich verändert und doch sind sie noch die gleichen Figuren: Hawk, Andy, Lucy, Bobby, Shelly, Norma, Ben, Nadine, James...

Oder nicht?

Ja, da ist natürlich auch Agent Dale Cooper mit von der Partie. Ist er der gleiche? Dazu sage ich nichts. Ich will überhaupt wenig zur Handlung und zu den Figuren sagen, sonst wäre das alles nicht mehr so überwältigend. Viele der altbekannten Schauspieler sind dabei, einige fehlen, manche wurden ersetzt. Gerade das Alter, das die einst 25 Jahre jüngeren Schauspieler nun mehr auf dem Buckel tragen, ist allein schon sehenswert.

Aber verdammt nochmal, viele starben. Während, nach und vor den Dreharbeiten. Am rührendsten sieht man das an der Log Lady oder Catherine E. Coulson, die bereits 2015 an Krebs verstarb und der sowohl eine Episode unter ihrem bürgerlichen Namen, als auch unter ihrem Rollennamen Margaret Lanterman gewidmet wurde. Die Art und Weise, wie Lynch sie über das Telefon mit Hawk inszeniert hat, ist wirklich grandios. Überhaupt bietet fast jede Episode im Abspann einen verstorbenen Bekannten der Zeit- und Twin-Peaks-Geschichte, den oder die man als das von Lynch so oft beschworene Gespenst der Elektrizität so lange betrachten kann, bis man selbst tot ist. Ich nenne hier keine Namen, weil sonst so viele vergessen würden.

Wer bis jetzt nicht mitgekommen ist, sieht natürlich ein hauptsächliches Problem: Twin Peaks kann man eigentlich nicht einfach mit der 3. Staffel beginnen. Vor 25 Jahren wurde auf die Fernsehlandschaft so ein Dampfhammer mit diesem Ding losgelassen, dass es meines Erachtens eine völlig andere Erfahrung ist, diese Filmfilmwelt ohne vorhergehende Beschäftigung mit den ersten beiden Staffeln reinzubingen. Da geht einfach die ganze Mythologie flöten, dachte ich zunächst. Das ist wie Tick, Trick ohne Track, wie Fix ohne Foxi, wie Bat ohne Man, Madonna ohne Guy Ritchie oder Britney ohne Spears.

Aber Moment! Madonna und Guy Ritchie kommen ja ganz gut ohne einander zurecht. Und ja, ich bin der Meinung, man kann diese irgendwie auch neue Serie tatsächlich auch unbedacht sehen, ohne die anderen Staffeln zu kennen. Wer weiß, wie unbedarfte Serienjunkies hier einen Einstieg finden? Mich interessiert das jedenfalls sehr und ich bin gespannt, was die Zeit mit sich bringt. Angucken kann man die ersten beiden Staffeln ja immer noch. Ich habe ja auch einen persönlichen Fehler gemacht, dass ich Blade Runner 2049 und den alten Blade Runner nacheinander angeschaut habe. Natürlich ist Blade Runner 2049 ein grandioser Film. So ist das eben mit den Emotionen und der guten alten Zeit.

Was gibt es zur Neuauflage so einer sagenumwobenen Serie wie Twin Peaks noch zu sagen? Wie gesagt, ich möchte zum Inhalt nichts sagen, um den Kennern des vorherigen Werks nicht diese Erfahrung zu nehmen, die ich beim Anschauen hatte. Handlungsmäßig bewegen wir uns aber schon lange nicht mehr in den Gefilden vom Mord um die Ballkönigin Laura Palmer. Und doch geistert auch ihr Gesicht noch immer als erstes Bild jeder Episode vor dem Hintergrund der unheimlichen Wälder von Twin Peaks. Und ja, Laura kommt wieder. Aber anders, als gedacht. Was soll ich also sagen zur Handlung? Ich könnte da schon so einen gewissen Grundkonflikt beschreiben, aber das wäre aus meinem Empfinden echt schon zu viel. Einigen wir uns einfach, dass es eine Mysterie-Serie mit surrealen Anleihen ist, die sich im Spannungsfeld FBI, US-amerikanisches Klein- und Großstadtleben und Übersinnliches bewegt.

Nichts mehr mit: "Laura, Laura, Laura... Leo, no!"

Und tatsächlich, lassen wir die ganze Geheimniskrämerei beseite: es gibt eine Handlung! Und die ist überraschenderweise sogar ziemlich zugänglich und saumäßig cool. Schiebt man zumindest die Metaphysik und Kunstsprache von Lynch etwas ins Abseits und akzeptiert sie als das, was sie ist: nicht zu verstehen. Das Schöne an dieser Reunion ist, dass man trotz der Auftritte der lieben alten Bekannten und vieler neuer Figuren (inklusive der Gastauftritte bekannter und beliebter Schauspieler wie Jim Belushi oder Jennifer Jason Leigh) verdammt gut unterhalten wird. Der absurde und manchmal nicht nur fast, sondern diesmal lächerlich wirkende Humor von David Lynch sind ein großer Fluchtpunkt, der weitreichend ausgespielt wird. Manch einer ist vielleicht sogar genervt vom fehlenden Ernst dieser Staffel. Zu Beginn war ich selber etwas enttäuscht, aber man kann das Unverständliche von Lynch so einfach besser aushalten. Denn davon gibt es noch und nöcher.

Gibt es eine beste Episode?

Ja, die gibt es. Ganz klar Episode 8. Titel: "Gotta Light?" Hier schießt Lynch den Mystery-Vogel ab. Also nicht Waldo (oder von mir aus die Eule), sondern das ganze uns bekannte und unbekannte Universum. Das Rätsel der Sphinx quasi. So etwas hat man selten gesehen und wird man im Fernsehen nur selten zeigen. Und wer weiß, ob das überhaupt im herkömmlichen deutschen Fernsehen kommen wird? Wieder einmal (wie in The Shining, The People Under the Stairs oder Children of Men) dürfen wir als Zuschauer zu den markerschütternden Klängen von Pendereckis "Threnody for the Victims of Hiroshima" die Katastrophe erleben. "Gotta Light?" windet sich durch alle Phasen des Werks von David Lynch und kann so eigentlich gar nicht allein geschaut werden und dann irgendwie doch wieder. Eraserhead, Mulholland Drive, Lost Highway und der ganze Rest lassen grüßen (wie insgesamt die ganze Staffel mit Verweisen nicht geizig ist), sind aber vielleicht auch nur eine Blaupause für David Lynchs Kunst. Diese Episode ist die pure Faszination und verdient einen Kinosaal.

Ich hatte ja zu Beginn wirkliche Bedenken, dass die Twin-Peaks-Neuauflage nur im völlig Geheimnisvollen mit Stimmungsbildern rumeiert und nirgendwo einen Anfang und sicher kein Ende findet. Doch ich habe mich getäuscht. Neben dieser einen Ausnahmefolge bieten David Lynch und Mark Frost (stimmt, da war ja noch wer) ein endloses Panorama an Americana und Popkultur, die mit tausenderlei Anspielungen jongliert und dabei doch so selbständig und eigenwillig ist, dass man sie einfach lieben muss. Aus einem Guss ist natürlich auch das Gesamtkunstwerk, das Lynch und Frost hier beide am Drehbuch zu jeder Episode und Lynch in seiner Komplettregie geschaffen haben. Ebenfalls einzigartig und so nicht in den ersten beiden Staffeln umgesetzt, weil Lynch lieber Wild at Heart gedreht hat (was ja kein Fehler war).

Angelo Badalamentis Soundtrack ist - wie nicht anders zu erwarten - nach wie vor und immer wieder zeitlos. Ob in der transzendentalen Yogastunde oder beim schwarzmetallischen Lesezirkel mit Vampirgummibärchen. Doch diesmal legt Lynch aus seiner persönlichen Jukebox noch einen Holzscheit drauf. In jeder Episode (meist am Ende) spielen im "Roadhouse" (dem coolsten Club in Twin Peaks, der eigentlich The Bang Bang Bar heißt) eine (meist reale) Band oder ein Künstler. Hierunter die Chromatics, Sharon van Etten, Lissie oder Au Revoir Simone. Am eindrucksvollsten sind für mich die Nine Inch Nails eingewoben, Rebekah Del Rio (bekannt als "Playbackerin" aus Mulholland Drive), Eddie Vedder (von Pearl Jam) und natürlich die gute Julee Cruise (die ja eine altbekannte Roadhouse-Sängerin ist). Die fiktive Serienband mit dem etwas einfallslosen Namen Trouble kickt ebenfalls ordentlich Arsch und hat mit David Lynchs Sohn Riley an der Gitarre einen prominenten Familienvertreter dabei. Der Song "Snake Eyes" erinnert mich hierbei an das von mir unglaublich geliebte "Ms. 45 Dance Party" von Joe Delia (Die Frau mit der 45er Magnum).

Nun gut, wo wir schon bei Vätern und Söhnen sind, möchte ich etwas näher auf eine Thematik der neuen Twin-Peaks-Staffel eingehen: Kinder. Hört sich zunächst komisch an, zieht sich aber interessanterweise etwas versteckt durch die gesamte Staffel. Zuvor ist mir das bei Lynch noch nie aufgefallen. Einer der tragischsten Momente hat mich hierbei genauso schockiert wie mein erstes Mal Assault on Precint 13 von John Carpenter ("Hey, this is regular vanilla..."). Mehr sage ich aber nicht.

Der Blick von David Lynch auf das, was Kindheit heute ist oder sein könnte, ist für mich sehr spannend. Lynch macht hier eine sozialkritische Ebene auf, die mir bei ihm noch nirgends wirklich aufgefallen ist. Ein verwahrloster Junge mit einer Tüte Chips und seiner abwesenden Junkie-Mutter macht mich dabei besonders betroffen, da solche Szenerien der Realität entsprechen. Klassischerweise gibt es aber auch noch Väter, die ihre Söhne opfern. Kennt man ja schon aus der Bibel, nur bei Twin Peaks werden sie wirklich geopfert. Oder doch nicht?

Am Ende jedenfalls wird man sehen, dass diese Komponente letztlich immer schon bei Lynch enthalten war. Das Böse hat eben viele Gesichter und ist nicht nur ein langhaariger Mann in Jeansjacke, der hinter dem Kinderbett lauert. Nein, das Böse findet in der Familie, im Verwandtenkreis und im näheren Umfeld statt. Das Böse kann auch die Mütter treffen. Bob ist überall und nirgends. Auch wenn da nur noch eine grüne Ghetto-Faust am Ende hilft (eine Szenerie, die mich seltsamerweise an Five Night's at Freddy's erinnert hat). Wie gesagt, wer meine diesmal sehr kryptischen Anspielungen nicht versteht, der möge mir verzeihen. Ich kann hier einfach nicht mehr verraten.

Was gibt es schlechtes zu sagen?

Viele werden die "Special Effects" nicht gut finden (ich kann das eigentlich nicht CGI nennen). Das war in den ersten Staffeln so, weil damals im Fernsehen noch nichts anderes für das Budget möglich war, aber heute gibt es dafür normalerweise keine Entschuldigung. Wobei ich etwas übertreibe, da das so nicht ganz stimmt und schon gute Effekte dabei sind. Ich spreche hier natürlich von David Lynchs skulptureller Begabung, die man ja in manchen Dokus schon beeindruckend beobachten durfte. Manche Effekte sind aber schon, sagen wir mal, sehr speziell. Ich bin mir da nie so ganz sicher, ob Lynch nicht extra etwas peinliche Jahrmarktseffekte nimmt, um sich gegen die ganze Perfektion abzugrenzen. Darüber können andere gerne urteilen, mich stört das an der ansonsten perfekten Bildsprache. Vielleicht verstehe ich es aber auch nicht.

Zur deutschen Synchro, die bei der Neuauflage von Akte X ja schon durchgefallen ist, kann ich nichts sagen, da ich mir die Scheiben aus England importiert habe. Ich finde es unaushaltbar, dass ich als Fan darauf angewiesen bin, irgendwelche Streaming-Abos abzuschließen, die eine normale Veröffentlichung behindern. Aber da bin ich altmodisch.

Ja, wie enden? Gar nicht. Gerüchten zufolge wäre eine weitere Staffel vorstellbar. Ich glaube allerdings nicht daran. Denn irgendwann ist doch auch gut?

Der Tod ist unausweislich. Vielleicht ist das die einzige Botschaft, die Mr. Lynch uns und sich selbst beibringen will.

Ihr wisst ja: "I'll see you in the trees..." und "The Magician longs to see... Fire... Walk with me..."

10/10
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Kommentare

12.12.2017 12:27 Uhr - JasonXtreme
1x
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Uff, ganz schönes Stück Arbeit, sich da durch zu lesen, wenn man die Staffel noch nicht kennt - ein hervorragendes Stück Arbeit!!!!!

Ich liebe ja die alten Staffeln, habe mich vor der hier aber bislang gedrückt, weil ich zuviel schlechtes gelesen habe. Was mich etwas stört, soweit ich das bisher sagen kann, ist einfach dass es zu lynchesk wird. Mich hätte mehr Frost und weniger Lynch echt mehr angemacht. Gerade Frost war für das bodenständiger in den alten Staffeln zuständig, und die beiden haben sich dann hervorragend ergänzt.

Ohne groß zu spoilern... ist denn ein klarer Handlungsbogen wirklich erkennbar? Denn da hat man schon viel gelesen was Gegenteilig klingt.

12.12.2017 13:04 Uhr - Ghostfacelooker
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Yeah du hast mir als altbekannten Verfechter das es nur wirklich drei bis vier Serien gibt, bei denen Twin Peaks absolut mit von der Partie ist, doch wieder den Mund, in deiner dir so eigen gegebenen mysthischen Sprachgewandheit, wässrig gemacht.

Ich finde es gut das du dies so geschrieben hast, denn sollen sich Neulinge ruhig den Kopf zermartern á la; Hasch Tag- Was- soll-uns-dieser-Absat- sagen^^^^^^^^während alteeingesessene Twin Peaks-Hotelbewohner damit nur heißer gemacht werden und du ihnen nicht zuviel verrätst.

10 von 10 Punkten auf der ghostschen Skala für das Review!

12.12.2017 14:07 Uhr - sonyericssohn
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Episch !!!
Also die Kritik. Bei der Serie hatte ich immer etwas Schiss. War mir immer a bisserl unheimlich :-)

12.12.2017 14:59 Uhr - naSum
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Erstmal ein großes Lob an deine fleißig recherchierte und interpretierte Schreibarbeit. Schön als Fan der Serie auch andere Deutungen und zusätzliche Details hier zu entdecken, besonders wenn sie in einem so weit ausgeholten Kontext stehen. Hab immer darauf gewartet, dass du zu Twin Peaks mal schreibst!

Bei den ersten beiden Staffeln würde ich mit der vollen Wertung und dem wegweisenden Charakter für das Mystery Genre mithalten, aber die aktuelle Staffel war meiner Meinung nach echt unter aller Sau und als Fan habe ich sie als bodenlose Frechheit erlebt.

Warum? Eine Handlung ist selbst für Lynchs Verhältnisse nur ansatzweise oder bruchstückhaft zu erkennen. Und die wenigen Handlungsmomente sind von so bescheuertem kindsköpfig albernem Humor durchzogen, das es fast peinlich ist. Gerade in Bezug auf die Figur des Dale Cooper bezogen... Naja die ist vollständig entmystifiziert und zerstört. An Kyle Mc Lachlans Stelle hätte ich mich auf diese Figurenblamage niemals eingelassen!
Die weitere "Handlung" sehe ich als eine einfallslose Aneinanderreihung unzusammenhängender Elemente an, die Lynch aus den tiefen des Ideen Archives zusammengeflickt hat.

Und zum grandiosen Badalamenti Soundtraxk der bei mir auf Vinyl ständig rotiert, wie bei dir sicherlich auch, muss ich sagen, dass er mir in der aktuellen Staffel zu stark elektrisiert wurde, was der Atmosphäre leider nicht dienlich war.

Sorry fürs abkotzen, aber das musste ich seit langem mal loswerden...

Schönes Review - scheiß dritte Staffel (maximal 3 Punkte!)

12.12.2017 16:06 Uhr - NoCutsPlease
2x
DB-Helfer
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Echtes Monsterreview von unserem wortgewandten Hüttenwart! :)
Für mich als Nicht-Insider von "Twin Peaks" ist das natürlich ein überaus informativer Leckerbissen, der mich zur Sichtung motiviert.

Und als bekennender naSumane muss man ab und an abkotzen, bevor wieder Türen eingeschlagen oder labyrinthische Hetzjagden veranstaltet werden. ;)

12.12.2017 16:12 Uhr - TheRealAsh
3x
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dank euch!

@Jason: also wie du bei naSum ja siehst, sagt er das Gegenteil, meines Erachtens gibt es einen klaren Cooper-Handlungsbogen, der auch aufgelöst wird. Die Frage ist halt immer nur, was man sich erwartet. Und ob das jetzt Sinn oder nicht macht, muss auch jeder für sich entscheiden. Ich fands erstaunlich zugängig und klar, die 8. Folge ist völlig jenseits von allem. Die ersten beiden Folgen brauchen glaub auch etwas Zeit, aber wenn du erst mal in der 3. bist, läufts ohne Problem (zumindest bei mir).

@Ghost: Damn good coffee^^

@Erics Sohn: echt? na, bei mir war das in jungen Jahren auch so ein Erlebnis, ungelogen, gerade der Mann in der Jeansjacke, brr;-)

@naSum: von dir ist also die einsame 3??? Also wie gesagt, ich finde echt, dass das eine gut nachvollziehbare Cooper-Handlung ist, die über die ganze Staffel gehalten wird und aufgelöst. Ob man das jetzt lächerlich findet oder nicht, ist halt echt die Frage. Ich war anfangs auch genervt, aber letztlich war Lynch immer schon so und Cooper, mal ehrlich, war immer schon ein verquaster Esoteriker, er hat jetzt ja endlich mal die Chance auch eine andere Seite zu zeigen;-) Mit seinem Archiv hast du sicher recht, da ist so viel Zeug, das nicht aufgelöst wird, aber das war ja auch schon immer Twin-Peaks-Staffage. Das mit der Elektrik versteh ich nicht, das hängt nicht mit Badalamenti zusammen, hab den Soundtrack und der ist nur die Musik. Das Sounddesign macht Lynch ja selbst dazu, das ganze Gekritzel und Gefiepse. Das stimmt aber schon, er hat hier entgegen der ersten Staffeln, wo er ja nicht die Alleinregie hatte, sehr in Richtung seiner Filme gearbeitet (allen voran Inland Empire, was den Sound betrifft). Wie gesagt, mir ist das Herz aufgegangen, und ich bin traurig, dass es schon wieder vorbei ist. So gings mir bei jeder Staffel. Ich freu mich auch schon auf den Rewatch in Komplett:-D Und für dich als Fan der künstlerischen Sozialkritik ist diesmal doch einiges dabei?

12.12.2017 16:13 Uhr - TheRealAsh
1x
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12.12.2017 16:06 Uhr schrieb NoCutsPlease
Echtes Monsterreview von unserem wortgewandten Hüttenwart! :)
Für mich als Nicht-Insider von "Twin Peaks" ist das natürlich ein überaus informativer Leckerbissen, der mich zur Sichtung motiviert.

Und als bekennender naSumane muss man ab und an abkotzen, bevor wieder Türen eingeschlagen oder labyrinthische Hetzjagden veranstaltet werden. ;)


danke, Cutsie, wenn du die beiden ersten Staffeln nicht kennst, wärst du aber echt mal ein interessanter Gewährsmann für einen erstmaligen Nur-The-Return-Watch

12.12.2017 16:51 Uhr - naSum
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Ja die 3 ist von mir :)
Was die vielen unaufgelösten Plots angeht war ich gar nicht soooo enttäuscht, aber über das wahllose zusammenwürfeln halbreifer Ideen. Es hat auf mich irgendwie etwas lustlos gewirkt...und dreist. Im Zusammenhang des Twin Peaks Universums stand es halt irgendwie nicht.

Cooper... Seine Lederjackenrolle hat mich in den ersten Folgen sehr fasziniert, aber alle anderen Auftritte waren grausig anzusehen. Runder Bogen war zwar zu erkennen, aber interessant war er nicht. Da hätte ich ein gröseres Augenmerk auf Hawk oder den Black Lodge Room besser gefunden.
Und wo blieb bitte die Zeit für einen schönen schwarzen Kaffee? Den hats ja damals sogar im Wald bei der Einsatzbesprechung gegeben!
*ausspuck* damn good coffee....and hot!

12.12.2017 18:45 Uhr - Intofilms
1x
Ich habe bisher schon ganz viel Positives über diese neue Staffel gehört. Auch soll die ja wirklich RELATIV zugänglich sein. Und nun diese lyncheske Lobeshymne aus berufenem Mund! Ich bin so was von gespannt und werde mir hier auf jeden Fall ein eigenes Urteil bilden. Ich hatte ja die allergrößten Bedenken. Diese wurden mittlerweile jedoch (fast) komplett zerstreut. Bin schon irgendwie erleichtert...

Ash, mein Guter, diese Rezi hat mal so richtig gerockt! Ganz prima!! :))

12.12.2017 20:07 Uhr - TheRealAsh
1x
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12.12.2017 16:51 Uhr schrieb naSum
Ja die 3 ist von mir :)
Was die vielen unaufgelösten Plots angeht war ich gar nicht soooo enttäuscht, aber über das wahllose zusammenwürfeln halbreifer Ideen. Es hat auf mich irgendwie etwas lustlos gewirkt...und dreist. Im Zusammenhang des Twin Peaks Universums stand es halt irgendwie nicht.

Cooper... Seine Lederjackenrolle hat mich in den ersten Folgen sehr fasziniert, aber alle anderen Auftritte waren grausig anzusehen. Runder Bogen war zwar zu erkennen, aber interessant war er nicht. Da hätte ich ein gröseres Augenmerk auf Hawk oder den Black Lodge Room besser gefunden.
Und wo blieb bitte die Zeit für einen schönen schwarzen Kaffee? Den hats ja damals sogar im Wald bei der Einsatzbesprechung gegeben!
*ausspuck* damn good coffee....and hot!


Na ja, Dougie liebt Kaffee^^und ja, der Lederjackenmann ist super.

12.12.2017 20:08 Uhr - TheRealAsh
1x
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12.12.2017 18:45 Uhr schrieb Intofilms
Ich habe bisher schon ganz viel Positives über diese neue Staffel gehört. Auch soll die ja wirklich RELATIV zugänglich sein. Und nun diese lyncheske Lobeshymne aus berufenem Mund! Ich bin so was von gespannt und werde mir hier auf jeden Fall ein eigenes Urteil bilden. Ich hatte ja die allergrößten Bedenken. Diese wurden mittlerweile jedoch (fast) komplett zerstreut. Bin schon irgendwie erleichtert...

Ash, mein Guter, diese Rezi hat mal so richtig gerockt! Ganz prima!! :))


Danke, Into, da bin ich aber auch gespannt, wie du die finden wirst, wir teilen ja oft den Geschmack:D

13.12.2017 07:46 Uhr - cecil b
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Man kann so viel 'sagen', ohne viel zu verraten. Das funktioniert selten, aber ist in diesem Fall ganz sicher sinnvoll! Ich habe mich mit TWIN PEAKS noch nicht viel beschäftigt, aber ich weiß, dass die Serie mehr als geheimnisvoll aber ansprechend sein soll. Diese neue Variante scheint diesem Stil gerecht zu werden....aus der Sicht mancher Zuschauer. Aber nicht aller. Mit einem Blick auf die Kommentare ist das offensichtlich. Auch eine bereichernde Ergänzung, mMn.

Großartige Vorstellung, mit dem üblichen sympathischen Aussagen, die so Face to Face wirken, wie das Vorwort von Stephen King!

13.12.2017 12:29 Uhr - TheRealAsh
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danke, Cecil! Du kennst Twin Peaks nicht??? Cecil, im Ernst, bei deinem von dir mir bisherig bekanntem Filmgeschmack, solltest du unbedingt mal wenigstens in die erste Staffel reinschauen. Das sind nur 7 Episoden und die hauen dich um. Oder versuch nur den Piloten der ersten Staffel, das ist meines Erachtens genau dein Ding. Vielleicht kann es dir ja jemand ausleihen, falls du zögerlich bist.

Apropos Stephen King, ganz allgemein, Co-Erschaffer Mark Frost schreibt übrigens sehr spannende Mystery-Romane, allen voran derjenige unter dem Titel "7" ist grandios und für kleines Geld gebraucht zu haben.

13.12.2017 21:28 Uhr - cecil b
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Moderator
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Ich weiß, dass ich diese Serie lieben werde. Aber ich bewahre sie für mich auf. :)

Frost: Danke für den Tipp!

14.12.2017 08:11 Uhr - JasonXtreme
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Ja Frosts Bücher sind wirklich gut!

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