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What Happened to Monday?

Herstellungsland:Großbritannien (2017)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Science-Fiction, Thriller
Alternativtitel:Seven Sisters
Bewertung unserer Besucher:
Note: 8,38 (13 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

In naher Zukunft zwingen Überbevölkerung und Hunger die globale Regierung zu einer drastischen Ein-Kind-Politik. Daher treiben die sieben Settman-Schwestern (Noomi Rapace) seit ihrer Geburt ein gefährliches Versteckspiel mit dem Kinder-Zuteilungsbüro: Jede von ihnen darf nur an einem Tag der Woche in die Öffentlichkeit – um die gemeinsame Identität der Karen Settman zu verkörpern. Für die anderen sechs wird ihr Zuhause zum Gefängnis. Der Plan funktioniert und stellt das Überleben der jungen Frauen sicher. Bis eine der Schwestern eines Tages nicht nach Hause kommt… (Splendid Film)

eine kritik von tschaka17:

Das hat auch die Andere gesagt.

Grundidee: Top. In einer düsteren Sci-Fi-Welt führt die Regierung wegen massiver Überbevölkerung und damit verbundener Ressourcenknappheit eine Ein-Kind-Politik ein. Geschwister werden in Kälteschlaf versetzt, um in einer besseren Welt zu erwachen. Familie Settman bekommt Siebenlinge und entscheidet sich zu einem riskanten Plan: Jedes Kind darf an seinem Wochentag - Namen - vor die Tür. Dort teilen sich die Frauen eine Identiät als Karen Settman. Eines Tages kehrt Monday jedoch nicht nach Hause zurück. Sind die Settmans aufgeflogen?

Umsetzung: Belangenlos. Es ist extrem ärgerlich, wenn Filme ihr Potenzial verschenken. Der deutsche Titel What Happened to Monday verspricht im Gegensatz zum faden Originaltitel Seven Sisters Spannung und Thrill. Geboten bekommt man lediglich einen 0815-Actioner ohne Sinn & Verstand. Schade. Nach dem Überblick der Weltsituation, der Geburt der Mädchen, einigen Alltagsszenen und kurzen Flashbacks überwirft sich die Handlung nämlich total. Die Logiklöcher werden zunehmend immer größer und immer problematischer. Startet man noch mit kleineren, nur schwer glaubhaften Zufällen, steigert es sich über plötzlich wechselnde Kleidung zu Ortssprüngen und der unfassbaren Dummheit mancher Charaktere. Wenn das Spezialkommando mehrere Ziele jagt, sich aber nach der Festnahme einer Person zufrieden in Vergessen lullt fühle ich mich als Zuschauer etwas verarscht. Die Geschichte ist insgesamt auch ziemlich vorhersehbar, wobei der finale Twist und die damit verbundene Motivation micht gut überraschen konnte. Damit hatte ich nicht gerechnet.

Der Cast müht sich. Mehr aber auch nicht. Noomi Rapace darf gleich sieben Damen spielen. Könnte man auf die Dynamik und feinen Unterschiede der einzelnen Frauen eingehen würde ich es tuen, jedoch sind alle so platt geschrieben, dass es einfach nicht lohnt. Trotzdem versucht Rapace jeder Settman eine individuelle Note zu geben. Ordentliche Leistung, kein Glanz. Kleiner Fakt am Rande: Die deutsche Synchronstimme geht mir ziemlich auf den Keks, dies fließt aber natürlich nicht in die Wertung ein. Mit von der Partie ist zudem Glenn Close. Ihre durchgeknallte, psychisch offenbar sehr labile 0815-Bösewichtin wirkt im Kontext des Films, standartisiertem Niemandsland, durchaus passend. An sich ist diese Figur aber schlicht und einfach austauschbar, erhält keinen Hintergrund und wirkt enorm aufgesetzt gespielt. Alle Fans von Willem Dafoe muss ich an dieser Stelle leider stark bremsen, da seine Screentime sehr gering ist. Ist Dafoe am Start spielt er gewoht gut.

Die Gewalt. Thematisch ist dieser Streifen ein typisches PG-13 Movie, eventuell mit einem Tom Cruise in der Hauptrolle. Aufgrund des schlechten Scripts entschied man sich wohl für das R-Rating und harte Gewalt. Ehrlich gesagt wirken die blutigen Einlagen oftmals deplaziert, da sie nicht im Kontext zur Handlung stehen. Die Actionszenen sind lediglich passabel inszeniert. Über die Logik sprach ich bereits. Da gibt´s so einige Knochen zu kauen! Auch die Effekte wirken eher halbgar: Das dystopische Setting weiß zu überzeugen, dass CGI aus der Splatter-Dose kann man durchaus als akzeptabel bezeichnen, die Embryos werden für einige Albträume sorgen. *Schüttel* Leider wackelt es zudem in Fight-Sequenzen nicht unerheblich, jedoch handelt es sich nicht um einen Assassins Creed. Note: Befriedigend.

Kann man machen, muss man nicht. Trotz vieler Negativpunkte ist What Happened to Monday? aber kein Totalausfall. Der Film tut keinem weh, anschaubar ist er allemal. Größtes Problem ist für mich die Zielgruppe: Der Cast ist nur passabel und keinen großen Blick wert, trotz einer guten Noomi Rapace. Der geneigte Action-Fan findet schnell bessere Streifen und wer seine Pferde auf die Story setzt wird arg enttäuscht. Eine gezielte Empfehlung kann ich daher nicht aussprechen. Wer stumpfe Unterhaltung über eindeutig zu lange 123 Minuten sucht kann sich das Ding ruhig geben. Weder Fisch noch Fleisch, da hilft auch kein Ketchup. Schade, denn die Trailerreferenz Hänsel & Gretel: Hexenjäger (ebenfalls Regisseur Tommy Wirkola) ist ein spaßig splattriges Unterhaltungswerk. So hätte es hier auch werden dürfen. Oder eben spannend.

Zwischen 6-6,5/10.

6/10
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Kommentare

20.12.2017 15:23 Uhr - Kaiser Soze
1x
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Gut strukturiertes und informatives Review zu einem Film, der auf meiner "kaufe ich, wenn der Preis niedrig genug ist" Liste steht.
Aber anscheinend "muss" ich meine Erwartungshaltung hier herabsetzen - schade!

Frohe Weihnachten!

20.12.2017 17:17 Uhr - TheRealAsh
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Wie immer, gut geschrieben. Ich hab ja Freunde, die finden, dass das der Film des Jahres ist, was mich immer etwas spektisch macht. Deine Review kann das ja nicht bestätigen. Ich weiß auch nicht, ob der was für mich ist. Ich werd ihn bei gelegenheit und wie Soze sagt, wenn er günstig ist, mal anschauen, aber das dauert noch;-)

20.12.2017 22:34 Uhr - tschaka17
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Danke und euch ebenfalls ein frohes Fest! :)
Sehen kann man den Film, nur bleibt er eben weit hinter seinen Möglichkeiten zurück.

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