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dicker Hund
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Eintrag: 13.01.2018

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Black Swan

Herstellungsland:USA (2010)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Drama, Thriller

Bewertung unserer Besucher:
Note: 8,05 (25 Stimmen) Details
inhalt:
Für die ehrgeizige Ballerina Nina (Oscar®-Preisträgerin Natalie Portman) wird ein Traum wahr, als sie die Hauptrolle in "Schwanensee" ergattert. Diese Doppelrolle entwickelt sich für sie jedoch zum Albtraum: Während sie die Unschuld des weißen Schwans perfekt verkörpert, stößt sie als verruchter schwarzer Schwan an ihre prüden Grenzen. Angetrieben vom Ballettdirektor Thomas (Vincent Cassel) und bedrängt von ihrer Rivalin Lily (Mila Kunis), entdeckt Nina ihre dunkle Seite, die bald immer mehr Besitz von ihr ergreift und sie an die Grenze zwischen Wahn und Wirklichkeit bringt.
eine kritik von dicker hund:

Bereits in "Requiem for a Dream" hatte Darren Aronofsky gezeigt, dass er ein Drama äußerst unangenehm inszenieren kann. Den Niedergang drogensüchtiger Sympathieträger zu einem Horrortrip zu machen, erschien im Jahr 2000 auch nicht unbedingt als fernliegende Idee, sind doch die Rauschzustände der schlimmen Art auf einer ähnlichen Erlebensebene wie Alpträume - und damit die Geschwister des Schreckens. Ganz anders sieht das bei dem zehn Jahre später entstandenen "Black Swan" aus: Die traurige Geschichte einer strapazierten Ballet-Tänzerin als Schocker? Ein innovativer wie mutiger Ansatz mit einem gewaltigen Risiko, sich lächerlich zu machen!

Doch das Projekt nimmt sich hundertprozentig ernst (Humor 1/10). Dabei strotzt es in der bisherigen Vita des Casts nur so vor Querverweisen auf sinistere Thriller - und ist dermaßen nachdrücklich auf schaurig getrimmt, dass sogar ein Pummelhund nicht umhinkommt, die Fährte aufzunehmen. Unübersehbar im Vordergrund steht die Oscarpreisträgerin Natalie Portman ("Léon - Der Profi") als die prätentiöse Nina mit einem singulär intensiven Spiel. Es gibt wohl nur wenige Ausnahmetalente, die eine derart fesselnde Mimik entwickeln können. Die darstellerische Leistung dürfte einiges an Selbstausbeutung mit sich gebracht haben, was zur Rolle der Ballerina naturgemäß passt. Das äußere Erscheinungsbild fügt sich erbarmungslos ein: Geradezu obszön zeichnen sich Rippen und Brustwarzen im hautengen Kostüm des dürren Fliegengewichts ab. Eine gebeutelte Figur, geplagt von Gesprächen mit Autoritätsfiguren wie der Mutter (voller vergifteter Besorgnis: Barbara Hershey aus "Falling Down") und dem Tanzlehrer (widerlich und beeindruckend zugleich: Vincent "Dobermann" Cassel), die durch ihre übergriffige Penetranz geradezu als Verhöre oder peinliche Vernehmungen wahrgenommen werden können. Selbst die Leichtigkeit der Kollegin Lily hilft da nur mit eckiger Fußnote weiter, zumal hier unwiderstehliche Konkurrenz droht. Perfekt ausgewählt für diese Rolle ist daher Mila Kunis, bewährt als Mona Sax aus der Umsetzung der Videospielfortsetzung "Max Payne" und damit erprobt in der Rolle DER femme fatale des erfahrenen Gamers.

Der horrende Leistungsdruck von innen und außen gedeiht entlang der Galerie dieser Gesichter gradlinig zur Quälerei, ja zur sinnbildlichen Folter (Gewalt 2/10). Erste Schürfwunden schmerzen den Zuschauer beim Anblick förmlich selbst: Hat sich Portman für diesen Film verletzt? Man würde es ihr zutrauen. Noch mehr geschickte Verwirrung stiftet der rasche Schnitt im Geleit der dynamischen Kamera zu Bildern, die lange offen lassen, ob sie nun Body-Horror oder Psychokrise mit Wahnvorstellungen widerspiegeln. Das Schinden des eigenen Körpers und dessen düstere Mutationen bleiben zwar mit Bedacht gesäter Ausnahmetatbestand, erweisen sich indes als im besten dramaturgischen Sinne schockierend (Horror 6/10). Die Unsicherheit steckt den Betrachter an: Sind die Erlebnisse der Protagonistin wirklich oder Traum? Getrieben von solchen Fragen zieht die Inszenierung in ihren Bann und lässt kaum Gelegenheit, zur Randbemerkung degradierte Stärken wie die vielseitig und ambitioniert gestalteten Sets wahrzunehmen, die stets überzeugen, gleich ob nun prunkvoll, steril-kalt oder kitschig-erdrückend. In so einer an Tageslicht armen Umgebung soll die Diva "loslassen", eine Anforderung, die auf mitfühlbar schambehaftete Weise in eine sexualisierte Entgleisung übergeleitet wird. Motive von Masturbation, Verführung und Belästigung gerieren sich prickelnd und doch angstbesetzt. Wäre da doch nur nicht wieder dieser Büstenhalter-Fetisch der Nordamerikaner, man könnte von perfekt gesetzten Erotik-Elementen sprechen (Sex 4/10).

Doch bevor sich der berechtigte Ärger über diesen im Grunde einzigen nennenswerten Kritikpunkt allzu breit macht, fließt die Aufmerksamkeit im Strom der Ereignisse weiter voran, subtil getragen durch den Score, der sich nur vermeintlich zurückhält, tatsächlich indes mit jeder Bewegung Takt hält. Ausgerechnet die Tanz-Szenen, sonst allzuoft in unheimlichen Filmen nichts als belangloses Füllwerk, mausern sich hier zum bemerkenswert kurzweiligen Hingucker. Zielstrebig kreiert Aronofsky entlang dieses so unschuldig und brav wirkenden, kunstvollen Sports eine schier unerträgliche Spannung, welche den Rezipienten dadurch verschlingt, dass sie ihm keine Chance gewährt, die Obzession der Nina wenigstens für einige Momente auf Distanz zu halten. Was für ein hervorragender Film - genial und abschreckend zugleich (9/10 Punkten).

 

9/10
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Kommentare

13.01.2018 08:38 Uhr - Necron
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Auf den Punkt genau.
Mila Kunis ist zudem rrrrrrrrrrrrrrr ;)

Lustiger Weise bin ich ganz bei Darren Aronofsky wenn er behauptet das er seine Werke eher als Unterhaltungsfilme sieht, also gerade "positiv" unterhalten möchte. Denn paradoxer Weise funktioniert hier Black Swan für mich genau so. Konnte damals von dem Streifen gar nicht genug bekommen :)

13.01.2018 08:55 Uhr - NoCutsPlease
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Das ist doch mal wieder eine überaus interessante hündische Sichtweise auf "Black Swan", den ich übrigens nach wir vor noch sehen muss.
Black cecil hatte ja bereits vor ein paar Wochen sehr ambitioniert darauf aufmerksam gemacht.

Edith: gesät

13.01.2018 09:06 Uhr - dicker Hund
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Besten Dank für das rasche Feedback!

@Necron
Da bekommt "positiv" ja mal 'ne ganz frische Bedeutung.

@NCP
Nur dass cecil da etwas skeptischer war als ich, was jetzt nicht so häufig vorkommt. Die Saat ist gesät;-)

13.01.2018 09:09 Uhr - Insanity667
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Wow, na wenn das mal keine tolle Überraschung ist. Erst denkt man sich so "na, wo bleibt eigentlich die wöchentliche Review vom Splattermops?" und dann haust du zum Samstag so ein Ding raus! Geile Sache! Und ich stimme dir natürlich in allen Belangen zu. :D

13.01.2018 09:37 Uhr - NoCutsPlease
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13.01.2018 09:09 Uhr schrieb Insanity667
Wow, na wenn das mal keine tolle Überraschung ist. Erst denkt man sich so "na, wo bleibt eigentlich die wöchentliche Review vom Splattermops?"

Vor zwei Tagen kam doch aber schon "Black Sheep" vom Schäfermops. ;)

13.01.2018 09:40 Uhr - Weltraumgott
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Normalerweise sollen Filme einen ja unterhalten. Allerdings gibt es auch so einige nicht-good-feeling Filme, darunter zähle ich z. B. „Schindlers Liste“ oder eben „Requiem for a Dream“. Dennoch will man bei solchen Filmen immer weiterschauen und der Handlung folgen!
Übrigens, dieses Review ist kein feeling-bad movie, sondern eine gelungene Kritik, über einen Film, den ich nur 2* im Monat sehen kann, wenns hoch kommt. Ähnlich wie „The Revenant“ oder „the neon demon“.


Ps: ich liebe Möpse! Natürlich sind die Hunde gemeint, das andere versteht sich von selbst! Sind Möpse nicht überzüchtet? Die hatten doch mal ne längere Schnauze? Ich glaube deshalb schnarchen die auch so?!

13.01.2018 09:56 Uhr - DriesVanHegen
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Ehre, wem Ehre gebührt. Nüchterne und klare Stellungnahme zu einem gern unterschätzten und verlachten Werk.

13.01.2018 09:58 Uhr - NoCutsPlease
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Vielleicht kann diese Kritik unseren Horace ja doch noch dazu bewegen, bei den Ballerinas mal zuzugreifen. :)

13.01.2018 10:27 Uhr - Insanity667
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13.01.2018 09:37 Uhr schrieb NoCutsPlease
13.01.2018 09:09 Uhr schrieb Insanity667
Wow, na wenn das mal keine tolle Überraschung ist. Erst denkt man sich so "na, wo bleibt eigentlich die wöchentliche Review vom Splattermops?"

Vor zwei Tagen kam doch aber schon "Black Sheep" vom Schäfermops. ;)


Stimmt, das war ja erst vor 2 Tagen! Oha! :) Also umso besser in Sachen Produktivität!
Mein Fehler!

13.01.2018 11:38 Uhr - TheRealAsh
3x
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Sehr schön, da sind wir wertungstechnisch mal komplett beinander, toll geschrieben!

Wie lange geht deine „B-Film“-Reihe eigentlich noch, hast du da eigentlich eine Struktur?

13.01.2018 12:11 Uhr - NoCutsPlease
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13.01.2018 11:38 Uhr schrieb TheRealAsh
Wie lange geht deine „B-Film“-Reihe eigentlich noch, hast du da eigentlich eine Struktur?

Ich würde mal sagen bis er alle Filme besprochen hat, die er kennt und die mit "B" beginnen.Danach geht es dann mit "C" weiter.
Die allerersten Reviews begann damals mit "P", dann ging er kontinuierlich bis "Z", um dann bei "A" weiterzumachen.
Das war mir allerdings auch erst einer ganzen Weile aufgefallen bzw. habe ich auch erst nachfragen müssen, aber es ist genauso durchorganisiert wie die Punkteskalen der Subwertungen. :)

13.01.2018 13:03 Uhr - Insanity667
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Der Mops lässt sich halt nicht lumpen! Hoffen wir doch aber mal, dass er dann nicht bei "P" aufhört uns mit seinem Gebell zu beglücken! :O

13.01.2018 13:31 Uhr - NoCutsPlease
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13.01.2018 13:03 Uhr schrieb Insanity667
Der Mops lässt sich halt nicht lumpen! Hoffen wir doch aber mal, dass er dann nicht bei "P" aufhört uns mit seinem Gebell zu beglücken! :O

Ich vermute mal, dass es dann mit den "P"-Titeln weitergeht, die er zuvor noch nicht kannte. :)

14.01.2018 08:12 Uhr - leichenwurm
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Jau... den finde ich auch klasse. Vor allem die... ja... fast schon böse Atmosphäre hatte mich beeindruckt. Und Natalie Portman hat man selten besser gesehen. Klasse Review Dicker Hund ; -) !

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