SCHNITTBERICHTE | # | A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z
Suche:
Ganz böses Zombiespiel aus AT · Hol dir das böse Game ohne Zollprobleme · ab 34,99 € bei gameware Böses Zombie-Spiel PS4 aus AT · Hol dir den Klassiker ohne Zollprobleme · ab 19,99 € bei gameware
Ghostfacelooker
Level 15
XP 4.238
Eintrag: 02.01.2018

Amazon.de

  • Der Sex Pakt
Blu-ray
14,99 €
DVD
12,99 €
Amazon Video
11,99 €
  • Die fliegende Guillotine 2
  • Blu-ray/DVD Mediabook
Cover A
44,29 €
Cover B
44,29 €
Cover C
44,29 €
Cover D
54,86 €
  • Inside
Blu-ray
13,99 €
DVD
9,99 €
  • 2:22
  • Blu-ray/DVD Mediabook
Cover A
39,99 €
Cover B
39,99 €
Cover C
39,99 €
  • A Quiet Place
4K UHD/BD
27,99 €
4K UHD/BD Stbk
tba. €
Blu-ray
14,99 €
DVD
12,99 €
amazon video
13,99 €
  • Ben
Cover B
34,99 €
Cover A
tba. €

Der Aufstieg - The Climb

(L'ascension)
Herstellungsland:Frankreich (2017)
Standard-Freigabe:FSK 12
Genre:Abenteuer, Biographie, Komödie
Alternativtitel:The Climb

Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,50 (2 Stimmen) Details
inhalt:
Was tut man nicht alles für die Liebe, respektive der Frau, die eines Mannes Herz in Händen hält? Nun glaubt man Shakespear, so vergiftet man sich und die Alte kurzerhand, um der Welt und den Familien zu beweisen, dass man für sie sterben würde. Man(n) könnte aber auch Dornen bezwingen und es mit einem Kuß der wahren Liebe versuchen. Wenn das alles nicht helfen sollte, könnte es auch ein Berg tun. In diesem Fall gleich der höchste der Welt. Dumm nur, dass man in Samy´s Fall überhaupt kein Bergsteiger ist.
eine kritik von ghostfacelooker:

Wenn euch das nächste Mal eure Angebetete, nachdem ihr ihr mit schmachtenden Liebesschwüren a la „Ich hol dir die Sterne vom Himmel“, mit dem Satz „Ja klar, aber kletter erst mal auf den Mount Everest“ abfertigt, könnte es daran liegen, dass sie diesen Film gesehen hat.

In der Realität, sollten wir uns vom Zusammengehörigkeitsgefühl wie in Vertical Limit und des darin beschriebenen Headquaters des Basislagers des höchsten Berges der Welt ebenso verabschieden, wie von der Tatsache, daß man dort von der virtuellen Welt abgeschnitten sein könnte, denn bereits seit 2003 existiert ein „Internetkaffee“ im Himalaya.

Die Minute kostet ein Euro und laut demselben Bericht des Spiegel Online, scheint eher eine intrigante Gerüchteküche dort oben zu bestehen, die, wie sollte es anders sein, von monetärer Liquidität, als denn dem vorherrschenden Bezwingergefühl getragen wird.

Auch ist es anders als im Film kein dunkelhäutiger Senegalese namens Samy, sondern ein Franzose mit algerischen Wurzeln. Nadir Dendoune ist sein wahrer Name. Anders als er fand Ludovic Bernard, der dessen Biographie adaptierte, wäre es, in der heutigen Zeit besser, optisch einen dunkelhäutigen Afrikaner zu verwenden, als einen Nordafrikaner mit deutlich arabischen Zügen, vor allem da man ja schon mit Cool Runnings kommerzielle Erfolge erzielen konnte und Europäer vielleicht dadurch schneller humoreske Assoziationen mit dem skurrilem Erscheinungsbild eines dunkelhäutigen Afrikaners auf dem Mount Everest verbinden können als wenn es nur ein Araber wäre.

Persönlich finde ich es schade, daß es „nur“ ein arabischer Afrikaner war, der in Wirklichkeit den Berg erklomm, denn es nimmt schon eine gewisse Portion der Coolness und der Einzigartigkeit, die der Film besonders wegen Ahmed Sylla´s Darbietung als Samy, transportieren kann. Er und Umesh Tamang, als sein Sherpa Jonny sind die tragenden Säulen des Films und bieten, neben dem bierernsten Jochen Hägele als Emmerich mit ihrem Humor dem Berg und dem Klischee darum, die Stirn.

Gut, die leicht französische Arroganz spielt schon auch ein wenig in Syllas Rolle mit, doch überwiegend ist es sein Charme und das dadurch schauspielerisch sichtbar gemacht gewordene, gutmütig naive Herz, was den Zuschauer sofort für Samy Diakhaté Sympathie ergreifen läßt.

Der Film ist mal ungewollt mal gewollt lustig und umschifft gekonnt vorherschendes Klischeedenken, gerade soweit, als das dadurch der Kontext des Films, der im Grunde eine humorvolle "Liebesgeschichte" sein soll, nicht zu sehr durch Vorurteile belastet wird.

Samy als Person, ist auch ein direkter Kontrast zu Nadir Dendoune, dem Dokumentarfilmer, dessen Persönlichkeit immer zu polarisieren scheint. Einmal fährt er auf dem Fahrrad um die Welt um gegen Aids aufzuklären, ein andermal dreht er eine Doku über Palästina, was er auch in einem Interview zum Film zum Ausdruck bringt, in dem er ein Palästina-T-Shirt mit arabischen Schriften trägt.

Er selbst, hätte laut eigener Aussage, einen Araber bevorzugt, um auch seine eigene Realität besser darin zu reflektieren, jedoch ist das Stigma der arabischen Bevölkerung derzeit nicht wirklich vorteilhaft eine Geschichte zu erzählen und so wählten Bernard und die Produzenten Sylla für die Hauptrolle.

Ein kluger Schachzug, wie ich finde und gleichsam bleibt der politische Kontrast gegen das weiße Establishment Frankreichs, das er mit anzuprangern sucht, da dies die Randbezirke, die sogenannten Banlieues, und deren Jugendliche vorverurteilen und zu kriminalisieren sucht, egal ob du eine gute Schulbildung absolvieren konntest oder nicht.

Ein gewisser Grad an Vorverurteilung wie er selbst sagt, kommt bei den versierten Bergsteigern zum tragen, der auch im Film humorvoller, aber doch deutlich gezeigt wird, welcher ihm seine eigene Herkunft wieder bewusst werden ließ und dieser Ehrgeiz gemischt mit der Wut darüber, sei es gewesen, der Dendoune, den Gipfel erklimmen ließ, auf dem er auch das im Film verwendete Schild in Herzform mit der 93 für seinen Bezirk, Seine-Saint-Denis, geschossen hat.

Fakt ist somit auch, das er ohne Bergsteiger-Know how, den höchsten Gipfel, das sogenannte Dach der Welt erklomm, auch wenn er nach eigenen Angaben erst im Basislager 4, auf 8000 Meter Höhe, die wirkliche Gefahr des Aufstiegs zu begreifen begann.

Die dem Film zuträgliche Liebesgeschichte um Nadia, dargestellt von der, zugegeben hübschen, aber keine Todestour werten, Alice Belaidi ist, reine wenn auch romantisierte Phantasie. Die wahre Idee stammte von einem nepalesischem Freund Denoune´s, der eine Trekking Agentur leitet.

Unabhängig davon, ist der Film für jeden der französische Komödien a la Plötzlich Papa oder die Töchter des Monsieur Claude mag und auf tolle Bilder des Everests mal ganz ohne Vertical Limit oder K2 Drama sehen will empfehlenswert und bekommt von mir eine solide 7 Gipfel-Wertung.

Wer sich um die Person Dendoune´s, der sich auch für die Probleme der Pariser Bezirk-Jugendlichen und deren Ideale stark macht, sowie dessen Sichtweisen und Eindrücke zu den angesprochenen Themen interessiert, kann im Seine-Saint-Denis Magazin, und an anderen Stellen, wie ich es auch für dieses Review tat, gern selbst nachlesen.

7/10
mehr reviews vom gleichen autor
Package,
Ghostfacelooker
5/10
Repo
Ghostfacelooker
10/10
Extinction
Ghostfacelooker
5/10
die neuesten reviews
kommentar schreiben

Um Kommentare auf Schnittberichte.com veröffentlichen zu können, müssen Sie sich bei uns registrieren.

Registrieren (wenn Sie noch keinen Account hier haben)
Login (wenn Sie bereits einen Account haben)
Impressum Datenschutz Nutzungsbedingungen Team Kontakt / Werben Mithelfen
© Schnittberichte.com (2018)