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kokoloko
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Eintrag: 04.01.2018

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The Killing of a Sacred Deer

Herstellungsland:Großbritannien, Irland (2017)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Horror, Drama, Mystery

Bewertung unserer Besucher:
Note: 8,00 (1 Stimme) Details
inhalt:
Steven (Colin Farrell) ist ein erfolgreicher Herzchirurg und verheiratet mit der Augenärztin Anna (Nicole Kidman). Mit ihren beiden Kindern Bob und Kim leben sie in einem schönen Haus in einem idyllischen Vorort – eine perfekte Familie. Doch unter der makellosen Oberfläche beginnt es zu brodeln, als der 16-jährige Halbwaise Martin (Barry Keoghan) auftaucht. Der Teenager aus einfachen Verhältnissen freundet sich mit Steven an und versucht ihn, mit seiner Mutter zu verkuppeln. Als sein Plan scheitert, belegt er Stevens Familie mit einem Fluch.
eine kritik von kokoloko:

the killing of a sacred deer

Den wohl unerwartesten Einstand in meinen Weihnachtsthread dürfte der neue Film von Yorgos Lanthimos sein, dem Mann, auf dessen "Alpen" ich z.B. sehr gespannt bin, der mit "Dogtooth" nicht vollends überzeugen, aber trotzdem einen bleibenden Eindruck hinterlassen konnte, der mit "The lobster" erstmalig die internationale Aufmerksamkeit, den Durchbruch bekam, den er auf jeden Fall verdient hat. Denn auch wenn ich "The Lobster" leider immer noch nicht gesehen habe, so meine ich nach "Dogtooth" und diesem Werk hier doch schon urteilen zu können, dass es sich um einen Auteur handelt, den eine ganz bestimmte Grundstimmung, Farbe, Inszenierungsweise und Thematik zu verbinden scheint. Was dabei direkt heraussticht: Ein gedrosseltes Erzähltempo.

Lanthimos ist präzise, detailliert, dokumentiert distanziert und im weiten Format Charakterverhalten, Alltagsbeobachtungen, zwischenmenschliche Konflikte und Emotionen, innere sowie äußere Dilemma und erzählt dabei in erster Linie eine griechische Tragödie die konsequent, streng, langsam und ohne Erklärungsnot in die lichtüberflutete Moderne transponiert wird. Die Tochter der Familie schreibt im Film dabei einen besonders guten Aufsatz über Iphigenie auf Tauris, Colin Farrell, vor Jahren noch lockerer, junger Guy-Ritchie-Typ, jetzt, mit gedämpfter Mimik und Vollbart der gestresste Familienvater im Trott der ausgesorgten Familien- und Vermögensmonotonie, ist Herzchirurg und spielt demnach mit Leben und Tot, man könnte sagen spielt Gott, es geht um Erbsünde und Kollektivbestrafung, es geht um Gerechtigkeit und es wird viel angedeutet, wenig gezeigt oder gesagt - auch wenn der Antagonist in einer Szene wortwörtlich sagt: "Das ist nur ein Symbol, eine Metapher, checkst du das nicht?".

Dialogdetails wie "Hol mein Fleisch vom Grill, ich mag es nicht, wenn es zu durch ist.", "Ich hab Angst davor, kämpfende Hunde auseinander bringen zu müssen." oder Dialoge über Armbanduhren werden unkommentiert in den Raum gestellt un die Intention durch die Synchro wohl leider teils verfälscht, die Optik ist nicht so berauschend wie gedacht, liefert aber eine kühle, sterile, wenig heimische Atmosphäre in klaffenden Bildern. Das gedrosselte Erzähltempo sorgt, zusammen mit einer dauerhaft beunruhigenden Soundkulisse mit klassischer Musik und bedrohlichem Dröhnen für einen gewissen Sog der Leere und Verzweiflung, in dem die Charaktere bis zur glaubhaft dramatisch-verzweifelten Endsequenz zu ertrinken scheinen. Moralische Fragen und Dilemma gibt es fast auf jeder Seite, Liebe ist irrational, Symbolismus kann aber muss man nicht überall finden, eine Tragödie mit Drama-, Horror-, Thrillerelementen aber doch so außerordentlich beleuchtet und fremdartig inszeniert, runtergebrochen, dass es fast weh tut.

Wie präzise und tiefschürfend man dysfunktionale Beziehungen, unerklärliche Phänomene mit ihren Auswirkungen und herzzerbrechende Dilemma mit einer handvoll Gesten, Sätzen und Bildern erzählen kann, das zeigt dieser Film bestens und auch wenn das für mich nicht zwangsläufig "mutiges Kino" ist, keine Offenbarung vor dem Herren und auch weder so drastisch noch mysteriös oder unerwartet wie gedacht, stattdessen gar sehr archaisch und mehr auf den Weg ausgelegt, denn auf das Ziel, so ist er aber dennoch sehenswert, interessant, stark bebildert sowie gespielt und ideal gecastet. Lanthimos gehört zu den einzigartigsten und besten Regisseuren unserer Zeit und einzig mit dem Pacing sowie der schieren Fülle an angedeuteten, angeschnittenen Themen, hatte ich ein paar Probleme - aber O-Ton-Rewatch wird regeln, bis dahin noch ganz knappe 8/10.

Und während der bleibende Eindruck dieser transparent-versperrten Auswegslosigkeit in Filmform sicherlich kein weihnachtlicher ist, so gibt es doch einen Chor, etwas Deko, Weihnachtsmusik und es war einfach witzig, mit der Weihnachtsfilmmission verdrängt im Hinterkopf ganz unbehelligt ins Kino zu gehen, nur um dann doch wieder von den Geistern der Thematik an den PC gezerrt zu werden. :)

8/10
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Kommentare

04.01.2018 09:04 Uhr - dicker Hund
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Gequatsche von einem Thread und kein einziger Absatz?

Nichts gegen Deinen Stil - ich lese Deine Rezis eigentlich sehr gerne - aber das hier ist lieblos rüberkopiert.

04.01.2018 12:55 Uhr - Ghostfacelooker
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Herrje The Lobster--wenn der ähnlich kreativ sein sollte, dann warte ich da lieber^^^^ Loko Koko kannst dir ja wenn du willst mein Review dazu durchlesen, als quasi Vorgeschmack ob du ihn dann auch noch sehen willst.

Beim nochmaligen lesen dieses Reviews fällt mir ein, dass es ähnlich verwirrend ist wie The Lobster teilweise^^^^âlso falls du dem Regisseur damit huldigen wolltest, hast du dessen Bildsprache hier schriftlich getroffen

04.01.2018 13:36 Uhr - TheRealAsh
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danke für deinen schnellen Eindruck zu einem sicher sehr sperrigen und nicht ganz leicht zu fassenden Film. Ich glaube Lanthimos wird ja noch einer der ganz großen werden. Leider werde ich den aufgrund zeitmangels nicht im Kino sehen können. Mich erinnert vieles, was ich zu Killing schon gelesen habe, ja durchaus an Pasolinis "Teorema". Falls du den kennst, kannst du das vielleicht bestätigen?

04.01.2018 15:24 Uhr - NoCutsPlease
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Ich muss Wuffis Einwand hier voll und ganz zustimmen.
Wenn du dir schon den Luxus gönnst, auf bereits verfasste Texte zurückzugreifen, dann schau doch bitte, dass die inhaltlichen Bezüge passen und die Absätze eine sinnige Optik bilden. Sonst wirkt das wirklich nur wie schnell mal zwischen Frühstück und Uni hineinkopiert.

Zum Film: Kenne ich nicht und auch sonst keinen von Lanthimos, aber seine Kost könnte durchaus meinen Geschmack treffen.

04.01.2018 16:48 Uhr - Insanity667
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Weiß nicht warum, aber ich empfinde das Review ähnlich sperrig, wie die Beschreibung des Films selbst.

Mach doch ein paar Absätze rein, dann wirkt das alles doch schon viel freundlicher! :)

04.01.2018 18:50 Uhr - kokoloko
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Schon witzig: Da postet man siegessicher eine der seiner eigenen Meinung nach mit gelungensten und kompaktesten Reviews, zu einem der interessantesten Filme in letzter Zeit auch noch, frisch aus dem Kino, und in erster Linie wird sich dann über den Eingangssatz und die Formatierung aufgeregt, die mir echt nicht negativ aufgefallen war - anyway, danke für das restliche Lob, Satz und Absätze sind angepasst, lieblos ist nichts davon.

Und ja, ein wenig versuche ich in der Tat immer, den Schreibstil anzupassen ;) Den Lobster guck ich auf jeden Fall noch, von Pasolini hab ich NOCH nichts gesehen, sorry.

04.01.2018 20:34 Uhr - dicker Hund
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Hey, viel besser!

:-)

04.01.2018 20:41 Uhr - cecil b
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Vielleicht liegt es ja an deiner Bearbeitung, aber mir gefällt die Review jetzt gut. Ich möchte keines der Kommentare in Frage stellen, und halte diese zum Teil für verständlich, ähnlich habe ich mich ja auch schon oft dir gegenüber ausgedrückt, aber ich finde dein Stil geht hier gut auf.

Nach meinem Geschmack. Ich weiß wohl auch warum. Ich habe das subjektive Gefühl, dass du die Wirkung des Films in deinen Stil hast einfließen lassen, was ich auch oft mache. Deine Review hat für mich lyrische Passagen. "Vermögensmonotonie" hat mir allein schon gut gefallen.

Ich mag diese etwas ungewöhnliche Review. Aber den Smiley habe ich entnommen, der hat seinen Platz woanders. ;)

Ich habe auch schon Reviews geschrieben, denen auch Fragezeichen folgten. ;)

04.01.2018 21:38 Uhr - Insanity667
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Siehst du, so schaut das schon viel besser aus, als so ein "Textklotz"! Gute Arbeit! :)

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