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dicker Hund
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XP 2.257
Eintrag: 03.02.2018

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Blood Feast

Herstellungsland:USA (1963)
Genre:Horror, Splatter
Alternativtitel:Egyptian Blood Feast
Feast of Flesh

Bewertung unserer Besucher:
Note: 6,80 (15 Stimmen) Details
inhalt:
Fuad Ramses betreibt einen ägyptischen Catering-Dienst. Eines Tages bucht Mrs. Fremont ihn für die Feier ihrer Tochter. Was sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht wissen: Ramses ermordet junge Frauen und nutzt deren Körperteile zur Zubereitung seiner Gerichte. Diese dienen dann dazu der Göttin Ischtar zu huldigen.
eine kritik von dicker hund:

Herschell Gordon Lewis sechste Regiearbeit "Blood Feast" gilt als der allererste (westliche) Splatterfilm, was angesichts des Erscheinungsjahres an Überzeugungskraft gewinnt: 1963! Damals konnte Alfred Hitchcock noch mit der Dusch-Szene in seinem nur drei Jahre jüngeren "Psycho" gewaltiges Aufsehen erregen und die im Erleben grafischer Inhalte jungfräulichen Zuschauer entsetzen.

Kein Wunder also, dass der Film damit startet, dass eine junge Frau die Hüllen abstreift und dann geschlachtet wird. Hierbei wird richtig viel Kunstblut eingesetzt; simpel getrickste Stumpfe und Fleischklumpen in den Händen des Hiebwaffenschwingers machen keinen Hehl daraus, dass Amputationen gezeigt werden sollen (Gewalt 5/10). Der Vorgang des Abtrennens der Gliedmaßen bleibt aber noch dem Offscreen vorbehalten. Expliziter wird erst eine spätere Einstellung, die Peitschenhiebe auf den nackten Rücken einer gefesselten Schönheit darbietet und für Zartbesaitete zu viel des "Guten" sein dürfte (Horror 5/10). Die Nippel erweisen sich übrigens als Privileg der ersten Badewannenleiche. Später sind immerhin noch Unterwäsche und Bikinis schwer beliebt, während erwachsene Männer wie pubertierende Pennäler aufs Knutschen drängen und ebenfalls volljährige Frauen sich zieren wie unreife Abziehbild-Teenager (Sex 2/10).

Und sonst? Nun ja, nicht viel. Erwähnenswert wäre noch die Akustik, zumal das debile Geleier und Getröte mit einer Abspielgeschwindigkeit von manchmal nur einem Ton pro Sekunde schön zu der heftigen Grundidee passt: Da sammelt doch tatsächlich einer die Körperteile junger Damen, um ein kannibalistisches Festmahl (daher der Titel) zu Ehren einer alten Göttin bereiten zu können. Das mag reichlich interessant klingen, wurde aber nicht ansatzweise so unterhaltsam aufbereitet wie in der 1987er Huldigung "Blood Diner". Vielmehr pendelt hier jede Goresequenz zu einem belanglosen Dialog und von dort wieder zurück zum nächsten Geschmodder. Angesichts des behäbigen Tempos können die eigentlich knappen 66 Minuten Laufzeit sich schon ziehen.

Möglicherweise absichtlich trashig-schlecht eingesetzt ist die Maske des mordenden Fuad Ramses (Mal Arnold). Sein Haar wurde hier einschließlich der Augenbrauen mit einem silbergrauen Spray auf älter getrimmt. Das sieht so bescheuert aus, wie die Geschichte beknackt ist: Der Übeltäter muss natürlich Ausländer sein, schließlich wollten die Ägypter ja seinerzeit schon Moses abmurksen, wie man aus einem Seminar erfährt. Dort wird es Zeit für eine Rückblende, die aufklärt, dass es schon damals blaue Leinwände gab. Ach nee, das sind die ultrabilligen Hintergrundkulissen, die sich wie ein roter Faden durch die äußerliche Gestaltung ziehen. Die polizeilichen Ermittlungen finden überwiegend in der Ecke eines Großraumes statt, in welcher sich zwei Beamte vor einem Schreibtisch, drei Stühlen und einer Pinnwand darüber ärgern, dass ihnen die Spuren fehlen, um die Verbrechen zu verfolgen. Fast dasselbe reden die Ägyptologie-Studentin Suzette (Crêpe ... Pardon ... Connie Mason) und ihre Mutter (Lyn Bolton) - ebenfalls in der Ecke eines Großraums, von dem man sonst nichts zu sehen bekommt, und der mit einer Couch plus Beistelltisch spartanisch eingerichtet ist. 

Der Unterschied zwischen diesen Gesprächen besteht nach einer Weile darin, dass der leitende Beamte Pete Thornton (William Kerwin) die Verbindung zu dem Kult nicht herstellen kann, obwohl er die pfannekuchenleckere Suzette ins Seminar begleitet hat und eines der letzten Opfer schön klischeehaft noch den Namen der Göttin fast vollständig korrekt vor sich hin sagt, bevor sie den Löffel abgibt. Es entsteht mehr und mehr der Eindruck, dass derlei Unstimmigkeiten und Fehlzündungen bewusst eingebaut wurden, um die später für den Fun-Splatter essentiell gewordene Ironie beizumengen (Humor 4/10). Wie man solch eine gezielte (?) Gurke witzig und doch halbwegs ansehnlich spielen soll, wussten die Schauspieler mangels Vorbilder offenbar nicht und gerierten sich konsequent unbedarft.

Wie bei derartigen Frühwerken nicht anders zu erwarten, wirkt vieles noch unausgegoren und mittlerweile schwer angestaubt, was dümmlich-irritierend und kreativ-charmant zugleich ist. Trotz der mannigfaltigen Mängel entsteht auf diese Weise so etwas wie solide (Trash-) Kost (5/10 Punkten). Da verzeiht man sogar performative Totalausfälle wie die meist starre Kamera, die das Set scheinbar statisch wie eine Theaterbühne festhalten möchte und dabei entsprechend rostet, so dass die wenigen Bewegungen zu hakeln beginnen. Kaum zu fassen ist allerdings, dass dieser harmlose Genre-Uropa allen Ernstes noch immer beschlagnahmt ist. Seine zarten Vorlagen für spätere Tabu-Brecher wie den inzwischen rehabilitierten "Blutgericht in Texas", dessen Schluss auffällige stilistische Parallelen zu "Blood Feast" aufweist, werden heutzutage von den meisten für (eingeschränkt) jugendfrei erachteten Produktionen locker überboten.

5/10
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Kommentare

03.02.2018 09:48 Uhr - Insanity667
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Den Einfluss auf das Genre in allen Ehren, aber Lewis hat irgendwie noch nie wirklich was auf die Reihe bekommen, was mich in irgendeiner Form angesprochen hätte, außer vielleicht "2000 Maniacs". 5/10 Punkte vom Splattermops, amüsant und gekonnt wie immer begründet/vorgestellt, sind aber auch meiner Meinung nach angebracht. :) Gut gebellt, Dickerchen!

Ich kann mich irren, aber die Göttin IshtarIštar war doch eigentlich babylonischen/sumerischen Ursprungs, oder? ^^

03.02.2018 11:34 Uhr - dicker Hund
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Schankedön.

Deine Anmerkung habe ich nebulös editiert;-)

03.02.2018 11:51 Uhr - Insanity667
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Das war ja nicht mal zwangsläufig ein Fehler deinerseits und auch gar nicht so gemeint. Im Film wird sie ja auch als Ägypterin "verkauft" soweit ich mich erinnere, deswegen die Anmerkung. ;) Aber "alt" passt in jedem Fall! Sehr gute Arbeit, Herr Kollege! :D

Zur Belohnung hab ich dich gemeldet, statt den Daumen zu geben... :( Bitte ignorieren!!!

03.02.2018 22:54 Uhr - McGuinness
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Durch deine wirklich gut geschriebene Review hast du mir die Entscheidung abgenommen, ob ich mir diesen Film nun im teuren, dennoch sehr schön gestalteten Mediabook kaufen soll oder eben nicht.
Heutzutage wirkt dieser vermutlich zu angestaubt und billig inszeniert,dennoch gefiel mir der Trailer zum Remake recht gut, sodass ich wohl auf dieses warten werde.

04.02.2018 07:48 Uhr - naSum
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Mit den "mannigfaltigen Mängeln" dieses "unausgeGOREnen Splattererstlings" hast du einem filmischen Wegbereiter nicht nur sprachgewand, sondern auch sehr direkt, aber stets ehrlich auf den Zahn gefühlt. Ich sehe das auch so, das Gordon Lewis zwar ein Genre in die Schuhe gestellt hat, aber die Wichtigkeit seiner Filme für die weitere Film-Entwicklung dabei nicht von Qualität zeugen konnte. Ein positives Erlebnis hatte ich mit seinen Werken daher nie. Es war eher von cineastischem Interesse geprägt.

04.02.2018 17:25 Uhr - Horace Pinker
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Wieder mal sehr unterhaltsame Besprechung eines Klassikers, welche sowohl inhaltlich als auch stilistisch auf ganzer Linie überzeugt. Von Lewis habe ich bisher noch nichts gesehen und nach deinem Review glaube ich, dass dies auch kein allzu großer Verlust sein dürfte.

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