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Necron
Level 4
XP 254
Eintrag: 08.01.2018

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Die 120 Tage von Sodom

(Originaltitel: Salò o le 120 giornate di Sodoma)
Herstellungsland:Frankreich, Italien (1975)
Standard-Freigabe:SPIO/JK geprüft: strafrechtlich unbedenklich
Genre:Drama, Krieg

Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,65 (70 Stimmen) Details
inhalt:
Kurz vor dem Ende der Mussolini-Herrschaft inszeniert eine Gruppe faschistischer und sadistischer Großbürger ein grausames Ritual: Sie nehmen junge Männer und Frauen gefangen und missbrauchen sie als Lust- und Folterobjekte. Die bizarren Perversionen und Demütigungen enden in einer todbringenden Orgie.
eine kritik von necron:

„Es geht nicht um Geld, sondern darum eine Botschaft zu senden.“

Zitat: Der Joker aus The Dark Knight

 

Nein, ich habe mich nicht in der Review verklickt, aber als Warmmacher, der wahrscheinlich erst im letzten Drittel Sinn ergeben wird, habe ich mich bewusst für das Zitat entscheiden. Die „120 Tage von Sodom“  von 1975 also, basierend auf dem gleichnamigen Buch von Marquis de Sade. Alle Drei (Film, Buch, Autor) so umstritten wie berüchtigt. Der Regisseur des Films, Pier Paolo Pasolini (Decameron) ist zudem auch kein trivialer Charakter (wenn man sein breites Schaffensspektrum über Schriftsteller zum Filmemacher betrachtet) und unwillentlich durch seine tragische Ermordung im Rahmen dieses Films, Nährboden für mögliche Verschwörungstheorien geworden. Dies soll hier jetzt aber bewusst nicht das Thema sein. Dazu gibt es entsprechende umfangreiche polizeiliche Untersuchungen und Dokumentationen, bei Interesse.

Es gab Proteste und Verbote als der Film herauskam. In Deutschland wurde der Film auch beschlagnahmt. Soll er dennoch mal irgendwo im Rahmen von Kunstfreiheit gezeigt werden, finden sich schnell z.B. kirchliche Vertreter die dagegen Protest einlegen. Hochumstritten, wie die Vorlage und ihr Autor. Die Vorlage wurde z.B. von de Sade in Gefangenschaft geschrieben, unter widrigsten Bedingungen (musste er bisweilen sogar mit seinem eigenen Blut schreiben, weil Tinte Mangelware war?). Dies hat auch dazu geführt das dieses sehr spezielle Buch z.T. nur eine Notizensammlung ist. Spätestens ab der Hälfte werden die Beschreibungen immer abgehackter, wo im ersten Teil noch vieles entsprechend ausgeschmückt werden konnte. De Sade ist zudem auch ein meistanalysierter, widersprüchlicher Charakter, an dem man sich abarbeiten kann. Sadist (das Wort kommt tatsächlich von „Sade“) für die einen, Querdenker für die anderen. Wie soll man dies alles jetzt bewerten. Ich beschließe für mich, den größtmöglichen Bogen zu ziehen, sollte ich mich dabei irren, wird man mir schon in den Kommentaren gründlich den Kopf waschen. Es beruhigt ungemein, dass wenn ich falsch liege, man es mir auch sagen wird. So kann jetzt ja eigentlich nichts mehr schief gehen.

Die Handlung der Buchvorlage wird recht genau übernommen, mit einem Unterschied, dass es diesmal nicht dekadente Adlige im 17. Jahrhundert in Frankreich sind, sondern perverse Faschisten in den 1940igern in Italien. Diese Änderung ist völlig in Ordnung, auch wenn ich selber auf Faschisten hätte verzichten können und den dekadenten Adel, aus dem 17. Jahrhundert in Frankreich, bevorzugt hätte. Geschmacksfrage und nicht weiter wichtig. Bei den Gewaltdarstellungen werden gegenüber der Buchvorlage auch Abstriche gemacht, aber das Beschriebene im Buch ist dermaßen bestialisch (ich werde bewusst keine Beispiele daraus in dieser Review nennen, also vom Buch, um zu verhindern das diese als Gorehound Wichsvorlage noch fehlinterpretiert werden könnten), das der Film trotz Reduzierung immer noch eine Menge zeigt. So oder so geht es darum das Individuen mit Macht, sich über Individuen ohne Macht stellen. Indem sie diese armen Individuen entmenschlichen, quälen und letztendlich töten, um selber dadurch den ultimativen Lustgewinne zu erlangen, was einem ausgeklügelten System und Fahrplan folgt. Kein braunes Häufchen wird hier umsonst in den Nachttopf geschissen und der Schritt, zum ungeschickten dranrumfingern, eines Untergebenen, hat bei einer parallel stattfinden Folterung stets griffbereit zu sein. Der Verlauf der Eskalationsspirale ist dabei nicht linear, sondern eher exponentiell. Natürlich ist der psychologische Terror, die Demütigungen (Hundeleinen), die Vergewaltigungen und das Verzehren von Exkrementen kein Zuckerschlecken am Anfang. Das alleine sprengt schon den ein oder anderen Rahmen. Aber gegen das was am Ende folgt, ist es dennoch harmlos, so grotesk das jetzt klingen mag. Den eigenen Wertemaßstab wird man bei der Sichtung in jedem Fall neu austarieren müssen, um dieses Werk zuzulassen. Als Katalysator, für die (meiner Meinung nach) eigentliche Botschaft. Dazu aber später noch mehr, bleiben wir im Moment noch bei den bewegten Bildern. Der Film wirkt sehr trostlos und verwaschen, was die schwere emotionale Last, der von Gott Verlassenen, gut widerzuspiegeln weiß. Reduzierte Musik und Darsteller, von denen keiner einen Oscar gewinnen würde. Mal skurril, mal leicht entrückt, sind deren schauspielerischen Leistungen dennoch auf eine schräge Art passend für diese unwirkliche Groteske. Und so geht der Film seinen Gang (mit der ein oder anderen Länge), bis gegen Ende hin dann auch alle Tabus fallen. Es wird gefickt und danach erhängt, Skalpiert, Augen ausgestochen und Zungen abgeschnitten. Die Wüstlinge beklagen lediglich dass es ein Skandal ist, dass der ultimative Akt des Tötens nicht mehrfach widerholt werden kann. Wahrlich, ein Skandal, denn alles was deren Lustgewinn im Weg steht ist unrecht. Jedenfalls in deren Logik, der sich alles und jeder unterzuordnen hat. Dekadenz in ihrer reinsten, ungezügelsten Form. Perfekt ausgeklügelt, damit kein Detail vergessen wird. Pedantisch genau wird jede süße Träne an dem Opfer abgeleckt, der eigentliche Lebensfunke des Opfers in die eigene dunkle Existenz gierig aufsogen. Gott ist nicht da und kann somit nicht eingreifen. Es gibt auch keine noblen Helden die zur Rettung der Geschundenen kommen. Wir können diese ganzen unfassbaren Sauerrein und Tabubrüche als Lektion begreifen, was totalitäre Systeme aus Menschen machen. Dieser Ansatz ist in jedem Fall nicht verkehrt, weil er isoliert in sich schlüssig und nachvollziehbar ist. Aber meiner Meinung nach greift das hier zu kurz und warum habe ich Pfeifendeckel überhaupt 10/10 Punkte vergeben können, für einen Film, der weder von Inszenierung, Darstellern oder Geschichte eine 10/10 rechtfertigen würde.

Weil es darum geht

„… eine Botschaft zu senden“.

Die ultimative Wahrheit, die rettende Erkenntnis, das Ei des Kolumbus und der Stein der Weisen. Könnte man noch mehr als 10/10 vergeben, ich würde mehr vergeben. Denn wir verlassen hier das was noch in unserem wahrgenommen Rahmen als selbstverständlich gilt. Von mir aus können alle Gelehrten der Welt so viele Abhandlungen über de Sade verfassen wie sie wollen. Das spielt überhaupt keine Rolle. Ich möchte dabei jetzt nicht überheblich klingen (hoff).

De Sade war seiner Zeit voraus. Ein Visionär, ein freier Mensch und ein Anarchist. Was ist überhaupt ein Anarchist? Der Typ mit den bunten Haaren und dem A-Zeichen auf der alten Lederjacke am Bahnhof, noch besoffen und vorne hängt der Schwanz aus der Hose? Nein, das ist für mich kein Anarchist, selbst wenn er sich das A-Zeichen auf die Stirn tätowieren würde. Das ist für mich nur ein traurig-tragischer Systemverlierer. Und Anarchie „herrscht“ heiß es immer praktischer Weise in den Medien, wenn gerade irgendwo Bekloppte was kaputtschlagen. Aha, das klingt für mich genau so sinnvoll, wie wenn Gandhi zu Gewalt aufrufen würde. Nein, als Anarchist redet man nicht einfach nur die Parolen von anderen nach. Man entscheidet selber. Man denkt selber, entscheidet für sich selber und trägt dann auch die Verantwortung dafür. Die meisten Menschen entscheiden sich aber instinktiv dagegen und beschließen Verantwortung abzugeben, an eine kleine Elite, die schon wissen wird was sie damit zu tun hat. De Sade hatte dies damals bereits erkannt und hält uns allen (ohne Ausnahme!) den Spiegel vor. Und weil die Fratze die wir darin sehen, dermaßen widerlich ist, ist auch sein Werk und in Konsequenz daraus der Film, der darauf basiert, dermaßen widerlich. Eine notwendige Groteske. Die Abwehrreaktion kommt natürlich schnell. Mit Landkarten im Kopf, von Kindesbeinen an konditioniert, wird so etwas bewusst oder unbewusst verleugnet. Verboten. De Sade so schlecht gemacht wie es irgendwie geht. Weggesperrt. Zum Tode verurteilt (Urteil wurde dann nicht vollstreckt).

Entscheiden wir uns aber dennoch einmal für einen kurzen Moment und öffnen unsere Augen. Was sehen wir dann. Also ich sehe den schrecklichen Unfall auf der Autobahn, wo ein GLS Transporter in den Brückenfeiler gekracht ist. Alles an Verantwortung auf die arme Sau von Fahrer abgeladen, während einige wenige skrupellose Bonzen sich einen lachen und den Gewinn einstreichen. Ich sehe Trash TV, wo sich über die, denen es noch schlechter zu gehen scheint, amüsiert wird. Ich sehe die Bullys, die den Schwächeren bereits im Kindergarten das Leben zur Hölle machen. Ich sehe einen Abteilungsleiter und Personaler, wie sie mir gegenüber beim Essen in der Kantine loslachen und ihnen die Soße aus der Nase läuft vor lauter Prusten. Weil sie gerade mit den miesesten Tricks einen Haufen Leute vor die Tür setzen konnten und meinen in ihrer asozialen Art sich an nichts mehr halten zu müssen. Ich sehe den Geschäftsführer eines großen Unternehmens, der über seine Mitarbeiter spricht, als wären die nicht mal die Scheiße Wert unter seinen Schuhen. Ich sehe wie Menschen in Beziehungen sich gegenseitig versuchen zu erziehen und zu beherrschen. Wie die Kinder als eigene Abziehbildkopie, die zu funktionieren hat, in Form gepresst werden, um in dem gnadenlosen Kreislauf eingespeist zu werden. Früher ab in den Krieg für Kaiser und Vaterland, heute in die Burnout Firmen, um dann abgewirtschaftet hinten wieder ausgeschissen zu werden.

Kurzum, der Mensch schafft sich seine ganz eigenen, maßgeschneiderten, perfekt sitzenden Designer- Höllenkreise selber. Das System wird dabei vom Menschen erschaffen, wie das System selber die Menschen erschafft. Es bringt dabei rein gar nichts auf „die da oben“ zu schimpfen. Nutzlos. Alles beeinflusst sich dabei gegenseitig. Wer es wagt daraus ausbrechen zu wollen hat alles und jeden gegen sich. Denn die Gier nach Macht (auch gerne die papierverbrieften Machtgutscheine Geld genannt) ist dermaßen verlockend, das die Meisten alles dafür tun würden. Auch wenn sie dafür ihre eigene Großmutter durchvögeln müssten. Und hat man dann selber mal ein bisschen Macht, dann setzt man sie nur zu gerne ein, um dem anderen zu zeigen was man alles damit machen kann. Natürlich muss man heute niemanden mehr Scheiße fressen lassen, ihn mit heißen Eisen foltern und töten. Ein Strich mit einem Stift, eine email, ein Wort reicht bereits aus, um eine Existenz zu vernichten, auf das dieser jemand nach Hause geht, dort sein Haus, die Frau und Kinder verliert, um sich am Ende im Suff, stehend auf den Scherben seiner Träume, den Strick zu nehmen. Ob ein Kim jetzt in seinen Gulags Kinder von Hunden bei lebendigem Leibe fressen lässt und anschließend verscharrt, oder ein Donald Millionen die Existenzgrundlage nimmt, damit diese unter alten Brücken dahinsiechen dürfen, während er auf Twitter über große rote Knöpfe ungeniert schwadronieren kann. Das ist letztendlich nur ein Detail. De Sade hatte das erkannt und er hält uns allen den Spiegel vor. Ein Film hat da die deutlich größere Reichweite, denn wer liest heute schon noch ein Buch in Zeiten von Kurznachrichten-Twitter.

Deshalb ist der Film bzw. die Botschaft so wichtig. Deshalb die 10/10. Das ist der einzige Grund, es gibt keinen anderen.

10/10
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Kommentare

08.01.2018 19:10 Uhr - BFG97
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Ich bin beeindruckt. Eine Review, die eine Abrechnung mit der Gesellschaft und zugleich einfach nur toll geschrieben ist. Wunderbar

08.01.2018 19:52 Uhr - JasonXtreme
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Ich schreib jetzt mal nix Falsches, weil ich keine Diskusionen entfachen will, und grundlegend deiner Meinung bin - sehr gut geschrieben, vor allem immens ehrlich und tiefgreifend wahr. Ich bin nur der Meinung, dass sich dies alles leider nie mehr ändern wird, und auch wir die so denken mögen in gewisser Weise ein Teil dieser Szenerie sind, auch wenn wir es nicht wollen. Aber nochmal: no Offense, ich wollte damit rein gar nicht meckern oder relativieren.

Ich hab den Film das erste Mal mit 16 oder 17 gesehen und fand ihn nichtssagend und lahm. Klar. Was hat man erwartet? Der Film und seine Aussage wächst mit dem Alter, und ich denke in der Jugend fehlt einem völlig die Option das zu verstehen. Werten möchte ich Salo in Zahlen nicht.

08.01.2018 20:16 Uhr - Necron
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@BFG97
Ziel erreicht :)


@JasonXtreme
08.01.2018 19:52 Uhr schrieb JasonXtreme
Ich bin nur der Meinung, dass sich dies alles leider nie mehr ändern wird, und auch wir die so denken mögen in gewisser Weise ein Teil dieser Szenerie sind, auch wenn wir es nicht wollen.


Das sehe ich mehr oder weniger genauso. :)

08.01.2018 20:21 Uhr - Insanity667
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Alter Verwalter... Da hast du aber ein Brett rausgehauen und den Nagel voll auf den Kopf getroffen. Ich hatte es ja schon unter deine Moore-Review geschrieben: Man kann nur versuchen, selber cleverer zu sein und aus alldem zu lernen, ändern wird sich eh nix mehr... Aber schön zu sehen, dass man (obwohl man selber ein Teil davon ist) nicht ganz alleine und dumm dasteht! Herausragende Arbeit, Necron!

08.01.2018 20:41 Uhr - Necron
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@ Insanity667
Perfekt. Wie die letzten Mohikaner ;)

08.01.2018 20:47 Uhr - dicker Hund
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Bemerkenswerter Text. Die Schlussfolgerung, dass ein Film optimal ist, wenn nur die Botschaft stimmt, vermag ich aber nicht zu teilen. Kritikpunkte wie die zähen Passagen würden sich bei mir definitiv in Punktabzügen widerspiegeln. Wäre bei dem hier so bei 6-8, müsste ich noch einmal anschauen. War auf jeden Fall spannend zu lesen, welche Gedankenstürme "Salo" bei Dir ausgelöst hat. Zum Nachdenken regt er sicherlich an.

08.01.2018 20:59 Uhr - TheRealAsh
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Man merkt dir die Begeisterung und den Frust echt an. Einfach mal rausschreiben, sehr geil! Brauch ich auch immer. Ich sag mal, Pasolini hätte das richtig gut gefallen, with furios anger... oder wie hieß das nochmal?

Das mit der Inszenierung sehe ich auf jeden Fall anders, aber das ändert nichts an der Begeisterung und dem Brennen, das der Film bei dir entfacht. Jetzt muss ich mal sagen, um Kafka etwas wort-, aber nicht sinntstellt zu zitieren: Dieser Film ist eine Axt für das gefrorene Meer in uns...

Natürlich nur im Idealfall, aber die Freigabe spricht hier immer noch Bände. Schön, dass du diesen Giganten aufgenommen hast. Jetzt heißt es natürlich, wann kommt der nächste Pasolini?

"Teorema" hab ich an anderer Stelle ja schon vorgeschlagen (bei "Killing of a Sacred Deer"), oder auch "Canterbury Tales", "Decameron" und "1001 Nacht". Da gibts nochmal richtig schön Schweinkram und Kackaparade;-)

Übrigens weiß ich deine Umsetzung mit der DASS-DAS-(JENES-WELCHES-)Regel sehr zu schätzen, du hast es schon echt gut umgesetzt (nachdem du frecherweise bei "The Informers" komplett auf jegliches das/dass verzichtet hast:D)

08.01.2018 21:12 Uhr - NoCutsPlease
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DB-Helfer
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Ich fühle mich gerade etwas an cecils berauschte Schreibweise erinnert, natürlich in einer Vulgärversion wohlgemerkt. Aber das passt ja auch gut zum besprochenen Film.

Ist das Unternehmensbeispiel mit der Kantine denn 1:1 aus der Realität übernommen?

08.01.2018 21:34 Uhr - Necron
3x
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@dicker Hund
Ich stimme dir da eigentlich auch zu und habe bei diesem Film bewusst eine Ausnahme gemacht. Grenzwertig, aber das nehme ich auf meine Kappe.

@TheRealAsh
Der Kafka Satz gefällt mir gut. Passt. :)
Bei Dass-das war es jetzt bestimmt nur Glück ;)

@NoCutsPlease
Das ist sehr starkes Lob, was würde cecil wohl dazu sagen ;)

Das Kantinen Beispiel ist leider 1:1. Und obendrauf noch nicht mal das übelste, aber gewisse Dinge würde ich nicht hier reinschreiben wollen.
Am erschreckendsten finde ich dabei dann letztendlich die Horrorgeschichten der vielen Fremdfirmen mit denen ich zusammenarbeite. Bei uns ist es schon ein Haifischbecken, aber was noch wo anders abgeht und ich glaube den Leuten, jedenfalls denen ich vertrauen kann. Für mich selber habe ich da entscheiden das wenigsten ich dann nicht mies die Leute trete, was i.d.R. auch gut ankommt, weil die das gar nicht mehr kennen. Echt verkehrte Welt und es wird gefühlt nichts besser, sondern eher schlechter... :(

09.01.2018 00:48 Uhr - Ghostfacelooker
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Erfahrungspunkte von Ghostfacelooker 5.405
Krasses Review, also ohne Vollkrasschecker Ambition^^^^ Der real Lifeabsatz erinnerte mich spontan an ein Lied aus den 80ern von Karel Fialka- Hey Matthew, dass mich damals seltsamerweise irgendwie ängstigte, wenn der Knabe redete.

09.01.2018 09:48 Uhr - Dissection78
2x
DB-Co-Admin
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Glückwunsch, Necron! Sehe ich ähnlich. Ich glaube, zu "Salò" habe ich alles gesagt, was ich zu sagen hatte (8/10). Ach, und Dein "Auskotzen" finde ich durchaus sympathisch :)

Seit geraumer Zeit kommt hier aber auch wirklich eine erkleckliche Anzahl an bunt genregemischten, verdammt interessanten Reviews heraus. Sehr gut!

09.01.2018 10:32 Uhr - Insanity667
3x
DB-Helfer
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Erfahrungspunkte von Insanity667 1.641
@Dissi

Jo, da fehlst jetzt eigentlich nur noch DU mit einem dissectionösen Leseorgasmus in der Sammlung. :P

09.01.2018 17:02 Uhr - Necron
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Erfahrungspunkte von Necron 254
@Ghostfacelooker
Top. :) Das Leben kann bisweilen erschreckend surrealer sein alles andere ;)

@Dissection78
Starkes Feedback, passend zu deiner ebenfalls starken Review. :)

09.01.2018 22:54 Uhr - Calahan
2x
User-Level von Calahan 2
Erfahrungspunkte von Calahan 60
Ganz starkes Review..:)
Dein Rl Bericht scheint mir alltäglich, beliebig(im Sinne von ständig und überall) und leider wahr.
Zuviele Ars..lö..^^ da draussen.
Das schlimme ist, sie sehen sich immer im Recht!

10.01.2018 15:18 Uhr - Necron
2x
User-Level von Necron 4
Erfahrungspunkte von Necron 254
@Calahan
Dank dir. :)
Und ja, die Typen wollen tatsächlich IMMER Recht haben.

11.01.2018 10:23 Uhr - DriesVanHegen
1x
User-Level von DriesVanHegen 5
Erfahrungspunkte von DriesVanHegen 369
Ich muss mich da Jason anschließen: erstmalig mit auch ungefähr dem gleichen Alter gesehen, nachdem ich die Buchvorlage gelesen hatte. Natürlich war die Verfilmung dagegen nur 'ne olle aus dem Stift gezogene Oppaunke (ohne den Film verharmlosen zu wollen, aber die Vorlage fällt nun einmal in die Kategorie "unverfilmbar")
Seitdem habe ich dieses Werk leider nicht noch einmal geschaut - aber ich würde mal frei behaupten, dass die Aussage heute unmissverständlich wäre.
Dir ist aber ein wütendes Statement gelungen, bravo dazu!

11.01.2018 16:42 Uhr - Necron
User-Level von Necron 4
Erfahrungspunkte von Necron 254
11.01.2018 10:23 Uhr schrieb DriesVanHegen
Dir ist aber ein wütendes Statement gelungen, bravo dazu!


Perfekt :)

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