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The Foreigner

Herstellungsland:Großbritannien, China (2017)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Action, Drama, Thriller
Alternativtitel:The Chinaman
Ying Lun Dui Jue
Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,93 (14 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Durch einen unglücklichen Zufall wird Fan, die Tochter des Geschäftsmanns Quan (Jackie Chan), bei einem Bombenattentat irischer Terroristen in London getötet. Durch dieses Ereignis traumatisiert sinnt Quan, einstiger Vietcong-Kämpfer, auf Rache. Auf seiner Suche nach der Identität der Terroristen, bittet er den britischen Regierungsbeamten Liam Hennessy (Pierce Brosnan) um Unterstützung. Nachdem er von offizieller Seite aber keine Hilfe bekommt, nimmt er das Gesetz selbst in die Hand und geht auf einen persönlichen Rachefeldzug… (Universum Film Home Entertainment)

eine kritik von tschaka17:

Gib mir die Namen!

In der Filmografie von Regisseur Martin Campbell findet sich zwar auch die Katastrophe Green Lantern wieder, jedoch zeigte der Neuseeländer sein Talent bereits in Streifen wie dem unterhaltsamen Die Maske des Zorro oder Geheimtipp Auftrag: Rache. Ebenfalls gehen zwei Bonds auf sein Konto, Goldeneye und Casino Royale. In diesem Action-Thriller sind die Voraussetzungen ziemlich gut, stehen mit Jackie Chan und Pierce Brosnan zwei Recken vor der Kamera, die auch in Kampfszenen überzeugen können. Leider bleibt der Film weit hinter meinen Erwartungen zurück. Trotz einer gekonten Inszenierung können Schwächen im Drehbuch nicht kompensiert werden: Die Story zieht sich und wirklich viel Action bekommt der Zuschauer auch nicht zu sehen.

Der Streifen startet dabei sehr aussichtsreich. Viel Zeit für die Einführung von Figuren nimmt er sich zwar nicht, denn schon kurz nach dem Absetzen seiner Tochter vor einem Geschäft wird Quan bereits durch die Explosion zurückgeschleudert. Ein terroristischer Akt in London kostet Unschuldige das Leben, darunter auch jenes seiner Tochter. Alleine dieser Umstand bringt dem bitterlich weinenden Vater allerdings sämtliche Sympathien, denn solch sinnlose Gewaltakte an vollkommen Unbeteiligten sind einfach nur widerlich. Eine Gruppe, welche sich selbst "Authentic IRA" nennt, meldet sich bei der Polizei und droht mit weiteren Anschlägen. Bei den Ermittlungen soll der irische Minister Liam Hennessy helfen, der ehemaliges IRA-Mitglied ist. Doch Quan ist ungeduldig und nimmt bald das Recht in die eigene Hand. Er ist überzeugt, dass Hennessy die Namen der Bomber kennt. Der fremde alte China-Mann, wie ihn Hennessy zunächst nennt, wird zur ernsthaften Bedrohung.

Nach dem gelungenen Auftakt geht es jedoch rapide bergab. Nicht bis ins Tal, sehenswert ist der Film allemal. Was für ein Reim. Die Geschichte beinhaltet leider einige unsauber gearbeitete Twists, hat ein sehr langsames und schwankendes Grundtempo, manche Figuren sind schlecht gezeichnet und einige Passagen sind schlicht fad. Schade. Dem Cast kann man dabei kaum einen Vorwurf machen. Jackie Chan als gealterter Mann spielt gut auf. Chan als Vater, der seine einzige Tochter und seinen einzigen Lichtblick auf eine so tragische Art und Weise verliert wirkt extrem authenisch und enorm traurig. Sein Verlust trifft den Zuschauer tief! Auch in Actionsequenzen überzeugt er, trotz seiner mittlerweile über 60. Dabei setzt er allerdings mehr auf technisches Know-How, vor allem im Bereich von Sprengstoffen. So gibt es Fallen im Stile von First Blood, eine toll gebastelte Flaschenbomben und einige weitere clever Einfälle von Chan. Doch natürlich gibt es auch den ein oder anderen Nahkampf oder kleinere Parcoureinlagen. Realistisch gehalten und nicht unbesiegbar spürt man den Willen von Chan zu jedem Zeitpunkt. Pierce Brosnan als irischer Minister und Ex-IRA-Mitglied spielt von Anfang an ein falsches Spiel. Bedrohlich, mies und fies. Gut, jedoch nicht überragend. Der Rest vom Cast ist passabel, mehr nicht.

Bei der Inszenierung gibt es kaum Mängel. London als Setting ist immer schön, aber auch irische Landsitze haben ihren Charme. Viele kleine Details erfreuen das Auge. Die Kameraarbeit ist insgesamt ruhig und bietet einen guten Überblick, auch innerhalb der Kampfsequenzen. Innovatives oder Neues sucht man allerdings vergebens. Effekte sind handgemachter Natur oder sehr gut animiert, wobei ich bei den Explosionen auf praktische Effekte tippen würde. Hier gibt es einige sehr stylische Bilder zu sehen, wenn etwa Flammen über den Boden rollen oder einige Slow-Motion-Shots in ganzer Pracht erstrahlen. Musikalisch hat man sich für einen düsteren Score entschieden. Keine schlechte Wahl, ist das Grundthema doch relativ dunkel. Jedoch passt manchmal der Soundtrack wenig zur Situation, da der Film in der ein oder anderen Länge sehr massiv untermalt ist. Dies wirkt irgendwie merkwürdig.

Viel mehr zu sagen gibt es kaum. Einen 0815-Thriller in London bekommt der Zuschauer hier passend präsentiert. Für höhere Ziele reicht es allerdings nicht. Wie gesagt ist die Story stellenweise fast schon langweilig zu nennen und es gibt nicht unerhebliche Längen. Manche Handlungsstränge oder Twists funktionieren dann auch einfach nicht und andere wiederum sind arg vorhersehbar. Vorhandene Action ist gut inszeniert und sticht dank Jackie Chan ein wenig aus der Masse heraus, aber eben auch nicht viel. Positiv zu erwähnen ist auf jeden Fall noch der zwar kurze, aber sehr eindrucksvolle Flashback zu Chans Vergangenheit. Ich hatte kein Problem damit, dass sein Charakter ein wenig mystisch gehalten wurde.

Ansehen kann man sich The Foreigner auf jeden Fall. Zu viel erwarten sollte man allerdings nicht. Wahrscheinlich hat meine hohe Vorfreude mir den Spaß am passablen Film einfach verdorben. Wobei etliche Längen bei 113 Minuten Laufzeit auch von Problemen im Script zeugen. Kann man machen, muss man nicht.

6,5-7/10

7/10
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Kommentare

14.02.2018 23:00 Uhr - TheRealAsh
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Endlich, hast uns nach deiner Ankündigung aber lange warten lassen. Tja, passabel hört sich ja okay an. Anscheinend soll er Ende Februar bei Netflix kommen, von daher mach ich jetzt mal keinen Import. Auch recht.

Den Soundtrack hab ich mir bei erscheinen gleich wegen martinez (drive) gekauft, der ist richtig gut. Bin mal gespannt, wie mir dann der Film gefällt.

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