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The Survivalist

Herstellungsland:Großbritannien (2015)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Drama, Science-Fiction, Thriller
Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,50 (6 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

In einer Welt am Abgrund, in der der die Regel Töten oder getötet werden gilt, lebt ein namenloser Einzelgänger in einer versteckten Farm tief im Wald und schützt seine spärliche Ernte mit Schrottflinte und improvisierten Fallen vor gefährlichen Eindringlingen. Doch sein einsames Dasein gerät ins Wanken, als eines Tages zwei fremden Frauen, Kathryn und ihre Tochter Milja, vor seiner Hütten stehen und ihm einen Deal anbieten: Unterkunft und Nahrung im Austausch gegen Sex. Überwältigt von seinem Verlangen bricht der Survivalist seinen strikten Kodex der Selbsterhaltung und nimmt sie in seiner Hütte auf. Doch in einer Welt, in der jeder Fehler tödlich sein kann, bleibt das Misstrauen ein stetiger Begleiter. (Neue Pierrot Le Fou)

eine kritik von chaos rhythm:

Als steter Beobachter der Horrorgenres kommt man nicht umhin, gewisse Trends zu beobachten. Es gab eine Zeit, da dominierte das Popcorn-Kino mit Filmen wie "Scream", dem folgte die Epoche der brutalen Terror-Filme wie "Saw" und "Hostel" und zuletzt gab es eine Schwemme von billig gemachten Trash-Filmen zu ertragen, die unter anderen von "Sharknado" initiiert wurde. Was also folgt als Nächstes?

Ich will mich mit einer Prognose nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, aber nach Filmen wie "The Witch" und "Neon Demon", die in gewisser Weise die bildsprachliche Langsamkeit wieder für sich entdeckt haben, liegt nun auch mit "The Survivalist" ein Film vor, der dieses Stilmittel für sich beansprucht. Ob sich bereits aus diesen Titeln ein Trend erkennen lässt, sei mal dahingestellt, fest steht aber, dass es dem Genre durchaus gut tun würde, nach einer Flut an Filmen, die mit Schnittorgien und rasanter Videoclip-Ästhetik mehr verwirrten, denn begeisterten, zu einem Tempo zurückzukehren, das sich an Klassikern wie Robin Hardys "Wicker Man" oder Peter Weirs "Picknick am Valentinstag" orientieren. "The Survivalist" könnte dabei zur Speerspitze einer neuen Generation der Filmästhetik werden. Allerdings, und das gilt es vorauszuschicken, ist diese Art des Filmemachens sicherlich nicht für jedermann geeignet und besonders die Generation "Saw" dürfte sich mit der minimalistischen subtilen Filmästhetik schwer tun.

"The Survivalist" schildert die Welt in einer nicht allzu fernen Zukunft, in der das Ende der Zivilisation, wie wir sie bisher kannten, eingeläutet wurde. Zurückzuführen ist dies auf eine drastische Verknappung jeglicher Ressourcen, die die Welt bisher am Laufen hielten. Die Tatsache, dass es kaum noch Nahrung gibt und die gesamte Weltbevölkerung am Hungern ist, führte schließlich dazu, dass jeder Mensch sich nun der nächste ist und um sein Überleben kämpft. Einer dieser Kämpfer ist ein namenloser Einsiedler (Martin McCann), der sich in ein nordirisches Waldgebiet  zurückgezogen hat und dort in einer kleinen Hütte lebt. Wir kennen seine Geschichte nicht, wissen nicht, welcher Tätigkeit er in seinem früheren Leben nachging und wissen ebenfalls nicht, was aus seinen Angehörigen wurde. Das einzige Relikt aus früheren Zeiten scheint das Foto einer Frau zu sein, auf das sich der Mann regelmäßig einen runterholt.

Im ersten Filmdrittel wird die Lebensweise des Mannes geschildert. Er hortet Wasser, baut Kräuter und Gemüse an und stellt Fallen auf. Diese Einsamkeit fängt der englische Regiedebütant Stephen Fingleton in wunderschönen Bildern ein, die zum einen Sehnsucht nach Natur und Freiheit wecken, zum anderen aber auch Hoffnungslosigkeit widerspiegeln, da wir nicht wissen, ob es noch andere Menschen auf der Welt des Überlebenden gibt.

Das zweite Drittel liefert Antwort auf diese Frage, denn plötzlich erscheint eine ältere, weißhaarige Frau mit ihrer Tochter und bittet um Verpflegung und Unterkunft. Aufgrund der Reaktion des Mannes lässt sich erahnen, dass er mit anderen Menschen zuvor keine guten Erfahrungen gemacht hat: Er verhält sich feindselig, hat die beiden stets im Visier seiner Schrotflinte und führt zunächst eine Leibesvisitation durch, bevor er seine Waffe zur Seite legt. Schließlich gewährt er den beiden eine Suppe und eine Übernachtung, drängt jedoch darauf, dass sich das Paar danach wieder verabschiedet. Mehr soll an dieser Stelle nicht verraten werden...

Wie bereits eingangs erwähnt, ist "The Survivalist" ein Film, der die Geister scheiden dürfte. Freunde des Arthouse-Kinos und Fans des langsamen, atmosphärischen Dramas kommen hierbei vollends auf ihre Kosten. Filmfreunde, die sich ob des Titels einen harten Endzeit-Schocker erhoffen, dürften eher enttäuscht werden. Ob der visuellen Klasse des Films lohnt sich ein Blick ins fesselnde Universum des Survivalist aber allemal, zumal auch die Darsteller allesamt beeindruckende Leistungen liefern.

7/10
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Kommentare

11.01.2018 15:08 Uhr - NoCutsPlease
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Na bitte, das ist doch mal ein Schritt in eine gute Richtung! :)
Auf den Film war ich schon einmal vor einer Weile aufmerksam geworden, habe ihn aber noch nicht gesehen. Nun ist er dank dir wieder auf meinem Schirm.

11.01.2018 16:56 Uhr - kokoloko
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Stell ich mir spontan vor wie "Blue Ruin" als postapokalyptisch-dystopisches Überlebensdrama und das klingt auf jeden Fall verlockend, nette kleine Review auch, kompakt n gutes Bild vom Film geliefert.

11.01.2018 21:26 Uhr - sonyericssohn
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Moderator
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Der Autor möge doch mal seine XPs aktualisieren. ;-)

Die Kritik hört sich juckelig an. Thanks !

12.01.2018 08:16 Uhr - JasonXtreme
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Jap, nicht übel geschrieben :-) der Trailer hat mich durchaus neugierig gemacht damals, ob der aber was für mich ist...

12.01.2018 12:13 Uhr - leichenwurm
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DB-Helfer
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Jau... ganz klare Steigerung, verglichen mit dem "The Blob"-Review. Der Film hört sich auf jeden Fall interessant an. Super... Weiter so ;-) !

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