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Necron
Level 4
XP 226
Eintrag: 12.01.2018

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Maps to the Stars

Herstellungsland:USA (2014)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Drama

Bewertung unserer Besucher:
Note: 8,00 (5 Stimmen) Details
inhalt:
Familie Weiss ist mittendrin im ganz normalen Hollywood-Wahnsinn: Kinderstar Benjie (Evan Bird) kann mit seinen dreizehn Jahren schon auf eine Drogenkarriere zurückblicken. Tochter Agatha (Mia Wasikowska) hat vor Jahren das Haus der Familie in Brand gesteckt. Frisch aus der Psychiatrie entlassen, stürzt sie sich in eine Affäre mit dem Chauffeur Jerome (Robert Pattinson) und sucht Benjies Nähe, sehr zum Missfallen ihres Vaters Stafford (John Cusack). Der Guru arbeitet gerade an seinem neuen Buch. Nebenbei behandelt er die alternde Schauspielerin Havana (Julianne Moore), die vom Geist ihrer Mutter verfolgt wird, seit sie in einem Remake unbedingt die Rolle spielen will, die ihre Mutter einst berühmt machte.
eine kritik von necron:

Erhört meine Gebete, oh ihr Mächtigen die ihr dort seid,

gebet mir  nur ein letztes Mal einen Funken eures Glanzes,

auf das ich noch einmal erstrahlen kann wie es mich verlangt,

so das die ganze Welt mich sehen kann, wie ich zu sein habe,

ein leuchtendes Abbild der Götter selbst, auf eurem grausamen Altar,

geopfert alles was gegeben werden konnte, ohne dass ich bereue,

denn ich will, ich muss und ich werde wieder in Allem sein,

so dass die Menschen erkennen, welch Großartigkeit ich bin.

 

Was ist verzweifelter, tragischer und gleichzeitig gefährlicher als ein verblassender Stern? Kurz davor seine kritische Masse zu erreichen, um das Universum um sich herum zu erschüttern. Eine Supernova, die keine Grenzen, Moral oder Mitgefühl mehr kennt. Bahnt sich ihre Schneise der Zerstörung durch das Leben ihrer Mitmenschen. David Cronenberg (Scanners) setzt seinen moralischen Abgesang fort, diesmal mit dem bitterbösen Werk „Maps to the Stars“, in dem Hollywood Sternchen auf den Scherben ihrer Existenz wandeln dürfen. Es gibt Höllenkreise für jeden. Keine Geschmackssorte wird am Ende vergessen. Jeder einzelne hat dabei ein buntes Sammelsurium aus Grauen und Schrecken zu schultern. Doch Drogen, Sex und asozialstes Verhalten der Halbgott Kategorie verwandeln dieses Drama in eine zutiefst verstörende Vulgärorgie, die sogar das Potential hat wütende Zuschauerreaktionen hervorzurufen, aufgrund des gerade dermaßen unmöglichen, wie enthemmten Verhaltens ihrer Akteure. Herr Cronenberg, an dieser Stelle muss ich ihnen auf jeden Fall erst einmal aus tiefstem Herzen für diese maßlose Provokation danken.

Anknüpfend an den desillusionierten, entmenschlichenden Albtraum aus „Cosmopolis“, marodieren in diesem böswilligen Werk Dauerschimpftriaden („Los zeig mir deine Fotze, du Fotze! Mister Fotze!“) von sich gebende Kinderstars aus verkorksten Starfamilien umher. Entrückt und herzlos, nur um dann am Leben an sich zu verzweifeln und völlig abzudrehen. Sie hatten eh keine echte Chance irgendwie einen Funke Verstand zu behalten, in dieser Hochglanz-moralisch-entkernten Scheinwelt. Der Vater von so einem Satansbraten wird gekonnt entnervt und latent bösartig gespielt von John Cusack (Identität), der auch wenn es sein muss seine eigene Tochter echt mies zusammenschlägt, immer noch kalkulierend, damit sich dieser Schandfleck der Familie wieder verpisst. Cusack hätte in dem Film genauso gut auch einen 1A Psychopathen spielen können, der irgendwo Körperteile in dunklen Ecken verscharrt. Beängstigend. Dieses arme Ding von Tochter wird gespielt von einer entwaffnenden Mia Wasikowska (Only Lovers Left Alive), die dermaßen tragisch ist als Charakter, dass der Zuschauer schon fast mit ihr Mitleid empfindet. Aber nur fast, denn das was hier an Bösartigkeiten im Dauerstakato abgefeuert wird, lässt so etwas wie Mitgefühl jedes Mal wieder sogleich im Keim ersticken. Robert Pattinson (Cosmopolis) bewegt sich als unten angekommener, aber weiterhin stoisch weitermachender Limo Fahrer, ziel- und hoffnungslos durch den Film. Julianne Moore (Hannibal) ist für mich das heimliche Highlight dieses grotesken Meisterwerks. Natürlich ist sie als gealtertes Sternchen verzweifelt. Ihre Kindheit mit einer sehr speziellen Mutter war auch kein Ponyhof. Auch ist ihr Mundwerk zuckersüß „Willst du in meine Löcher reinficken?“ Aber das kann dennoch keine Entschuldigung dafür sein sich dermaßen asozial auszuführen. In meinem Freundeskreis kamen tatsächlich wütende Reaktionen explizit bezogen auf diesen Charakter, wenn diejenigen Kinder haben wohlgemerkt. Denn der Freudentanz, den Julianne Moore in dem Film aufführt, weil sie doch noch die Rolle einer Konkurrentin bekommt, deren Kind gerade tragisch gestorben ist, ist unmoralisch-unglaublich. Unglaublich! Als wäre es das schönste und selbstverständlichste auf der Welt, wird aus ganzen Herzen frohlockend über das eigene, dekadente Anwesen getanzt und ein Loblied auf das jetzt tote Kind der Konkurrentin gesungen. Wie kann man noch provokanter dem Zuschauer ins Gesicht pissen? Auch wenn ich den Zorn im Freundeskreis nachvollziehen kann, Hut ab für eine derartige Performance, denn die hat ja wohl voll eingeschlagen. Fulminat möchte ich meinen.

EDIT, nachträglich eingefügt:

Um dem „Wahnsinn“ eine Motivation zu verleihen (Augenzwinker), sind alle Charaktere direkt oder indirekt miteinander in einem tragischen Spannungsgeflecht verwoben. Eine naive, wie abgebrühte Mia Wasikowska, leidvoll geprüft von ihrem bisherigen Leben, fängt z.B. als hoffnungsvolle Assistentin von ihrer angehimmelten Onlinebekanntschaft Julianne Moore an. Der gealterte Star Moore ist aber lediglich oberflächlich nett zu der jungen Wasikowska, was über den Handlungsverlauf hinweg zu dramatischen Ausschreitungen führt. Cusack, als Wasikowskas eiskalt, berechnender Vater verfolgt hier seine eigenen, selbstsüchtigen Ziele und versucht dabei durch Drohungen und Gewalt verzweifelt die eigene Fehltritt Tochter von seinem Restfamilien Leben fern zu halten. Doch zusammen mit seinem drogensüchtigen Jungstar von Sohn, steuert gegen Ende hin alles auf eine unheilvolle Katastrophe hin, die niemand mehr vermag aufzuhalten. Geschweige denn das in dieser entrückten, oberflächlichen Welt es eh schon lange niemand mehr zu erkennen in der Lage ist. Oder es interessiert einfach niemanden mehr, wenn man selber betäubt von Sex, Drogen und Alkohol vor sich hinlebt. Und für das stille vor sich hinscheitern in dieser Scheinwelt, steht traurig-stoisch-tragisch der Limo Fahrer Robert Pattinson, der realistisch betrachtet keinerlei Chancen mehr hat irgendwie hochzukommen und somit im unteren Sumpf, der von der Sonne entfernt Lebenden verbleibt. Hoffnung ist hier in Wahrheit pure Verzweiflung, egal ob man es sich selber eingesteht oder verleugnet.

Wenn man „Maps to the Stars“ etwas ankreiden möchte, dann die recht episodenhafte Handlung, welche etwas wahllos erscheinen mag und ein richtiges Pacing nicht so ganz aufkommen will. Weil man die ganze Zeit aber eh nur mit offenen Mund staunend, wie entsetzt dasitzt und zu sich selber sagt „Das haben die da gerade nicht gesagt / gemacht?“ kann ich dennoch diesen Kritikpunkt nicht zu negativ bewerten. Ein Minus, aber im absichtlich völlig desolaten Gesamtkontext dieser Groteske noch in Ordnung. Gewalttechnisch hält sich Cronenberg zwar zurück, aber dennoch lässt er es hier und da mal blutiger spritzen und dann auch gerne grimmig voll in die Fresse. Die Inszenierung an sich ist ähnlich auf Hochglanz poliert wie schon bei dem Vorgänger „Cosmopolis“, nur die Musik wirkt diesmal deutlich reduzierter und allgemein ist der Film als noch Dialoglastiger anzusehen.

Ich vergebe 8/10 boshafte Niederträchtigkeiten…äh Punkte natürlich. Jeder Weltuntergangstourist ist gerne eingeladen und wird vollstens auf seine Kosten kommen, da habe ich überhaupt gar keine Zweifel. Somit kann ich an dieser Stelle nur noch eine abgefuckt-unmoralisch-wohlige Apokalypse wünschen.

8/10
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Kommentare

12.01.2018 21:11 Uhr - Insanity667
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Wieder mal eine überaus ansprechende Rezi von dir, mit der du deinem unverblümten Stil, der mir übrigens sehr gut gefällt, treu bleibst. Allerdings hättest du die Rahmenhandlung (Wat für 'ne Supernova?) vielleicht noch ein bisschen vertiefen können. :)

12.01.2018 21:25 Uhr - dicker Hund
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Ich finds cool so, wie es ist. Bin aber eh Freund des Konzepts mit dem grauen Kasten, vor allem wenn ich in der Datenbank mehrere Rezis zum gleichen Film lese.

"Maps to the Stars" hört sich mühsam, aber für meine Innereien keineswegs unverdaulich an.

12.01.2018 21:32 Uhr - Necron
2x
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@Insanity667
Freut mich das ich meinen Stil treu bleiben kann. :)
Ich kann deine Anmerkung zur Rahmenhandlung voll und ganz nachvollziehen. Allerdings ohne jetzt groß zu spoilern, die Rahmenhandlung ist dermaßen dünn, nur leicht zusammenhängend und gaga...ah, da wäre ich massiv Gefahr gelaufen dann noch dauernd zu spoilern, ohne dadurch viel zu erreichen. Soviel vorab, die Supernova knallt sehr Unhappyend-mäßig ;)

@dicker Hund
Der Happen wird dir bestimmt munden, da wette ich drauf ;)

12.01.2018 21:33 Uhr - TheRealAsh
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Und der nächste Cronenberg von dir, den ich - wie alle seine Filme - ebenfalls sehr schätze. Schade, dass von ihm seit dem hier nichts mehr kam.

Kennst du auch seinen Roman? Der hat mir sehr gut gefallen.


12.01.2018 22:55 Uhr - Insanity667
1x
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Ich find's auch cool so wie es ist, keine Frage! :) Nur der graue Kasten hat in diesem Fall leider auch nicht so die Ahnung, worum es hier geht! :P

Der Hintergrund ist jedoch essenziell für die Einstellung und Handlungen der Charaktere und somit auch für die Bewertung dieser, das wollte ich damit nur sagen. Dass der Zusammenhang halt hergestellt wird. Für dich und mich ist das klar, das passiert im Kopf, jemand der den Film nicht kennt, hat diesen Bezug halt nicht und könnte falsche Erwartungen hegen.

Das schmälert aber in keinster Weise deine Leistung und deine megastarke Entwicklung! Nicht dass du das jetzt missverstehst! :)

13.01.2018 08:01 Uhr - Necron
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@TheRealAsh
Also bei dem Roman muss ich passen. Aber wie du schon signalisierst wohl ein Buch das man gelesen haben sollte...

@Insanity667
Alles cool, ich geb hier jetzt nicht den Sonny ;)
Und da ich es "fast" mit reingenommen hatte in die Review, zeigt auch nur wie nah wir da wieder zusammen sind.

13.01.2018 08:21 Uhr - Necron
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Aber auch um konstruktive Kritik umsetzen zu können (und es ließ mir irgendwie doch keine Ruhe...) habe ich den Handlungsabsatz nachträglich eingefügt, der Einfachheit halber FETT markiert.

Auch eine gute Metapher darauf das konstruktive Kritik nicht umsonst sein muss. ;)

13.01.2018 09:46 Uhr - Insanity667
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Porno! :) Jetzt bin ich böser Nörgler zufrieden! :P

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