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JasonXtreme
Level 12
XP 2.461
Eintrag: 15.01.2018

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Detroit

Herstellungsland:USA (2017)
Standard-Freigabe:FSK 12
Genre:Drama, Krimi, Thriller, Historie

Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,50 (2 Stimmen) Details
inhalt:
Mit 43 Toten, 1.189 Verletzten, über 7.200 Verhaftungen und mehr als 2.000 zerstörten Gebäuden gingen die durch eine Polizeirazzia in einer Bar ohne Ausschankgenehmigung ausgelösten Bürgerrechtsaufstände in Detroit Ende der 1960er Jahre als eine der bedrohlichsten Ausschreitungen ihrer Art in die US-Geschichte ein. Kathryn Bigelows neustes Werk fokussiert sich auf die schreckenerregenden Ereignisse eines Abends während der Bürgerrechtsaufstände in Detroit: Als zwei Tage nach Beginn der Rebellionen auf der Anlage eines Motels Pistolenschüsse gemeldet werden, rückt die Polizei mit einem Großaufgebot an. Statt sachlich zu ermitteln, kommt es zu einer von Vorurteilen und Gewalt geprägten Razzia. Die anwesenden Motelgäste müssen sich einem gefährlichen Verhör unterziehen – in Isolation sollen sie durch Einschüchterung zum Geständnis gedrängt werden. Das lebensbedrohliche Machtspiel eskaliert und bringt schwerwiegende Folgen mit sich…
eine kritik von jasonxtreme:

Wirklich viele Filme hat die amerikanische Regisseurin Kathryn Bigelow in ihrer bisherigen Laufbahn nicht auf dem Zettel, aber dafür (in meinen Augen) qualitativ sehr hochwertige! Mit Near Dark – Die Nacht hat ihren Preis legte sie einen wohl einzigartigen Vampirfilm hin, gefolgt von Blue Steel, einem Thriller der mir persönlich auch heute noch gefällt, trotz seiner Einfachheit. Gefährliche Brandung mit Swayze und Kenau Reeves rockt einfach nur, dicht gefolgt vom Sci-Fi Millenium-Thriller Strange Days. Für The Hurt Locker – Tödliches Kommando bekam Bigelow dann sogar einen Oscar für die beste Regie, auch das  Folgewerk Zero Dark Thrity wurde für fünf Oscars nominiert. Dank dieser Vita freute ich mich ungemein auf ihr neuestes Werk Detroit, sofort als ich den dazugehörigen Trailer gesichtet hatte.

Die Story führt uns ins Jahr 1967 in besagte Stadt Detroit, die nebenbei größte Stadt im Bundesstaat Michigan. Dank der boomenden Automobilbranche zog es massenhaft Immigranten und Schwarze aus den Südstaaten in die Stadt, die dadurch in den 50er und 60er Jahren zwischen 1,8 und 1,6 Millionen Einwohner hatte. Zum Vergleich: Heute sind es noch ca. 700.000, davon ca. 80 % Afroamerikaner! Nach einer Polizeikontrolle in einer illegalen afroamerikanischen Bar brachen unverhofft Rassenunruhen aus, die Tage anhalten sollten. Inmitten der Plünderungen wurde die Nationalgarde eingesetzt. Die Musiker der Band The Dramatics gehen mit zwei weißen Mädchen ins Algier Motel um dort etwas abzuhängen. Einer der Leute schießt aus Übermut mit einer Schreckschußwaffe aus dem Fenster, was drei rassistische Polizisten auf den Plan ruft…

Genauer möchte ich auf die Handlung eigentlich nicht eingehen, und ich möchte alle Leute auch bitten, sich mit dem realen Vorfall erst nach Genuss des Films auseinanderzusetzen, um sich die Spannung der Geschichte nicht nehmen zu lassen. Ich ging selbst ohne Vorwissen an Bigelows Film heran, und war selbst überrascht von ihrer Herangehensweise an Detroit. Der Film gliedert sich grob in drei Bereiche. Der Anfang zeigt kurz die Razzia, ohne dabei groß auf einzelne Personen einzugehen, gefolgt von einer mehr oder weniger dokumentarischen Collage an Szenen der Unruhen, Anrücken der Nationalgarde, Klärung der Gesamtsituation sozusagen. Dann erst wird langsam in Richtung der im Film bedeutsamen und agierenden Personen gerückt.

Die drei Polizisten um Philip Kraus werden krass aber bezeichnend eingeführt, das allgemeine Chaos immer im Rücken des Zuschauers. Schon lernt man die Jungs der Band Dramatics kennen, die ihren Abend im Algier verbringen wollen, die Schüsse, und das Gezeigte dreht sich abermals. Von da an gibt es knapp eine Stunde ein superintensives, fast greifbares und sehr hartes Kammerspiel, dass sich fast ausnahmslos im Flur des Algier Motel abspielt. Nach diesem Hauptteil folgt dann abermals ein Richtungswechsel, und als Abhandlung und Resümee des Ganzen schwenkt Bigelow Richtung Justizdrama. Diese ganzen Wechsel gelingen ihr ziemlich gut, lediglich die erste halbe Stunde hätte man sich etwas zusammenhängender gewünscht.

Dennoch verständlich, da sich die Regisseurin absolut auf den Hauptteil konzentrierte, in dem eine so dichte Atmosphäre vorherrscht, dass man meint die Luft schneiden zu können, die Angst zu spüren. Glücksgriff dabei sind im Grunde alle Darsteller, allen voran aber Will Poulter (Wir sind die Millers, Maze Runner) als hasserfüllter und berechnend gnadenloser Philip Krauss. John Boyegas (Star Wars: Das Erwachen der Macht) Charakter fungiert fast nur als Beobachter, und dennoch ist seine Rolle einer der tragenden Charaktere für die Story. Anthony Mackie (Marvels Avengers) , Algee Smith und alle anderen Darsteller der afroamerikanischen Besucher des Motels machen ihre Sache ausnahmslos super! Aufgrund der gezeigten Aufnahmen und Aktionen hier halte ich die FSK 12 für äusserst fragwürdig, das muss definitiv gesagt werden! Blutige Einschüsse, Quälereien und heftige Beleidigungen sind hier ständiger Begleiter, und verdeutlichen die ausweglose Situation die dort herrschte.

Die realen Bezüge sind wohl nicht vollständig zu klären gewesen damals, was aber auch der Hergang und die eigentlichen Taten zeigen sollten. Verlässliche Aussagen ect. gab es, wie die Verhandlung auch zeigt, um das Alles verfilmen zu können nimmt sich Bigelow aber natürlich auch einige Freiheiten, die aber so groß nicht gewesen sein dürften. Dies bestätigte auch Melvin Dismukes, dessen Charakter John Boyega hier spielt. Diese Tatsache räumt Bigelow im Abspann aber auch ein. Wieder einmal zeigt uns aber die Realität, wie grausam der Mensch sein kann, und vor allem wie die Maschinerie damals in den USA so lief, und teilweise auch bis heute noch läuft. Bigelow hat mit Detroit nicht nur ein Drama mit 60er Jahre Zeitkolorit geschaffen, sondern ein Mahnmal gegen Rassenhass und Gewalt, trotz der nicht von der Hand zu weisenden Tatsache, dass die Bevölkerung an den Unruhen im Grunde die alleinige Schuld trägt, wenn man sich die Gründe für deren Ausbruch mal vor Augen ruft. Für Freunde von Filmen denen wahre Begebenheiten zugrunde liegen ist Detroit ein gefundenes Fressen, was das handwerkliche angeht hat Bigelow ein weiteres Mal bewiesen, dass ihr Name für Qualität steht!

 

Wertung 8,5 - 9/10

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Kommentare

15.01.2018 11:04 Uhr - dicker Hund
1x
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Was Neues von Bigelow? Immer doch. Und wenn's dann noch extrem besprochen ist, um so lieber;-)

Tante Edith:
Im letzten Absatz sind die "aber"-Termiten im Sprachholz. "Freunde von Filmen, denen wahre Begebenheiten zu Grunde liegen,"

15.01.2018 12:16 Uhr - Intofilms
2x
Da hast du wieder mal gezeigt, wo der Hammer hängt, Jason! Das ist eine herausragende Rezi. Danke! :))
Den Film hätte ich mir zwar sowieso nicht entgehen lassen. Dennoch beruhigend und irgendwie noch einmal bestärkend, was du hier so alles zusammengetragen hast. Ich habe vor ein paar Wochen schon mal eine Radiorezension zu diesem Film gehört. Vollkommen perfekt ist er wohl nicht ganz (ein paar kritische Untertöne klingen ja auch bei dir an). Aber dennoch rundum empfehlenswert. Was ich dort jedoch besonders schön fand und sich deshalb bei mir festgesetzt hat: Bigelow sei derzeit der fähigste Actionfilmer in Hollywood! :))

15.01.2018 13:00 Uhr - tschaka17
1x
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Hab ich im Kino nicht mehr geschafft, wird dann Zuhause gesichtet. Kritiken sind bisher ja sehr gut, Bigelow hat auch ordentlich Talent. Wobei mir Point Break nicht so gefallen hat, dafür war Hurt Locker richig stark!

15.01.2018 15:35 Uhr - Necron
1x
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Wie tschaka17 habe ich selber es leider auch nicht mehr mit dem Kino geschafft. Aber auf Scheibe in jedem Fall und deine wohlformulierte, wie vorfreudesteigernde Review ist da jetzt genau das richtige. :)

Bigelow!

15.01.2018 17:18 Uhr - Insanity667
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Xtreme saubere Vorstellung! :) Kathryn Bigelow, was hat die Frau nicht für geile Filme gemacht? Du sagst es ja, es waren nicht viele, aber so ziemlich alle ein Volltreffer! Dementsprechend bin ich auch schon heiß auf die Heimkinoversion von "Detroit"!

15.01.2018 20:07 Uhr - NoCutsPlease
1x
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Coole Kritik von Ghettobruder Jason! ;)
Mich hatte ja bereits der Trailer für den Film begeistern können und die Rezi unterstützt das Ganze.

Wuffi:
"zugrunde liegen" ist völlig legitim

15.01.2018 21:15 Uhr - TheRealAsh
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Hatte ich hat nicht als neuen Bigelow auf dem Schirm, schade, verpasst. Danke für den guten reminder

15.01.2018 21:57 Uhr - dicker Hund
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15.01.2018 20:07 Uhr schrieb NoCutsPlease
Coole Kritik von Ghettobruder Jason! ;)
Mich hatte ja bereits der Trailer für den Film begeistern können und die Rezi unterstützt das Ganze.

Wuffi:
"zugrunde liegen" ist völlig legitim


Jason hat da schon was editiert...

16.01.2018 09:03 Uhr - JasonXtreme
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Jap habs auf Hundis Tipp hin editiert :-) danke dafür!

16.01.2018 16:18 Uhr - Tom Cody
1x
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Top-Rezension zum letzten Bigelow-Film. Das Thema ist ja leider heute immer noch brandaktuell (Unter Obama ist es nicht viel besser geworden und dieser präpubertäre Narzisst Trump gießt noch zusätzlich Öl ins Feuer).

Obwohl ich seit über 25 Jahren ein Fan von Miss Bigelow bin, ist mir "Detroit" im Kino irgendwie durch die Lappen gegangen. Egal, der wird sofort gekauft, wenn er auf Blu-ray erscheint (Irgendeine, pardon, Scheiß-Raubkopie oder Streaming-Variante kommt mir nicht ins Haus!).
Umso besser, dass der Film bei dir ebenfalls so gut wegkommt wie bei vielen anderen Reviewern. Da hab' ich dann was, worauf ich mich freuen kann.

PS: In deiner Bigelow-Filmographie, die ja jetzt auch nicht vollständig sein soll, fehlt noch die Auftragsarbeit "K-19" (kann man sich ansehen, ist aber nicht so der Überflieger) und der Streifen "The Weight of Water", den eh kein Schwein kennt...ich übrigens auch nicht.

Ich habe vor Jaaahhren mal im WDR Bigelows (Co-)Regiedebüt gesehen, das Bikerdrama "The Loveless". Gar nicht mal übel. DEN sollte man eigentlich mal wiederholen, statt beispielsweise jeden dämlichen "Tatort" wieder und wieder durch die dritten Programme zu nudeln.

17.01.2018 14:04 Uhr - JasonXtreme
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Besten Dank Mr. Cody! Gekauft wird der von mir auch noch, ich hatte nur die US-Scheibe von meinem Bekannten am Start - also auf deutsch dann eh nochmal ein "Neuerlebnis"^^

K19 ist wirklich ansehbar, aber aus den von Dir genannten Gründen hab ich den mal weggelassen - ebenso Weight, da ich den auch nie gesehen habe

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