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dicker Hund
Level 12
XP 2.257
Eintrag: 16.02.2018

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Blubberella

Herstellungsland:Deutschland, Kanada (2011)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Action, Komödie

Bewertung unserer Besucher:
Note: 6,50 (2 Stimmen) Details
inhalt:
Halb Vampir, halb Mensch und auf jeden Fall mordsgefährlich, liebt Blubberella nichts mehr als Nazis zu töten und dicke Truthahn-Sandwiches zu verzehren. Nun wird Blubberella in ihrem unerbittlichen Kampf gegen jede Art von Tyrannei und kreativ eingesetzte Küchengeräte mit ihrem größten Feind konfrontiert - einer Legion untoter Nazisoldaten und ihren erbarmungslosen Anführern, dem dämonischen Kommandanten, dem verrückten Doktor und dem blutrünstigen Leutnant. Gleichzeitig muss sie sich mit ihrer despotischen Mutter, Widerstandskämpfern Nathaniel und "Vadge" im Transvestiten-Look, zweifelhaften S&M-Spielen sowie Hitler persönlich und seinen verrückten Brettspiel-Qualitäten auseinandersetzen. Doch Blubberella - die Urgewalt - lässt sich durch nichts und niemanden aufhalten!
eine kritik von dicker hund:

Uwe Boll, die Vierte. Einen Film wie "Blubberella", eine so genannte "funny version", kann man sich nur back to back mit dem aufs Korn genommenen Vorbild oder zumindest sehr zeitnah zu jenem zu Gemüte führen, eben so, wie das Produkt seinerseits erstellt wurde. Die Grundidee besteht darin, "BloodRayne: The Third Reich" dadurch zu karikieren, dass die Hauptrolle ausgetauscht wird. Man betrachtet also denselben Streifen mit teilweise identischen Szenen, hat aber nicht mehr Natassia Malthe als lederverpackten "Dhampir" vor sich.

Stattdessen bekommt man es mit der fülligen Lindsay Hollister, alias Blubberella, wie Rayne hier umgetauft wurde, zu tun. Sie wohnt in einem niedlichen rosa Mädchenzimmer, trägt dort plüschige Hausschuhe und betrachtet eine Persiflage von Andy Warhols wohl bekanntestem Bild, auf dem sie selbst beim Hähnchenverschlingen zu sehen ist. Im Hinterzimmer befindet sich ein üppig mit Fleisch gefüllter Kühlraum. Mithin gibt es ein einzigartiges neues Set zu entdecken. Und das ist mehr als wörtlich zu nehmen, spielt doch die restliche Screentime vor den bekannten Kulissen des veräppelten Vampirflicks - mit im Übrigen identischer Besetzung. Teilweise sind die Dialoge wörtlich übernommen, meistens wurden sie jedoch um Situationskomik oder diverse Kalauer ergänzt beziehungsweise hierdurch verzerrt.

Der so entstehende Humor (10/10) prägt diese zur Satire gewordene "BloodRayne"-Variante mit nicht selten tabulosen Spitzen. Beispielsweise glaubt Blubberella irrtümlich, ihre in der eigentlich noch internetfreien Zeit des Dritten Reichs vereinbarten Online-Dates mit jüdischen Männern würden daran scheitern, dass diese Rückzieher machen und sie versetzen. Doch nicht etwa wegen ihres Äußeren? Tatsächlich, wie sie geradezu erleichtert feststellen kann, wurden sie deportiert. Da gehört erst einmal von einem schwulen Widerstandskämpfer Raumdeo in den Reichsbahnwaggon voller inhaftierter Shoa-Opfer gesprüht, weil es dort ja stinkt. Wer solcherlei Fettnäpfchenzertreter unerträglich findet, wird gute Argumente hierfür haben, ist jedoch aller Wahrscheinlichkeit nach schon mit Lichtgeschwindigkeit aus dem vorangegangenen Naziploitation-Universum geflüchtet.

Ansonsten kann man "Blubberella" schon als beinahe harmlos bezeichnen. Eingangs gibt es sporadische Schuss- und Stichverletzungen zu sehen; danach geht es fast vollkommen blutleer zu (Gewalt 3/10). Damit wurde die Chance auf einen krachigen Fun-Splatter verschenkt, der womöglich gerade aufgrund seiner Inkorrektheit und seines debilen Witzes reichlich Potential gehabt hätte. Fast zwangsläufig ist auch der Horror (3/10) auf eine Prise zurückgefahren. Diese lässt sich dezent herausschmecken, wenn das Geschnippel von Dr. Mangler an einem Untoten nach wie vor sichtbar bleibt, obwohl es die Kreatur inzwischen mehr zu kitzeln als zu quälen scheint. Selbst der Sex (4/10) hat das Bremspedal gefunden, geht es doch im Bordell jetzt ein bißchen weniger freizügig zu, weil Hollister nicht blank zieht. Dafür lässt sich die ausweislich ihrer Rolle eigentlich promiskuitive Figur lediglich mit dem Nudelholz massieren.

Wirklich übel nimmt man der Hauptdarstellerin letzteren Widerspruch indes nicht. Viel zu motiviert und geradezu verspielt schlüpft sie in ihr alter ego und lacht alle Dicken-Klischees mit einem unwiderstehlichen Charme weg. Als "Fettläuferin" futtert sie ständig mit Begeisterung eiweißreiche Kost, führt klobige und doch tänzelnde Bewegungen aus und wanstet einen Nazischergen kurzerhand aufs Bett. Ihr Alptraum in Gestalt eines "Risiko"-Spiels mit Hitler und Nathaniel, ersterer gespielt vom Regisseur höchstpersönlich, kann da schon als ein kleiner Höhepunkt empfunden werden, dabei nicht einmal als vorzeitiger seiner Gattung. 

"Ich hab' zuerst fick Dich gesagt!"

Die Spielfreude der Schauspieler ist bei dieser groben Posse nicht zu übersehen. Sie suhlen sich geradezu in eindeutiger Ironie und frontaler Albernheit, die sie vielleicht gar als Entschädigung für ihre Pflicht zur Mitwirkung am Original wahrnehmen. Sicherlich sitzt längst nicht jeder Gag, und gewiss sind manche Wiederholungen mit geringer Abänderung zum Vorbild wie das Geflirte zwischen dem "Zigeunerin"-Vampir im Käfig und Dr. Mangler ziemlich ermüdend - ganz zu schweigen von den auf ein Minimum reduzierten Exploitation-Zutaten. Und doch: Hollister trägt den Film fast alleine. Ihre uneitle Selbstdarstellung und ihre subtile "Voluptuous Vixens"-Erotik fahren wie grelle Sonnenstrahlen durch die Bescheidenheit dieses Bollwerks, so dass es dann irgendwie doch noch in Ordnung geht (6/10 Punkten). So sah das auch die FSK, die mit einer angemessenen 16er-Freigabe reagierte.

6/10
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Kommentare

16.02.2018 16:46 Uhr - (sic)ness_666
2x
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Schöne Rezi zu einem absoluten Spaßfilm. Der ist übrigens entstanden weil Lindsay Hollister, Boll fragte ob er nicht mit ihr einen weiteren Film machen könne, da sie gerne wieder mit ihm arbeiten würde. Vorher haben die beide schon bei "Postal" zusammengearbeitet. Und da sich die beiden (und der restliche Cast) so gut verstehen, haben sie halt diesen Blödelfilm gemacht, welcher selbst Herrn Boll mitunter zu doof ist. :D

Aber den muss man wie "House of the Dead - Funny Version" direkt nach der vorlage anschauen und man kann sehr gut ablachen.

16.02.2018 19:36 Uhr - Punisher77
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DB-Helfer
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Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass dieser Film was für mich ist...ist einfach nicht mein Ding, bzw. mein Humor.

Das Review ist dagegen wie gewohnt hervorragend und bietet eine nachvollziehbare Argumentationskette - well done!

16.02.2018 20:32 Uhr - cecil b
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DB-Co-Admin
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Ein spitzenmäßiger Eindruck vom Film!

Bei Boll....gehöre ich in der Regel zur Masse. Ich weiß nicht was das soll, was er da fabriziert. Aber ich bin auch recht unerfahren, was das berühmt berüchtigte Bollwerk angeht. Ausgerechnet dieser Film könnte durch die Konsequenz etwas für mich sein. Vielleicht. ;)

16.02.2018 20:58 Uhr - naSum
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Ach Bello, den Film hast du doch nur geschaut, weil in der Inhaltsangabe von dicken Truthahn Sandwiches die Rede war. Oder warum tut man sich sonst das vierfache Bollwerk an?

16.02.2018 21:59 Uhr - Insanity667
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DB-Helfer
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Erfahrungspunkte von Insanity667 1.592
Gott hab ich mich weggeschmissen bei diesem groben Unfug! Hahahahahaaa! Meine Boll-Wertung, die stets im 4er bis 6er Bereich angesiedelt ist, schlägt hier FAST schon nach oben Richtung 7 aus! :P Spaßige Rezi, da hat sich das Warten gelohnt!

17.02.2018 00:37 Uhr - TheRealAsh
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Erfahrungspunkte von TheRealAsh 1.012
ich muss sagen, dass du mir den hier mit deiner schönen Rezi fast schmackhaft machst. Ich kenne von Boll bis auf den Schmeling-Film ja tatsächlich nichts. Das sieht irgendwie lustig aus und hört sich auch so an. 6 Möterpunkte sind ja durchaus eine Empfehlung

17.02.2018 01:09 Uhr - dicker Hund
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Erfahrungspunkte von dicker Hund 2.257
Vielen lieben Dank Euch allen!

Und nein, von einer Empfehlung würde ich frühestens ab 7 Punkten sprechen, Truthahn-Sandwich hin oder her;-)

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