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tschaka17
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Eintrag: 12.02.2018

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Joint Security Area

(Gongdong gyeongbi guyeok JSA)
Herstellungsland:Südkorea (2000)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Drama, Thriller
Alternativtitel:JSA - Joint Security Area
J.S.A.: Joint Security Area
JSA: Joint Security Area

Bewertung unserer Besucher:
Note: 9,00 (3 Stimmen) Details
inhalt:
Die JSA (Gemeinsame Sicherheitszone) ist ein Landstreifen entlang der Grenze zwischen Nord – und Südkorea; dieser Teil der Entmilitarisierten Zone steht unter der Kontrolle der NNSC (Aufsichtsbehörde der neutralen Nationen). Das bekannteste wie berüchtigste Bauwerk innerhalb der JSA ist die "Brücke ohne Wiederkehr", Schauplatz vieler Gefangenenaustausche sowie einer der unmittelbarsten Reibungspunkte zwischen den beiden Staaten und Systemen. Auf dieser Brücke kommt es eines Tages zu einem Zwischenfall: Ein nordkoreanischer Soldat wird erschossen aufgefunden, der mutmaßliche Täter, ein Soldat der Gegenseite, liegt schwer verwundet im Krankenhaus. Sophie Jean, eine Schweizer Soldatin koreanischer Abstammung, soll die Hintergründe dieser Tat ermitteln. Bald entdeckt sie, dass mehr im Spiel ist als fehlgeleiteter Parolengehorsam, und dass die beiden mehr gemeinsam haben, als sie nach außen hin je zugeben werden.
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von tschaka17:

Was bieten Sie mir, wenn ich Ihnen sage, was da wirklich war?

Gemeinsamer Sicherheitsbereich. Dies bedeutet Joint Security Area grob übersetzt. Kritischste gemeinsame Grenze der Welt wird wohl unzweifelhaft die zwischen Nord- & Südkorea sein. Und genau hier spielt auch der Film aus dem Jahr 2000 von Regisseur Park Chan-wook, dem Mann hinter Filmen wie Oldboy oder Stoker. Doch obwohl hier ein Südkoreaner am Werk ist, beinhaltet der Film weder großartige Propaganda noch provozierende Inhalte. Eigentlich handelt es sich auch nicht wirklich um einen Thriller, sondern mehr um ein freundschaftliches Drama.

Die Ausgangslage ist auch relativ klar. Ein südkoreanischer Soldat hat in einem nordkoreanischen Wachgebäude zwei Nordkoreaner getötet. Während er dies als Notwehr aufgrund einer Entführung darstellt, reden die Nordkoreaner von einem Überfall. Beide Seiten beharren auf ihren propagandistisch festgelegten Feindbildern und die betroffenen Soldaten schweigen. Was genau ist denn eigentlich passiert? Um einen internationalen Zwischenfall zu verhindern soll eine unabhängige Ermittlerin der Schweizer Armee diese Frage klären, welche selbst koreanische Wurzeln hat. Allerdings legen ihr die zuständigen Stellen vor Ort Steine in den Weg und an einer richtigen Aufklärung scheint kaum jemand interessiert.

Was zunächst klingt wie ein wendungsreicher Thriller offenbart schnell einen tieferliegenden Grund. Der folgende Spoiler ist deswegen eher kein wirklicher, denn schon früh im Film wird dieser Punkt geklärt. Nord- und südkoreanische Wachleute an einer Brücke haben sich angefreundet. Dazu gibt es natürlich auch eine Vorgeschichte, welche hier jedoch eher nebensächlich ist. Im Prinzip erzählt der Film deswegen zwei Geschichten. Einerseits gibt es eine Ermittlergeschichte mit Befragungen und Untersuchungen. Andererseits gibt es die Nebenhandlung der Freundschaftstwicklung zwischen den Soldaten. Nebenhandlung? Während die Ermittlerstory passabel lose Ende zusammenschnürt berührt der persönliche Kontakt eigentlicher Todfeinde besonders. Schon der Übertritt der Grenzlinie wird als Hochverrat geahndet, an der gemeinsamen Linie wird sich schon über rüberragende Schatten beschwert. Und in dieser Situation finden sich Menschen. Einfach nur Menschen. Im Kampf müsste man sich töten, in der Nacht alleine an der Grenze spielt man Karten oder feiert Geburtstage. Oft spricht man vom totalen Wahnsinn, hier trifft es diese Aussage ziemlich exakt.

Namen wären hier fehl am Platz. Die Ermittlerin aus der Schweiz spielt überzeugend, ihr Wille die Wahrheit zu finden gegen alle Umstände wirkt authentisch. Besonders relevant sind aber natürlich die betroffenen Soldaten. Auf beiden Seiten gibt es eine Hauptfigur, der Südkoreaner ist von seinen Tötungen schockiert und der Nordkoreaner ein ganz realistischer Mensch. Er erfreut sich an den Angenehmlichkeiten des Westens, würde jedoch nie seinen Staat verraten. So bleibt trotz der Freundschaft immer gebührender Respekt zur Herkunft.

Mankos gibt es bei Inszenierung. Die Settings sind schön, von Militärgebäuden über die kleine Grenzbrücke mit den Wachgebäuden bis hin zu Feldern mit Landminen. Ordentlich ausgewählt und realisitsch. Problematisch ist jedoch die mäßige Alterung mancher Einstellungen. Um ehrlich zu sein: Der Film wirkt etwas altbacken. Gerade der Beginn ist schon arg zum Schmunzeln, da fehlt nur noch der Off-Sprecher, welcher dramtisch das Gesehene beschreibt. Spannung gibt es genug, jedoch entsteht diese durch die Geschichte und nicht unbedingt durch die Inszenierung. Wobei letztere auch weit von schlecht entfernt ist. Wirklich gelungen ist allerdings die Szene im Feld. Und auch an der Grenze gibt es einige spaßige oder ernste Situationen. Ebenso ist das Ende sehr clever gemacht! Insgesamt sehr solide Arbeit, für meinen Geschmack stellenweise ein wenig steif. Persönliche Einschätzung.

Gibt es viel mehr zu sagen? Eigentlich nicht. Joint Security Area lebt von seiner unkonventionellen Freundschaftsgeschichte. Der Rest der Story ist passabel bis gut. Das Setting passt, die Musik ist unspektakulär und der Cast überzeugt. Insgesamt ein eher unbekannter Film, welcher jedoch einen Blick wert ist. Sofern man sich für das Thema interessiert. Abschließend spreche ich eine Empfehlung aus, die Punkte sind hier eher nebensächlich. Abzüge für die Inszenierung sind hier stark meinem persönlichem Geschmack geschuldet und generell bin ich kein besonderer Freund südkoreanischer Werke. Hier war ich jedoch stark interessiert.

7-7,5/10

7/10
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Kommentare

12.02.2018 15:57 Uhr - sonyericssohn
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Auch wenn das Thema doch etwas brisant ist scheint die Umsetzung wohl doch zu hängen. Aber interessanter Beitrag !

By the way: Der Film ist wirkt etwas altbacken.
Klingt schräg ;-)

13.02.2018 08:18 Uhr - JasonXtreme
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Bombenfilm, ich würde eine 9 raushauen!

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