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tschaka17
Level 7
XP 710
Eintrag: 12.02.2018

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Die Taschendiebin

(Agassi)
Herstellungsland:Südkorea (2016)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Drama, Erotik/Sex, Liebe/Romantik,
Thriller, Mystery
Alternativtitel:The Handmaiden

Bewertung unserer Besucher:
Note: 9,14 (7 Stimmen) Details
inhalt:
Korea in den 1930er Jahren. Die schöne, aber unnahbare Lady Hideko lebt mit ihrem dominanten Onkel Kouzuki und ihrem ererbten Vermögen in einem abgelegenen Anwesen, dessen Herzstück eine hingebungsvoll gepflegte und bewachte Bibliothek ist. Kouzuki sammelt und verkauft Bücher voll schonungsloser Erotik, die Hideko zahlungskräftigen Herren vorlesen muss, um so den Preis der Bücher in die Höhe zu treiben. Eines Tages kommt ein neues Dienstmädchen, die junge und naive Sookee, ins Haus von Lady Hideko. Doch das Mädchen hat ein Geheimnis: Sookee ist eine Taschendiebin und Betrügerin, engagiert, um Hideko dem gerissenen Grafen Fujiwara in die Hände zu spielen, der sie nach der Hochzeit um ihr Vermögen bringen will. Doch zwischen den beiden jungen Frauen entwickelt sich etwas Unerwartetes: ein ganz eigenes Begehren, eine ungeahnte Zuneigung, die die Karten der Macht neu verteilt.
eine kritik von tschaka17:

Alle spielen ihre Rollen so verdammt gut.

Interessenten einer Kritik ohne Spoiler verweise ich an dieser Stelle zur Rezension des Kollegen FranticFox. Diese beschreibt den Film sehr gut, ohne dabei relevante Handlungsstränge zu verraten. Hier folgen nun meine Gedanken und Eindrücke zum Werk, bei denen Inhalte und Twists intensiv beleuchtet werden.

Wow! Eigentlich bin ich kein großer Fan des asiatischen Kinos oder gar von Werken aus Südkorea. Mit Filmen wie Oldboy (2003), A Bittersweet Life (2005) oder The Man from Nowhere (2010) konnte ich nichts anfangen. Dies liegt an meinem persönlichen Geschmack, sind mir diese Werke meistens zu konstruiert bei Handlung und Personen und insgesamt einfach anstrengend zu schauen. Auch hier war meine Erwartungshaltung gesenkt: Zwar sind die allgemeinen Kritiken enorm positiv, ebenso wie die Wertungen, jedoch trifft dies eben auch auf alle anderen genannten Beispiele zu. Dazu eine Laufzeit von 144 Minuten, welche die Sichtung ein wenig herausgezögert hat. Am Ende ziehe ich meinen Hut. Park Chan-wook erzählt eine spannende, enorm wendungsreiche Geschichte, bei der kaum Dinge vorhersehbar sind. Die Inszenierung ist wundervoll und insbesondere der Score ist phänomenal!

Dabei startet die erste Stunde relativ verhalten in Bezug auf Twists & Turns. Wie schon Trailer und Inhaltsangabe verraten, wird Sook-hee als neues Dienstmädchen bei Fräulein Izumi Hideko eingeschleust. Sie soll die wohlhabende Frau dazu bringen, sich in ihren Boss zu verlieben. Dieser spielt Graf Fujiwara und möchte sich so das Vermögen erschleichen. Nach anfänglichem Zieren scheint die Hürde überwunden, sobald der alte Onkel das Haus verlässt starten beide Frauen die Flucht. Nach der erfolgten Heirat kommt dann der erste Hammerschlag für den Zuschauer. Laut Plan soll die Frischvermählte von ihrem neuen Gatten nun für verrückt erklärt werden und im Irrenhaus verrotten. Mit dem verdienten Geld würde Sook-hee die große Freiheit winken. Denkste! Vor der Anstalt wird auf einmal sie zum Fräulein ernannt und in die Zwangsjacke gesteckt. Mich persönlich traf diese Wendung vollkommen unvermittelt. Ok, nach knapp 60 Minuten waren schon viele Dinge geklärt, wo sollte die restlichen Minuten also hinführen? Aber damit hatte ich absolut nicht gerechnet. Von da an wird die Geschichte erneut von Beginn an erzählt. Hideko ist schnell klar, dass Fujiwara kein echter Edelmann ist. Um ihrem perversen Onkel zu entfliehen schmiedet sie mit dem Betrüger den Plan zur Flucht. So erleben wir nun etliche Situationen wiederholt, nur diesmal aus anderer Perspektive und mit anderen Intentionen. Aus dem so naiven und zerbrechlichen Fräulein wird eine berechnende, harte Frau. Die Grundlage dafür bekommen wir als Hintergrundgeschichte geliefert. Aus "Das Fräulein liest dem Herren etwas vor" wird ein Moloch schweinischer Perversionen. Onkelchen strebt an die Nichte ihres Geldes wegen zu heiraten. Und seine Buchsammlung besteht aus versauten Schriften, welche Hideko als junges Kind zu lesen gelernt hat. Einem Kreis illustrer Männer verschafft Hideko vollste Befriedigung, wenn sie wortmalerisch und teilweise visuell Sexgeschichtchen präsentiert. Sowas hatte ich nicht wirklich erwartet, ach, das kam wie ein Paukenschlag. So wandelt sich das Fräulein abermals von der bösen Frau hin zum Opfer. Doch weitere Twists folgen. Hideko ist von der Naivität und Offenheit Sook-hees überrascht und ihre Abscheu gegenüber Männern wandelt sich in Liebe zu einer Frau. Also schmieden beide Damen einen Plan, um den Betrüger zu betrügen. Was folgt ist die Flucht aus dem Gefängnis und die Strafe sowohl für den Onkel als auch den vermeintlichen Grafen. Dessen Absichten hatte Hideko ihrem Onkel nach seiner Abreise noch mitteilen lassen und der vielfach thematisierte und dämonisierte Keller unter der Büchersammlung bleibt nicht nur ein stilistisch angedeutetes Mittel. Hier wird nun vom Onkel munter gefoltert und gelüstet! Jedoch ist auch der Betrüger nicht dumm und tötet sich und den Sadisten mit tödlichem Zigarettenrauch. Der einzige Twist, welcher offensichtlich angedeutet und einfach erkennbar war.

So komplex die wahnsinnige Geschichte auch ist, so clever wird sie erzählt. Viele Szenen sieht man doppelt, nur aus verschiedenen Kameraperspektiven. Das wundervolle Setting der 30er-Jahre rahmt die Handlung magisch ein: Ein tolles Landhaus, alte Schiffe und einfach ein ungemeiner Flair der Zeit flimmern über den Bildschirm. Dabei sieht man überall die Liebe zum Detail, seien es kleine Elemente oder wirklich die penible Genauigkeit bei den wiederholten Situationen. Die Kamera folgt Personen eben nur so weit, wie sie keine Handlungsstränge verrät. Ruhig und erhaben lässt sie sowohl die Umgebung als auch Schauspiel und Geschichte wirken. Vorzügliche Arbeit! Effekte, derer es zwar nur wenige gibt, sind handgemachter Natur. Highlight ist die bombastische Musik: Treibend und verträumt, an manchen Stellen düster und vereinzelt auch konträr zur Situation ist der Soundtrack an sich schon ein Genuss! Einfach mal reinhören, insbesondere Freunde klassischer Musik kommen hier voll auf ihre Kosten.

Natürlich trägt auch der Cast zum Gesamtkunstwerk bei. Namen sind hier eher unnötig, deswegen nutze ich weiterhin die Charakternamen. Sook-hee als gierige Taschendiebin, welche ihr Herz trotzdem am rechten Fleck hat überzeugt vollkommen. Sie muss ein wenig gegen ihre Natur spielen, denn das Dienstmädchen liegt der quirligen Dame nicht. Aufpassen! Im Film. Denn dort muss die dreiste Diebin als unterwürfige Dienerin auftreten, was zwangsläufig zu manch interessanter Situation führt. Auch Sook-hees Begeisterung für Fräulein Izumi Hideko wirkt sehr authentisch und ehrlich. Damit wären wir dann auch bei besagter Hausdamen, welche eigentlich zwei Rollen spielt. In der ersten Hälfe ist sie naiv, verletzlich und lebensunerfahren. Ein einfaches Opfer. Die Wandlung zur hinterlistigen Frau, welche Sook-hee manipuliert hat schafft sie mühelos. Schaut man die Szenen noch einmal, nur eben mit besserem Wissen ist man oftmals sprachlos, wie gut die Täuschung funktionert hat! In der Rolle als unfreie Dame des Hauses mit einem grässlichen Onkel erhält sie zugleich die Sympathien zurück, welche sie für ihre Hinterlistigkeit verloren hat. Selbst der vermeintliche Graf Fujiwara ist nicht nur ein böser Gauner. Ehrlich gesagt ist sein Plan ziemlich gut durchdacht, mit einer Verbündung beider Frauen war auch schwer zu rechnen. Ein Ass im Ärmel hat der Betrüger stets übrig. Am Ende erhält er seinen verdienten Lohn, scheint darüber jedoch nicht so betrübt zu sein. Bleibt also noch der perverse Onkel, welcher in der ersten Hälfte kaum auftritt. Seine erste Szene ist gefühlt die Drohung an Hideko, sie solle an den Keller denken. Erst dann lernen wir das Schwein richtig kennen... und verabscheuen. Welcher Mensch würde solche Dinge einem jungen Mädchen antuen? Inzest spielt auch eine Rolle und insgesamt ist der Mann simpel gesagt ein sadistischer Drecksack. Immerhin erhält er zum Schluss die gebührende Quittung!

Die Taschendiebin ist ganz großes Kino. Zwar erreicht der Film in den ersten 50-60 Minuten nur das Niveau "gut", jedoch lohnt sich diese Zeit um dann richtig durchgewirbelt zu werden als Zuschauer. Fazit: Interessante und packende Grundgeschichte; unvorhersehbare Wendungen; fein aufspielender Cast; tolle Inszenierung mit viel Liebe zum Detail; grandiose Musik. Und sogar etwas für Nicht-Genreliebhaber! Dementsprechend eine dicke Empfehlung, sofern die Stimmung passt. Das Werk verdient in seinem Sektor 9-9,5 Punkte, von mir gibt es im Kontext aller Filme etwas weniger.

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