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Horace Pinker
Level 19
XP 7.810
Eintrag: 12.02.2018

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Hiruko - The Goblin

(Yôkai hantâ: Hiruko)
Herstellungsland:Japan (1991)
Genre:Horror, Fantasy, Komödie, Splatter

Bewertung unserer Besucher:
Note: 6,50 (2 Stimmen) Details
inhalt:
Eine dämonische Armee wartet hinter dem Tor zur Hölle auf ihre Befreiung. Der Dämon Hiruko konnte entkommen und versucht nun das Tor, welches direkt unter einer Schule liegt, zu öffnen. Eine bizarre Mordserie nimmt ihren Lauf und einige Schüler verlieren ihr Leben auf äußerst drastische Art und Weise. Die letzte Hoffnung der Menschheit sind Dr. Heida und sein Neffe Masso. Ausgerüstet mit speziellen Waffen versuchen sie Hiruko zu stoppen. Aber der Dämon ist weitaus mächtiger als sie jemals vermutet hätten. Ein unglaublicher Kampf beginnt.
eine kritik von horace pinker:

Nachdem sich Shinya Tsukamoto (Nightmare Detective 1&2) mit seinem 1989 veröffentlichten Langfilmdebut Tetsuo einen Namen bei Filmfans machte vergingen 2 Jahre, bis 1991 mit Hiruko the Goblin (Originaltitel: Yokai hanta: Hiruko) seine zweite Regiearbeit folgte. Basierend auf einem Manga von Daijiro Morohoshi (The Wall Man, Inferno), verfasste Tsukamoto gemeinsam mit Koji Tsutsumi (Teito taisen) das Drehbuch. Kurz zur Geschichte: Unter einer japanischen Schule befindet sich ein Tor zur Hölle, mitsamt einer Dämonenhorde. Durch einen unglücklichen Zufall wird dieses bei archäologischen Ausgrabungen geöffnet. Nun liegt es in den Händen eines Schülers und eines zerstreuten Archäologen die Tore wieder zu verschließen und die Monstren aufzuhalten.

Im Vergleich zu seinem populären Vorzeigewerk nährt sich Tsukamoto mit diesem Nachfolger, der eine Mischung aus Horror-, Fantasy- und Komödienelementen beinhaltet ein Stück weit dem Mainstream an. So wurde in Farbe gedreht, die Geschichte ist weitaus leichter zu verfolgen und es gibt auch bei weitem mehr Dialoge. Bemerkbar macht sich zudem, dass anders als bei einem Großteil seiner Werke, die sich urbanen Räumen widmen, diese kaum eine Rolle spielen.

Stattdessen liefert Kameramann Masahiro Kishimoto (Godzilla, Mothra and King Ghidorah: Giant Monsters All-Out Attack, Godzilla vs. SpaceGodzilla) einige wunderschöne Naturbilder sowie stimmungsvoll gruselige Aufnahmen der nächtlich leeren Schulkorridore. Ein weiteres Tsukamotisches Charakteristikum auf das hier weitestgehend verzichtet wurde sind die gehäuften und schnellen Schnitte, als Ausgleich gibt es dafür etwa den Einsatz von abwechslungsreichen von Nah- und Panoramaaufnahmen, POV-Aufnahmen und Kamerafahrten aus Sicht von Hiruko (Evil Dead lässt grüßen). Optisch vermitteln die Nachtszenen von Nebelbedeckten Wiesen und Wäldern, düsteren von Monstern bevölkerten Tunneln ein angenehmes Gothic Horror Flair. Musikalisch untermalt wird das Ganze von Tatsuhiro Umegaki (Saramanda), dessen Score passend zur Handlung zwischen gruseligen Rhythmen und heiteren Melodien alterniert.

Die Handlung um den Titelgebenden Hiruko ist zwar nicht unbedingt überdurchschnittlich originell und an manchen Stellen sogar etwa hanebüchen, entbehrt dafür aber auch nicht einen gewissen Unterhaltungswert. Positiv anzumerken ist zudem, dass bei einem Großteil der Nachtszenen ein recht hoher Spannungsgrad gegeben ist, es die ein oder andere gruselige Szene gibt und es auch die ein oder andere Überraschung gibt. Auch die Effekte sind weitestgehend gut gelungen. Das Creaturedesign ist recht cool und ohne Zuhilfenahme von CGI ausgeführt, so gibt es einerseits die (an Carpenters The Thing erinnernden) Menschenköpfe mit Spinnenbeinen, die auch diverse Mutationen/Veränderungen durchlaufen (so wachsen einem Exemplar etwa Flügel) und dann noch die mit Haiartigen Häuptern versehenen Dämonen. Auch der Härtegrad ist nicht zu verachten, so suppt es hier ordentlich wenn Blutfontänen aus den gerade enthaupteten Köpfen sprudeln, natürlich alles mithilfe von Practical Effects und dem guten alten Kunstblut umgesetzt. Dennoch sollte hier keine Splatterbombe a la Braindead erwartet werden, da sich die Zahl der Opfer vergleichsweise in Grenzen hält. Zudem gibt es noch einige interessante Ideen bezüglich des Vorgehens der Dämonen, etwa das diese Menschen beeinflussen, Halluzinationen erzeugen und diese sogar mental in den Selbstmord treiben können.

Kommen wir jetzt zum Negativen: Der Humor passt hier einfach nicht so wirklich rein und verdirbt den ein oder anderen Moment. So kann man es noch als charmanten Trash durchgehen lassen, dass die Ausrüstung des Archäologen eher an die Ghostbusters gemahnt (inklusive eines „Goblinsensors“), oder das diese mithilfe einer Sprayflasche bekämpft werden, jedoch fallen das konstante Overacting eines Großteils der Akteure, sowie die bemühte Tollpatschigkeit des Archäologen nach einer Weile etwas auf die Nerven. Zudem ist die Laufzeit von unter 90 Minuten imho an einigen Stellen etwas knapp geraten, da die Hintergründe der Protagonisten leider nur angerissen werden und auch auf die Herkunft Hirukos nur sehr kurz angedeutet und nicht weiter vertieft wird.

Tsukamoto selbst verzichtet diesmal auf einen Auftritt, stattdessen überlässt er Kenji Sawada (The Man Who Stole The Sun, Happiness of the Katakuris) als Hieda Reijirou und Masaki Kudou (Tokyo Heaven) als Masao Yabe die Hauptrollen. Wie bereits angedeutet setzt Sawada san für meinen Geschmack mit seiner übertriebenen Mimik und Gestik etwas zu sehr auf Overacting und auch allgemein ist mir seine Figur etwas zu überdreht (was man aber wohl eher dem Drehbuch anlasten kann). Kudou stellt seinen jugendlichen Helden, trotz gelegentlichen Over Acting, schon etwas besser dar und schafft es passend die Gefühlsregungen von Wut über Angst bis zu Entschlossenheit ordentlich zu vermitteln. Ansonsten ist noch der 2002 verstorbene Hideo Murota (Samurai Incarnation, Original Sin) als Watanabe erwähnenswert, der den Hausmeister der Schule zuerst schön durchgeknallt spielt und dabei an einen Slasherschurken erinnert und später seine tatsächlichen Hintergründe gut vermittelt. Die restlichen Darsteller haben weit weniger Screentime und bleiben auch insgesamt in ihrem Schauspiel eher durchschnittlich.

Bei der deutschen Veröffentlichung gab es keine Probleme, so erhielt der Film ungeschnitten das 16er Siegel der FSK.

Hiruko the Goblin ist zwar, vor allem wegen des oftmals unpassenden Humors, kein Höhepunkt in Tsukamotos Schaffen, aber dennoch insgesamt ein charmantes und unterhaltsames B-Monsterfilmchen mit einigen witzigen Ideen, guten Effekten und einer ansprechenden Optik. Dafür vergebe ich 7/10 Goblins.

7/10
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Kommentare

12.02.2018 20:02 Uhr - dicker Hund
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Um ein Review von Horace Pinker zu lesen, ist die Titelwahl allemal interessant genug. Ich finde es aber immer etwas schade, wenn halbherziger Klamauk die im Film aufgebaute Spannung kaputt macht. Das Review hier deutet in diese Richtung. Zudem war auch meine erste Begegnung mit "Tetsuo" mehr von Perplexität denn von Begeisterung geprägt, so dass der Name Tsukamoto bei mir auch nicht so recht zieht.

Tante Edith:
Overacting

12.02.2018 20:51 Uhr - Horace Pinker
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12.02.2018 20:02 Uhr schrieb dicker Hund
Um ein Review von Horace Pinker zu lesen, ist die Titelwahl allemal interessant genug. Ich finde es aber immer etwas schade, wenn halbherziger Klamauk die im Film aufgebaute Spannung kaputt macht. Das Review hier deutet in diese Richtung. Zudem war auch meine erste Begegnung mit "Tetsuo" mehr von Perplexität denn von Begeisterung geprägt, so dass der Name Tsukamoto bei mir auch nicht so recht zieht.

Tante Edith:
Overacting

Vielen Dank für Lob und Korrekturratschläge (die prompt umgesetzt wurden :) Das mit dem teils etwas übertriebenen Klamauk ist wirklich etwas schade, wenn dir aber Tetsuo etwas zu abstrakt war könnte dieser recht geradlinig unterhalsame B-Monsterhorror vlt. eher etwas für dich sein.

12.02.2018 22:41 Uhr - Insanity667
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Uh uh uh... Horace-San! Kommen wir jetzt etwa der Tetsuo-Rezi näher? :D
Feine Sache mal wieder, obwohl du ja weißt, dass ich allergisch auf japanisches Overacting reagiere, klingt "Hiruko - The Goblin" nach den letzten verrückten Tsukamotodingern und "HOUSE" eigentlich nach einem feinen Monsterflick zur Abwechslung! Dōmo arigatō! :)

13.02.2018 09:12 Uhr - Horace Pinker
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12.02.2018 22:41 Uhr schrieb Insanity667
Uh uh uh... Horace-San! Kommen wir jetzt etwa der Tetsuo-Rezi näher? :D
Feine Sache mal wieder, obwohl du ja weißt, dass ich allergisch auf japanisches Overacting reagiere, klingt "Hiruko - The Goblin" nach den letzten verrückten Tsukamotodingern und "HOUSE" eigentlich nach einem feinen Monsterflick zur Abwechslung! Dōmo arigatō! :)

Vielen Dank Insanity, wie gesagt ist Hiruko nich unbedingt Tsukamotos beste Arbeit, aber dennoch ziemlich unterhaltsam. Auf das Tetsuo Review wirst du wohl noch etwas warten müssen, werde das wohl als Ende meiner Tsukamoto Reihe nehmen.

13.02.2018 11:07 Uhr - TheRealAsh
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Von Tsukamoto kenne ich nur die Tetsuos, die wirklich schön abgedreht sind. Danke, dass du uns hier so wunderbar versiert mit dem asiatischen Film in Berührung bringst!

13.02.2018 12:06 Uhr - Horace Pinker
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13.02.2018 11:07 Uhr schrieb TheRealAsh
Von Tsukamoto kenne ich nur die Tetsuos, die wirklich schön abgedreht sind. Danke, dass du uns hier so wunderbar versiert mit dem asiatischen Film in Berührung bringst!

Vielen Dank fürs Lob, freut mich das meine Kritik dir gefallen hat! Da du schon Tetsuo erwähnst hast du eigentlich schon Teil 2 gesichtet, ich kenne (auch wegen der etwas ungünstigen Fassungslage) bisher nur Tetsuo 1&2 und wüsste gern ob sich der Zweite empfehlenswert ist bzw. qualitativ mit dem Original mithalten kann?

13.02.2018 15:12 Uhr - DriesVanHegen
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Klingt interessant!
Mein einziger Tsukamoto-Berührungspunkt steht ungesehen im Regal: das Koch Media MB von TETSUO...

13.02.2018 18:46 Uhr - TheRealAsh
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Driesknödel und die ungesehenen Filme von Panem, eieieiei...

Ja, Horace, Teil 2 ist für viele sogar der beste, ich finde den dem 1. Teil ebenbürtig. Die DVD von Third Window aus UK ist übrigens meines Erachtens uncut, aber auf SB steht was anderes, keine Ahnung, weshalb, mir ist da nix aufgefallen, aber ich habe natürlich auch keinen Vergleich

13.02.2018 19:22 Uhr - Horace Pinker
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13.02.2018 15:12 Uhr schrieb DriesVanHegen
Klingt interessant!
Mein einziger Tsukamoto-Berührungspunkt steht ungesehen im Regal: das Koch Media MB von TETSUO...

Danke Dries, wenn du Tetsuo eh schon besitzt kannst du ihn dir ja erst mal ansehen um dich, wenn er dir gefällt, seinen anderen Werken zu widmen.
Ash: Danke für die schnelle Rückmeldung, dann wird Teil 2 bei der nächsten sich bietenden Gelegenheit nachgeholt.

13.02.2018 21:14 Uhr - NoCutsPlease
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Dank dir werde ich immer auf Filme aufmerksam, von denen ich ohne deine Kritiken wohl nie etwas gelesen hätte.
Wenn bei mir der allgemeine Zeitaspekt günstiger wäre, würde ich diesen Horrorklamauk bestimmt mal testen. So muss ich wohl aber leider passen.

15.02.2018 22:16 Uhr - Horace Pinker
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13.02.2018 21:14 Uhr schrieb NoCutsPlease
Dank dir werde ich immer auf Filme aufmerksam, von denen ich ohne deine Kritiken wohl nie etwas gelesen hätte.
Wenn bei mir der allgemeine Zeitaspekt günstiger wäre, würde ich diesen Horrorklamauk bestimmt mal testen. So muss ich wohl aber leider passen.

Vielen Dank auch dir NCP. Das man nicht alle Filme sehen kann ist bei der nur beschränkt zur Verfügung stehenden Zeit klar, zum Glück kann man durch die Review Lektüre immerhin einen kleinen Eindruck gewinnen.

16.02.2018 21:33 Uhr - cecil b
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Spitzenreview, wie immer! Ich habe mich noch nicht an diesen Film herangewagt, und der Humor könnte mich auch stören. Aber die Kreaturen locken mich! Tetsuo liebe ich, wie du weißt, Nightmare Detective mochte ich aber nicht.

17.02.2018 22:54 Uhr - Horace Pinker
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Danke Cecil, mit angepassten Erwartungen kann Hiruko durchaus Spaß machen (andererseits könnten sich unsere Geschmäcker hier auch unterscheiden da mir auch Nightmare Detective gut gefallen hat).

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